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Mehr Unabhängigkeit für blinde Fahrgäste

Robotaxis: Für blinde Nutzer mehr als nur Technik

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27 Kommentare 27

Fahrerlose Taxis werden oft vor allem als Zukunftsversprechen, Ärgernis im Stadtverkehr oder Angriff auf klassische Taxifahrer diskutiert. Die New York Times zeigt nun eine andere Perspektive: Für blinde und sehbehinderte Menschen können Waymo-Robotaxis ein neues Maß an Unabhängigkeit bedeuten.

Pexels Eren Li 7188943

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht nur, dass kein Fahrer am Steuer sitzt. Für viele Betroffene ist gerade das ein Vorteil. Sie müssen nicht erklären, wohin sie wollen, nicht auf die Reaktion eines Fahrers mit Blindenhund hoffen und können zum ersten Mal allein in einem Auto unterwegs sein, ohne auf Familie, Freunde oder Fahrdienste angewiesen zu sein.

Waymo hat dafür mehrere Barrierefreiheitsfunktionen eingebaut. Die App unterstützt Screenreader, das Fahrzeug kann sich per Hupe oder Melodie bemerkbar machen, und während der Fahrt helfen Audiohinweise bei der Orientierung. Solche Details klingen klein, können im Alltag aber entscheidend sein, wenn ein Auto ohne Sichtkontakt gefunden und sicher genutzt werden soll.

Mehr Kontrolle als bei klassischen Fahrdiensten

Gerade klassische Fahrdienste sind für blinde Nutzer nicht immer verlässlich. Immer wieder berichten Betroffene davon, dass Fahrer nicht eindeutig erkennbar sind, an ungünstigen Stellen warten oder Fahrten mit Blindenhund ablehnen. Bei einem Robotaxi fällt zumindest dieser menschliche Unsicherheitsfaktor weg.

Waymo arbeitet nach eigenen Angaben mit Behindertenverbänden zusammen, darunter Organisationen für blinde und sehbehinderte Menschen. Über das Accessibility Network sammelt das Unternehmen Rückmeldungen, um App, Fahrzeug und Fahrtablauf weiter anzupassen.

Noch teuer und begrenzt verfügbar

Ganz gelöst ist das Mobilitätsproblem damit natürlich nicht. Waymo ist bislang nur in ausgewählten Regionen verfügbar und die Fahrten sind oft teurer als klassische Ride-Hailing-Angebote. Auch autonome Fahrzeuge sorgen weiterhin für Diskussionen, etwa wenn sie den Verkehr blockieren oder in ungewohnten Situationen falsch reagieren.

Trotzdem zeigt der Bericht, dass selbstfahrende Autos nicht nur eine Spielerei für Technikfans sind. Für Menschen, die nicht selbst fahren können, kann ein zuverlässig buchbares Auto ohne Fahrer ein echter Freiheitsgewinn sein. Entscheidend wird sein, ob solche Dienste künftig günstiger, breiter verfügbar und konsequent barrierefrei umgesetzt werden.

28. Mai 2026 um 10:27 Uhr von Ben Fehler gefunden?


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  • Alternativ können blinde auch einfach mit normalen Taxis fahren?! Wie schon seit 100 Jahren. Da muss es doch kein Robo Taxi sein :)

  • Das wäre mal was. Vor allem, weil ich selbst blind bin, wäre das ein Riesen Schritt in Richtung Selbstständigkeit auf Strecken, wo es mit dem ÖPNV schlecht aussieht. Gerade das Argument blindenhund habe ich öfter. Und je nach Uhrzeit hat man dann auch keine Lust darüber zu diskutieren. Eigentlich ist die Gesetzeslage ja hier ja klar geregelt.

    • Meine Tante war Blind und hatte nie ein Problem damit. Wie bestellst Du denn das Taxi? Vermutlich doch klassisch telefonisch und da hat sie darauf hingewiesen, dass sie blind ist und einen Hund hat – das ging schon vor 20 jähren problemlos. Und wer holt einen Blinden an der Türe ab, wenn es keinen freien Parkplatz beim Arzt gibt? Das sind alles Argumente gegen ein Robotaxi. Zumal das ja auch noch teurer ist als ein normales Taxi.

  • traurig, dass es anscheinend diese Probleme für Sehbehinderte Menschen bei Taxifahrten gibt.

    Aber wäre es nicht einfacher, in der Taxi-App die Möglichkeit anzugehen, dass man Unterstützung benötigt?
    Dann kann der Taxifahrer aussteigen und selber auf sich aufmerksam machen, anstatt dass das Fahrzeug piept.
    Falls die Fahrer es Hilfsbereitschaft missen lassen sollten, müsste man da ansetzen. scheint mir leichter zu sein, als ein Selbstfahrendes Auto zu entwickeln.

    Hundebeförderung muss dann natürlich auch gestattet sein. wird doch ansonsten sicher auch bei autonomen Taxifahrten in AGBs ausgeschlossen sein.

    • Die Funktion eine Behinderung im Profil anzugeben, gibt es beispielsweise bei Uber. Problem ist nur das die Fahrer sich diese Profile nicht anschauen oder nicht ernst nehmen.

    • Blindenführhunde dürften hier und da nicht abgewiesen werden. Ja, dürften nicht… werden diese aber immer wieder und immer öfter, weil die Gesellschaft völlig verblödet! Was hilft es einem, wenn er „dürfte“, aber dann nicht darf? Soll man dann die Polizei rufen? Selber alles schon erlebt und vor allem, dass die Gesellschaft immer ignoranter gegenüber Sehbehinderten Menschen wird!

  • is sicher ne geile sache. aber dass waimo deutlich teurer is als taxis und uber sagt einem keiner.

  • Wie haben die Waymo’s vor einigen Wochen in San Francisco ausprobiert. Das ging dort allerdings nicht mit deutschem Apple-Account. Die Fahrzeuge sind dort vollständig in den Verkehr integriert. Als Fußgänger oder Autofahrer mache ich mir eher um menschliche spontan-Ausfälle, als um Robotaxis Sorgen.
    Für blinde Menschen ist diese Art von Autarkie sicher ein weiterer sinnvoller Baustein im Alltag.

  • SightlessHorseman

    Mit Blindenhund Taxi oder Uber zu nutzen ist manchmal ein Erlebnis, was man nicht unbedingt braucht.
    Natürlich hab ich bei beiden auch schon positive Erfahrungen gemacht, sogar in 99 % der Fälle allerdings auch, dass zum Beispiel ein Uber Fahrer die fahrt abgelehnt hat und wir darauf hingewiesen wurden, Uber Pet zu nutzen, was mal ganz davon ab laut Uber AGB nicht notwendig ist.
    Oder ein Taxifahrer der uns versucht hat zu erklären, aufgrund seiner Religion dürfte er keine Hunde im Auto transportieren. Kurzer Anruf bei der Taxi-Zentrale und Drohung mit Polizei hat das ganze zwar gelöst, aber einfach stresst den man nicht braucht.

  • Sehr gute Entwicklung würde ich auch davon profitieren.

  • Und vielleicht auch nicht immer die beste Route nehmen, wenn ihnen niemand über die Schulter schauen kann….

  • Ich lebe in Hamburg und profitiere davon, dass MOIA für blinde kostenfrei fährt. Ich kann vor dem Hintergrund nur bestätigen, dass ein solches Angebot mich in meiner Mobilität sehr unterstützt! In den kommenden Monaten soll MOIA auch autonom fahren.

  • Aus meiner Sicht ist das ein Armutszeugnis für die derzeitigen Taxi- und Fahrdienste und kein Grund fahrerlose Taxen zu entwickeln. Stattdessen müsste man dringend beim eigentlichen Problem ansetzen und konsequent auf blindenfreunliche Dienstleistung in dem Gewerbe achten und die auch kontrollieren. Wer sich dagegen benimmt (die Regelungen dafür gibt es ja schon s.o.) muss seinen Personenbeförderungsschein abgeben und verliert damit seinen Job. So einfach.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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