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Bundeszentrale für politische Bildung

30 Jahre Mauerfall: bpb bezahlt Influencer-Kampagne zum Thema

23 Kommentare 23

Erstaunlich viele Pressemitteilungen in unserem Posteingang hängen sich derzeit am bevorstehenden Jubiläum des Mauerfalls am 9. November auf.

Während einige Absender hier einen unmittelbarem Bezug zum 30. Jahrestag des Mauerfalls nachweisen können, das MDR sendet etwa 24 Stunden Jubiläumsprogramm, nutzen andere Absender das historische Ereignis schlicht zur Produktwerbung. Der Eurojackpot etwa arbeitet in seiner PM unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland in Fragen rund um Reichtum, Gehalt und Statussymbole heraus.

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Kurz: Die Marketing-Fritzen nutzen das Mauerfall-Jubiläum als willkommene Abwechslung, bewerben aber schlicht, was ohnehin beworben werden muss. Highlights die bereits im August vorgestellte AR-App ‎“MauAR“, die eine eindrucksvolle Visualisierung der Geschichte der Berliner Mauer bietet, gehen so leider unter.

Was uns im Dickicht der E-Mail-Eingänge dann jedoch kurz hat stocken lassen, war die Pressemitteilung des Studio71, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE und Anbieter digitaler Inhalte und Web-Produktionen.

Dieses macht anlässlich des Mauerfall-Jubiläums darauf aufmerksam, dass man den Zuschlag der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erhalten habe, eine Influencer-Kampagne zum 30. Jahrestag des Mauerfalls zu entwickeln. Diese flankiert weitere bpb-Angebote zum Thema wie etwa diese Bild-Ausstellung in Berlin und eine Online-Sonderseite auf hanisauland.de.

Zurück zur Influencer-Kampagne: Hier sind als Zugpferde der Rapper Eko Fresh und die beiden YouTuberinnen Diana zur Löwen und Lisa Sophie Laurent mit von der Partie. Die drei veröffentlichen Webvideos über die Zeit der Wende 1989.

Inhalte, die ihr bereits mit euren Steuergeldern bezahlt habt – entsprechend machen wir euch gerne auf deren Verfügbar aufmerksam (auf das Eko Fresh-Lied muss noch bis morgen gewartet werden) und zitieren direkt aus der heute eingegangenen Pressemitteilung des Studio71, das sich mit seinem Video-Projekt in einem Ideenwettbewerb unter fünf Mitbewerbern durchsetzen konnte.

Studio71 konzipiert und produziert für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) eine Influencer-Kampagne anlässlich des 30. Mauerfall-Jubiläums. Die Kampagne bereitet die historisch-politischen Themenschwerpunkte rund um Friedliche Revolution, Mauerfall und Wiedervereinigung unterhaltsam und interaktiv für die Zielgruppe der 14- bis 20-Jährigen auf.

Deutsch-Rapper Eko Fresh veröffentlicht anlässlich der Wende vor 30 Jahren einen eigenen Song am 7. November namens: „1989“. Dafür rief der Musiker Jugendliche und junge Erwachsene auf, ihre Erinnerungen, Gedanken und Wünsche zur Wiedervereinigung zu teilen und kreierte daraus einen Song, der somit sowohl eigene als auch fremde Erfahrungen verbindet.

Die beiden YouTuberinnen Diana zur Löwen und Lisa Sophie Laurent sprechen in ihren Videos mit Zeitzeugen/-innen und machen die DDR und den Mauerfall für ihre Zuschauer erlebbar. Sie fragen ihre Interviewpartner aus der Perspektive junger Menschen, die diese Zeit selbst nicht miterlebt haben und schaffen dabei einen generationenübergreifenden Dialog. […]

Mittwoch, 06. Nov 2019, 16:36 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Gestern kam ein guter Beitrag in Galileo extra. „Das Ost West Ding“ tolle vergleiche die nicht überzogen und plausibel waren. Kenne schließlich beide Seiten. Ein Bericht der keine Produkte angepriesen hat. Wenn man die Stadt Berlin als solches mal ausnimmt.

  • Häääh???
    Soll ich das jetzt gut finden, oder was?

  • Gefällt mir. Junge Generation spricht mit der „alten“ Generation über ein wichtiges Ereignis. Nett gemacht.

  • bpb bezahlt Influencer-Kampagne? ja ja der blick der menschen soll ja natürlich auch stimmen auf 30 die 30 jahre. nicht dass die anfangen selbstständig was anderes zu denken eieiei… ein schelm wer böses dabei denkt.

  • Eko fresh? Diese Pseudo- Künstler sollten mal den Ball flach halten und solche Ereignisse wie den Mauerfall nicht für ihre Publisity nutzen. Anno 89 waren die noch flüssig, also diese Scheinheiligkeit kotzt mich an…

    • Grundsätzlich hast du recht , wenn man ihn aber nutzt um jugendliche Geschichte bei zu bringen hey warum nicht . Ich stelle immer wieder fest das selbst die 20-30 jährigen keine Ahnung mehr haben von der eigenen Geschichte im Land .

    • Lieber einen 50-60 Jahre alten Zeitzeugen irgendwas labern lassen? Hört doch niemand aus der Zielgruppe zu.

      • Ich bin ein 50 Jahre alter „Zeitzeuge“ , im Osten aufgewachsen und als die Mauer fiel, hatte ich gerade mein Studium angefangen. Bin demnächst im Gymnasium meines Sohns im Geschichts-LK eingeladen, eine Doppelstunde zu halten. Ich hoffe, die Zielgruppe hört mir zu. :-)

        Grundsätzlich halte ich es für fragwürdig, wenn man junge Leute auffordert, so etwas zu gestalten, die damals noch gar nicht geboren waren.

  • Die Stimme von dem Mädel im zweiten Video lässt meine Ohren bluten. Das hält doch kein Mensch länger als 10 Sekunden aus, egal wie interessant das Thema ist.

  • Hmmm , werde erst Morgen so mutig sein und mir das anschauen. Bin halt auch so ein alter mürrischer 65’er geborener und war eben am Alexanderplatz mir Fehlfarben anschauen . Die spielten da im Rahmen 30 Jahre Mauerfall . Ich glaube nach so ein Zeitreise Konzert bin ich heute nicht offen genug gegenüber der YouTube Generation.

  • Immer noch schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge.

    Bertolt Brecht

    • Oh, der ist gut – und spricht mir aus dem Herzen!

      Die ganze Welt redet über 3 Mio. Ostdeutsche, die die Mauer zum einstürzen gebracht haben, aber keiner redet über die 14 Mio. Menschen, denen ihr Land gestohlen wurde!

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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