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Nach fast 50 Updates

Plötzlich umentschieden: Apple will 30-Prozent-Beteiligung an Spenden

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78 Kommentare 78

Die Meditations-Applikation Insight Timer liefert ein schönes Fallbeispiel dafür, warum der App Store nicht allein der Kontrolle Apples überlassen werden kann, sondern die hier aktiven Entwickler rechtliche Leitplanken benötigen, die mit Implementierung der neuen, europäischen Digitalgesetze, nun Schritt für Schritt errichtet werden sollen.

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Nach fast 50 Updates

Zeigt der Fall der Achtsamkeits-Anwendung, doch eindrücklich wie hilflos die im App Store aktiven Entwickler, den teils tagesformabhängigen Entscheidungen Apples ausgeliefert sind, mit denen Cupertino maßgeblich auf Ertrag und Zukunftsfähigkeit, der im App Store angebotenen Applikationen Einfluss nehmen kann.

Im Fall der Meditations-Applikation Insight Timer, geht der verantwortliche Unternehmenschef Christopher Plowman gerade wegen einer plötzlichen Umentscheidung Apples auf die Barrikaden. Die seit fast 50 Aktualisierungen in der Anwendung angebotene Spendenfunktion, die Meditationsteilnehmer für Geldspenden an ihre Lieblingslehrer nutzen können, wird von Apple jetzt nicht mehr akzeptiert.

Spenden plötzlich „digitale Inhalte“

Die App-Store-Einlasskontrolle entschied Ende letzten Jahres, dass die Spendenfunktion zukünftig als Kaufoption für „digitale Inhalte“ gewertet werde und damit den üblichen Provisionen unterliegt.

Dabei hat sich App-Anbieter Plowman akribisch an Apples Regelwerk gehalten und dafür Sorge getragen, dass hundert Prozent der Spenden bei den jeweiligen Meditationslehrern ankommen und die App-Anbieter selbst ausschließlich von den ebenfalls in der App angebotenen Abonnements profitieren. 2023 erwirtschaftete Insight Timer hier rund 20 Millionen US-Dollar und reichte die übliche Umsatzbeteiligung von 30 Prozent davon durchgängig an Apple weiter.

Dies scheint Cupertino nun jedoch nicht mehr auszureichen. Wie das Startup-Portal Techcrunch berichtet, würde Cupertino vom Spendenaufkommen der App, das derzeit bei etwa hunderttausend Euro monatlich liegt, nun die üblichen dreißig Prozent verlangen.

Apple hat den Vorfall auf Rückfrage nicht kommentiert.

22. Feb 2024 um 12:31 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • HETZENzhbabbler

    Wird bei Twitch und YouTube auch so gehandhabt. Selbst in Deutschland muss man für spenden ein gemeinnützigen Verein angemeldet haben um darauf keine 19% abzuführen.

      • Man sollte aber schon zwischen einer Spende und einer umbenannten Zahlung an einen Dienstleister, hier den Meditationslehrer, unterscheiden.

        Beim Lesen der Überschrift dachte ich erst an gemeinnützige Spenden. Das wäre eine Frechheit gewesen.

        Das hier ist nur schwer als Spende zu verstehen.

    • HETZENzhbabbler

      Überhaupt ein Ding das Apple da noch nicht zugelangt hatte. Wäre doch eine schöne trickreiche Geldquelle gewesen.

    • Was für ein Idiom..
      immer nach dem Motto ich weiß was..
      uhhh 19% UST/MwSt.
      und was hat Dt. Vereinsrecht mit der Sache zu tun..
      – ich will es von Ihnen gar nicht wissen.

      • Er hat doch vollkommen recht, es ist juristisch leine Spende, sondern eine ganz normale Entlohnung auf freiwilliger Basis. Du kannst gern mal diese „Spende“ bei der Steuer einreichen, das Finanzamt lacht dich dann auch aus.

    • Die haben in ihren Bedingungen stehen, dass die das unter den Umständen ohne Provision weiter geben, und halten sich einfach nicht mehr daran, wenn man da ein Update einreicht? Und von Kleinunternehmern, die keine Umsatzsteuer zahlen hast du vermutlich auch noch nichts gehört, oder?
      Aber gut, bei deinen Kommentaren geht es wohl mehr drum Apple zu verteidigen, als um Fakten.

      • @Tom schrecklich diese menschen, die, egal was apple anstellt, immer zu „ihrem“ apple halten, sie verteidigen und alles schönreden! Apple ist nun mal eine Geldgierige Firma, die fast bei nichts Skrupel hat, wie dieses Beispiel mal wieder zeigt!

      • Und von Kleinunternehmern, die keine Umsatzsteuer zahlen hast du vermutlich auch noch nichts gehört, oder?
        >Du meinst Apple oder?

      • @Emilio: einfach zu köstlich… Du beschwerst Dich, dass andere ( „Fanboys“) Apple nicht differenziert genug beurteilen und begründest den Vorwurf dann deinerseits mit einer undifferenzierten Pauschalaussage zu Apple.

        Das ist intellektuell fast nicht mehr zu toppen!

      • Bei 100.000€ Umsatz monatlich wären sie schon nach einer Woche aus der Kleinunternehmerregelung raus.

    • Das zeigt ja wohl, dass diese ganzen Konzerne den Hals nicht voll bekommen! Ekelhaft!

    • Ich glaube Spende trifft es hier nicht. Trinkgeld ist wohl das bessere Wort. Das wiederum ist in D steuerfrei, so denn Bar entrichtet. Ansonsten entfällt EKS.
      Ob, das nun bei dieser App zusätzlich sein, ist evtl. sachlich richtig (Richtlinien gerecht). Ein Gschmäckle bleibt wohl und macht den Apfel nach wie vor nicht sympathischer bzw. zeigt, dass die Marktmacht hier einfach gebrochen werden muss.

  • Die kriegen den Hals nicht voll. Bin mal gespannt, wann die Nutzung des Iphones mit einer monatlichen Gebühr belegt wird.

    • Da kannst dich schon drauf einstellen. Iphone oder Ios-Funktionen im Abo.

      • Ich kann dir auch jetzt schon sagen welche: Erweiterte KI-Funktionen, welche grossspurig angekündigt werden, aber dann ganz überraschend extra Kohle kosten. Wer wettet dagegen?

    • Hardware auf Abo-Basis ist doch längst in Vorbereitung. Ob’s kommt, wer weiß. Aber angedacht ist es längst, hatte ifun glaube ich auch schon mal drüber berichtet.

      • Gibt es nicht in den USA dieses „Jedes Jahr ein neues iPhone“-Modell, bei dem man monatlich an Apple einen Betrag X zahlt und dann das Gerät immer gegen das aktuellste tauscht? Wäre ja durchaus so etwas wie ein Abo.
        In Deutschland ist das jedoch rechtlich nicht so einfach umzusetzen.

      • In Deutschland gibt es das auch aber nicht direkt von Apple. 1&1 bietet so etwas an.

    • Die Formulierung „Ich bin mal gespannt, wann“ ist stets eine Einleitung für eine implizite Unterstellung und reine Polemik

  • Also bald 30% des Trinkgelds und co. jeder Taxifahrt, Essenslieferung usw.
    Ich glaube das wird auch einem Weltmarktführer wie Apple nicht ohne Konsequenzen überstehen.

    Aber rein betriebswirtschaftlich wird das sinnvoll sein. Auch wenn dann ein paar hater gehen.
    Apple kopiert ja eh jede erfolgreiche App und bringt sie mit etwas besserer Systemintegration aber geringerem Umfang in iOS

    • HETZENzhbabbler

      Du glaubst auch wohl das die Trinkgelder von Lieferando an den Lieferanten gehen. Haha. Und morgen kommt der Weihnachtsmann.

    • So gewisse wichtige Informationen fählen hier im Artikel. „[…] Apple compromised and said it would allow the donations’ link on teachers’ profiles to be subject to its commission-free rules, but all other donations — from live events, from meditations themselves — had to be commissioned. […]“
      Keine Ahnung wie viele Lehrer da arbeiten (laut Artikel hat der Anbieter 100 Angestellte, aber sind es auch die „Lehrer“?), aber 100.000 EUR monatlich als reine Spende zu verteilen ist schon krass.

      Antworten moderated
    • Hab den Lieferando Typen letztens erst gefragt. Der sieht davon nichts. Warum? Keine Ahnung. Ich hatte einmal keine 2€ Bar dabei. Ab jetzt immer.

  • Naja, Spenden im herkömmlichen Sinne sind das ja nun nicht. Den Meditationslehrern kann man durchaus eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellen.

  • Apple zieht jetzt auch 30% ihrer PRODUCT(RED) Einnahmen von der Gesamtspende ab.

    Und im nächsten Jahr müssen dann auch alle Spendenorganisationen 30% ihrer Gesamteinnahmen an Apple spenden.

    „Brot für die Welt“ hat schon reagiert und direkt umbenannt in „Brotkrümmel für ein paar Leute“.

    Antworten moderated
  • Apple soll mal lieber vor der Haustür kehren. HomeKit hat bei mir seit Jahren nie 100% funktioniert. Szenen ändern sich wie von Geisterhand selbst. Ich kaufe mittlerweile keine Produkte mehr, wegen HomeKit. Bei Lampen ausschließlich Hue. Das funktioniert immer.

  • Finde ich richtig. Sonst könnte man ja jede gewerbliche Transaktion als „Spende“ kennzeichnen, um Steuern und Abgaben zu umgehen.

    • Der Unterschied ist, Du musst nichts spenden und kannst, wenn doch, die Höhe selber festlegen.

      • Das hieße, daß ich als Arbeitgeber meinen Angestellten Geld spende anstelle ihnen ein Gehalt zu zahlen und diese Spenden dann steuerlich geltend mache. ;-P

    • Ja, irgendwie klingt das so!
      Natürlich ist das unerfreulich für die Meditationslehrer, aber es ist auch nicht richtig ein Honorar als Spende zu deklarieren und damit Steuerzahlungen zu vermeiden.
      Vermutlich nimmt Apple aus diesem Grund nun auch „Gebühren“, um Probleme wegen Begünstigung von Steuervergehen zu vermeiden.
      Das wäre meine Gedanke zu der Angelegenheit. Vielleicht gibt es ja hier jemanden der die Situation genauer einschätzen kann.

    • Man stelle sich mal vor, Apple würde hier die Steuern umgehen.

      Antworten moderated
  • Cupertino bekommt halt den Hals nicht voll. ES bleibt wirklich zu hoffen das sich der Endkonsument in Zukunft überlegt ob er Apple Produkte kauft.
    Denn Apple wird weiterhin sehr „kreativ“ sein, um neue Geldquellen zu erschliessen.

    • Man sollte aber schon zwischen einer Spende und einer umbenannten Zahlung an einen Dienstleister, hier den Meditationslehrer, unterscheiden.

      Beim Lesen der Überschrift dachte ich erst an gemeinnützige Spenden. Das wäre eine Frechheit gewesen.

      Das hier ist nur schwer als Spende zu verstehen.

  • Na ja… „Spenden“ ? Eher eine finanzielle Entlohnung. Besonders km esoterischen Bereich wird oft von „Energieausgleich“ oder „zahl was es dir Wert ist“ gesprochen und meint letztendlich nichts anderes als schnöde Bezahlung für eine Dienstleistung.

  • Das ist quasi so, als wenn ich dem Kellner Trinkgeld gebe und der Restaurantbesitzer hält die Hand auf. Eine richtige Glanzleistung von Apple. Wundert mich aber nicht.

  • Mich stört nicht mal so sehr an der Geschichte dass Apple hier die Hand aufhält, mich stört eher dass es lange Zeit egal war und plötzlich umgestellt wird. Für mich definitiv wieder ein Zeichen für: man kann Apple nicht vertrauen, heute so morgen anders. Ich freue mich auf die Alternativen Stores und hoffe, dass Apple genauso bescheiden kontrolliert wie aktuell und es auch Stores geben wird die nicht von Apple drangsaliert werden und dass die EU hier weiter ein Auge drauf hat.

    Antworten moderated
  • Finde ich total richtig. Das sind keine Spenden sondern Trinkgeld.
    Und nur weil es bisher durch gegangen ist, muss das nicht dauerhaft so sein.

    Und „Apple reicht das jetzt scheinbar nicht“ ist auch eine ordentlich Unterstellung von iFun mal wieder

  • Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich von dieser Praktik seitens Apple halten soll.

    • Ich weiß dabei auch nicht, wie man die „freiwillige“ Zusatzentlohnung, als Bezahlung, an einen Meditationslehrer als Spende deklarieren kann.

      Ich lasse mich von meinem AG gerne ab sofort per Spende bezahlen (ja ich weiß, geht bei Privatpersonen nicht). Die gesparten Steuern teilen wir uns dann. Mal schauen, was der Fiskus dazu sagen wird.

  • Als Shareholder begrüsse ich so ein Vorgehen, das wird die Marge in meinem Sinne noch mehr value bringen. ! Hoffe Apple wird das auch auf die Apple Pay Schmarotzer ausdehnen, den der Griff zum Portmonee zu weit war ! Bei den Streaming Diensten sehe ich auch noch sehr grosses potential das komunistische Gesinnnugns Potential von Familie Abos die dann eh nur geshared werden zu reduzieren und nur noch 1 Account 1 zahlbares Abo pro Musik Richtung und Film/Serien Genre !

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  • „…wie hilflos die im App Store aktiven Entwickler, den teils tagesformabhängigen Entscheidungen Apples ausgeliefert sind..“

    Wenn ich mein eigenes Produkt verkaufen will, kann ich nicht erwarten, dass ich es kostenlos im nächsten Supermarkt anbieten kann. Ebenso kann ich mich doch auch nicht darauf verlassen, dass dieser Supermarkt auf ewig die gleichen Konditionen anbietet. Es ist doch überall das gleiche „Risiko“? Klar, Supermärkte gibt es schon lange, da hat sich vieles etabliert. Der App Store ist halt noch nicht „fertig“ entwickelt, daher ist auch das Risiko für Veränderungen größer. Dessen muss man sich einfach bewusst sein, wenn man sein Lebensunterhalt aus dem App Store beziehen will.

  • Da könnte ja jeder seine Einnahmen als Spenden deklarieren.
    Richtiger Schritt, aber 30 Prozent finde ich etwas hoch.

  • Also hier dreht das Problem-Komma ja völlig durch…
    So sollte es lauten:

    Zeigt der Fall der Achtsamkeits-Anwendung doch eindrücklich, wie hilflos die im App Store aktiven Entwickler den teils tagesformabhängigen Entscheidungen Apples ausgeliefert sind, mit denen Cupertino maßgeblich auf Ertrag und Zukunftsfähigkeit der im App Store angebotenen Applikationen Einfluss nehmen kann.

  • Und es geht gleich weiter:

    Im Fall der Meditations-Applikation Insight Timer geht der verantwortliche Unternehmenschef Christopher Plowman gerade wegen einer plötzlichen Umentscheidung Apples auf die Barrikaden.

  • Gierig und asozial.
    Nur noch einen Computer weil der unbedingt für Filemaker benötigt wird.

    Antworten moderated
  • Bei monatlich 100.000$ zusätzlich generierten Einnahmen muss wohl davon ausgegangen werden, dass es sich um einen klaren Bestandteil des Business-Modells (Entlohnung der Lehrer) handelt. Insofern ist die Entscheidung Apples nachvollziehbar.
    Ich schließe mich zudem den o.g. Einschätzungen an, dass der Begriff „Spenden“ hier definitiv nicht passt.

  • Wahnsinn! Wenn ich im dem Pizzaboten 3 Euro Trinkgeld gebe, dann rechne ich doch in der Realität DAMIT, dass der Pizzabote 3 EURO erhält.
    Weil ich einfach möchte, dass der Service besser entlohnt wird.

    Die ganzen Indie-Entwickler, die uns Usern Apps oder Dienste liefern und versuchen, auf diese Weise eine für sie faire Entlohnung zu erhalten sind von heute auf morgen vor den Kopf gestoßen.
    Am Ende geht dies auf Kosten der Kreativität. Nur große Buden werden das noch praktizieren.
    Echt mies! Ich bin zufrieden im Apple-Kosmos, aber das Gebahren von diesem Unternehmen geht schon echt in Amazon-Richtung. Super armselig.

    Antworten moderated
  • Wie verwirrt alle in Deutschland sind, sieht man hier in den Kommis. Die Spende in dieser App hat nichts mit einer Spende nach deutschem Recht zu tun. Die Spende in der App wird nach den Leitlinien des AppStores getätigt. Um als Spende im AppStore durchzugehen müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Solche Spenden werden dann von den 30% ausgenommen. Nochmal zum Verständnis an alle „Spende im AppStore“ ungleich „Spende nach deutschem Recht“.
    @ifun: Bitte Artikel Almantauglich schreiben.

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