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Preiserhöhung ohne Zustimmung

Sammelklage gegen Amazon: Klageregister für Prime-Kunden geöffnet

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21 Kommentare 21

Seit dieser Woche können sich betroffene „Amazon Prime“-Kunden offiziell der Sammelklage der Verbraucherzentralen anschließen. Anlass ist die Öffnung des Klageregisters beim Bundesamt für Justiz. Die Verbraucherzentrale NRW will auf diesem Weg Rückzahlungen für eine umstrittene Preiserhöhung aus dem Jahr 2022 durchsetzen.

Im Kern geht es um die Frage, ob Amazon laufende Prime Verträge ohne wirksame Zustimmung der Nutzer verteuern durfte.

Preiserhöhung ohne Zustimmung

Amazon hatte die Preise für Prime Abonnements zum 15. September 2022 angehoben. Der monatliche Beitrag stieg von 7,99 Euro auf 8,99 Euro, bei jährlicher Zahlung von 69,00 Euro auf 89,90 Euro. Auch das Prime Student Abo wurde teurer.

Prime Preise

Hier erhöhte sich der Monatsbeitrag von 3,99 Euro auf 4,49 Euro und der Jahrespreis von 34,00 Euro auf 44,90 Euro. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW beruhte diese Anpassung auf einer Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Kundinnen und Kunden unangemessen benachteiligt.

Zwei Gerichte haben diese Klausel bereits als unwirksam eingestuft. Die Sammelklage soll nun verbindlich klären, dass die Preiserhöhung für bestehende Verträge nicht rechtmäßig war. Erfasst sind ausschließlich Bestandsabos mit monatlicher oder jährlicher Zahlweise sowie die entsprechenden Studententarife. Neu abgeschlossene Verträge sind nicht Teil des Verfahrens.

Klageregister jetzt geöffnet

Mit der Öffnung des Klageregisters beim Bundesamt für Justiz beginnt für Verbraucher der entscheidende Schritt. Wer sich dort einträgt, wahrt seine Ansprüche auf mögliche Rückerstattungen. Die Anmeldung ist kostenlos und notwendig, um im Erfolgsfall automatisch Geld zurückzuerhalten. Die Höhe der Erstattung hängt davon ab, wie lange der erhöhte Beitrag gezahlt wurde und welche Abrechnungsform gewählt war.

Klageregister

Die Sammelklage selbst wurde beim Oberlandesgericht Hamm eingereicht. Nach der mündlichen Verhandlung entscheidet das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Preiserhöhung. Sollte die Klage Erfolg haben, folgt ein Umsetzungsverfahren, in dem Amazon zur Rückzahlung der zu viel erhobenen Beträge verpflichtet wird. Parallel läuft eine weitere Sammelklage gegen Amazon wegen zusätzlicher Werbung bei Prime Video. Dieses Verfahren ist rechtlich eigenständig und betrifft andere Sachverhalte.

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14. Jan. 2026 um 11:07 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    21 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Wie erfahre ichsie lange ich schon Prime Mitglied bin? In der Amazon App sowie auf der Webseite ist es schwer zu finden.

  • Ganz ehrlich, wegen 20-30€ im Jahr klagen, lächerlich.

  • Meine Erhöhung kam erst 2023, da bei mir im August 2022 noch der alte (69€) Betrag abgebucht wurde. Bin ich dadurch trotzdem berechtig und kann mich eintragen?

  • Ich finde das mit der Werbung viel schlimmer. Mal schauen, was da noch auf Amazon zukommt.

  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Amazon das Vertragsverhältnis mit den Kunden kündigt, die sich in die Liste eintragen?

  • Das ist die Gelegenheit für mich, folgende Frage in die Runde zu stellen, vielleicht kennt sich jemand von euch aus: Ich sehe nur ganz selten mal was auf Prime Video, habe aber Prime seit der ersten Stunde (wegen Versand). Hab‘ die Tage der „Herr der Ringe“ Trilogie geschaut, ohne eine einzige Werbung. Genau wie ich es auch erwarte wenn ich da nur einmal im Jahr was schaue. Ein Freund von mir sagt, bei ihm wurden die Filme ständig für Werbung unterbrochen obwohl er auch Prime hat. Woran kann das liegen?

  • @ifun
    Vielen Dank für die Info! Wäre sonst an mir vorbei gegangen.

    Cool, dass Ihr – trotz regelmäßiger Meckerstimmen – weiterhin an Themen dran bleibt, die nicht unmittelbar mit Apple und dem iPhone zu tun haben.

  • Man sollte auch Netflix und YouTube verklagen das keine hintergrundwiedergabe geht. Nur im premium Abo ist dies möglich. Alle anderen Streaming Anbieter bieten das auch im kleinsten Abo an. Bei einem ipad stoppt die Wiedergabe wenn man sogar das Control Center öffnet. Das ist für mich absolute Frechheit.

  • Hej Peter,
    bei grob 17 Mio. Prime-Abo’s in Deutschland lohnt sich die Klage nicht??!!
    Wer bei positiv entschiedener Klage, den dann erhaltenen „vermeintlichen Klein-Betrag“ nicht benötigt (wie Peter vermutlich) könnte ihn ja z.B. spenden….

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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