Preiserhöhung ohne Zustimmung
Sammelklage gegen Amazon: Klageregister für Prime-Kunden geöffnet
Seit dieser Woche können sich betroffene „Amazon Prime“-Kunden offiziell der Sammelklage der Verbraucherzentralen anschließen. Anlass ist die Öffnung des Klageregisters beim Bundesamt für Justiz. Die Verbraucherzentrale NRW will auf diesem Weg Rückzahlungen für eine umstrittene Preiserhöhung aus dem Jahr 2022 durchsetzen.
Im Kern geht es um die Frage, ob Amazon laufende Prime Verträge ohne wirksame Zustimmung der Nutzer verteuern durfte.
Preiserhöhung ohne Zustimmung
Amazon hatte die Preise für Prime Abonnements zum 15. September 2022 angehoben. Der monatliche Beitrag stieg von 7,99 Euro auf 8,99 Euro, bei jährlicher Zahlung von 69,00 Euro auf 89,90 Euro. Auch das Prime Student Abo wurde teurer.
Hier erhöhte sich der Monatsbeitrag von 3,99 Euro auf 4,49 Euro und der Jahrespreis von 34,00 Euro auf 44,90 Euro. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW beruhte diese Anpassung auf einer Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Kundinnen und Kunden unangemessen benachteiligt.
Zwei Gerichte haben diese Klausel bereits als unwirksam eingestuft. Die Sammelklage soll nun verbindlich klären, dass die Preiserhöhung für bestehende Verträge nicht rechtmäßig war. Erfasst sind ausschließlich Bestandsabos mit monatlicher oder jährlicher Zahlweise sowie die entsprechenden Studententarife. Neu abgeschlossene Verträge sind nicht Teil des Verfahrens.
Klageregister jetzt geöffnet
Mit der Öffnung des Klageregisters beim Bundesamt für Justiz beginnt für Verbraucher der entscheidende Schritt. Wer sich dort einträgt, wahrt seine Ansprüche auf mögliche Rückerstattungen. Die Anmeldung ist kostenlos und notwendig, um im Erfolgsfall automatisch Geld zurückzuerhalten. Die Höhe der Erstattung hängt davon ab, wie lange der erhöhte Beitrag gezahlt wurde und welche Abrechnungsform gewählt war.
Die Sammelklage selbst wurde beim Oberlandesgericht Hamm eingereicht. Nach der mündlichen Verhandlung entscheidet das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Preiserhöhung. Sollte die Klage Erfolg haben, folgt ein Umsetzungsverfahren, in dem Amazon zur Rückzahlung der zu viel erhobenen Beträge verpflichtet wird. Parallel läuft eine weitere Sammelklage gegen Amazon wegen zusätzlicher Werbung bei Prime Video. Dieses Verfahren ist rechtlich eigenständig und betrifft andere Sachverhalte.


Uuuuund… eingetragen! Danke euch!
Wie erfahre ichsie lange ich schon Prime Mitglied bin? In der Amazon App sowie auf der Webseite ist es schwer zu finden.
Schau in deine Abrechnung oder im Verlauf.
In Deinem Amazon Konto
-> Prime-Mitgliedschaft
->Mitgliedschaft verwalten, kündigen und mehr
->Nächste Zahlung
->Letzte Zahlung
-> Alle Quittungen ansehen.
Da siehst Du zumindest den Verlauf der letzten Quittungen.
Wenn ich da hin navigiere wird mir einfach nichts angezeigt. Versucht her Amazon einem das Leben zu erschweren? Absolute Bazies!
Ganz ehrlich, wegen 20-30€ im Jahr klagen, lächerlich.
Es geht nicht um die 20-30€ sondern um eine illegale Anpassung des Preises. Heißt wenn du dich nicht weigerst wird es der nächste Anbieter machen. Dann zahlst du aufeinmal für dein Spotify nicht mehr 9,99€ sondern 13,99€ darauf den Monat dann mal 19,99€ etc. Als Beispiel.
Firmen müssen sich an Gesetze halten. Punkt. Rechne die 20-30€ mal die betroffenen Nutzer…
Naja, so einfach ist das nicht. Es ist keine „illegale Anpassung“ und Amazon hat sich hier erstmal „an Gesetze [ge]halten“. Es gibt nämlich kein Gesetz, welches Preisanpassungen verbietet. Regelmäßig werden Internet oder Mobilverträge mit Lockpreisen abgeschlossen und dann nach 6 Monaten teurer.
Das Preise erhöht werden können, stand ja in den Bedingungen, die beim Abschluss des Vertrags bekannt waren. Es wurde vom Kunden akzeptiert.
Das das jetzt von der Verbraucherzentrale als „unangemessen Benachteiligung“ gesehen wird, ok. Kann man so sehen und müssen die Gerichte entscheiden.
Aber Fakt ist, hier wurde erstmal keiner betrogen, es wurden keine Gesetze gebrochen und man sollte als Konsument schon schauen, was man da unterschreibt. Es bisschen mehr Selbstverantwortung schadet nicht. Ist wieder mal typisch Vollkaskomentalität.
Da schreibst du leider Quatsch. Handyverträge, die nach einer gewissen Zeit teurer werden, wurden genau so abgeschlossen.
Im Vergleich dazu hat Amazon den Preis erhöht ohne die Zustimmung der Nutzer einzuholen. Das ist halt nicht legal und ein Gericht hat das bereits genau so bestätigt.
Lies lieber nochmal nach bevor du diese Argumentation weiter verbreitest.
Nur sollte für den Legalen Weg eine Abfrage kommen wie wir ändern den Preis zum Tag X bist du einverstanden Ja/Nein Amazon hat das einfach so gemacht ohne Hinweis oder Abfrage. DAS IST DER GRUND FÜR DIE KLAGE.
die können von mir aus auch den Preis tagesabhängig ändern aber man sollte den Benutzern die Option geben entweder neuer Preis wird akzeptiert oder zum Stichtag läuft es aus. So wie es dort abgelaufen ist ist halt einfach Gesetzeswiedrig.
@zumeck: Spotify und Co. können alle 4 Wochen den Preis anpassen wenn sie wollen – das machen sie schließlich auch immer wieder. Es geht sich um die fehlende Zustimmung – wobei ich das auch als Korinthenkackerei ansehe, denn jeder der nicht zugestimmt hatte, hätte auch noch 4 Wochen nach der Erhöhung rückwirkend kündigen können.
Der einzige Unterschied zukünftig: Du musst aktiv zustimmen, sonst wirst Du automatisch gekündigt.
Ganz ehrlich, Lebensmittel-Preise seit 2020 um 30% gestiegen. Darüber klagen? Lächerlich.
hast du ein Lebensmittel ABO?
Genau das ist der Punkt. Lebensmittel kann ich hier oder dort kaufen und stelle damit sicher, der ein Markt den Preis regelt. Klar kann Inflation das allgemeine Preisniveau heben. Bei einem Abo soll ein einzelner Anbieter aber nicht ohne Zustimmung seine Preise anpassen dürfen, weil er sonst eben nicht die direkte Auswirkung über weniger „Käufer“ spürt, die einen Marktpreis sonst gelegt.
Großkonzerne ausnehmen ist immer gut, egal um wie viel es da geht
mir stellt sich die Frage, was dann mit den Klagenden passiert: Wird denen dann das Prime-Abo gekündigt, oder erhalten die einfach nen bisschen Geld und alles ist wieder gut?
Hab keine Lust wegen 20€ dann Streß zu haben.
subjektive einschätzungen was eine bestimmte geldsumme vielen unterschiedlichen menschen jeweils bedeutet: lächerlich.
Kann das Statement von Peter nur unterschreiben….. Kopfschüttel…
Meine Erhöhung kam erst 2023, da bei mir im August 2022 noch der alte (69€) Betrag abgebucht wurde. Bin ich dadurch trotzdem berechtig und kann mich eintragen?
Ja du kannst aber trotzdem teilnehmen. Du hast ihn darauf folgend ja mindestens einmal bezahlt.
Ich finde das mit der Werbung viel schlimmer. Mal schauen, was da noch auf Amazon zukommt.
Da gibt es auch schon eine Klage evt. kann das ifun hier im Beitrag anhängen.
+1
Habe mich auch eingetragen. Bin mal gespannt.
Sehr gut!
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Amazon das Vertragsverhältnis mit den Kunden kündigt, die sich in die Liste eintragen?
Nach der Kündigung schließt du es einfach zum aktuellen Preis neu ab.
Racheaktion gegen Kunden?
Für ein Handelsunternehmen sehr unwahrscheinlich, erst recht für ein Amerikanisches (die müssen wachsen, wachsen, wachsen).
Warum sollten Sie? Sie haben ja einen Fehler gemacht, aber nicht der Kunde. Wenn ja, dann wären sie eine ganz schön beleidigte Leberwurst.
Das ist die Gelegenheit für mich, folgende Frage in die Runde zu stellen, vielleicht kennt sich jemand von euch aus: Ich sehe nur ganz selten mal was auf Prime Video, habe aber Prime seit der ersten Stunde (wegen Versand). Hab‘ die Tage der „Herr der Ringe“ Trilogie geschaut, ohne eine einzige Werbung. Genau wie ich es auch erwarte wenn ich da nur einmal im Jahr was schaue. Ein Freund von mir sagt, bei ihm wurden die Filme ständig für Werbung unterbrochen obwohl er auch Prime hat. Woran kann das liegen?
Du zahlst entweder den Aufpreis für werbefreiheit oder schaust im Browser unter Verwendung eines Werbeblockers.
Stimmt nicht, kann es selber berichten. Haben die Herr der Ringe Trilogie mit den Kids geschaut und beim ersten Teil kam am Anfang 2 mal kurz Werbung, danach nicht mehr. Auch bei den beiden anderen Teilen, keine Werbung. Geschaut auf dem TV via Amazon App. Und nun?
Ist unterschiedlich , sehr aktuelle Filme und Serien sind voll mit Werbung . Ältere sind oft werbefrei , aber ein echtes Muster erkenne ich auch nicht .
@ifun
Vielen Dank für die Info! Wäre sonst an mir vorbei gegangen.
Cool, dass Ihr – trotz regelmäßiger Meckerstimmen – weiterhin an Themen dran bleibt, die nicht unmittelbar mit Apple und dem iPhone zu tun haben.
+1
wir reden hier über eine Preiserhöhung von 20 €/Jahr??? 89 € für alle Prime-Dienste ist jetzt nicht wirklich überteuert. Kurzum, ich klage um evtl. 60 € Rückzahlung zu erhalten und verliere ggf. meinen sehr guten Status bei Amazon. Sorry, das ist ja mal echt lächerlich.
Welchen Status hast du denn? Silber, Gold, Platin?
Ja, tatsächlich hat man bei Amazon einen Kundenstatus, was vor allem die Kulanz angeht. Und das würde ich auch nicht aufs Spiel setzen, denn das ist einmalig und gibt es in der Form bei keinem anderen Onlinehandel.
Mal ein Beispiel: Ich habe ein nicht gerade billiges Möbelstück dort gekauft. Das hatte aber nach 8 Wochen einen Mangel. Der Hersteller schickte mir einen Mitarbeiter vorbei, der sich das angesehen hat und wollte mich mit 100 EUR Preisminderung abspeisen Damit war ich nicht einverstanden. Umtausch lehnte der Hersteller ab. Also mit dem Amazon Service telefoniert: Fazit: Ich konnte das Möbelstück behalten und habe den kompletten Kaufpreis erstattet bekommen. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Aber wir bestellen auch für mehrere Tausend Euro pro Jahr.
Das ist gängige Praxis. Machen Zalando & co ebenso. Bestellfrequenz, Volumen / Umsatz und Retouren fließen z.B. ein. Danach kann sich dann Support / Kulanz, Rabatte usw..
Man sollte auch Netflix und YouTube verklagen das keine hintergrundwiedergabe geht. Nur im premium Abo ist dies möglich. Alle anderen Streaming Anbieter bieten das auch im kleinsten Abo an. Bei einem ipad stoppt die Wiedergabe wenn man sogar das Control Center öffnet. Das ist für mich absolute Frechheit.
Du willst YouTube verklagen weil die in ihrer app selbst dir ein Premium feature nicht kostenlos anbieten? Okay.
Hej Peter,
bei grob 17 Mio. Prime-Abo’s in Deutschland lohnt sich die Klage nicht??!!
Wer bei positiv entschiedener Klage, den dann erhaltenen „vermeintlichen Klein-Betrag“ nicht benötigt (wie Peter vermutlich) könnte ihn ja z.B. spenden….
Ich glaube Du verstehst das nicht. Hier geht es darum, dass ich als mündiger Kunde durchaus über die Preiserhöhung informiert worden bin. Amazon hat aber nur einen Formfehler begangen hat. Alle klagen hier in Deutschland über die Bürokratie und die unsinnigen Vorschriften, die der Wirtschaft schaden und dann, wenn auch nur 20 EUR zu holen sich, stürzt sich aber jeder wie der Geier darauf, weil sich jemand nicht an die bürokratische Vorschrift gehalten hat.
Jeder „Kläger“ war deiner Meinung nach also nicht in der Lage selbst zu entscheiden ob er das Abo kündigt? Ich wusste es und habe dem zugestimmt indem ich nicht gekündigt habe. Wenn Du dafür extra eine Frage brauchst, so wie bei den anderen Abos, wo Du dann nochmal gefragt wirst, dann ok. Ich finde das albern und entspricht nicht meinem Verständnis vom mündigen Kunden.
mhh, weiß gar nicht was ich da als Betrag eingeben soll.. Das lief damals über die Amazon Visa Karte.. Da bekomm ich natürlich keine Info´s mehr… Bin schon sehr lange Kunde bei Prime… Hat jemand einen Tipp wie man herausbekommt ab wann man den erhöhten Beitrag bezahlt hat?
Da musst du nichts reinschreiben, schau in deinen Zahlungsvverlauf, da findest du die Antwort
Da kommen bei 4 Jahresbeiträgen über 80€ mögliche Rückerstattung raus.
Das ist ja fast ein Wocheneinkauf für nur ein paar Mausklicks, da mache ich doch gerne mit.
Lies nochmal den text!
Nachhaltiger wäre doch, wenn Konsumenten, die sich von amazons Angebotsänderungen benachteiligt sehen, langfristige Konsequenzen ziehen würden, die darin bestehen, amazon das Vertrauen zu entziehen?
Geld abgreifen, amazon aber durch weiteren Konsum + Bestellung bei denen zu suggerieren „mach weiter so“ ist irgendwie das falsche Signal.. Klage hin, Klage her…
Verzichtet auf Anbieter die euch benachteiligen mit einer gewissen Konsequenz… anderenfalls haben euch die Anbieter doch voll bei den Hörnern… Irgendwelche Strafgelder fließen in Form von einkaklulierten Preisen, gestiegenen Abopreisen usw. doch eh wieder zurück in den Geldfluss…
Selbst wenn du dann ein Jahresbeitrag zahlst, hast du ja ein wenig Geld dann davon noch übrig. Im Grunde was kann der Kunde dafür, wenn das Unternehmen einen Fehler macht und es nicht so gehandhabt wird, wie es sich gehört? Ja, ich würde trotzdem weiterhin bei Amazon einkaufen, ich Kauf mir von dem Restbetrag dann etwas schönes.
Hier gibt’s den Klagecheck und nach dem ausfüllen kommt man zu einer Ausfüllhilfe mit Textbaustein etc:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/amazon-klagecheck