Tiefe Schnittstellen entdeckt
Siri-Unterbau: Apple bereitet sich auf externe KI-Modelle vor
Apple hat die neue Siri-Architektur offenbar von Beginn an für die Zusammenarbeit mit externen KI-Modellen vorbereitet. Der Entwickler und Code-Analyst „pdfu“ hat in iOS 27 und macOS Golden Gate private Schnittstellen entdeckt, über die Apps eigene Siri-Erweiterungen bereitstellen oder sogar das von Siri AI verwendete Servermodell austauschen können. Öffentlich zugänglich sind diese Möglichkeiten bislang allerdings nicht.
Claude übernimmt Aufgaben für Siri
Eine der gefundenen Schnittstellen basiert auf der Model Delegation API innerhalb der sogenannten App Intents. In einer Demonstration lässt sich Claude damit wie die bereits integrierte ChatGPT-Erweiterung über das „Ask…“-Menü von Siri auswählen. Anschließend kann das externe Modell Anfragen bearbeiten und Ergebnisse an Siri zurückgeben.
Interessant wird die Aufgabenteilung, sobald Funktionen des Betriebssystems benötigt werden. Soll etwa eine Erinnerung erstellt werden, interpretiert Claude zunächst die Anfrage und reicht sie anschließend an Siri zurück. Die eigentliche Systemaktion übernimmt dann Apples Assistent. Andere Aufgaben kann das externe Modell dagegen direkt erledigen. Im gezeigten Beispiel erzeugt Claude eine CSV-Datei, obwohl Siri dies selbst nicht unterstützt.
Damit konkretisieren sich Pläne, über die bereits im März berichtet wurde. Damals zeichnete sich ab, dass Apple Siri grundsätzlich für mehrere installierte KI-Dienste öffnen will. Auch der schnelle Wechsel zu ChatGPT in der neuen Siri-App deutete bereits in diese Richtung.
Selbst Apples Servermodell lässt sich ersetzen
Noch tiefer greift ein zweiter von pdfu demonstrierter Mechanismus. Über einen sogenannten Inference Provider in den Model Manager Services lässt sich Apples serverseitiges Siri-Modell durch ein anderes Modell ersetzen. In der Demonstration übernimmt GPT-5.6 diese Rolle. Das Modell erhält Apples Siri-Planer-Prompt sowie die verfügbaren Werkzeugdefinitionen und kann darüber Systemaktionen anstoßen. Die dabei zurückgegebenen Ergebnisse können auch persönliche Daten enthalten. Siri präsentiert die fertige Antwort anschließend weiterhin über die eigene Oberfläche und Sprachausgabe.
In macOS 27 steht im „Ask…“-Menü weiterhin nur ChatGPT zur Verfügung. Die gefundenen Schnittstellen zeigen aber, dass Apple technisch bereits deutlich mehr vorbereitet hat als die bislang sichtbare Integration vermuten lässt.

Klingt auch nach Vorbereitungen entlang des DMA. Hoffentlich ist diese Schnittstelle ein Baustein in den festgefahrenen Diskussionen …
+1. Genau das war auch mein erster Gedanke!
Kann mir nicht vorstellen dass Apple da untätig bleibt, den kompletten Markt in der EU mit über 500 Mio Menschen dauerhaft somit beschneiden würde Apple denke ich ziemlich viel Geld kosten.
450 Mio sind es ;-)
Ob das Vorbereitungen sind um für die EU offen und konform zu sein?!
Oder endlich mithalten zu können.