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Apples Siri-Team erinnert sich

Unfertig und zu früh ausgerollt: HomePod sollte ohne Siri starten

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Das Abo-Magazin „The Information“ hat ein ausführliches Stück zur Geschichte der mit dem iPhone 4s eingeführten Sprachassistentin Siri veröffentlicht und berichtet unter Berufung auf ehemalige Projekt-Mitglieder über unzählige Hürden, mit denen Siri nicht nur 2011, sondern auch heute noch zu kämpfen hat.

Homepod Siri Header

Der lesenswerter Artikel (Achtung, die Bezahl-Schranke verlangt $39 pro Monat) zeichnet das Bild einer unfertigen und vor allem deutlich zu früh ausgerollten Funktion.

Gestartet als Marketing-Feature des iPhone 4s

They didn’t have a big picture.

Während sich die Marketingabteilung Apples sicher war, dem iPhone 4s – ein Gerät, das sich von seinem Vorgänger äußerlich überhaupt nicht unterschied – mit der Dreigabe der intelligenten Spracherkennung ordentlich unter die Arme greifen zu können, versuchten die Entwickler im Hintergrund die Notbremse zu ziehen.

Die technische Basis, so der Tenor unter den damals aktiven Ingenieuren, sei noch nicht reif für den massenhaften Einsatz der Sprachassistentin; Siri selbst noch nicht performant und praktisch genug, um die blumigen Versprechen Apples einzulösen.

Ein Gerangel, dass sich in ähnlicher Form auch durch die folgenden Jahren fortsetzen sollte.

Forstall kümmerte sich um die Karten-Abteilung

Schon kurz nach dem Tod des Apple-Gründers Steve Jobs, der nur einen Tag nach der Präsentation des iPhone 4s an einem Krebsleiden verstarb, soll es dem Siri-Team nicht nur an Visionen, sondern auch Führungspersönlichkeiten gemangelt haben.

Zwar kümmerte sich Apples Scott Forstall damals noch um den Ausbau der Sprachassistentin, wurde seinerseits jedoch im Karten-Team Cupertinos benötigt, das bereits im kommenden Jahr ähnlich holprig starten sollte.

Der von Forstall installierte Nachfolger, Richard Williamson, soll sich dann dafür entschieden haben, Siri nicht kontinuierlich um neue Funktion zu ergänzen, sondern zusätzliche Feature nur im Jahres-Rhythmus bereitzustellen. Eine Entscheidung, die viele der damaligen Teammitglieder verärgerte. Ein Angestellter erinnert sich:

“When Steve died the day after Siri launched, they lost the vision. They didn’t have a big picture.”

Und selbst Williamson bezeichnet die Anstrengungen Apples rückblickend als dieser desaströs:

After launch, Siri was a disaster. It was slow, when it worked at all. The software was riddled with serious bugs. Those problems lie entirely with the original Siri team, certainly not me.

Zwar sei es dem Team gelungen, das technische Fundament der Sprach-Assistentin über die Jahre hinweg deutlich zu verbessern – einige Kernaufgaben Siris, die anfangs noch 500 Server benötigten, werden inzwischen von fünf Servern verwaltet – Siri selbst erhielt jedoch auch anschließend nicht die Aufmerksamkeit, die für einen konkurrenzfähigen Ausbau dringend benötigt würden.

Dies unterstreicht auch eine Erinnerung zweier Mitarbeiter des ursprünglichen Siri-Teams. Diese geben an, in Apples HomePod Projekt erst 2015 eingeweiht worden zu sein, nachdem im Jahr zuvor der intelligente Amazon Lautsprecher und mit ihm die konkurrieren Assistentin Alexa starte.

Apples eigentlicher Plan für den HomePod-Lautsprecher war eine reine Audio-Lösung, die auf die Integration der Sprach-Assistentin Siri vollständig verzichten sollte.

Among all these challenges, former Siri members noted that while Apple has tried to remake itself as a services company, its core is still product design.

Mittwoch, 14. Mrz 2018, 17:32 Uhr — Nicolas
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  • Der HomePod nur ein weitere AirPlay Lautsprecher von vielen? Ist das jetzt die Ausrede warum Siri Kake ist? Gerade der Sprachassistent macht doch die Geräte erst richtig attraktiv. Siri ist in iOS bereits 7 Jahre implementiert und machte seit dem nur sehr kleine Fortschritte. Wenn man dann sieht was sich bei Alexa alles tut sollte Apple eigentlich schwindelig werden, so viel Gas gibt Amazon. Was da in einem Jahr auf die Beine gestellt wurde, seit ich meine Echos habe, ist schon beeindruckend, wenn man das im Vergleich sieht. Amazon hat anscheinend bessere Leute als Apple. Hätte Amazon einen richtig gut klingenden Echo im Angebot würde es sehr eng werden für den HomePod. So hat er noch irgendwie seine Daseinsberechtigung. Apple sollte schleunigst richtig Gas geben und aus dem Dornröschenschlaf erwachen sonnst braucht den HomePod niemand mehr.

  • @Lackiem
    Sonos One hat aber schlechte Mikros.
    Ich finde aber der Echo Plus klingt gar nicht so schlecht. Ich bin damit sehr zufrieden. Denke für Apple ist die ganze Sache zu spät. Die Konkurrenz kriegen sie nie eingeholt. Die, die den HomePod sich zulegen werden sind einzig die Hardcore Apple User. Der Grund, der HomePod ist viel zu teuer, Siri ist im Gegensatz zu Konkurrenz viel zu schwach und der Echo ist schon in unzähligen Haushalten verbreitet. Ich persönlich besitze viel von Apple, trotzdem habe ich mittlerweile 7 Echos zuhause. Tendenz steigend. Für ein HomePod ist viel zu spät…

  • So gut funktioniert Alexa auch wieder nicht. Wenn man mal etwas mehr als nur den Timer stellen möchte oder das Licht an/aus schalten tut sie sich beim verstehen der Wörter schwer (und nein ich spreche keinen starken Dialekt). Und seitdem sich Alexa in letzter Zeit immer öfter angesprochen gefühlt hat und eine Unterhaltung zwischen Menschen mit: „ich weiß nicht ob ich das Richtig verstanden habe“ unterbrochen hat habe ich sie endgültig vom Strom abgeklemmt. Der Gang zum Lichtschalter kostet wenigstens auch ein paar Kalorien.

    • „…Timer stellen möchte oder das Licht an/aus schalten…“ -> damit kann Alexa schon mehr als Siri xD

      Finde es fast peinlich, wie es Apple nicht schafft mit all den $$$ und den Kompetenzen einen vernünftigen Sprachassistenten zu entwickeln…

  • Bestätigt nur die Annahme, dass Apple den gesamten Speaker-Markt versäumt hat. Apple fehlt es einfach an Visionen. Tims Quaselei was die Pipeline angeht ist nur bla bla bla. Fakt ist doch, dass Apple mit dem iPhone dasselbe passiert wäre. Erst die Entwickler haben mit ihren Apps dem Ding Leben eingehaucht. Wenn ich mir nur vorstelle, dass es keine App-Store geben würde, müssten wir mit der Notizen-App zeichnen, schreiben etc. Das wäre ein graus. Die Foto-App verglichen mit den Dritt-Apps…eine Armutszeugnis. Apple soll das Ding öffnen und die Community machen lassen. Bitte.

    • Viele Funktionen in iOS oder den Apple eigenen Apps sind ja erst durch Ideen dritter entstanden. Apple hat es sich da sehr gemütlich gemacht. Frei nach dem Motto „lassen wir mal die Welt für unser OS entwickeln und wenn was gutes dabei ist, kopieren wir es und integrieren es in unser System…“

      Apple ist seit Tim nur noch ein (Geld)Verwaltungs- und Ideenkopier-Apparat :(
      Trends werden verschlafen und dann von hinten mehr schlecht als recht aufgerollt. Und das nennt sich dann in Apple-Jargon „Innovation“ xD

  • super artikel :) … sehr interessant

  • Ein weiterer Beweis dass mit Steve auch die Visionen gingen. Dieser Fail mit Siri und die aktuell erbärmliche Hardware unterstreicht es noch zusätzlich!

  • @Chris,
    genau das meine ich auch. Ich weiss gar nicht was ich mit 7 Alexas zu Hause soll… ich habe eine Familie :)

    @Ardiano,
    bitte nicht öffnen. Ich möchte weiterhin ein sicheres System haben. Es ist doch gut, dass es 3-Apps gibt die sich richtig zeigen dürfen und der Hersteller da nicht mitspielt. Soll Apple alles allein programmieren?
    Wohl nicht.

  • > Williamson bezeichnet die Anstrengungen Apples rückblickend als _dieser_ desaströs

    Typo.

  • „Der lesenswerter Artikel“ … „und mit ihm die konkurrieren Assistentin Alexa starte.“

    Habt ihr den Artikel Siri diktiert? ;)

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