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Fertige Strategie im ersten Quartal 2026

Open-Source-Strategie: EU-Kommission bittet um Feedback

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24 Kommentare 24

Die Europäische Kommission bereitet eine neue Strategie für offene digitale Ökosysteme vor und bittet dazu um Rückmeldungen aus der Praxis. Mit der Initiative will die EU ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern verringern und den offenen Software-Ansatz gezielt unterstützen.

Europa Digital

Entwickler, Unternehmen, Verwaltungen und Forschungseinrichtungen können sich bis Anfang Februar beteiligen.

„Open Source“ soll wichtiger werden

Open-Source-Software steckt heute in fast allen digitalen Angeboten, vom Betriebssystem über Apps bis hin zu Cloud-Diensten. Viele dieser Programme werden auch von Entwicklerinnen und Entwicklern aus Europa mitgestaltet. Trotzdem greifen Behörden und Unternehmen hierzulande häufig auf Technik zurück, die von großen Anbietern außerhalb der EU kontrolliert wird. Das macht abhängig, schränkt Alternativen ein und kann bei Sicherheitsfragen problematisch werden.

Zwar entsteht ein Großteil der offenen Software gemeinschaftlich, der wirtschaftliche Nutzen landet aber oft bei internationalen Konzernen. Da offene Software künftig auch in besonders leistungsfähigen Rechenzentren und bei neuen Internetdiensten eine größere Rolle spielt, sieht die EU hier Handlungsbedarf.

Wo es hakt und was Brüssel ändern will

Nach Einschätzung der Kommission fehlt es vielen Open-Source-Projekten nicht an Ideen oder engagierten Teams, sondern an passenden Rahmenbedingungen. Der Schritt von der Entwicklung in den breiten Einsatz scheitert häufig an Finanzierung, fehlender Infrastruktur oder unklaren Zuständigkeiten.

Förderprogramme für Forschung allein reichen dafür nicht aus. Die geplante Strategie soll deshalb nicht nur die Entwicklung unterstützen, sondern auch den Einsatz offener Software in Verwaltung und Wirtschaft erleichtern. Vorgesehen ist ein Rahmen, der Projekte von der ersten Idee bis zur Nutzung im Markt begleitet und bestehende EU-Programme ergänzt.

Aufruf zur Beteiligung bis Februar

Für die Ausarbeitung der Strategie sammelt die Kommission nun Rückmeldungen. Gesucht werden konkrete Hinweise darauf, wo Open Source heute ausgebremst wird, welchen praktischen Nutzen offene Software bietet und welche Maßnahmen auf EU-Ebene helfen könnten. Die Online-Befragung läuft bis zum 3. Februar 2026. Die fertige Strategie soll im ersten Quartal 2026 vorgestellt werden und dann als Leitlinie für den weiteren Umgang mit Open Source in Europa dienen.

16. Jan. 2026 um 08:54 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Ausgebremst? Siehe Bayern mit MS = Markus Söder.
    Verschwörungstheorie: die Initialen sind gleich.

  • Man vergisst leicht den erhöhten Mehraufwand für OpenSource. Ich bin ein Befürworter, aber die bisherigen Ansätze waren einfach der Austausch der Software. Das klappt so nicht. Da muss der Umgang seitens der Admins angepasst werden und die Nutzer müssen sich darauf einlassen.

  • flauschibärchen

    Finde ich super!

    Wäre ich selber auch motiviert mitzuprogrammieren wenn einem in einer Behördensoftware etwas nicht gefällt – kann man es direkt ändern und zeigen wie es besser geht

  • Damit das aber allumfassend fruchtet, muss man aber auch Konsortium Konstrkte, wie sie bei HDMI herrschen, dazu zwingen, Technologie für alle freizugeben und sich nicht hinter Patenten und Lizenzen zu verstecken.
    Unter Linux lässt sich nämlich die volle HDMI 2.1 Spezifikation (vrr usw.) nicht nutzen, weil das HDMI Konsortium AMD die Implementierung untersagt…

    Wenn eine Kernfunktion wegen solcher Barrieren nur geschlossenen Plattformen zugänglich ist, wirds mit der open source Strategie schwierig.

  • Läuft das dann so wie mit der Zeit Umstellung?

    Was sollen allgemeine Fragen, die sind alle und zur Gänze beantwortet.

    • Zeitumstellung ist ein sehr gutes Beispiel. Man versucht mit einer wirklich dämlichen Frage das Thema vom Tisch zu bekommen. Denn wenn wir die Zeitumstellung abschaffen würden, wäre die Winterzeit DIE Zeit. Denn die Winterzeit ist die Normalzeit und die Sommerzeit weicht von der Normalzeit um eine Stunde ab. Wenn man die englische Übersetzung von Sommerzeit heranzieht, wirds eigentlich klar „daylight-saving-time“.
      Also stellt sich die Frage nach der Zeit überhaupt nicht, wir müßten nur die sommerliche Abweichung abschaffen.

      Und genauso ist es mit der Frage nach OpenSource. Überall gibt es Antworten, die perfekt auf das Thema passen. Aber jetzt wird offiziell gefragt, mit der Hoffnung, daß man das Thema dann auch ignorieren kann.

      Es ist übrigens nicht so, daß Nerds fordern, „ihr“ Linux zu verbreiten. Es ist die Forderung nach Unabhängigkeit. Binde ich mich an Microsoft, kann der mit der (un)schönen Frisur schnell mal den Stecker ziehen. Ist man hingegen unabhängig davon, dann klappt das nicht so schnell. Klar wird man in der IT nicht alle weltweiten Abhängigkeiten abschaffen können, aber zumindest Dokumente in einem zertifizierten ISO-Standard zu verbreiten, anstelle von proprietären Formaten, wäre schon mal ein Anfang. E-Mail geht auch ohne Outlook und Exchange.
      Auch zu großen Hypervisor-Anbietern gibt es Alternativen. Durch die Preiserhöhung und Umstrukturierung bei Broadcom sind viele von VMWare zu einem anderen Hypervisor gewechselt. Z. B. Proxmox.
      Und DNS / DHCP, Firwalling und Routing waren sowieso immer die Stärken von Unixoiden Systemen.

  • So viele Jahrzehnte zu spät!

    Man fragt sich was die EU all die Jahrzehnte gemacht hat.
    USA dort, China da.

    Und wir hier sind das Nokia geworden.

    @Rikibu

    Richtig, ohne harten Kurs von oben werden die US Unternehmen, nicht freiwillig mitmachen.

    • Bisher war es einfach bequem, sich den Freund USA anzuhängen.
      Nachdem es nunmehr die Götterdämmerung gibt, die sich schon seit fast 20 Jahren abzeichnet (die Freundschaft von Seiten der USA bröckelt schon seit langem), muss eine andere europäische Strategie her.
      Aber immerhin: Lieber späte Erkenntnis als gar keine!

    • Ich erinnere mich an den Beginn der Regierungszeit von Angela Merkel. Damals wurde diskutiert, ob wir ein Digitalministerium braucht – kurze Antwort nein.

      Wir darauf hinaus, eu besteht aus Mitgliedsstaaten und Deutschland hat dort Gewicht. Vielleicht lags nicht an der Institution EU sondern an den Mitgliedern.

  • Open Source ist meiner Meinung nach sinnlos, wenn es nicht definiert wird, dass man es mit und für Linux umsetzt. Wenn wir weiterhin von Microsoft und MacOS abhängig sind, bringt das Prozedere drumherum nichts. Ich baue auch keine 2. Etage, wenn die 1. Etage zu einstürzen droht.

    Die Heinis müssen langsam begreifen dass Linux die Zukunft und unser Standbein sein muss. KI läuft auf Linux. So viele neue Jobs könnten damit entstehen

    • Sogut wie alles das nicht vom nutzer direkt angefasst wird läuft unter linux

      • Richtig, ich hatte KI (LLM) extra betont, weil dort mit Linux feinjustiert wird und es deshalb das OS der Zukunft ist. Ein Markt den wir JETZT besetzen müssen, das würde auch Unmengen an neuen Arbeitsplätzen schaffen

    • Ist nicht schwarz weiß und würde deiner Darstellung widersprechen. Natürlich kann es durchaus Sinn machen ein Windows Betriebssystem zu haben und darauf aufbauend Open Source zu nutzen.

      • Ich hatte mich explizit darauf verständigt, weil wir morgen nicht wissen können, ob die USA noch unser Freund ist oder eben nicht. Das geht Hand in Hand mit der Digitalen Souveränität und da bringt es nichts, das Fundament zu renovieren und dort Pläne zu schmieden, wenn wir gar ein eigenes Fundament brauchen. Ganz von 0 können wir nicht anfangen, also bleibt nur Linux.

        Open Source für Windows wird wieder nur bedeuten, das Gelder in SAP und Co. verbrannt werden und wir wieder keinen eigenen wirklich Unabhängigen Dienst haben

        Zu mal Open Source unter Windows gibt es genügend, nur nutzt es die breite Masse halt nicht, mit Linux wird es spannender wenn man sich neue Programme zusammensuchen muss und es Open Source Möglichkeiten gibt für den kostenfreien Wechsel, erst dann wird man sich umschauen und nicht auf Office zurückgreifen, weil es schon vorinstalliert ist

  • Bin gespannt. Wenn mit einer Sache kein Geld verdienen werden kann und man Nutzer nicht mehr so leicht schröpfen kann, dann sehe ich schwarz, auch wenn ich persönlich den OpenSource Ansatz unterstütze.

  • Der unberechenbare Orangenmann zeigt auch dem letzten Politiker auf, dass wir uns in wesentlichen Infrastrukturfragen nicht in Abhängigkeiten begeben dürfen.
    Auch Unternehmen verstehen das langsam.

    Ich hoffe, dass OpenSource einen deutlich Aufschwung erlebt und Projekte stärker gefördert werden.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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