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Diese Einstellungen müsst ihr kennen

Googles „Privacy Sandbox“: Neue Trackingmaßnahmen in Chrome wollen überprüft werden

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19 Kommentare 19

Google hat mit dem Update für seinen Webbrowser Chrome in der vergangenen Woche auch die sogenannte „Privacy Sandbox“ eingeführt. Was erstmal positiv und nach einer Maßnahme zum Schutz der Nutzer klingt, sollte man zumindest kurz überdacht haben. Unterm Strich muss hier jeder Nutzer für sich entscheiden, ob er Google erlaubt, seinen Surfverlauf zu protokollieren, um im optimalen Fall passende Werbung und Inhalte angezeigt zu bekommen.

Mit der „Privacy Sandbox“ sucht Google nach einem Weg, die nicht zuletzt durch die Datenschutz-Kampagnen von alternativen Browsern wie DuckDuckGo oder Firefox sowie vor allem auch durch Apples Anti-Tracking-Initiative kaum noch relevanten Drittanbieter-Cookies zu ersetzen. Google will stattdessen künftig den Browserverlauf dazu verwenden, die Interessen des Nutzers zu kategorisieren.

Chrome Privacy Sandbox

Die neue Maßnahme wird uns als verbesserter Schutz der Privatsphäre präsentiert, da die besuchten Webseiten auf diese Weise weniger konkrete Informationen zu ihren Besuchern erhalten. Der Browser selbst speichert im Gegenzug allerdings eine Liste der besuchten Webseiten und ordnet den Nutzer darauf basierend Themenbereichen wie „Kunst und Unterhaltung“, „Shopping“ oder „Sport“ zu. Beim Besuch einer Webseite kann diese dann solche Themen von Chrome anfordern, um die darauf angezeigte Werbung zu personalisieren.

Wenn du beispielsweise eine Website besuchst, auf der Schuhe für den Langstreckenlauf verkauft werden, könnte die Website daraus schließen, dass du an Marathons interessiert bist. Wenn du dann später eine andere Website besuchst, kann dir dort unter Umständen Werbung für Laufschuhe präsentiert werden, die von der ersten Website vorgeschlagen wurde.

Einstellungen überprüfen und selbst entscheiden

Es ist in jedem Fall sinnvoll, damit verbunden einen Blick in die Einstellungen des Browsers zu werfen. Wurde Chrome schon mit aktivierter „Privacy Sandbox“ genutzt, dann kann man als Nutzer die daraus abgeleiteten Themen einsehen und beispielsweise auch nur einzelne davon blockieren. Chrome selbst löscht Verlaufs- und Themendaten automatisch nach vier Wochen.

Chrome-Nutzer können die neuen Maßnahmen aber auch komplett ablehnen, in dem sie die dem zugrundeliegenden Einstellungen deaktivieren. Besucht hierzu den Bereich „Datenschutz und Sicherheit“ in den Chrome-Einstellungen und wählt dort die Option „Datenschutz bei Anzeigen“ aus. Hier lassen sich nun die folgenden drei Bereiche manuell konfigurieren:

  • Werbethemen – Themen zu deinen Interessen basieren auf deinem aktuellen Browserverlauf und werden von Websites verwendet, um dir personalisierte Werbung zu zeigen.
  • Von Websites vorgeschlagene Werbung – Websites, die du besuchst, können feststellen, was dir gefällt, und dir dann Werbung vorschlagen, wenn du hinterher im Internet surfst.
  • Erfolgsmessung von Anzeigen – Websites und Werbetreibende können die Leistung ihrer Werbung analysieren.
11. Sep 2023 um 14:53 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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    19 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Die wichtigsten einstellung sind doch eher: wo lade ich firefox runter und wo deinstalliere ich Chrome

  • war ja klar, dass Google nur die eine Datensammlung durch eine andere und dann auch noch eine proprietäre ersetzt und dann noch so unverschämt ist, das mit Privacy zu verkaufen.

  • Das gibt es bei Android schon seit Wochen.
    Nur, wie es bei Chrome auf Android irgendwie ist, immer, nach dem man in den App-Einstellungen mal alle Daten löscht, hat man beim nächsten Start ein neues Design.
    Deswegen habe ich mal beim erneuten einrichten diesen Hinweis wie im Screenshot bekommen, mal nicht.
    Ist wahrscheinlich irgendeine sehr merkwürdige Art von Beta-Test, obwohl ich das ganz normale Chrome für Android habe.

  • So ein Schrott.
    Ich frage mich ja sowieso, wer noch auf Chrome setzt. Jeder weiß doch, was Google da mit den gesammelten Daten macht.

    Ich bleibe beim Safari mit Private Relay und der Advanced Tracking and Fingerprinting Protection.
    Die Cover Your Tracks Testseite der EFF zeigt zwar einen Unique Fingerprint an, hat ansonsten aber einen guten Schutz.

    Ich denke Apple hat hier einen sehr guten Mittelweg gefunden.

    Noch mehr Privacy geht natürlich (gerade mit DuckDuckGo-Browser), bedeutet aber, dass man mehr einstellen und im Zweifel mehr Probleme ertragen muss.

  • Microsoft Edge benutzt ja auch das Chrome Framework.
    Ich hoffe dennoch, dass diese „Feature“ deswegen nicht automatisch dort Einzug erhält.
    Vielleicht weiß jemand anderes dazu mehr. Ich kenne mich mit der in Edge hinterlegten Architektur nicht aus.

  • Themeneinordnung halte ich für halb so wild. Deaktiviert ist es trotzdem. Aluhutträger sagen jetzt es wird ja eh alles weiterhin gesammelt ;)

  • Statt dem einzelnen Websitebetreiber die Möglichkeit zu geben, anonymisierte Daten zur Optimierung seiner Plattform zu geben – wenn man was kaufen will, solls ja auch möglichst einfach gehen – geben wir Google einfach unseren gesamten Browserverlauf. Na klar! Vor allem war das damals schon absehbar, dass es in diese Richtung gehen wird, als man den ersten Entwurf der DSGVO veröffentlicht hat.

  • Finde den Chrome-Menüpunkt „Datenschutz bei Anzeigen“ überhaupt nicht in den Einstellungen –> Datenschutz & Sicherheit. Bezieht sich das nur auf den Mac und nicht auf iOS? Update hab ich letzte Woche gemacht.

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