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Noch Unterstützer gesucht

Patreon-Projekt: Entwickler will Linux für M1-Prozessoren anbieten

16 Kommentare 16

Der Programmierer Hector Martin will Linux für Apples M1-Prozessoren bereitstellen. Ein Konzept, hinter dem Linux-Kopf Linus Torvalds zwar wenig Potenzial sieht, dessen wir uns aber gerne eines Besseren belehren lassen. Großes Interesse scheint zweifellos vorhanden, denn das Projekt Marcan hat auf Patreon im Handumdrehen genug Unterstützer gefunden, um durchzustarten.

Mit dem Erreichen seines ersten Ziels innerhalb von 24 Stunden sieht sich Martin in der Lage, ausreichend Zeit zu investieren, um das Projekt voranzutreiben. Er merkt allerdings auch an, dass derzeit längst nicht ausreichend Finanzen für eine Tätigkeit in Vollzeit bereitstünden und bittet daher um weitere Unterstützung. Damit verbunden lassen sich auf Patreon monatliche Support-Beiträge ab 3 Euro wählen.

Ziel sei es, eine voll lauffähige Linux-Portierung für Apples M1-Prozessoren zu erstellen. Linux lediglich im Rahmen einer Tech-Demo auf den Apple-Prozessoren zu zeigen, sei vergleichsweise einfach. Das Marcan-Projekt soll dagegen in einer Linux-Version für Apple-Prozessoren münden, die sich im Alltagseinsatz bewähren kann.

To do this, there is a huge amount of work to be done. Running Linux on things is easy, but making it work well is hard. Drivers need to be written for all devices. The driver for the completely custom Apple GPU is the most complicated component, which is necessary to have a good desktop experience. Power management needs to work well too, for your battery life to be reasonable.

Wer das Projekt unterstützen will, kann sich bei Patreon über die Planung und aktuelle Zwischenstände informieren. In seinem heute veröffentlichten Beitrag zeigt sich Martin begeistert von den initialen Unterstützung für sein Vorhaben. Die Arbeit soll im Januar beginnen, zeitgleich werden dann auch die ersten Unterstützerbeiträge abgebucht. Der Entwickler freut sich besonders auch über direkten Kontakt zu erfahrenen Kollegen und deren Input. Martin hat in der Vergangenheit bereits ähnliche Projekte realisiert und Linux unter anderem auf Spielekonsolen zum Laufen gebracht.

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01. Dez 2020 um 15:02 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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  • Man sollte noch erwähnen: Es ist nicht einzigartig von ihm, sondern er hat laut Heise Newsticker bereits für die Playstation 4 ein weitestgehend voll funktionsfähige Linux-Distribution entwickelt (Vorsicht, nicht nur Linux, weil das ist nur der Kernel).

  • Möchte man mit einer Distri, basierend auf einem Ein-Mann-Projekt, ernsthaft arbeiten? Mit einer VM und seiner Linux-Distri nach Wahl ist man da in jedem Fall besser aufgestellt …

    • N Flugzeug basiert auf einem 2 Mann Team. Denk Ma drüber nach

      • Nicht ganz. Vorher haben Tausende Ingenieure den Flieger entwickelt, inkl. aller Zulieferer. Und am Boden gibt es dann noch die sehr wichtigen Fluglotsen.

    • Das ist vollkommen falsch. Die Zeit hätte er gar nicht zeitnah eine lauffähige vollständig Linux-Distribution zu programmieren. In der Regel passt man eine vorhandene Distribution an (fork). Ein Beispiel ist Raspbian, das basiert auf die Linux-Distribution Debian (Ubuntu basiert auch auf Debian!). Die Variante für ARM von Debian ist schon längst da. Raspbian entstand, weil man den Linux-Kernel evtl. speziell für diesen Prozessor anpassen musste und auch schon alle Module (vergleichbar mit Treiber in Windows) integriert sein sollten, damit neue Anwender vom Raspberry Pi nicht erst Linux patchen müssen und dann komplett neu kompilieren müssen (eigentlich kein sehr großer Aufwand – als Basis könnte man Gentoo nehmen). Mittlerweile ist dies nicht mehr nötig, da ab Linux ca. 4.5 die Module für Raspberry Pi 4 und darunter inzwischen im Kernel enthalten sind. Er muss evtl. Linux für den M1 anpassen (auch ohne Anpassung läift Linux vermutlich ohne Probleme, da es ARM ist und vermutlich abwärtskompatibel ist, aber um andere vorteilhafte Funktionen zu nutzen, muss der Kernel angepasst werden). Schwierig ist evtl. die Distribution (user land) so weit anzupassen, so dass Apple EFI erlaubt auf dem Gerät zu funktionieren. Also die Distribution ist nicht von einer Person, also die Befürchtung ist unbegründet.

      Übrigens: Linux entstand durch eine einzige Person. ;-)

  • Die Idee is schon nicht schlecht …
    denn wenn die ersten M1 für Apple ausgedient haben,
    sind sie für Linux eventuell noch vernünftige Rechner.

    • Schon, aber warum sitzt da einer dran und nicht ein Team von Ubuntu oder Debian und passt die Kernel und Treiber an ihre Distributionen an die sie schon haben? Es ist doch sicher nicht mehr Arbeit als das bei einem Raspberry zum Laufen zu bekommen, oder?

      • Die Masse macht das geschÄft. Wieviele Leute werden auf nem m1 wohl minix kloppen?
        Wohingegen linux auf nem Pie das Mittel der Wahl is

      • Es stellt sich immer die Frage wie gross der Markt/Bedarf ist. Wenn es Open Source ist, spielt es auch keine Rolle wieviel Entwickler daran arbeiten.
        Technisch sollte Linux auf ARM keine grosse Herausforderung sein. Aber die Einschränkungen von Apple könnten es schwierig machen, ein System für den M1 zu programmieren.

      • @Breitl: Was hat Linux mit Minix zu tun. Praktisch nichts, nur theoretisch. Es wurde für das erste Linux als Vorbild genommen, aber Linux ist kein Microkernel wie Minix. Linux war ein monolithischer Kernel. Inzwischen ist er (ich glaube seit 2.0) ein modularer Kernel, was zwar näher, aber noch immer kein Microkernel ist. Nach ca. 7 Jahren (wenn Apple den Support für das macOS, welches darauf noch angepasst ist), wenn der Support eingestellt wurde (aber Hardware Support evtl. noch etwas weiter läuft), wird es sicherlich einige Anwender geben.

      • Gerade nebenher ein Film schauen … da entstehen ab und zu grammatisch seltsame Sätze, aber es scheint verständlich genug zu sein, weshalb ich dies dabei belasse. Falls doch etwas unverständlich, bitte einfach nachfragen.

      • War verständlich, aber das mit minix war nicht ich, ich wusste bis eben nicht mal was das ist ;)

        Aber danke für deine Erläuterung ein paar Posts weiter oben. Sehr interessant.

    • Ich meine,
      da nimmt man einfach ein abgeschottetes Chip-Konstrukt, portiert darauf Linux und gut?!

      So einfach stelle ich mir das nicht vor.
      Aber schön, dass das jemand versucht …
      weil Hardware, eben jenseits des Kapitalismus, nutzbar ist.

      Und wenn sie sich, als Linux ( ich weiß, der Ur-Gedanke ) endlich auf eine „philosophische“ und gemeinsame GUI einigen könnten, und nicht wie Windows, mit 1.000 Möglichkeiten auseinandersetzen und brüsten müssten … wer weiß.

      • Abgeschottet? ARM ist nicht abgeschottet. Zudem ist auch geplant, dass Windows 10 darauf laufen können wird, nur der Kernel muss noch angepasst werden (dort wie Minix ein Microkernel). Ein Entwickler hat angeblich schon Windows 10 darauf starten können (aber inwieweit und was dort alles funktionierte, stand nicht im Artikel).

      • Kleine Korrektur: Bei Windows 10 natürlich nur der Kernel, sondern auch das „user land“. Es gibt schon irgendein Windows 10 für ARM (Windows 10 IOT), aber die bekannte Desktopumgebung ist nicht oder kaum umprogrammiert für ARM. Wenn das läuft, läuft damit z.B. Photoshop natürlich noch nicht. Die muss Adobe anpassen, wobei sie dies schon zum Teil getan haben für macOS 11(.0.0), wie auch andere Programme anderer Hersteller.

  • Die Frage eines Laien (ich): Warum sollte jemand Linux wollen auf einem Mac, wenn da doch seit OSX Unix drauf ist?

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