Erweiterte Realität, eigene Chips
Snapdragon Reality Elite soll schlankere XR-Brillen ermöglichen
Qualcomm will die nächste Generation von XR-Brillen mit einem speziell dafür entwickelten Chip antreiben. Der neue Snapdragon Reality Elite soll leistungsfähige Mixed-Reality-Headsets ebenso ermöglichen wie leichtere Brillen, die für ihre Rechenleistung per Kabel mit einer externen Einheit verbunden werden.
Damit verfolgt Qualcomm einen anderen Ansatz als Apple. In der aktuellen Vision Pro arbeitet mit dem M5 ein Prozessor, der auch in Macs und iPads zum Einsatz kommt. Apple ergänzt diesen allerdings um den speziell entwickelten R1-Chip, der die Daten der Kameras, Sensoren und Mikrofone verarbeitet. Qualcomm will dagegen möglichst viele XR-Aufgaben direkt in einer auf diesen Einsatzzweck zugeschnittenen Plattform bündeln.
Der Snapdragon Reality Elite liefert laut Hersteller bis zu 48 TOPS für lokale KI-Aufgaben. Damit sollen große Sprach- und Bildmodelle direkt auf der Brille laufen können, etwa für räumliche Assistenten, fotorealistische Avatare oder Objekte, die anhand eines Sprachbefehls in der Umgebung erscheinen.
Bis zu 4,4K pro Auge
Qualcomm verspricht bis zu 4,4K Auflösung pro Auge bei 90 Bildern pro Sekunde. Gegenüber der vorherigen Plattform sollen die Grafikleistung um bis zu 60 Prozent, die CPU-Leistung um 30 Prozent und die Leistung der KI-Einheit um bis zu 160 Prozent steigen.
Wichtiger als die reinen Leistungswerte könnten die Verbesserungen bei Energieverbrauch und Wärmeentwicklung sein. Qualcomm spricht von bis zu 20 Prozent längerer Laufzeit bei gleicher Belastung. Unter Last soll der Chip zudem bis zu zwölf Grad Celsius kühler bleiben. Beides ist bei Technik, die direkt am Kopf getragen wird, wichtige Faktoren.
Apple kombiniert M5 und R1
Apple setzt bei der aktuellen Vision Pro mit M5 auf eine Dual-Chip-Lösung. Der leistungsstarke M-Prozessor übernimmt Betriebssystem, Apps, Grafik und KI-Aufgaben, während der R1 die Sensordaten mit möglichst geringer Verzögerung verarbeitet. Das bietet viel Leistung, führt bislang aber zu einer vergleichsweise großen und schweren Brille mit externem Akku.
Qualcomm will seine Plattform dagegen an unterschiedliche Bauformen verkaufen und damit ein breiteres Hersteller-Ökosystem versorgen. Als erste Produkte sind die transparente Android-XR-Brille XREAL Project Aura und ein kommendes Gerät von Play for Dream angekündigt. XREAL will seine Brille noch im Laufe dieses Jahres auf den Markt bringen.

