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Recherche statt nur Faktencheck

„Rabbit Hole“: ARD startet neues Format gegen Desinformation im Netz

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Mit Rabbit Hole startet die ARD ein neues journalistisches Format, das sich gezielt mit Desinformation auf Social-Media-Plattformen beschäftigt. Die Sendung wird von der Tagesschau gemeinsam mit dem NDR produziert und soll zeigen, wie falsche oder irreführende Inhalte im Internet entstehen und verbreitet werden.

Rabbit Hole 100

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Ergebnis eines Faktenchecks. Das Format dokumentiert auch den Weg der Recherche. Die Moderatoren führen das Publikum Schritt für Schritt durch den Verifikationsprozess. Dabei zeigen sie unter anderem, wie Quellen überprüft werden, welche digitalen Werkzeuge bei der Analyse von Bildern und Videos helfen und wie sich Netzwerke hinter viralen Inhalten identifizieren lassen.

Das Projekt richtet sich besonders an jüngere Nutzer. Nach Einschätzung der Redaktion beziehen viele Menschen unter 35 Jahren einen großen Teil ihrer Informationen aus sozialen Netzwerken. Gleichzeitig verbreiten sich dort Falschbehauptungen, manipulierte Inhalte und KI-generierte Videos besonders schnell.

Erste Folge untersucht virale Gesundheitstipps

In der ersten Ausgabe widmet sich „Rabbit Hole“ einem Trend auf Plattformen wie TikTok und Instagram. Dort verbreiten sich derzeit KI-generierte Videos, in denen sprechendes Gemüse vermeintliche Gesundheitstipps gibt. Einige Clips behaupten etwa, bestimmte Lebensmittel könnten Krebs bekämpfen oder Diabetes besser behandeln als Medikamente.

Die Recherche zeigt jedoch, dass hinter solchen Inhalten teilweise kommerzielle Interessen stehen. Einige der Accounts verweisen auf kostenpflichtige Abnehmprogramme oder digitale Ratgeber. Nutzer werden über Kommentare oder Nachrichten auf externe Webseiten geleitet, auf denen Beratungsgespräche oder Coachingangebote angeboten werden.

Mit „Rabbit Hole“ wollen die Verantwortlichen daher nicht nur einzelne Falschbehauptungen widerlegen. Das Format soll auch vermitteln, wie Desinformation aufgebaut ist und wie sich Nutzer selbst ein kritisches Urteil über Inhalte in ihren sozialen Netzwerken bilden können.

Zuletzt hatte die ARD die Abschaltung der drei Spartenkanäle ARD alpha, tagesschau24 und ONE angekündigt.

10. März 2026 um 16:55 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Liebe Leser,

    ein kurzer Hinweis in eigener Sache zu den Kommentaren unter diesem Beitrag.

    Wir sehen hier durchaus auch berechtigte Kritik und viele differenzierte Stimmen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Kritik an Medien gehört zu einer offenen Debattenkultur dazu, und natürlich ist auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht frei von Fehlern oder Fehlentscheidungen.

    Was wir allerdings zunehmend schwierig finden, ist der sehr schnelle Beißreflex, der bei diesem Thema immer wieder zu beobachten ist. Kaum fällt das Stichwort ARD, ZDF oder öffentlich-rechtlicher Rundfunk, kippt die Diskussion bei manchen Kommentaren sofort in pauschale Vorwürfe, Polemik oder politische Grundsatzdebatten. Das führt selten zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema des Artikels.

    Wir haben uns deshalb entschieden, hier mit dem eisernen Besen zu kehren und die Kommentarspalte zu schließen. Nicht, weil Kritik unerwünscht wäre. Sondern weil wir den Kommentarbereich als Ort für Austausch verstehen und nicht als Ventil für allgemeine politische Frustration.

    Viele von euch diskutieren hier ruhig, differenziert und respektvoll. Das wissen wir sehr zu schätzen. Gleichzeitig empfinden wir die immer gleichen pauschalen Rundumschläge gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als zunehmend anstrengend. Man kann einzelne Beiträge kritisieren oder Fehlentwicklungen benennen. Das tun wir teilweise selbst. Trotzdem gibt es auch zahlreiche journalistische Inhalte aus diesem Bereich, für die wir sehr dankbar sind.

    Wenn ihr hier kommentiert, helft bitte mit, die Diskussion auf einem Niveau zu halten, das der Community gerecht wird. Sachliche Kritik ist jederzeit willkommen. Polemik, persönliche Angriffe oder pauschales Medien-Bashing bringen dagegen niemanden weiter.

    Danke an alle, die sich hier konstruktiv beteiligen.

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