Arbeitsplatz-Tracking
Teams weiß, wer im Büro ist: Überwachungsvorwürfe gegen Microsoft
Microsoft hat den sogenannten „Workplace Check-in“ für Teams offiziell freigegeben. Die Funktion kann automatisch erkennen, ob sich Beschäftigte im Büro befinden, und den in Teams sowie Microsoft 365 angezeigten Arbeitsort entsprechend aktualisieren. Als Signal dienen die Verbindung zu einem hinterlegten Firmen-WLAN oder bestimmte Geräte an einem Arbeitsplatz, beispielsweise ein Monitor.
Standortfreigabe soll Zusammenarbeit erleichtern
Microsoft stellt den Check-in als Komfortfunktion für hybride Teams dar. Kollegen sollen schneller erkennen können, wer im Homeoffice arbeitet und wer für persönliche Besprechungen im Büro verfügbar ist. Unternehmen können dabei hinterlegen, welche WLAN-Zugangspunkte zu welchem Gebäude gehören.
Die automatische Erkennung funktioniert derzeit ausschließlich mit der Teams-Desktop-App für Windows und macOS. Die mobilen Versionen für iPhone und iPad werden (noch?) nicht unterstützt.
Microsoft schränkt die Auswertung ein
Nach Angaben von Microsoft ist die Funktion zunächst deaktiviert und muss von der jeweiligen Organisation eingerichtet werden. Zudem benötigt Teams die Standortfreigabe des Betriebssystems. Nutzer können den automatisch gesetzten Arbeitsort manuell ändern, löschen oder die Funktion vollständig abschalten.
Eine klassische Bewegungsverfolgung soll nicht stattfinden. Administratoren erhalten weder einen Verlauf der erkannten Standorte noch ein spezielles Dashboard zur Anwesenheitskontrolle. Der aktuelle Arbeitsort wird außerdem am Ende der hinterlegten Arbeitszeit automatisch gelöscht.
Freiwilligkeit im Arbeitsverhältnis bleibt fraglich
Dennoch stößt die Funktion auf Kritik. Engadget weist darauf hin, dass eine formell freiwillige Zustimmung im Arbeitsalltag schnell unter sozialen oder beruflichen Druck geraten kann. Wer als einziges Teammitglied die Standortfreigabe verweigert, könnte sich erklären müssen oder den Eindruck erwecken, seine Anwesenheit verbergen zu wollen.
Hinzu kommt, dass Administratoren für die WLAN-Erkennung einen sogenannten Informationsmodus aktivieren können. In diesem Fall wird der Check-in für Beschäftigte grundsätzlich eingeschaltet, sofern diese nicht ausdrücklich widersprechen. Alternativ steht ein Abfragemodus zur Verfügung, bei dem die Standortfreigabe erst nach einer aktiven Zustimmung erfolgt.
Technisch ist der Workplace Check-in damit deutlich eingeschränkter als eine dauerhafte Mitarbeiterüberwachung. Problematisch bleibt jedoch, dass Teams eine bislang freiwillig gepflegte Information automatisch sichtbar macht. Ob daraus lediglich eine Planungshilfe oder doch ein indirektes Kontrollinstrument wird, hängt am Ende weniger von Microsoft als vom Umgang des jeweiligen Arbeitgebers mit der Funktion ab.



Geht gar nicht!
Orwell lässt grüßen !
Dann eben keine Homeoffice, fertig
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Homeoffice muss nicht zwangsläufig in der eigenen Wohnung stattfinden.
Begriffsglauberei: Remote Work ist kein Home Office. Ist auch von den Arbeitsrechtlichen Aspekten anderst.
Ich habe in Deutschland aufgrund der Datenschutz Vorschriften da zumindest Hoffnung das wenn es einen BR gibt nicht kommt. Aber in den USA und Co werden das die Arbeitgeber sicher ausrollen
Ein Glück, dass diesbezüglich bei uns bereits vor Monaten eine Betriebsvereinbarung getroffen wurde, dass dieses Feature nicht benutzt werden darf.
Betriebsvereinbarungen haben quasi keinen Wert. Sie können jeder Zeit vom Arbeitgeber aufgekündigt und ohne Mitsprache durch die Personalvertretung in Form einer „Policy“ einseitig bestimmt werden.
Bei uns gerade erst so passiert…
Gekündigt Betriebsvereinbarungen wirken aber nach bis man sich auf eine neue Regelung geeinigt hat.
@Pskyrunner
So allgemein stimmt dies schlicht nicht.
Hier wird aber alles über einen Kamm geschert ?! Ich würde erst mal schauen was unter erzwingbare BVen (§ 87 BetrVG) und freiwillige BVen fällt.
Und oft scheitert es am Unvermögen des PR, BR bzw. MAV.
Alles was mit Datenschutz, und darunter fällt diese Feature, zu tun hat, kann sicherlich nicht einseitig von der GL gekündigt werden. Da ist der BR mitspracheberechtigt.
Da hier gerne ein paar Mitreden und widersprechen: Ich bin selber BR…. wir haben KEINE Möglichkeit zu widersprechen. Haben auch die AK und den ÖGB mit einbezogen.
Das stimmt so nicht. Die Regelung hat so lange Bestand, bis BR und GF sich auf eine neue Regelung verständigt haben.
MS weißt Überwachungsvorwürfe zurück? Gelesen und gelacht :D
Lach mal schön. Wenn dann ist es wohl der AG, der überwacht. MS dürfte es egal sein, wo du deren Produkte nutzt. Eher der Inhalt ist von Interesse.
MS hat ist es sicher nicht egal. Das Feature interessiert Arbeitgeber und die entscheiden über den Kauf der eingesetzten Produkte.
Unabhängig davon setzen sie das selbst ganz bestimmt ein. Verkauft wird das dann als Erleichterung für den Mitarbeiter, der ja anzeigen will dass er am Firmen Campus ist und das dann nicht mehr manuell machen muss.
Die Szenarien sind ja ausbaufähig. Unterschiedliche WLAN Hotspots in der Kantine, Cafeteria oder Raucherecke …
Anhand der Netzwerkverbindung könnte der Arbeitgeber eh erkennen ob die Geräte, und damit die Mitarbeiter, vor Ort sind oder nicht.
Ein neues Kontrollinstrument sehe ich in der Team Funktion nur daher nur bedingt.
Kann er – darf er aber nicht einfach so
Wenn es in einer Betriebsvereinbarung geregelt ist darf er das.
Die Funktion ist verfügbar, aber standardmäßig im Tenant deaktiviert.
Teams ist ekelhaft… Allein auf dem Mac ein No-Go in Sachen Performance
Musst ja keinen Mac nutzen *fg*
Mit einem M-Prozessor läuft Teams 1a
Auch mit M läuft das wirklich nicht gut und nimmt enorm viel Kapazität ein
Also auf meinem MB Air M2 läuft es Tag für Tag einwandfrei und die Ressourcen reichen mehr als aus. Ich nutze da auch nur Office Anwendungen. Evtl. laufen bei Dir noch einige andere Apps im Hintergrund mit und knabbern die Performance weg…wer weiß…so platte Pauschalaussagen sind immer schwer.
Friedrich ist begeistert.
Ja ist er:)
Er arbeitet aktuell daran das jeder eine Notfallration an Antibiotika zuhause haben muss und zusätzlich soll Homeoffice Künftig an Krankschreibung Light (ohne Lohnzahlung) gekoppelt sein;)
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ein Arbeitgeber der Überwachen will ob die Leute in der Firma waren, kann doch einfach die Zugangskontrolle auswerten oder auf der Fläche nachsehen. Für alle anderen ist es doch einfach eine gute Info, zu wissen wer vor Ort ist (Kaffee, Lunch, kurz zusammensetzen).
Nur, dass nicht jeder Arbeitgeber Zugangskontrollen hat oder welche einsetzt, die auch die Zeiten loggen…
Bei uns wird bereits daran gearbeitet, diesen Status durch eine KI automatisch auszulesen und auszuwerten, wie oft man dann tatsächlich im Büro ist.
Hintergrund: Bei uns wird gerade von 60-100% Homeoffice auf ab 01.01. 20% Homeoffice umgestellt. Und das soll durch die automatische Auswertung exakt(!) ausgewertet werden.
Der kurze Freitag (wo die meisten zwischen 12 und 14 Uhr Schluss machen) zählt so nicht als voller Büro-Stau, sondern eben nur als 2-7h (je nach Dienstbeginn)
Ich im Außendienst, werde ebenfalls auf die Stunden genau ausgewertet werden. Bedeutet zum Beispiel: Wenn ich einen Kundentermin keine 5min von mir entfernt habe (davon habe ich einige), muss ich vorher ins Büro (45min entfernt) fahren. Anschließend wieder retour (quasi nach Hause) zum Kunden. Wieder Retour ins Büro und danach, bei Dienstschluss wieder retour nach Hause. Nur noch dann, wenn ich HO mache, kann ich direkt zum Kunden und entweder danach nach Hause ins HO oder ins Büro fahren. Homeoffice ist eben Minuten(!)-genau. Ergebnis wird somit sein, dass ich wieder 5/5 Tage im Office bin, wo ich selten jemanden antreffe, weil auch alle anderen Kollegen im Außendienst sind.
Und das bitte nicht in irgendeiner „Würstchenbude“, sondern beim größten Telko- und IT-Provider meines Landes…
Schönen Gruß an die BWI
Solang die Fahrtzeit = Arbeitszeit ist wäre es mir egal. Dann fahr ich halt mehr und arbeite weniger – wird der AG dann schon merken und wenn er fragt, hast du die Antwort.
Bissl kacke im Vertrieb, wo du Verkaufszahlen bringen musst
So eine Überwachung ist in Deutschland mitbestimmungspflichtig. In so einem Fall sind oft folgende Punkte verhandelbar oder angreifbar: Datengrundlage, Zweckbindung, Zugriffsrechte, Speicherdauer, Auswertungslogik, Schwellenwerte, Fehlerkorrektur und ein ausdrückliches Verbot individueller Verhaltenskontrolle ohne klare Rechtsgrundlage. Bei Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG kann der Betriebsrat die Einführung ohne Einigung grundsätzlich blockieren, bis eine Betriebsvereinbarung oder Einigungsstelle eine Regelung schafft.
In AT nicht der Fall
Würde halt kündigen
Es nimmt wirklich gruselige Ausmaße an. Da verwechselt ein AG wohl Aufsicht mit Kontrolle … schlimm
Sorry, da würde ich einfach gehen. Das ist ja richtig Albern aber gut, Kündigungen werden damit provoziert, was wohl auch gewünscht sein wird
Korrekt. Ziel ist der Abbau von aktuell ~7000 Mitarbeitern auf nur noch 2500…
Ob ich im Büro bin oder nicht, weiss unsere IT eh, da braucht es kein Teams zu.
Ich bin im Firmen-WLAN eingeloggt, ich hab ne Arbeitsplatzbuchung und mich eingecheckt – also werde ich wohl im Gebäude sein und nirgentwo anders.
Die meisten Leute, die sich drüber aufregen, laufen mit einem Smartphome rum, wo Apple/Google mehr über einen wissen, als die eigenen Mutter.
+1
Danke, ich verstehe diese Aufregung überhaupt nicht. Was habt ihr alle vor dem AG zu verbergen?
Dann benennt man das eigene WLAN halt entsprechend um ;)
Wundert das wirklich jemand?
Was erwartet die Menscheit von Konzernen wie Microsoft, Google, Amazon, etc……
Datenschutz gibt es dort nicht!
Da muss der Betriebsrat erstmal zustimmen. Wenn das trotzdem gemacht wird, wird es brenzlig für den Arbeitgeber
Nach der EU Chat-Kontrolle können wir wieder mit dem Faxen anfangen…
Zum Glück habe ich ein Vertrag für mobiles Arbeiten und darf über all im in und Ausland mein „Office“ aufschlagen wo die Firma VPN – Verbindungen erlaubt. Davon abgesehen, ist das Feature bei uns in der Firma aus Datenschutzgründen deaktiviert…