Bei Diskriminierung und Missbrauch
Apple-Maulkorb: Schweigeklauseln für Mitarbeiter fallen
Apple-Mitarbeiter, die öffentlich Stellung zu Fällen von Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz beziehen, müssen fortan keine rechtlichen Konsequenzen mehr wegen eines möglichen Verstoßes gegen vertraglich vereinbarten Geheimhaltungsklauseln fürchten.
Bei Diskriminierung und Belästigung
Nach vehementen Mitarbeiterprotesten hat Apple jetzt zugesagt, entsprechende Absprachen nicht durchsetzen zu wollen, wenn Mitarbeiter über die Zustände an ihrem Arbeitsplatz sprechen würden.
Ein Eingeständnis, das auch von Arbeitsrechtlern begrüßt wird. So hätten Mitarbeiter bei zukünftigen Fällen von Diskriminierung und Belästigung so direkt die Möglichkeit erlebtes und beobachtetes Verhalten zu kommentieren und müssten sich keine Sorge mehr über mögliche Vertragsverletzungen machen.
Aktionäre intervenierten
Dem Umsteuern Apples war die Intervention mehrerer Anteilseigner vorausgegangen, die nach Mitarbeiterprotesten im Frühjahr eine Abstimmung unter Apples wichtigsten Investoren provoziert hatten und mehr als 50 Prozent der Aktionäre auf ihre Seite bringen konnten.
Auf ifun.de berichteten wir bereits im Herbst 2021 über die kritischen Aktionäre von Nia Capital. Diese forderten Apples Vorstand damals dazu auf, zu überprüfen welchen Einfluss die Verschwiegenheitsklauseln auf die Meldungen von Mitarbeitern bezüglich Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz hätten.
Nachdem Apple daraufhin keine Anstalten machte, die vertraglichen Vereinbarungen mit der Belegschaft zu ändern, brachten die Aktionärs-Aktivisten von Nia Capital das Thema auf der letzten Apple-Vollversammlung zur Abstimmung.
Druck, der nun zum Umdenken geführt hat. So hat Apple in einem Mitarbeiter-Memo nun angegeben, dass Bestimmungen, die Angestellte daran hindern würden über rechtswidriges Verhalten zu sprechen, nicht mehr durchgesetzt werden sollen. Zudem werde man in Zukunft Verbesserungen und Klarstellungen an entsprechenden Passagen vornehmen.