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Angeblich illegale Inhalte

Apple als Zensurgehilfe: Quartz News und Protestierenden-App gesperrt

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Apple beugt sich weiterhin bemerkenswert kritiklos den Zensurforderungen der chinesischen Regierung. Der iPhone-Hersteller hat offenbar auf entsprechende Aufforderungen hin die iOS-App des Nachrichtenmagazins Quartz sowie die von den Protestierenden in Hongkong verwendete „HKMap.live“-App aus dem chinesischen App Store entfernt.

Die letztgenannte Anwendung war bereits vergangene Woche vorübergehend aus dem App Store verschwunden und wurde nach Protesten wieder zugelassen, nur um jetzt erneut zu verschwinden. Apple begründet den Schritt damit, dass die App „auf eine Weise verwendet wurde, die Strafverfolgung und Bürger in Hongkong gefährde“ und zudem dazu genutzt wurde, „die Polizei zu attackieren und zu überfallen“. Auch hätten Kriminelle die App verwendet, um in Gebieten, von denen sie wüssten, dass keine Strafverfolgung möglich sei, gegen Anwohner vorzugehen.

Zuvor hatte die chinesische Regierung Apple unterstellt, die Demokratieproteste in Hongkong zu unterstützen und die Warnung ausgesprochen, Apple müsse aufgrund der „unklugen und rücksichtslosen“ Entscheidung, die App wieder zuzulassen, mit Konsequenzen rechnen.

Die „HKMap.live“-App wird von den Protestierenden in Hongkong dazu genutzt, sich zu koordinieren. Neben der Organisation von spontanen Protesten dient die App auch dazu, Informationen über die örtliche Polizeipräsenz weiterzugeben. Berichten zufolge haben darüber hinaus auch Anwohner die App verwendet, um den Protesten und zugleich den teils willkürlichen Polizeieinsätzen aus dem Weg zu gehen.

Die Nachrichten-App von Quartz wurde von Apple aus dem App Store entfernt, nachdem die chinesische Regierung auch die Webseite des Magazins in China gesperrt hatte. Als Begründung gaben die Behörden offenbar an, dass sich darin Inhalte fänden, die in China illegal sind.

Apples Bemühungen um gute Beziehungen zu China waren bereits zu Wochenbeginn Thema. Wohl um die chinesische Regierung nicht zu verärgern, wurde mit iOS 13 das Emoji der taiwanischen Flagge auf iOS-Geräten in Hongkong und Macau gesperrt.

Donnerstag, 10. Okt 2019, 15:08 Uhr — Chris
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  • Und wenn es beim G20 eine solche App gegeben hätte?
    Dann hätte es auch einen Aufschrei gegeben.

    Ich finde es echt schwierig zu bewerten, ob eine App nur für Gutes verwendet werden kann oder nicht.

    • Die Bewertung ist immer vom Betrachter aus.

      Eine Landkarte kann ich auch für Krieg verwenden und missbrauche sie so für Schlechtes. Oder ein Verbrecher auf der Flucht.

      Nimm den Panzer, bleibt das Gewehr
      Nimm das Gewehr, bleibt das Messer
      Nimm das Messer, bleibt die Faust
      Und die kannst du nicht nehmen

      Also müsstest du die Gewaltbereitschaft beseitigen, damit du Frieden hast. Das ist eine Einstellungssache. Hat aber nichts damit zu tun, sich alles gefallen lassen müssen.

      Wenn eine App aus dem Store gelöscht werden soll, sobald sie für Nichtgutes verwendet wird, wären mal alle Social Media Apps weg – mache würden aufatmen ;) – und sogar Kalender Apps müsstest du löschen, wenn damit ein Verbrechen geplant würde.

    • 2016 wurde Pokémon Go in den USA dafür missbraucht, Spieler an entlegenen Orten an Arenen und Pokestops zu überfallen.

      Soviel dazu.

  • Tja, leider ist Apple ein gewinnorientierter Konzern der kein Rückrat zeigt. In vielen Fällen ist der Konzern nicht das, wofür ihn man dank seiner Aussendarstellung halten kann. Ob nun Apple oder andere Unternehmen. Leider haben Apples Umweltbemühungen, ebenso wie das hochgehaltene Werteverständnis einen bitteren Beigeschmack. Wer glaubt den Menschen in Apples Fertigungsstätten geht es gut oder dass Apple Menschenrechte wichtiger als Gewinn sind, der ist sehr naiv.

  • Wer mehr Infos zum Thema Hong Kong will, dem empfehle ich https://www.reddit.com/r/HongKong welches auch viel mit Informationen direkt von dortigen Bürgern gefüllt wird.
    (Achtung: r/Hong_Kong, also mit unterstrich ist ein Pro-China Subreddit)

  • Wenn es aber nun gegen die örtlichen Gesetze verstößt…?
    Man kann nicht anprangern, dass Apple entsprechend geltendem Recht handelt.
    Wenn dann muss man anprangern, dass Apple dort überhaupt geschäftlich tätig ist.
    Wenn man das tut, müssen sich die meisten bei uns lebenden jedoch auch anprangern.
    Der Rattenschwanz ist lang. Sehr lang.

    Meinetwegen hätte die App bleiben dürfen. Aber das ist meine persönliche Meinung.

  • Ganz ehrlich, Apple verliert bei mir Sympathien auf allen Gebieten.

    • Da würde sich ja nix ändern da alle Firmen so reagieren und reagieren würden. Also hat jede Firma bei dir nun weniger Sympathie.

      Ändert wird sich trotzdem nichts.

      • Andere Firmen machen aber auch nicht auf „Different“!

      • Weißt du eigentlich vor wie viel Jahrzehnten das benutzt wurde?

        Einmal benutzt immer benutzt? Unternehmen ändern sich nicht?

  • Apple muss sich, so wie andere Firmen auch die dort auf dem Markt sind, an die Gesetzte und Regularien halten, ansonsten sind sie aus dem Chinesischen Markt raus.
    Mein Arbeitgeber ist auch dort tätig. Entweder spielst Du nach deren Spielregeln, oder Du bist raus. Da China ein enormer Wachstumsmarkt ist, kann sich das keine Firma leisten. Ist traurig, aber es ist so.
    Es ist also sehr unrealistisch von irgendeiner Firma zu erwarten, dass sie ihren Ruf in China aufs Spiel setzt.

    • Welchen Ruf meinst du? Den Ruf bei der Bevölkerung? Oder der Ruf bei den Mächtigen?

    • Ich finde, man kann schon Apple dafür kritisieren, dass sie unter diesen Bedingungen dort Geschäfte machen. Integrität ist wohl nicht so wichtig.

      • Den check mal dein haushalt wo überall made in china drauf steht. Die machen dort alle Geschäfte.

      • IRM bist du einer von den „der macht’s aber auch“ argumentierern? Es sollte völlig egal sein ob die anderen den gleichen Mist machen. Apple verlangt Premium Preise und pocht schon immer darauf andere Werte zu haben, dann können Sie auch wirklich was anders machen!

      • Die Konkurrenz verlangt selbst solche Preise und ist keinen Tick besser.

        Also was genau willst du mit deinen Scheinargumenten mir sagen? Das Wasser nicht schmeckt?

    • ….und wieder dreht sich alles nur ums Geld…..

    • Ja, aber wenn nicht alle Firmen so gierig und solche Bücklinge wären und vor allem an einem Strang ziehen würden. Dann würde China überhaupt nichts diktieren können. Denn wenn keiner mehr dort produziert, dann ist das für Ihre Wirtschaft und vor allem der so wichtige Wachstum auch schnell vorbei.
      China spielt immer auf „long play“ sobald sie alles von Dir haben, bist Du eh raus.
      Und die Firmen sind alle so blöd bzw. durch ihr kurzfrist aka Gewinnorientiertes Verhalten, sind sie nur so lange dort, so lange China nicht die Technologie adaptieren kann. Sobald sie das können, produzieren sie so lange günstiger bist du weg vom Markt bist.

      China ist in dieser Hinsicht sehr schlau, bei denen ist alles auf „Long Play“ ausgelegt, sie haben genug Zeit…die größten zu werden;))

      Alle wollten China immer klein halten und dachten der kleine doofe Chinese…Aber umgekehrt ist es der Fall…Alle anderen sind die kleinen dummen und sind schön darauf reingefallen!!

      Peace out

  • Sämtliche Politiker der westlichen Welt haben schon kein Rückgrat gegenüber diesem gerne mal verharmlosten Krebsgeschwür namens Kommunistische Partei Chinas, Wirtschaftsunternehmen haben in dieser Sache naturgemäß noch weniger Haltung.

    • Fast wahre Worte. Mit dem Unterschied, dass westliche Politiker Kommunisten sind. Bisher haben sich selbst die extremsten als Kommies enttarnt. Der Marxismus hat viele Gesichter.

    • Im Prinzip ist nichts einzuwenden , das Geschäfte mit China gemacht werden. Darum geht es auch garnicht. Es geht um Menschenrechte ansich und was man für eine Einstellung dazu hat. Dies spiegelt nur unsere Wertschätzung gegenüber unserem Konsumverhalten, den Produkten und den Menschen, die die Produkte herstellen, wieder.
      Und die Wertschätzung ist bei den meisten = 0.

  • Niemand ist groß genug um alleine klar zu kommen. Kein Land und kein Unternehmen.
    Wenn man bereit wäre das dreifache für Applegeräte zu zahlen würden sie es sicher gerne auch alles in den USA bauen Mit Fairtraderohstoffen aus nachhaltiger Ernte, verarbeitet zu gleichen Teilen von m/w/d, ohne Tierleid und so weiter.
    Die Kunden sind aber zu geizig, daher bleibt alles wie es ist…

  • Apple wird immer mehr zum unsympathischen Ar*chkriecher!

    Natürlich muss man sich an Gesetze halten. Wenn es die Gesetze eines demokratischen Staates sind! Die eigene Haltung und mutige Menschen zu verkaufen (das sind auch Kunden) ist allerdings schäbig!

  • Ad 1) ja, auch ich halte die chinesische Regierung für nicht demokratisch, ebenso wie die russische und viele andere Regierungen weltweit
    Ad 2) es wäre Gut, wenn Apple die strittige App in HongKong zur Verfügung stellen würde
    Ad 3) würde Apple hier nicht den Anforderungen der chinesischen Regierung genügen, würde diese andere Wege finden, gegebenenfalls den AppStore komplett in HongKong schließen, wem wäre damit geholfen? Genau, niemanden.

    Fazit: Ja, jedes Unternehmen muss immer überlegen, in welchen Ländern es Geschäfte macht und Unternehmen wollen Geld verdienen, folglich in soviel Ländern wie möglich Geschäfte machen. Hierbei muss sich jedes Unternehmen an geschriebene und ungeschriebene (in Diktaturen) Gesetze halten. Die Frage die sich stellt ist ob das Unternehmen durch die Geschäfte anderen Menschen schaden zufügt. Wohlgemerkt, durch die Geschäfte die es macht, nicht dadurch, dass es eventuell bestimmte Geschäfte nicht machen kann. Und die Frage ist auch, ob das Unternehmen, durch eine Entscheidung Geschäfte, die es machen könnte, aber nicht macht, weil es an anderen Geschäften gehindert wird, anderen Menschen schadet.

    Sprich hier: natürlich könnte Apple sagen, ok, wenn wir diese App nicht verbreiten dürfen, dann ziehen wir uns ganz aus HingKong / China zurück und verkaufen dort keine iPhones etc. mehr. Aber wäre das für die Menschen dort besser? Wohl kaum!

    Völlig anders würde es aussehen, wenn Apple gezwungen würde in seine iPhones Überwachungssoftware einzubauen, die es dem Staat ermöglicht Nutzer auszuspionieren. Aber dafür sehe ich derzeit keine Hinweise und keine Vermutungen, fragt man mich, ob ich das bei chinesischen Herstellern genauso verneine, würde ich das nicht bestätigen

  • Was erwartet man?
    iphone designed by apple in california assembled in China

    Apple ist abhängig von China.

  • Wer sind wir, daß wir, die westlichen Länder, bestimmen, welche Apps in anderen Ländern verfügbar sein dürfen?
    Würdet ihr, die Kritiker, auch so reden wenn China hier Apps zur verfügung stellen würde, welche unsere Regierungen nicht mögen oder gegen unsere Gesetze verstoßen?
    Wer sagt, daß unsere Ansichten und Werte richtiger sind als andere?
    „Alles Sehen ist perspektivisches Sehen!“ Zitat.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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