Viel NAS fürs Geld
UGREEN NASync DXP4800 GT ausprobiert: NAS statt nur iCloud
Mit dem NASync DXP4800 GT bietet UGREEN ein Netzwerkspeicher-System an, das deutlich mehr sein will als nur eine Festplatte im Heimnetz. Das Gerät eignet sich als private Cloud, zentraler Backup-Speicher, Medienserver und Datenablage für mehrere Nutzer. Für uns macht es aber ein Feature besonders spannend.
Das UGREEN NASync DXP4800 GT ist ein 4-Bay-NAS ohne vorinstallierte Festplatten. Im Inneren arbeitet ein AMD Ryzen Embedded R2514, dazu kommen 8 GB DDR4-RAM, der sich auf bis zu 64 GB erweitern lässt. Vier SATA-Schächte nehmen Festplatten oder SSDs auf, zusätzlich gibt es zwei M.2-Steckplätze. Unterstützt werden unter anderem RAID 0, 1, 5, 6 und 10.
Der NASync DXP4800 GT hat eine echte Anschlussvielfalt an Bord.
Schon die Anschlussausstattung macht deutlich, dass UGREEN nicht nur einfache Dateiablage im Blick hat. Auf der Rückseite sitzen zwei 10-GbE-Anschlüsse, dazu kommen USB-Ports und ein HDMI-Ausgang. Auf der Vorderseite gibt es weitere Anschlüsse und einen SD-Kartenleser. Gerade wer viel mit Fotos, Videos oder großen Projektdaten arbeitet, bekommt damit deutlich mehr Spielraum als bei einem einfachen USB-Laufwerk am Router – und sichert gleichzeitig schneller die eigenen Daten.
Aufgebaut und eingerichtet
Der eigentliche Aufbau ist angenehm unkompliziert. Die vier Festplatteneinschübe sitzen sauber in der Front und lassen sich mit dem mitgelieferten kleinen Werkzeug lösen. Wird es in die Öffnung gesteckt, springt der jeweilige Einschub ein Stück heraus und kann anschließend herausgezogen werden. 3,5-Zoll-Festplatten werden werkzeuglos eingesetzt: einlegen, einrasten lassen und den Einschub wieder ins Gehäuse schieben. Für kleinere 2,5-Zoll-Laufwerke legt UGREEN entsprechendes Montagematerial bei.
Insgesamt unterstützt das NAS eine maximale Kapazität von bis zu 144 TB. Pro Festplatte sind dabei bis zu 32 TB möglich. Ergänzt werden die vier Laufwerksschächte durch zwei M.2-NVMe-Steckplätze auf der Unterseite. Diese lassen sich für schnellen Zusatzspeicher oder je nach Einrichtung auch als Cache nutzen. Gerade wer große Foto- und Videobibliotheken verwalten oder mit vielen kleinen Dateien arbeiten möchte, wird dadurch etwas schneller.
Das kleine Werkzeug löst die Klappe und man kann den Einschub einfach herausziehen.
Nach dem Einbau der Laufwerke folgt die Einrichtung über Browser oder App. Dabei werden das NAS im Netzwerk gefunden, ein Administratorkonto angelegt und die gewünschten Speicherpools beziehungsweise RAID-Optionen eingerichtet. Das ist grundsätzlich gut geführt, setzt aber trotzdem etwas Verständnis voraus. Wer zum ersten Mal ein NAS nutzt, sollte sich für die Auswahl von RAID, Freigaben und Benutzerrechten etwas Zeit nehmen, statt einfach nur durch die Einrichtung zu klicken. Glücklicherweise erklärt die App vor allem die verschiedenen RAID-Möglichkeiten sehr gut.
Viel Leistung, wenn das Netzwerk mitspielt
Im Alltag fühlt sich das DXP4800 GT angenehm schnell an. Dateien lassen sich flott übertragen, mehrere Geräte können parallel darauf zugreifen und auch größere Medienbibliotheken bringen das System nicht sofort ins Schwitzen. Wer allerdings das volle Tempo der 10-GbE-Anschlüsse nutzen möchte, braucht auch den passenden Unterbau: Router, Switch, Kabel und am besten auch einen Mac oder PC mit der schneller Netzwerkschnittstelle.
In vielen Haushalten wird das NAS daher zunächst nur so schnell sein wie das vorhandene Netzwerk. Das ist kein Nachteil des Geräts, sollte aber vor dem Kauf klar sein. Wer ohnehin nur per WLAN zugreift oder einen einfachen Gigabit-Switch nutzt, profitiert zwar weiterhin von der zentralen Ablage, schöpft die Hardware aber nicht aus.
Über einen integrierten App Store lassen sich weitere Anwendungen installieren.
UGREENs Betriebssystem UGOS Pro hat uns positiv überrascht. Die Oberfläche wirkt moderner und zugänglicher, als man es von manchem klassischen NAS kennt. Freigaben, Nutzer, Apps, Medienfunktionen und Sicherungen lassen sich vergleichsweise übersichtlich einrichten. Ganz so ausgereift wie die Software-Plattform von Synology wirkt UGOS Pro noch nicht, für viele typische Aufgaben ist das System inzwischen aber gut nutzbar.
iPhone-Fotos zusätzlich zur iCloud sichernFür iPhone-Nutzer bietet die UGREEN-NAS-App ein besonders cooles Feature. Über sie lassen sich Fotos und Videos vom iPhone auf das eigene NAS sichern. Das ersetzt iCloud nicht vollständig, kann aber eine sinnvolle zusätzliche Sicherung sein. Wer viele Bilder macht, Familienfotos sammelt oder seine Medien nicht ausschließlich bei einem Cloud-Anbieter liegen haben möchte, schafft sich damit eine private Ablage im eigenen Netzwerk.
Der Vorteil liegt weniger darin, dass alles automatisch so nahtlos funktioniert wie bei Apple. iCloud bleibt bequemer und tiefer ins System integriert. Ein eigenes NAS gibt dafür mehr Kontrolle über Speicherplatz, Nutzerrechte und Datenablage. Gerade bei großen Foto- und Videobibliotheken kann das auf Dauer eine gute Alternative sein.
Auch als Medienserver macht das UGREEN-NAS eine gute Figur. Wer Plex, Infuse oder eine eigene Videobibliothek nutzt, bekommt genug Leistung für mehrere Streams und auch für 4K-Material. Dazu kommen Docker-Unterstützung, Backup-Funktionen, Dateifreigaben und ein Surveillance Center für Netzwerkkameras. Letzteres kann Kameras lokal aufzeichnen, ist aber kein Ersatz für HomeKit Secure Video.
Apropos Backups: Mit etwas Einstellungssache und einer entsprechenden Anleitung kann man das NAS auch verwenden, um automatische Time-Machine-Backups vom eigenen Mac anfertigen zu lassen. Ganz einfach ist das allerdings nicht, aber wenn es einmal funktioniert, läuft es reibungslos.
In der App kann man auch Zeiten festlegen, wann die Aufnahmen gesichert werden sollen.
Ein NAS bleibt ein NAS
So zugänglich das System inzwischen ist: Ein NAS bleibt ein Gerät, um das man sich kümmern muss. Genau das zeigt auch unser größter Ärger im Test. Nach einem Update war das DXP4800 GT ausgeschaltet. Weil wir die Funktion zur Ferneinschaltung vorher nicht eingerichtet hatten, war unterwegs eine Woche lang kein Zugriff auf die eigenen Daten möglich.
Das ist kein Drama, wenn man zu Hause sitzt. Auf Reisen merkt man aber sehr schnell, wie abhängig man von so einem Speicher werden kann. Deshalb sollte man sich nach der Ersteinrichtung unbedingt die Energieoptionen, Update-Einstellungen und Möglichkeiten zur Ferneinschaltung ansehen. Wer von unterwegs auf seine Daten zugreifen will, sollte den Fernzugriff außerdem einmal bewusst testen, bevor es darauf ankommt.
Ähnliches gilt für Backups. Ein NAS ist nicht automatisch eine vollständige Backup-Strategie. Wer wichtige Daten darauf ablegt, sollte zusätzlich über RAID, externe Sicherungen oder ein weiteres Backup nachdenken. Mehr Kontrolle bedeutet eben auch mehr Verantwortung. Festplatten können ausfallen, Einstellungen können falsch gesetzt sein und auch ein NAS sollte nicht der einzige Ort sein, an dem wichtige Daten liegen.
Nicht für jeden, aber vielseitig
Das UGREEN NASync DXP4800 GT ist sicher kein Gerät für jeden Haushalt. Wer nur gelegentlich ein paar Dokumente sichert oder seine iPhone-Fotos bequem synchronisieren möchte, fährt mit iCloud, einer externen SSD oder einem kleineren NAS einfacher. Wer aber viele Daten sammelt, Videos bearbeitet, Backups zentralisieren möchte oder eine private Medienbibliothek aufbauen will, bekommt hier ein starkes und vielseitiges System.
Uns hat vor allem die Mischung aus Hardware, Anschlüssen und App-Anbindung überzeugt. Das NAS wirkt leistungsfähig, bleibt im Alltag gut bedienbar und eröffnet viele Möglichkeiten, sobald man sich etwas damit beschäftigt. Man sollte nur vorher wissen, worauf man sich einlässt: Es ist keine Apple-Time-Capsule-Neuauflage zum Hinstellen und Vergessen, sondern eher eine private Cloud mit Lernkurve.
Wer diese Lernkurve akzeptiert, bekommt mit dem DXP4800 GT ein sehr spannendes NAS für Mac, iPhone, iPad und den Rest des Haushalts.





Glaube bei den aktuellen Festplattenpreise wartet jeder mit dem Kauf einer solchen Anschaffung, der das nicht unbedingt braucht
Danke, interessant wäre ein Vergleich mit der Plus und Pro Variante.
https://youtu.be/hp4DeHq0aRs?si=8cIJrRHs0-sUwt0c
Hier werden die technischen Unterschiede mit erklärt.
Mir geht es um einen Vergleich, die technischen Unterschiede auf dem Papier sind klar.
Es gibt keine – beides sind NAS
Genau, jedes NAS ist gleich. In Handhabung, Konfigurationsfähigkeit, technischen Daten, Garantie und Software.
Experte, was?
Wie schaut es bei der Fotoablage aus? Bleibt es bei der Originalquali?
Mit einer Nextcloud könntest du so etwas einstellen.
Was hat das mit dem NAS zu tun?
Abgesehen davon:
Mir ist kein NAS bekannt, das nur „eine Festplatte im Heimnetz“ ist.
Der Artikel liest sich, als habe das Gerät von Ugreen Alleinstellungsmerkmale, das betrifft u. a. auch die Anschlüsse.
So hat der Artikel schon ein Geschmäckle.
UNAS zum Beispiel.
Mir ist kein NAS bekannt, das nur „eine Festplatte im Heimnetz“.
Der Artikel liest sich, als habe das Gerät von Ugreen Alleinstellungsmerkmale, das betrifft u. a. auch die Anschlüsse.
So hat der Artikel schon ein Geschmäckle.
So so Geschmäckle also? Welches jetzt genau?
Let’s call it „Werbung“.
Ist das nicht bei vielen Artikeln so, egal auf welcher Nachrichtenseite zu Mac usw.? Also, nicht unbedingt „bezahlte“ Werbung, aber es wird über Produkt X berichtet. Alleine das ist schon Werbung.
Amazon, Anker, Ugreen… früher Synology.
Einfach DDR4 ram bei den normalen Versionen ddr 5
dafür ist ECC Ram möglich, sollte man Anmerken
Ein guter Artikel zu einer NAS von Ugreen und endlich ein echter Konkurrent zu Synology was den Heimanwender Bereich bet. Belebt das Geschäft. Prima.
QNAP ist dir bekannt?
Ich verstehe nicht warum Ugreen so sehr und viel in den Himmel gelobt wird.
– Ja die Hardware ist klasse und andere Hersteller sollten sich eine Scheibe abschneiden.
Folgende Punkte sind für mich jedoch ein NoGo und lassen mich bei Synology bleiben:
– Laufwerksverschlüsselung (gegen Auslesen oder Diebstahl)
– SHR (RAID Alternative mit unterschiedlichen Festplatten)
– Active Backup for Business (Backup Software für Clients, Server ähnlich wie Time Maschine)
– Hyper Backup (Backup von einer NAS zu einer anderen)
Dies sind zumindest aus meiner Sicht die Argumente die für eine Synology und gegen eine Ugreen sprechen. Klar die Hardware könnte aktueller sein jedoch sind die Features die, welchen den Unterschied machen.
Am Ende hat jeder andere Anforderungen und Vorlieben – nicht jeder braucht alle Features. Für viele ist die Ugreen NAS aber gerade wegen der modernen Hardware, der guten Leistung und dem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis spannend.
Klar, du hast schon Recht, aber hier wird auch viel über Synology berichtet.
Ich bin vor längerem von Qnap Synology umgestiegen, habe es nicht direkt bereut, aber für mich persönlich war es das bessere System.
Jeder muss sich, genauso wie bei allem, sein eigenes Bild machen.
Ugreen will in letzter Zeit halt bei NAS ganz oben mitspielen und entwickelt viel, daher auch viele Berichte.
Also iFun, weiter so, Berichte die mich nicht interessieren, überspringe ich.
Einfach ein anderes Betriebssystem installieren.
ZimaOS zum Beispiel. Gut und einfach.
Oder TrueNas, Openmediavault oder Proxmox.
Die Auswahl ist groß und es funktioniert alles.
Bei Synology und Co. Geht das nicht. Aber das ist auch ein anderer Markt muss man fairerweise sagen.
Backup von Clients und Server mache ich mit dem kostenlosen URBACKUP.
Das reicht mir meine Belange und bietet genug Möglichkeiten (das UI ist Geschmackssache- für mich ist die Web-UI aber vollkommen ok!
Jemand ne Meinung zu DXP2800?
Hab noch Synology DS220+ und möchte wechseln.
Bin von einer Syno 214+ auf die DXP2800 mit 2x 12TB und 1TB nvme gewechselt.
Allerdings habe ich wegen der x86-Plattform Unraid drauf laufen und das funktioniert 1A.
Hab den Umstieg nicht bereut.
Kann ich auch sehr empfehlen.
Warum immer noch (soviel) USB-A und nicht USB-C ?
In diesem Zusammenhang wollte ich mal nach den UNAS Berichten bei euch (iFun) suchen, gebe ich den letzten Buchstaben S ein, fangen die Suchen an zu springen. Ist das nur bei mir der Fall?
#MeToo
Was mich interessieren würde, ob die Fotos vom iPhone acht Metadaten und die Reihenfolge übertragen werden um dort gleich suchen zu können, wie am iPhone – das wäre für mich ein Argument es zu kaufen, weil soviel ich weiß hat es noch keiner geschafft
Wie sieht es mit dem Stromverbrauch im Vergleich zu der 4800 Plus aus?
Eventuell kann man ja iFun dadrum bitten so generelle Infos bei solchen „Test“-Berichten bereitzustellen. In den Kommentaren gibt es hier oft hilfreiche / Berechtigte Rückfragen, die man eventuell generell betrachten und Berücksichtigen könnte. Mal so als Konstruktive Kritik. ;-)
+1 :)
+1000
Ja! Macht aus dieser Kritik was!
Kann mir jemand sagen welche Docker-Version auf der NAS läuft und ob es diesbezüglich irgendwelche Einschränkungen gibt?
Sind die Platten hotswap-fähig?