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KI-Text über die Gefahren der KI?

Papst schreibt über KI – und KI könnte mitgeschrieben haben

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14 Kommentare 14

Manchmal schreibt das Internet seine Pointen selbst: Papst Leo XIV. hat mit „Magnifica Humanitas“ seine erste Enzyklika veröffentlicht und widmet sich darin ausführlich den Folgen künstlicher Intelligenz. Nun berichtet The Verge, dass ausgerechnet dieser Text in Teilen wie ein KI-generierter Beitrag wirken könnte.

Papst Leo Magnifica Humanitas

Der Hintergrund: The Verge hat die Enzyklika mit dem KI-Detektor Pangram untersucht. Das Tool soll Texte darauf prüfen, ob sie wahrscheinlich von einem KI-System stammen. Bei mehreren Abschnitten der Papstschrift schlug Pangram deutlich an, teils mit hohen Wahrscheinlichkeiten. Einzelne Passagen wurden demnach als überwiegend KI-generiert eingestuft, andere wiederum nicht.

Ein Beweis ist das nicht. KI-Detektoren sind notorisch schwierig, weil sie Wahrscheinlichkeiten berechnen und keine Urheberschaft nachweisen können. Gerade übersetzte, redaktionell bearbeitete oder institutionell formulierte Texte können dabei auffällig wirken, ohne tatsächlich von ChatGPT, Claude oder einem anderen Modell geschrieben worden zu sein.

KI-Detektoren bleiben unsicher

Spannend ist der Fall trotzdem, weil „Magnifica Humanitas“ selbst genau um diese Fragen kreist. Papst Leo XIV. warnt darin vor einer Technik, die nicht nur als Werkzeug verstanden werden dürfe, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse, Arbeit, Bildung, Wahrheit und Menschenwürde berührt. Der Vatikan ordnet künstliche Intelligenz damit ausdrücklich nicht als reine Technikfrage ein.

Der Text wurde am 15. Mai unterzeichnet, dem 135. Jahrestag der Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ von Papst Leo XIII. Schon damit setzt der Vatikan ein klares Signal: So wie die Industrialisierung einst die soziale Frage neu stellte, soll künstliche Intelligenz heute als grundlegende Herausforderung für Gesellschaft und Kirche verstanden werden.

Der Inhalt ist trotzdem eindeutig

Ob einzelne Formulierungen nun mit KI-Hilfe entstanden sind oder nicht, ändert wenig an der Stoßrichtung der Enzyklika. Leo XIV. betont, dass KI den Menschen nicht ersetzen könne, weil ihr Bewusstsein, Verantwortung, Beziehung und moralische Urteilskraft fehlten. Technik müsse dem Menschen dienen und dürfe nicht zum Instrument von Kontrolle, Ausbeutung oder Entmenschlichung werden.

Für die Tech-Welt ist das ein bemerkenswerter Moment. Während Konzerne KI häufig als Effizienz- und Wachstumsmotor verkaufen, fordert der Vatikan eine stärkere ethische Einordnung. Der mögliche KI-Anteil am Text macht die Sache nur ironischer: Selbst eine Warnung vor künstlicher Intelligenz kommt im Jahr 2026 offenbar nicht mehr ohne den Verdacht aus, dass irgendwo eine Maschine mitformuliert haben könnte.

28. Mai 2026 um 08:31 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    14 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Wenn die Detektoren kein eindeutigen Beweis finden, sollte es gar nicht als Verdacht gelten und somit keine News sein. Das wird wieder so ein Heugabel-Feldzug wie damals mit den Doktorarbeiten der Spitzenpolitiker:innen.

    • Du hast völlig recht! Bald veröffentlichen die die Meldung, der Papst selbst sei die KI… Hauptsache sie können wieder eine neue Meldung raushauen.

    • Naja, also einige der Doktorarbeiten waren nachweislich zu beanstanden. Man sollte das Thema differenziert betrachten und nicht pauschal von Heugabeln sprechen.

      • Erst ordentlich recherchieren, dann gegebenenfalls Anklagen.
        Das ist hier offensichtlich nicht geschehen, daher ist der Heugabelvergleich vollkommen gerechtfertigt.

    • Richtig! Die Nachricht lässt offen, welche der zehn Sprachversionen der Enzyklika mit welchem KI-Detektor überprüft wurde. Das ist jedoch entscheidend: Wird ein Text mithilfe von KI-gestützten Tools wie DeepL lediglich übersetzt oder stilistisch überarbeitet, stufen manche Detektoren ihn fälschlicherweise als KI-generiert ein. Ohne Angabe von Sprachversion und verwendetem Tool bleibt der Befund nicht nachvollziehbar und sollte daher nicht als Beleg für eine KI-Erstellung gewertet werden.

  • Eines Tages müssen wir KI-generierte Texte vielleicht auch kennzeichnen. Ob dann ein von der KI korrigierter / umformulierter Text wohl auch dazugehört…?

  • Ich hoffe für diese Vermutung kommt ihr alle in die Hölle!!1eins

  • Laut diverser KI-Tools soll meine Diplomarbeit (geschrieben 2007!) zu 80% von der KI geschrieben worden sein, finde den Fehler…

  • In diesem Zusammenhang kann ich das Buch „Nexus“ von Harari empfehlen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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