Ausprobiert: Die Sonos Playbar

30 Kommentare

Die Sonos Playbar ist riesig. So groß, dass beim Hochwuchten des immerhin 110cm x 30cm großen Paketes selbst der sonst immer gut gelaunte UPS-Mann, ein wenig aus der Fassung bzw. der Puste kam. Einmal ausgepackt, ist der Paket-Inhalt des 699€ teuren Sonos-Neuzugangs jedoch überschaubar.

Dem Karton liegt neben der Playbar, die unter ihrer schwarzen Stoff-Abdeckung ganze neun Lautsprecher versteckt, nur ein Stromkabel und ein optisches Kabel für den Audioausgang des Fernsehers mit bei.

Die Playbar, so die von Sonos angestrebte Platzierung des neuen Drahlos-Speakers, gehört im Wohnzimmer unter den Fernseher. Das neue Flaggschiff ist per Glasfaserkabel an den optischen Ausgang des Fernsehers angeschlossen und dient in erster Linie der Heimkino-Beschallten beim Konsum von DVDs, Abendnachrichten und Spielfilmen.

Der leichte Bruch mit der bisherigen Sonos-Philosohpie (Speaker die sich dank Sonos-Bridge überall im Haushalt platzieren lassen und anschließend mit der iOS-App vom iPhone oder iPad aus bedient werden) wird durch die Integration eines IR-Empfängers unterstrichen: Die Playbar hat ihren Platz unter dem Fernsehgerät, kann auf das Zusammenspiel mit der TV-Remote trainiert werden und verlässt ihre Audio-Zone – etwa die Spotify-Wiedergabe, das Spielen eines Online-Radiosenders oder die Verbundwiedergabe mit anderen Sonos-Komponenten – automatisch immer dann, wenn der Fernseher ein Signal an die 5,4 Kilogram schwere Soundeinheit schickt.

Von Haus aus spielt die Playbar als 3.0 Heimkino-System und mach, traurig aber wahr, die anderen Sonos-Komponenten im Wohnzimmer überflüssig. Zwar lässt sich die Playbar mit dem Sonos SUB zum 3.1, mit dem SUB und zwei Play:3-Modulen sogar zum 5.1 Heimkino-System hochrüsten. Wer aus seinen eigenen vier Wänden aber nicht unbedingt ein professionelles Lichtspielhaus machen möchte, ist gut damit beraten die zusätzlichen Sonos-Komponenten (falls bereits vorhanden) in andere Zimmer auszulagern. Das mögliche 5.1-Setup grenzt an einen Audio-Overkill. Ein Schluss zu dem uns nicht nur unser Bauchgefühl, sondern auch der durchgängige Test während der letzten Tage hat kommen lassen.

Bereits im Einzelbetrieb füllt die Playbar unsere 40 Quadratmeter mit so viel Sound, dass ein zusätzlicher Subwoofer und zwei, links und rechts vom Kopf angebrachte Boxen zwar noch als Kirsche auf dem Kuchen durchgehen würden, im Alltagseinsatz aber etwa so viel Sinn machen wie ein zusätzlicher Motor im ohnehin schon hochgetunten Fahrzeug.

Zurück zu den Sonder-Funktionen, die die Playbar erheblich vom Play:3 unterscheiden. Neben dem Zusammenspiel mit TV-Fernbedienungen hat die Playbar auch zwei neue Sound-Modi mit an Bord, mit denen sich die Sound-Wiedergabe beeinflussen lässt.

Der Nachtsound verbessert ruhige Klänge bei geringer Lautstärke und sorgt dafür, dass laute Explosionen, Schusswechsel und Verfolgungsfahrten abends etwas unterdrückt werden. Ein pragmatisches Eingeständnis an Sonos-Fans, die nicht nur Lust an satter Klangwiedergabe, sondern auch Nachbarn haben. Daumen hoch.

Die ebenfalls eingebaute Sprachverbesserung zieht die mittleren Frequenzbereiche weiter auf und soll für eine weniger Bass-lastige Wiedergabe von Talkshows und Streitgespächen sorgen. Positiv: Die Sprachverbesserung macht was sie verspricht. Negativ: Uns hat der Klang dabei nicht wirklich gefallen. Das Ganze ist etwas zu quäkig und gerade für Ohren, die noch “gut in Schuss” sind, nicht unbedingt notwendig.

Während der Installation schreitet die Playbar auf den gleichen Pfaden, die wir bereit beim Sonos Sub begutachten konnten und besteht nach dem Einstöpseln der Stromversorgung auf den Durchlauf eines Ersteinrichtungs-Assistenten. In drei Schritten wird hier die Fernbedienung konfiguriert und abgefragt ob die Playbar im Verbund mit anderen Speakern eingesetzt werden soll.

Die Playbar kann ober- oder unterhalb des Fernsehers auf einem TV-Tisch platziert oder horizontal an der Wand montiert werden. Wer die letztgenannte Option nutzen möchte, kommt nicht am Kauf des 40€ teuren Wall Mout Kit vorbei. Zwar hat die Playbar auf der Rückseite auch zwei Schlitze die eine Befestigung mit zwei Schrauben ermöglichen. Die Wandmontagehalterung macht aber einen wesentlich stabileren Eindruck.

Zum drahtlos-Betrieb wird eine Sonos-Bridge vorausgesetzt, Kabelgebunden kann eine der beiden Netzwerk-Buchsen an der Rückseite der Playbar genutzt werden. Die Tasten an der Seite der Playbar unterscheiden sich nicht vom Sonos-Standard und bieten den Schnellzugriff auf lauter, leiser und stumm. Der Verkauf der Playbar startet morgen.

Kaufen oder nicht?
700€ sind eine Menge Geld. Konzentrieren wir uns nur auf die Akustik des Neuzugangs, rechtfertigt die solide verarbeitete Playbar ihren Anschaffungspreis bereits mit den ersten 10 Sekunden der laufenden Audiowiedergabe. Problematisch sehen wir jedoch den bereits im Text angesprochenen Technik-Overkill. Wer im Wohnzimmer noch keinen Sonos-Speaker hat bzw. diesen problemlos auch in die Garage stellen kann, tut sich mit der Anschaffung der Playbar einen großen Gefallen.

Wer sich jedoch bereits auf das Audio-System der Amerikaner eingeschossen hat, sollte zwei mal überlegen, ob die zusätzliche TV-Ausstattung nicht vielleicht zu viel des Guten ist. Wir würden die hier momentan aktiven Play:3-Speaker, ohne mit der Wimper zu zucken, gegen die Playbar eintauschen und das Drahtlos-System so auch um die Möglichkeit der TV-Wiedergabe erweitern, beide Speaker im Zimmer zu behalten, wäre uns jedoch eindeutig zu viel.

Weitere Links zum Thema:

Diskussion 30 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. hübsch, aber unpraktisch.

    mein fernseher (und die meisten anderen) schleift nur pcm sound durch.
    da die playbar kein dts unterstützt (geschweige dts hd), kann man nicht mal den bluray-player direkt anschließen, da sie dann stumm bleiben würde.

    ich versteh nicht ganz was sonos sich dabei gedacht hat!

    — oluv
  2. Die Frage die mich eher interessiert ist, wie gut ist es qualitativ um eine bestehende 5.1 Anlage zu ersetzen.
    Es geht hier nicht um den Highendbereich, aber gerade um einen schönen räumlichen Klang für wenig Geld und ohne Zustellen mit 5 bzw. 6 Lautsprechern.

    — Daniel
    • wenn du es schaffst die playbar mit 5.1 material zu füttern, sollte das ergebnis durchaus gut sein. zusammen mit dem wireless sub und zwei play:3 als rear hat man damit in der tat eine vollwertige surroundanlage, die aber dann auch 2000 euro ins budget schlägt!!!

      — oluv
      • Habt ihr ein Vertrag mit Sonos;-)

        Ich bezweifle das die Soundbar nur annähernd an die von Yamaha herankommt. Zudem wer 5.1 Sound haben will, benötigt eben die Boxen (und die kabellosen Boxen haben immer ein Qualitätsverlust). Hier kann noch so virtuell alles eingespielt werden, es ist und bleibt kein guter Sourroundsound.

        Ebenso würde ich behaupten, das der Stereoklang nicht der beste ist, hier wird ein guter Receiver inkl. 2 Regal- oder Standboxen das System um Längen schlagen.

        — LordLord
    • Das angebotene System kann keine 5.1 Anlage ersetzen, da es keinen besonderen räumlichen Klang vermittelt. Es ist ja kein Soundprojektor, sondern nur ein Soundbar-Lautsprecher. Wenn du auf kabellose Vernetzung stehst, kommt vielleicht ein aktueller AV-Receiver mit Airplay und DLNA von Denon, Yamaha oder Onkyo für dich in Frage. Die beherrschen DTS HD und DD HD und vor allem 5.1 AAC für deine Videodateien im .mp4-Container. Das kann man über optischen Anschluss nicht ausgeben und somit kann das das Sonosgerät auch nicht. Zusätzlich zum Receiver kannst du entweder dein bestehendes System weiter verwenden oder neue Boxen von Teufel, Bose, Harman/Kardon usw. einsetzen. Dann hast du richtiges 5.1 mit richtigem Tieftöner, preislich wirst du aber wohl mindestens 100€ mehr ausgeben müssen.
      Tipp: Teufel hat auf eBay einen Herstellershop, auf dem teilweise weit unter dem Preis auf der Homepage verschiedenste Systeme angeboten werden. Klanglich sind die Teufelsysteme exzellent.

      — Markus
      • Also Teufel ist eher teuer als gut. Wer zu Horch&Guck in Berlin geht, kann seine Teufel Lautsprecher mit anderen vergleichen und wird bessere für weniger Geld finden.

        Die bieten auch eine sehr gute, telefonische Beratung. Man muss nicht persönlich hin fahren. http://www.horch-und-guck.de

        — Marc
  3. Ich selbst hab nen Onkyo A/V Receiver und das Teufel Consono 25 5.1 Set. Reicht locker für meine 25qm Wohnzimmer aus. Für 400-600 EUR (Consono 179 EUR / Onkyo ca. 200-400 je nachdem wie viele Features man benötigt) hat man ne richtig geile Surroundanlage, die man bei Bedarf auch noch erweitern kann.

    — Olli
  4. Also da gibt es definitiv besseres, ich würde allerdings nicht zu Teufel raten. Teufel reicht vielleicht um 25qm eines Studentenwohnzimmers zu beschallen aber bei einem normalen Wohnzimmer hat man ja doch mal das 3 – 4 fache an Fläche und da reicht dann Teufel auf keinen Fall! Schaut mal bei B&W, damit bin ich seit Jahren zufrieden. Ach so, ich habe mir noch zusätzlich zwei aktive Subwoofer selber gebaut um die B&W zu unterstützen und hierbei tolle Hilfe eines Tischlers erfahren.

    — Mulukulei
      • Hallo,

        Baupläne existieren nicht mehr aber schaue dich einfach mal nach guten Subs um und berechne dann das passende Gehäuse. Der Tischler beim Bau war wirklich Gold wert!

        @ Tommy
        Ich habe ja keine Ahnung wie Du wohnst, aber nach dem Studium sollte man sich eventuell auch mal ne normale Whg. gönnen, was ich getan habe und ich bin mit meinen 91qm im Wohnzimmer ganz glücklich.

        — Mulukulei
      • Sorry, @ Jonas natürlich. Schlimm, wenn man sich noch im Halbschlaf befindet :)

        — Mulukulei
  5. Also ich habe jetzt von Sonos 2xPlay 5, 2xPlay 3 und den Sub an meinen TV angeschlossen. Den Sound solltet ihr mal hören!!! Genial ;-)) Und wenn ich kein TV schaue hauts mir beim Musihören über Napster die Ohren wech ;-)) Da brauchts auch ( im Moment) keine Playbar mehr….!

    — Tommy
  6. Was mich interessiert ist…was ist bei Reiner Musikwiedergabe (Stereo) und denn Play:3 und dem Sub? Wird hier nur die Playbar aktiv oder werden alle Lautsprecher mit eingebunden?!?

    — Minijobs
  7. Mich würde der Vergleich mit der Bose Lifestyle 135 interessieren und wie die Playbar dabei wegkommt.
    Könnt ihr da etwas zu sagen?

    — Felix
    • Hi Felix,

      Ich habe aktuell eine Bose Cinemate GS und möchte diese mit der Playbar tauschen. Ich kann Dir am Wochenende mal versuchen einen Vergleich zu geben.

      — DalmaPalma
  8. Sonos hat eine tolle Technologie um die Komponenten schnell miteinender zu verkoppeln. Hut ab. Der Schwachpunkt bei Sonos ist der Sound. Schon die Play5 sieht im Vergleich zum B&W Zeppelin schwach aus, nicht von der Lautstärke sondern vom Sound.

    DrZee
  9. Mich würde interessieren, wie »stereo« die Playbar bei Musik wirklich klingt und wo sie sich (vor allem was die Bässe angeht, rein subjektiv) im Vergleich zu einem Play:3- und Play:5-Pärchen ansiedelt. Und: Was ist denn von 3.0 zu halten, bedeutet für Filme irgendeine Art von räumlichen Empfinden was den Ton angeht? (Kenne mich da nicht wirklich aus.)

    — Uwe
  10. Tut’s nicht auch ein Apple TV für 99€ an der 5.1 Surround-Anlage? Da spiele ich doch auch über Airplay und habe wirklich Surround!

    — Uwe
  11. Hab mir gestern auch die playbar gekauft und mich sofort verliebt!! Super Teil! Danke für den Tip mit dem Nachtmodus, das hatte ich noch garnicht entdeckt…

    — Antje
  12. War heute 4 Stunden unterwegs um eine zu ergattern. Im Vergleich zu 2 Play3 mit einer Sub oder einer playbar mit einer Sub sind die play3 bei Musik deutlich besser weg gekommen. Viel klarer in den Höhen und transparenter. Jetzt steht die playbar zum verkauf :-(

    — Groschen
  13. hallo,
    ich habe erst 2x PLAY:3 und Bridge gekauft und gestern die Playbar. Mit der Surroundeinstellung war ich nicht zufrieden weil eine Front-Back Lautstärkeregelung nicht richtig funktioniert. Habe die Surroundeinstellung wieder getrennt. Jetzt kann ich PlayBar und PLAY:3 getrennt Front-Back wie auch Balance steuern. Bis Sonos diese Regelung verbessert. BlueRay, DVD-Player und Apple TV funktionieren über Samsung TV sehr gut und kompakt mit sowenig Kabel wie notwendig (Meine Frau mag keine Kabel !!)

    — docrudi
  14. Hallo,

    Ich habe mir ebenfalls die Playbar geholt, allerdings habe ich Probleme diese mit der TV Fernbedienung zu verbinden – kann an meinem Panasonic TX-P50STW50 Plasma die internen Lautsprecher nicht abschalten. Die Lautstärke permanent mit der App zu steuern ist irgendwie nicht so das wahre… Kann jemand helfen?
    Danke & Gruß,
    reDBull

    — reDBull

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
Insgesamt haben wir 14711 Artikel in den vergangenen 4784 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.


ifun - Love it or leave it   ·   Copyright © 2014 aketo GmbH - Alle Rechte vorbehalten   ·   Impressum   ·   Auf dieser Seite werben   ·   RSS