ifun.de — Apple News seit 2001. 30 387 Artikel

Name und Icon verstoßen gegen Regeln

Apple peinlich: „Amphetamine“-Entwickler sollte seine Mac-App umbenennen

56 Kommentare 56

Wenn man sich die Kontroverse um die Mac-Anwendung Amphetamine anschaut, kann man nur den Kopf schütteln. Apple hatte sich am Namen und Symbol der App gestört und dem Entwickler eine Frist zur Umbenennung gegeben. Reger Widerspruch hat Apple in der Folge dann allerdings dazu bewogen, einen Rückzieher zu machen.

Nun ist es keinesfalls so, dass es sich bei Amphetamine um eine Neuerscheinung handelt. Wir haben bereits mehrfach über die mittlerweile sechs Jahre alte App und weitere Anwendungen des Entwicklers William Gustafson berichtet. Die Anwendung hilft dabei, den Ruhezustand des Mac zu kontrollieren und den Rechner wenn nötig am „einschlafen“ zu hindern, daher hat Gustafson seine App nach der chemischen Substanz Amphetamine benannt, die eine ähnliche Wirkung auf den menschlichen Körper hat.

Amphetamine App Mac

Für Apple war bereits dieser Zusammenhang ausreichend, um einen Verstoße gegen die App-Store-Richtlinien auszumachen. Zum Jahreswechsel wurde der Entwickler mit zwei Wochen Vorlauf darauf hingewiesen, dass man seine App zum 12. Januar entfernen werde, sofern er sie nicht umbenenne. Apple hat sich dabei auf eine Regelung berufen, der zufolge Apps, die zum Konsum von Tabak- und Vape-Produkten, illegalen Drogen oder übermäßigen Alkoholmengen anregen, nicht im App Store erlaubt sind.

Während zahlreiche andere Entwickler hier wohl in Panik verfallen wären, und sich den Forderungen Apples schleunigst gebeugt hätten, hat Gustafson seine Nutzer um Unterstützung gebeten. Der Entwickler hat die unsinnige Apple-Drohung offen kommuniziert und darauf hingewiesen, dass seine App nicht nur seit sechs Jahren erhältlich ist und bereits 432.800 Mal geladen wurde, und sich im amerikanischen App Store eines Bewertungsdurchschnitts von 4,8 Sternen erfreut.

Der in der Folge über soziale Medien und unter anderem auch eine Online-Petition aufgebaute Druck wurde für Apple wohl zu groß. Apple hat den Entwickler daraufhin kontaktiert. Im Gespräch mit Gustafson habe ein Apple-Verantwortlicher dann das Zugeständnis gemacht, dass die App weiter unter ihrem alten Name angeboten werden könne. Man habe „erkannt“, dass das Wort „Amphetamine“ und die Tablette im App-Symbol nur metaphorisch und nicht im medizinischen Sinne verwendet werden.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wer darüber einkauft unterstützt uns mit einem Teil des unveränderten Kaufpreises. Was ist das?
05. Jan 2021 um 07:27 Uhr von Chris Fehler gefunden?


    Zum Absenden des Formulars muss Google reCAPTCHA geladen werden.
    Google reCAPTCHA Datenschutzerklärung

    Google reCAPTCHA laden

    56 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    Rede mit!
  • Diese übereifrigen prüden Amis. Ich bin kein Chemiker und nutze Amphetamin (die App) seit Jahren. Sogar ich Noob hab das kapiert, dass es metaphorisch ist. Wirklich lächerlich was die sich da ins eigene Nest gelegt haben.

    • Allerdings sind auch die Namen der Apps durchaus lächerlich – die Konkurrenz-Apps heißen Coffeine, Taurin, usw. … das ganze Alphabet an Wachmachern rauf und runter…

  • Genau sowas zeigt auch, warum das App-Store Monopol von Apple gekippt gehört.

    • +1
      Trifft den Nagel auf den Kopf.

    • Verstehe ich jetzt nicht, was das mit dem Thema zu tun hat?
      Da hat einer aus der Chefetage eine Weisung rausgehauen und ein armer Angestellter hat ohne nachzudenken umgesetzt. Das es halt immer Spezialfälle gibt, weiss jeder der Erfahrung im Kundendienst hat. So etwas habe ich schon bei jeder Firma erlebt. Und je nach Kunde ist man von der Weisung im Sinne einer „Exception to Policy“ abgewichen.

      • Das Problem an der Sache ist nicht die Richtlinie selbst, oder dass irgendein Angestellter sie durchsetzen wollte. Das Problem ist, dass Apple den Entwicklern keine Möglichkeit bietet derartige Entscheidungen anzufechten. Es heißt immer „tu was man dir sagt, oder du fliegst raus“. Und wenn dann doch mal ein „Fehler“ passiert, wie in diesem Fall, dann ist der Entwickler der Leidtragende, ohne Möglichkeit sich zu wehren. …Das ist der Grund, warum das Apple-Monopol gestürzt gehört. Um dieser Willkür einen Riegel vorzuschieben.

      • Eigentlich beantwortetest du dir deine Frage/Aussage selber: damit eben nicht eine solche Firmen Politik Gesellschaftsfähig wird wie sie jetzt bei Apple ist.. und einfach eine Anweisung ohne Hirn und verstand von welcher Ebene auch immer ausgegeben wird und einfach „befohlen/befolgt“ wird.

        Da hängen Existenzen dran.

        Das das keine Einzel Fälle sind, sondern angeordnete Firmen Politik sollte inzwischen jedem klar sein.

        Wenn die gleiche Scheiße von Microsoft kommen würde, möchte ich nicht wisse wie …
        Was unterscheidet eigentlich Apple noch von amazon, google & Co.

        Aber Apple beweist seit etlichen Jahren nur ein, das ein Monopolist immer das gleiche macht, nämlich seine Monopolstellung ausnutzen und zwar immer heftiger .. und zwar solange bis es zerschlagen wird.

  • Ich kann mir nicht helfen, Apple wird mir immer unsympathischer

  • Man sollte dennoch vor Augen halten, dass dort normale Angestellte arbeiten und nicht Craig oder Tim alles abnicken. Vielleicht ist ja jemand in das Team neu zugekommen und kannte die App nicht, aber erinnerte sich an die im Artikel genannte Regel. Aus dem verlinkten Aufruf zur Unterstützung lese ich jedenfalls keine Kommunikation zwischen Entwickler und Apple heraus, sprich, hat der Entwickler gleich die Community auf den Plan gerufen? Das es manchmal auf öffentliche Unterstützung ankommt ist mir dennoch aus vorherigen Fällen bewusst.

    • In anderen Medien kann man entnehmen, dass der Entwickler zunächst bei Apple selbst Einspruch gegen den Bescheid eingelegt hatte. Erst, nachdem auch dieser abgelehnt wurde, ging er an die Öffentlichkeit.

      Und spätestens so ein Einspruch sollte dann nicht mehr von dem von Dir genannten (und sicher möglichen) „Newbie“-Mitarbeiter bearbeitet werden, sondern von erfahrenden Mitarbeitenden.

      • Dann ist es was anderes, ich habe heute früh nicht nach weiteren Quellen gesucht und ggf. auch was auf Github überlesen.

    • … naja, selbst ein „neuer, unerfahrener“ Mitarbeiter sollte eine App erstmal richtig begutachten, bevor eine Abmahnung erfolgt…

    • Und schwups ist ein Erklärbär zur Stelle …
      Apple ist keine Garagenfirma bei der solche Erklärungen noch glaubhaft wären, sondern ein milliardenschwerer Konzern mit, schon aus juristischen Gründen, sehr ausgefeilten „personal rules and duties for employees“

      • Und dennoch arbeiten dort Leute wie du und ich. Ich heiße es nicht gut, wollte nur aus meiner Perspektive berichten (ebenfalls MA in einem „milliardenschweren Unternehmen“ und schon andere etwas von innen gesehen).
        Jedenfalls gibt es überall Leute die Fehler machen, ob aus Zeitdruck, Unwissenheit, Faulheit etc.

    • Dann sollte dieser neue sich die App anschauen, denn die App fordert ja nicht zum Konsumieren dieser Droge auf.

    • Das ist auch notwendig das die Geschäftsleitung alles abknickt, was für eine Argumentation.

      Sie ist aber dafür verantwortlich was sie für Mitarbeiter einstellt und wie sie diese schult.
      Gerade an so einer kritischen Schnittstelle.

  • Vor dem Aufkommen der App „Amphetamine“ gab es übrigens die App „Caffeine“, die den gleichen Zweck erfüllte und altgedienten Mac-Usern sicher noch gut bekannt ist (aber irgendwann nicht mehr weiter gepflegt wurde). Da hat sich auch niemand über die „Aufforderung zum übermäßigen Kaffee-Konsum“ aufgeregt :-)

  • Dass der Druck durch eine Petition mit 555(!) Unterstützern Apple in die Knie gezwungen hat, kann man zumindest anzweifeln. Ungeachtet dessen freue ich mich für die App und den Entwickler.

  • Ist vermutlich wie bei einer Hotline. Trifft man auf den falschen….

  • Komisch, dass heute jeder jede Entscheidung (von Apple) – unsachlich – kommentieren muss; noch dazu mit einer Wortwahl, die so manche Grenze überschreitet.

    • Aber das ist doch genau das was dieser „Artikel“ erreichen möchte. Ifun braucht halt Klicks und mit etwas polemisch geschriebenen Artikeln kriegt man die am besten. Klar, man bedient dann halt vom Niveau eher den typischen B…Zeitung Leser Menschen, aber egal, für ein paar Katzenbilder tut man halt alles … ;-)
      Gottseidank sind nicht alle Artikel hier so.

      Amphetamine sind übrigens ziemliche scheiß Drogen, machen viel kaputt im Köper. Wie man seine App so nennen kann ist mir daher nicht verständlich und eher Geschmacklos. Warum nicht „coffee“ und ne schöne Tasse Kaffee dazu, dass wäre „metaphorisch“

      • Weil das „Vorgängerprodukt“ von einem anderen Anbieter (der es nicht mehr weiter entwickelt hat) „Caffeine“ hieß und eine schöne Tasse Kaffee als Symbol hatte – da hätte er also Markenrechte verletzt oder eine Verwechslung provoziert.

        Natürlich hast Du recht, was diese Drogen angeht.

        Aber wenn diese Kritik von Apple gerechtfertigt ist, fragt man sich schon, warum das Tool seit 6 Jahren unter diesem Namen im AppStore sein durfte und jetzt plötzlich nicht mehr. Im Nachhinein einen etablierten Namen zu ändern ist ungleich mehr Aufwand als eine App von Anfang an unter anderem Namen im AppStore einzuführen.

  • Hättet ihr eine Firma, würdet ihr wollendes sie mit Drogen in Verbindung gebracht wird ?

    • Dann schau Dir mal an wie viele Apps im Namen „Speed“ tragen. Alles Drogen-Apps?

    • Dann such mal nach „Crack“ oder „Magic mushrooms“ im App-Store

    • Eine App die es seit einer gefühlten Ewigkeit gibt und plötzlich stört man sich dran, das man sich hier (metaphorisch) den Vergleich zu Amphetaminen zunutze gemacht hat? Ich bitte dich. Gibt es ernsthaft jemanden, der sich an dem Namen stört oder Apple deswegen mit Drogen in Verbindung bringt? Wobei, bei den Amis kann ja inzwischen echt alles passieren. Trotzdem etwas zu viel Aktionismus in dem Fall.

    • Amphetamine sind keine Drogen, sondern einfach nur zulassungs- und verschreibungspflichtige Medikamente, die als Droge mißbraucht werden.

  • wenn man bedenkt, daß Steve Jobs ein eifriger LSD-Konsument war…

  • Das Icon finde ich auch unnötig – der Name aber völlig okay.

    • Vorschlag für ein neues, nicht „anstößiges“ Icon in Verbindung mit dem Namen?

    • „unnötig“ ? Nicht Dein Ernst, oder?
      Amphetamine sind erst einmal einfach nur zulassungs- und verschreibungspflichtige Medikamente. Nicht mehr und nicht weniger. Deren Missbrauch steht auf einem ganz anderen Blatt und ganz btw.:
      Amphetamine werden u.a. für die „Behandlung“ von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt. Einer „Krankheit“ die einige gestresste Eltern gern diagnostizieren lassen, weil sie mit der Erziehung und Betreuung ihres Kindes überfordert sind. Diese Art Missbrauch hatte der übereifrige Apple-Mitarbeiter aber sicher nicht im Sinn.

  • Apps mit Abo-Preisen von 5,- EUR und mehr pro Woche für Hintergrundbilder. Casino-Apps mit zwielichtigen Angeboten haben kein Problem im App Store, aber so etwas wird gerügt. Wahnsinn. Es geht nur ums Geld.

  • Ich finde Apple sollte sich Umbenennen und das Logo ändern. Denn die haben nichts mit einen Obstladen gemeinsam und verkaufen dazu nicht mal einen Apfel im Geschäft. Das Logo und der Name sind irritierend.

  • Ich kaufe mit der App schon seit Jahren meine Amphetamine ;)

  • Was ist daran peinlich? Wäre es mein AppStore würde ich es auch nicht zulassen. Peinlicher ist eher das der Entwickler überhaupt so einen Namen und Logo gewählt hat… da wollte wohl jemand auf jeden Fall auffallen. Das sind sie nun.

  • Zumindest eine für den Entwickler sehr werbewirksame Aktion.

  • Solche Vorfälle werden wir in Zukunft immer häufiger sehen. Spätestens wenn die Haftung der „Betreiber“ erweitert wird, dürften Apple, google, Facebook und Co. haufenweise Inhalte zensieren, um selbst keinen Ärger zu bekommen. Und dabei werden sie sicher mehr als nötig rauswerfen. Am Ende haben wir dann eine schöne friedliche Online Welt, in der sich Sechsjährige überall sicher bewegen können…

  • Apple muss echt mal wieder auf den Boden kommen. Die haben zu viel Geld bekommen und denken nun, dass sie machen können was sie wollen. Wenn ich der Entwickler wäre, würde ich die App aus dem App Store entfernen und nur noch online anbieten. Mal gucken wie sich dann der App Store finanziert.

  • Witzig. Ich benutze Coca. Die macht das Selbe :-D

  • Manchmal glaube ich, dass Apple Prämien an das AppStore Review Team ausschüttet, für jede App die sie aus dem Store werden. Anders kann ich mir diese schwachsinnigen Entscheidungen Teilweise nicht erklären. Am Mac hat der Entwickler ja wenigstens noch alternative Möglichkeiten seine App anzubieten aber unter iOS sieht es dann echt düster aus.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 30387 Artikel in den vergangenen 7135 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2021 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Cookie Einstellungen   ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven