Google baut Suche um
Wegen EU-Vorgaben: Google verschlechtert seine Suche in Europa
Google nimmt in Europa weitreichende Änderungen an seinen Suchergebnissen vor – und warnt selbst davor, dass die Suche dadurch schlechter wird. Gegenüber Reuters bezeichnet der Konzern den bevorstehenden Umbau sogar als die größte Verringerung der Servicequalität in der 29-jährigen Geschichte seiner Suchmaschine.
Auslöser ist der europäische Digital Markets Act. Google wurde im Juli mit einer Geldbuße von 460 Millionen Euro belegt, weil der Konzern nach Auffassung der EU-Kommission eigene Angebote bei der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Verkehr und Sport bevorzugt hatte. Google bekam anschließend 60 Tage Zeit für Anpassungen. Andernfalls drohen weitere Strafzahlungen.
Vergleichsportale rücken nach oben
Die Änderungen werden nun für Nutzer in Europa ausgerollt. Bei entsprechenden Suchanfragen soll künftig zunächst ein spezialisiertes Vergleichsportal prominent erscheinen, darunter folgen zwei weitere Dienste mit weniger Informationen. Gemeint sind etwa Vermittler wie Booking.com oder Expedia.
Direkte Angebote von Hotels, Fluggesellschaften, Restaurants und anderen Unternehmen rutschen dagegen weiter nach unten. Gleichzeitig reduziert Google den Informationsumfang seiner bekannten Ergebnis-Karussells. Echtzeitpreise und weitere bisher direkt sichtbare Details sollen dort teilweise verschwinden. Die Reihenfolge der eingeblendeten Vergleichsdienste bestimmt weiterhin Googles Algorithmus.
Google spricht von unzufriedenen Nutzern
Google argumentiert, dass die neuen Vorgaben vor allem Vermittlern zugutekommen und sowohl Nutzer als auch lokale Unternehmen benachteiligen. Frühere DMA-Anpassungen hätten nach Angaben des Konzerns bereits dafür gesorgt, dass kostenlose direkte Buchungszugriffe auf europäische Unternehmenswebseiten um rund 30 Prozent zurückgegangen seien.
Die neue Darstellung habe Google nach eigenen Angaben bereits mit Millionen Nutzern in Europa getestet. Die Reaktionen seien überwiegend negativ ausgefallen. Anwender hätten häufiger Suchanfragen neu formulieren müssen, um die gewünschten Informationen zu finden. Außerhalb der Europäischen Union bleibt die bisherige Darstellung erhalten.
Streit um den Digital Markets Act
Der Konflikt ist nicht neu. Google hatte den Digital Markets Act bereits im vergangenen Jahr scharf kritisiert und vor negativen Folgen für Nutzer und europäische Unternehmen gewarnt. In einem früheren Test hatte der Konzern in Deutschland, Belgien und Estland zeitweise nahezu alle erweiterten Hotelinformationen entfernt und stattdessen einfache Weblinks angezeigt.
Google stellt den aktuellen Umbau entsprechend als notwendige Reaktion auf die europäischen Vorgaben dar. Die EU verfolgt mit dem DMA dagegen das Ziel, die Marktmacht großer Plattformbetreiber einzuschränken und konkurrierenden Diensten bessere Chancen einzuräumen. Für europäische Google-Nutzer bedeutet dieser Konflikt nun zunächst: weniger direkte Informationen und mehr Umwege über Vergleichsportale.


Das ich schon seit Jahren DuckDuckGo nutze betrifft es mich nicht:-)
In der Hinsicht vielleicht nicht.
Aber!
Der DSA kann als eine Zensurmaschiene angesehen werden, wenn man es genauer betrachtet. Wenn dann nur noch erlaubt ist, was die EU möchte, was wird dann daraus?
Ich verstehe nicht das man nur so kurzsichtig ist und nicht mal etwas mehr das Weitwinkel benutzt!
Korrigiert mal eure Überschrift
„Konzern hat kein Bock sich an Gesetze zu halten: Google benachteilig unnötig EU Nutzer um Macht auszuüben“
Man kann das auch differenzierter betrachten.
+1
Kritischer Journalismus verprellt Werbekunden…
Ehm, ja genau.
Gut, dann wird Google weniger genutzt und auch bei anderen gesucht. Die Suchergebnisse werden seit Jahren kontinuierlich schlechter. Aber jeder Menge Werbung
Dabei bekommen die das doch schon seit Jahren vortrefflich selbst hin.
Don’t be evil….. nun ja, mit einer anderen Aussage seitens Google war wohl auch nicht zu rechnen….
Ist ja schon lang Geschicht. Geändert in „do the right thing“…das ist so schön offen formuliert. Richtig für wen?
So ein Schwachsinn. Übernehmt doch nicht einfach Googles Überschriften 1:1!
Bester Move: gar nicht mehr Google verwenden.
Ich verwende auf verschiedenen Geräten unterschiedliche Searchengines und bin sehr zufrieden.
Derzeit: DuckDuckGo, Brave Search und Ecosia
Das ist echt ein viel besseres Erlebnis
Offen gesagt wäre mir eine ganz hundsgewöhnliche Google Suche wie anno dazumal wesentlich lieber, als dieser aktuelle Werbeverseuchte Mist mit irgendwelchen schlecht zusammengesuchten KI-Ergebnissen und massenhaft gekauften Ad-Platzierungen.
Ich finde, dass das so pauschal, wie es Google darstellt, gar nicht ist. Ich fühle mich mündig genug, meine Hotels aufgrund von weitgefächerten Angeboten und Mithilfe einzelner Vermittler selbst herauszusuchen. Die Google-Suche hat mir dabei nie etwas geholfen.
Das Gleiche gilt für die Angebote zum Kauf von Produkten. Wer mehr zahlt, ist weiter oben und damit scheinbar besser? Da vertraue ich lieber auf Vergleichsportale. Die Qualität der unterstützten Google-Suche ist zumindest fragwürdig und nicht nachvollziehbar.
ganz genau!
Während du suchst sind andere schon weiter und die KI deiner Welt spuckt es aus und bucht es gleich.
Pfff…
LaberRhabarber.
Die wollen ihre Vormachtstellung behalten, sonst nüschd.
Gibt genügend Alternativen, die vernünftige Suche liefern und wie ich feststelle fängt ein großer Teil meines Umfeldes an, über KI zu suchen.
Kennt man ja schon von Apple wenn man reguliert wird, die EU sind immer die bösen.
Jede Regelung hat nunmal auch Nachteile. Das ist völlig normal.
Passt! Heißt ja nicht, dass man Gesuchtes gar nicht mehr findet.
Was soll man sagen? EU halt…
Ich musste und muss mich seit drei Jahren mit der Implementierung der europäischen DORA-Verordnung im Bankwesen herumschlagen. Das ist alles andere als zielführend und effizient.
Wie so oft, gibt es eine gute Idee, deren gesetzliche Realisierung mangelhaft bis ungenügend ist. Und wenn dann Deutschland noch eigene, kleinteilige Interpretationen der EU-Verordnung auflegt, ist wirklich alles vorbei und kaum noch durchführbar.
Ich weiß auch nicht, die Ansinnen der EU sind natürlich nicht schlecht. Aber ich hätte einfach gerne die modernen Funktionen der Anbieter, wie bspw. Google oder vor allem auch Apple mit der neuen Siri AI. Schade, dass das nicht zusammengehen will.
Genau darauf baut Apple: sie verknappen das Angebot hier künstlich weil sie sich nicht an geltendes Monopolrecht halten wollen. Und wir sollen dann Druck auf Brüssel ausüben das wir mehr Monopol von Apple wollen.
Apple hat eine öffentliche Stellungnahme gemacht. Es geht hier um den Datenschutz. Wenn du dich mal mit der Thematik beschäftigst ist es logisch was Apple da argumentiert. EU sagt aber : Egal auf Datenschutz. jeder sollte das gleiche Recht haben. Deswegen ist Gemini von Google auch derzeit nicht zulässig und die EU macht Zeitdruck. Apple ist da cleverer und klärt erst wie man das überhaupt sinnvoll umsetzen kann ohne das der User alles offen preisgibt.
Ganz so einfach ist das aber auch nicht. Apple müsste die Systeme viel mehr öffnen. Das bedeutet neben der Aufgabe von Monopolstellungen vor allem auch einen höheren Entwicklungsaufwand. Und jede Zeile Code, jede Schnittstelle mehr ist ein mögliches Einfallstor, was die Sicherheit beeinträchtigen kann (nicht muss). Dementsprechend kann ich Apple verstehen, dass sie dann die Funktionen hier lieber nicht veröffentlichen. Würde ich genauso machen.
Ah na klar, jetzt ist die EU Schuld und alle müssen ja darunter leiden das Google seine Profitgier reduzieren muss. Das es Möglichkeiten für andere Akteure bieten erwähnen wir natürlich nicht.
Dass es objektiv nicht das ist was ein User erwarten dürfte doch klar sein? Im Artikel steht auch das User sich ärgern über die Verschlechterung.
Also ich nutze seit knapp 2 Jahren überwiegend kagi und selten mal duckduckgo und vermisse gar nichts.
Ist mir egal was Google macht
Vielleicht springt ihr ja auch auf den Zug auf
Für europäische Nutzer bedeutet das vor allem, das man weniger bei Google bezahlte Inhalte anklickt.
Und schlechtere Ergebnisse. Siehe Artikel.
Sie haben es ja auch vorher mit Absicht gemacht, um mehr Anfragen zu bekommen
Diese EU-Möchtegern-Exxperten gehen mir langsam auf den Senkel. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, habe iwie das Gefühl, dass vieles eher verschlimmbessert als verbessert wurde.
Versteht mich nicht falsch: Natürlich ist es richtig und wichtig, wenn Konzerne wie Google & Co mögliche Monopole kontrolliert werden. Aber mal Hand aufs Herz: Wo genau soll für uns Nutzer in diesem Fall der konkrete Vorteil liegen?
Bisher konnte ich bei Google oft direkt die Informationen sehen, die ich gesucht habe. Jetzt sollen wegen der Vorgaben mehr Vergleichsportale dazwischen gesschaltet werden und direkte Informationen teilweise verschwinden ?! ist das die Vorgabe? Das bedeutet für mich vor allem mehr Klicks und mehr Umwege.
Was mich zusätzlich irritiert ist, dass einerseitss ständig betont wird, alles müsse im Sinne der Nutzer optimiert werden. Insbesondere der Schutz von persönlichen Daten (finde ich Topp!). Aber Andererseits liest man regelmäßig von neuen EU-Anfragen an Apple, Google und wie sie alle heißen , um immer mehr Auskünfte zu verlangen (ifun-Bericht von letzter Woche). Da frage ich mich schon, ob man wirklich immer nur die Interessen der Nutzer im Blick hat. Wohl kaum!
Am Ende wünsche ich mir eine einfache Regel, die auch nicht kompliziert ist: Regulierung ja, aber bitte mit gesundem Menschenverstand. Wenn eine Maßnahme wie sowas hier dazu führt, dass ein Dienst für die Nutzer schlechter wird als vorher, sollte man vielleicht noch einmal prüfen, ob man wirklich die richtige Lösung gefunden hat. Man kann ja auch den Wettbewerb fördern, ohne den Alltag der Anwendr unötig komplizierter zu machen.
Das ist halt das Problem. Die EU opfert andere Dinge wie Datenschutz um ein gleichberechtigten Wettbewerb zu schaffen. Bin auch gespannt nachdem die EU Zeitdruck macht ob Gemini wieder verschwinden wird. Bisher gibt es keine Lösung. Apple war da ja auch cleverer und hält sich noch zurück.