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Aufgepasst bei den Spezifikationen

USB-C am MacBook Pro: Lange Ladezeiten durch falsches Kabel

18 Kommentare 18

USB-C ist nicht USB-C. Diesen Schluss haben wir schon oft genug mit Blick auf die unterschiedlichen Versionen und Spezifikationen des Standards gezogen. Weitgehend bekannt ist auch die Tatsache, dass USB-C-Ladegeräte unterschiedliche Leistung liefern, doch wer kommt schon auf die Idee, dass es selbst bei den Ladekabeln gravierende Unterschiede gibt?

Apple Usb C Netzteil 87 Watt Mit Kabel

Über USB-C können Geräte mit bis zu 100 Watt geladen werden. Mit dem Netzteil für das neue MacBook Pro 16-Zoll stößt Apple beinahe an diese Grenze. Mit 96 Watt ist das mit dem Notebook gelieferte Netzteil das leistungsfähigste unter den Notebook-Netzteilen von Apple. Für das bisherige MacBook Pro 15-Zoll sind 87 Watt vorgesehen, dem MacBook Pro 13-Zoll liegt ein 61-Watt-Netzteil bei, beim MacBook Air ist ein Adapter mit 30 Watt und beim einfachen MacBook ein Ladegerät mit 29 Watt Leistung im Karton.

Niedrigere Wattzahlen: Okay aber langsam

Grundsätzlich können alle Apple-Notebooks auch mit niedrigeren Wattzahlen geladen werden, allerdings dann eben langsamer. Im Extremfall ist allerdings beispielsweise das 29-Watt-Netzteil gerade mal so dazu in der Lage, ein aktiv genutztes „großes“ MacBook Pro mit dem für den Betrieb notwendigen Strom zu versorgen. Der Akku wird dann nur geladen, wenn das Notebook nicht oder nur sehr dezent genutzt wird. Umgekehrt sollte jedes Apple-Notebook bzw. Ladegerät mit den nötigen Mechanismen ausgestattet sein, eine Beschädigung durch zu hohe Wattzahlen zu vermeiden. Wir empfehlen hier dennoch, die vorgesehenen Werte einzuhalten.

USB-C-Kabel als Ladebremse

Was kaum bekannt ist: Mit einem falschen USB-C-Kabel laden die Geräte möglicherweise trotz passendem Netzteil zu langsam. Selbst bei den Kabeln von Apple gibt es hier gravierende Unterschiede. Wenn ihr beispielsweise ein mit einem 29- oder 30-Watt-Netzteil geliefertes Kabel mit dem Ladegerät eines großen MacBook Pro verwendet, wird der Akku höchstwahrscheinlich langsamer als mit dem Originalkabel geladen.

Apple Usb C Kabel Welche Wattzahl

Apple verweist hier auf den auf den Kabeln aufgedruckten Zahlencode: Wenn die ersten drei Zeichen der Seriennummer C4M oder FL4 lauten, ist das Kabel für 29-W- oder 30-W-USB-C-Netzteile von Apple bestimmt. Lauten die ersten drei Zeichen DLC, CTC, FTL oder G0J, so kann das Kabel mit einem USB-C-Netzteil beliebiger Leistung verwendet werden.

Und wie verhält es sich mit den Kabeln externer Anbieter? Hier bleibt euch wohl nichts anderes übrig, als euch auf die Angaben der Hersteller oder Verkäufer zu verlassen.

Die komplexen Spezifikationen wirken sich auch auf das schnelle Laden von iOS-Geräten aus. Hier bremst allerdings weniger die Leistung der Kabel, sondern deren grundsätzliche Kompatibilität mit Blick auf die Einhaltung des Power-Delivery-Standards.

Donnerstag, 28. Nov 2019, 8:49 Uhr — Chris
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  • Diese Beobachtung habe ich auch gemacht aber das langsamere Laden hat mich nicht sonderlich gestört.
    Kritisch finde ich, wenn es bei zu hoher Wärmeentwicklung dazu kommt, dass der Stecker sich „auflöst“ bzw. die Dichtungsmasse porrös wird. – Es wird so oft Wert auf die Widerstandsfähigkeit der Leitung gelegt und dann ist das schwächste Glied ein mies zusammengefügter Stecker.

  • Jetzt muss ich doch mal was los werden.

    Wenn man ein zu großes Netzteil verwendet wird kann technisch nichts kaputt gehen und da sind auch keine Mechanismen verbaut die irgendwas begrenzen damit nichts kaputt geht.

    Ein Gerät zieht nur so viel Strom wie es verbraucht. Wenn das 15″ voll geladen ist braucht es dann im standby auch keine 100watt und geht nicht kaputt.

    Evtl versteht ihr die Analogie:
    Wenn ihr den Wasserhahn nur halb auf dreht kommt auch nur die Hälfte raus ohne dass der Wasserhahn kaputt geht.

    Gern geschehen.

    (An die Elektrotechniker: ja billige Schaltnetzteile zicken bei zu wenig Last aber dass is bei den original Ladegerät nicht der Fall)

  • Es gäbe eine ganz einfache Lösung, auf die wir aber bis in aller Ewigkeit warten dürfen!

    Es bräuchte ja nur die aktuelle Ladewattzahl irgendwo angezeigt werden. So könnte jeder kontrollieren, ob das Netzteil oder Kabel richtig sind.

    Ach ne… da könnte ja dann raus kommen, das günstiges Zubehör das gleiche liefern, wie das total teure Apple Zubehör. ;-)

    • Jupp, das wäre schön. Aktuell sehe ic hda zwei Möglichkeiten:
      1) du könntest dir an deine Steckdose ein Überwachungsgerät hängen, das anzeigt, wieviel Watt da gerade gezogen werden. Siehe diverse hier: https://www.amazon.de/Wattmeter-Steckdose/s?k=Wattmeter+Steckdose
      2) Mit Hilfe von iStat Menus in Kombination mit dem „Intel Power Gadget“ kannst du dir anzeigen lassen, wieviel Watt dein Mac gerade vom Netzteil zieht. Hab ich laufen und finde die Angaben da durchaus spannend.
      Damit konnte ich auch herausbekommen, dass zumindest mein BMP ein sehr merkwürdiges Verhalten zeigt: wenn ich das an einem schwachen Netzteil hängen habe (hier: 30W), dann läd das MBP langsam. Passt ja. Aber: das tut es nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das MBP mal einen Moment mehr Leistung zieht, als das Netzteil liefert (hier also >30W). Das ist an sich kein Problem, denn der Akku verfügt ja über mehr Leistung. Merkwürdiger Weise wird dann aber das Laden abgebrochen und fängt nicht wieder von alleine an, sobald die Last wieder geringer ist. Erst ein erneutes Anstecken des Ladekabels hilft. Hab nie weiter geforscht, ob das ein generelles Problem ist oder nur mein MBP dieses Verhalten zeigt.

    • Gibt es als Drittanbieter-Tool:
      Coconut Battery

    • Man könnte zum Beispiel in die Systeminfo schauen. Da wird unter „Stromversorgung“ ziemlich genau genannt, welche Leistung potentiell geliefert werden kann. Abhängig von Netzteil oder verwendetem Kabel. Aber man kann natürlich auch einfach mal sinnlos drauf lospöbeln.

    • Gummihahn, ich möchte nicht in alle (ohne das r) Ewigkeit warten, bis Du gemerkt haben wirst, daß es die von Dir geforderte einfache Lösung bereits gibt. Deshalb sei sie Dir hier verraten: SATECHI USB C-Ladeanzeige (zu kaufen z. B. im Blöd-Markt, oder im Saturn), welche zwischen USB C-Ladekabel und Gerät geschaltet wird (mit USB C), und Dir dabei neben der Laderichtung kontinuierlich die Volt-, mAh- und Amperezahl des Ladestroms auf dem kleinen eingebauten Display digital anzeigt.

      Dieses kleine Gerät verwende ich zusammen mit meinem 30 Watt-Apple NT und meinem iPad Pro 2018, und bin sehr zufrieden.

  • Irgendwie sind die Speaker ein ätzender Staubsammler.

  • Geldmaschine Kabel. Ihr seit spitze Apple.

  • Mein USB Ladekabel von Apple hat keinen aufgedruckten Code. Das Kabel war Lieferumfang eines neuen MacBook Air von 2018 enthalten. Hat Apple hier ein USB-C Third-Party Kabel beigelegt oder gibt es den aufgedruckten Code erst seit kurzem?

  • Das Haus der Verwirrung..

    Passend zu „USB Zubehör funktioniert nicht“ ist festzustellen das USB-C nicht unbedingt USB-C ist, auch wenn der Stecker passt ist oft die gewünschte Funktion gar nicht gegeben. Der böse Deckmantel „Spezifikation“ deckt inzwischen 6 Verbindungen ab die aber nicht unbedingt das tun was gewünscht ist.

    So gibt es da:

    – USB 2.0 mit (480 Mb/s) 3 Amp
    – USB 2.0 mit (480 Mb/s) 5 Amp
    – USB 3.2 Gen 1 (10 Gb/s) mit 3 Amp
    – USB 3.2 Gen 1 (10 Gb/s) mit 5 Amp
    – USB 3.2 Gen 2 (20 Gb/s) mit 3 Amp
    – USB 3.2 Gen 2 (20 Gb/s) mit 5 Amp

    Die beiden ersten Kabel funktionieren zumeist nur als Ladekabel. Bei den USB-3.2 Kabeln handelt es sich dagegen um Verbindungskabel mit 10 belegten Adern. Die werden dann in neu denglisch „Full-Featured“ USB-C-Kabel genannt. Nur diese Kabel bieten höhere Übertragungsraten und sind auch für den Anschluss von Displays geeignet und dem kleinen Unterschied 3 oder 5 Ampere.

    Wenn Nutzer solche Kabel irgend wo kaufen steht davon meistens absolut nichts in den Beschreibungen oder das was da steht ist ganz einfach falsch. Zur perfektion der Verwirrung existieren auch noch gleich drei verschiedene USB-Logos. Der Kauf für z.B einen Display-Anschluss klappt aber wenn man sich das „SuperSpeed“ Logo hält.

    Zumindest macht Apple es auch nicht viel anders, nur mit Zahlencodes und halt etwas teuerer .. :)

  • Wenn ich das lese, bekomme ich Zahnschmerzen und gerollte Fußnägel … das heißt NICHT Wattzahl!
    Strom * Spannung = Watt
    Und Watt ist die elektrische Leistung!
    Wenn ein Netzteil eure Wattzahl hat, dann hat es die elektrische Leistung in Watt.

  • „Beschädigungen durch zu hohe Wattzahlen“? :-) :-) :-)

    Geht Eure 5 Watt – Glühlampe etwa kaputt, weil die 230 V – Haushaltssteckdose, in die sie eingestöpselt ist, mehr als 2000 Watt liefern *kann* ?

    Nein – die Glühbirne nimmt sich nur „ihren“ Strom, und nicht mehr. Und so macht es auch der Mac, oder das iPhone.

    Elektrotechnik ist *eigentlich* gar nicht so schwer zu verstehen, die Grundlagen werden doch sogar schon an der Grundschule unterrichtet …

    Aber um auch was Konstruktives beizusteuern: das MacBook Pro 13″ meiner Frau lädt über ein Amazon- USB-C Kabel sowohl am iPad-Netzteil (20W) als auch am USB-Anschluss der IKEA-Lampe. Das Laden dauert natürlich entsprechend lange, aber wenn Zeit ohnehin keine Rolle spielt ist es auf jeden Fall akkuschonend.

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