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Neue EU-Vorgaben für Versandverpackungen

Neue Verpackungsregeln: EU nimmt Versandkartons ins Visier

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Mit dem heutigen 12. August gelten in der Europäischen Union neue Vorgaben für Verpackungen und Verpackungsabfälle. Die sogenannte PPWR vereinheitlicht die Regeln in den Mitgliedstaaten und betrifft künftig den gesamten Weg einer Verpackung von der Gestaltung bis zur Entsorgung. In Deutschland tritt gleichzeitig das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz in Kraft.

Verpackung Onlinehandel

Die beiden neuen Regeln sollen dafür sorgen, dass sich der immense Verpackungsmüllberg von aktuell knapp 180 Kilogramm pro Jahr und Kopf langfristig deutlich verringert.

Für Verbraucher bleiben die bekannten Sammelsysteme mit Altpapier, Altglas sowie gelber Tonne und gelbem Sack zunächst bestehen. Sichtbare Änderungen folgen schrittweise. Die EU-Verordnung sieht unter anderem Vorgaben zur Recyclingfähigkeit, zur Wiederverwendung und zur Verringerung des Verpackungsaufkommens vor. Bis 2030 sollen die Verpackungsabfälle pro Einwohner gegenüber 2018 um mindestens fünf Prozent sinken. Bis 2040 beträgt das Ziel 15 Prozent.

Kleinere Kartons im Onlinehandel

Für Technikbestellungen ist vor allem eine Regel interessant, die ab 2030 greift. Die EU nimmt ausdrücklich Verpackungen aus dem Onlinehandel in den Blick. Bei Versandkartons dürfen dann höchstens 50 Prozent des Volumens ungenutzt bleiben. Dabei zählt auch der Raum als leer, der mit Papier, Luftpolstern, Schaumstoff oder Styropor ausgefüllt wird.

Packaging Waste Statistics Statistics Explained Eurostat

Damit sollen jene überdimensionierten Kartons zurückgedrängt werden, in denen kleine Elektronikprodukte oder Zubehör bislang mit größeren Mengen Füllmaterial verschickt werden können. Die genaue Berechnung des Leerraums muss die EU-Kommission noch festlegen. Dabei sollen unter anderem unregelmäßig geformte und besonders empfindliche Produkte berücksichtigt werden. Die entsprechende Methode soll bis Februar 2028 vorliegen.

Ab 2030 stets auch recyclingfähig

Die Vorgabe gehört zu einem größeren Maßnahmenpaket. Ab 2030 müssen Verpackungen grundsätzlich recyclingfähig sein. Für Transportverpackungen und den Onlinehandel sind zudem Wiederverwendungsziele vorgesehen. Die Verordnung erfasst dabei auch Verpackungen von Waren, die aus Ländern außerhalb der EU importiert werden.

Packaging Waste Statistics Statistics Explained Eurostat (2)

Weitere Änderungen folgen später. Eine europaweit einheitliche Kennzeichnung soll die richtige Mülltrennung erleichtern. Hersteller müssen außerdem zunehmend nachweisen, dass ihre Verpackungen die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Die PPWR schafft dafür erstmals einen einheitlichen Rahmen, der unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten gilt.

12. Aug. 2026 um 11:08 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    69 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Und damit das Ende für kleine Versender wie mich: Wenn ich mich in 27 EU-Staaten registrieren und einen Bevollmächtigten bestellen muss, kostet mich das circa 10.000 bis 15.000 Euro pro Jahr. Bei circa 240 Paketen. In die gesamte EU pro Jahr kann sich jeder ausrechnen, was das bedeutet.
    Die Idee dahinter ist gut. Die Umsetzung ohne Ausnahmen für Kleinmengen jedoch unfassbar schlecht.

    • Verstehe ich nicht, bist du ein Verpackungshersteller oder Erzeuger?

      • Du hast aber schon mitbekommen, dass das nicht nur Verpackungshersteller betrifft, sondern auch jene die ihre Waren verpackt versenden? (Versuch mal Bücher, Seife, Messer – oder weiß der Geier was er verkauft – gänzlich ohne irgendeine Form der Verpackung zu versenden. Auch gut sind Flüssigkeiten, die rinnen dir ohne Gefäß/Flasche buchstäblich durch die Finger.)

      • Aus Sicht der Regelung Hersteller. Ich nutze normale in D hergestellte Kartons zum weltweiten Versand.

      • Wenn du die in der EU unverändert versendest, ist das wohl auch okay. Nur wenn du deine Verpackungen verpackst oder diese nutzt um darin etwas zu verpacken, das du dann so verpackt versendest, bist du betroffen und brauchst halt in jedem Land einen Bevollmächtigten etc. ;)

      • Das ist schlicht und ergreifend falsch. Die Verordnung unterscheidet zwischen Erzeuger und Hersteller. Und man ist auf jeden Fall Hersteller, wenn man sein Produkt in einen neutralen Karton legt und mit einem neutralen Band verschließt. Dann brauchst du ab dem ersten Paket einen Bevollmächtigten in jedem EU Land, in das du verschickst. Das kostet pro Jahr bis zu fünfstellig. Glaube mir, ich habe mich äußerst intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt bis hin dazu, dass es ein lustigen Beitrag über das Thema dank uns beim bayerischen Rundfunk im TV gibt.

    • Und dabei soll es innerhalb der EU doch eigentlich einfacher sein…. wirklich ein kompletter Rückschritt und ein Faust ins Gesicht kleiner und mittelgroßer Shops. Amazon, Temu und co lachen sich sicher kaputt.

    • Warum die Großen Online Händler wohl nichts dagegen haben? Die Kleinen verschwinden durch solche Gesetze

      • Die kleinen sind davon gar nicht betroffen.

      • Ees ist wirklich unfassbar, mit welcher Ignoranz und Dreistigkeit hier einfach Sachen behauptet werden, ohne sich mit der Materie zu beschäftigen. Aber jeder, der ins EU-Ausland verschickt, wird automatisch Hersteller, das ist was anderes als Erzeuger. Und damit muss er in jedem Land einen Bevollmächtigten haben, in das er verschickt. Das ist alles so korrekt hier dargestellt, aber Hauptsache mal einfach was behaupten. Mann, Mann, Mann.

      • Das Internet ist dir ein Begriff, oder. Wir brauchen in der Schule so dringend das Fach Medienkompetenz.

    • Du bist doch bei dieser kleinen Anzahl davon gar nicht betroffen. Oder machst Du mit den paar Paketen 2 Mio EUR Umsatz?

  • Absolute Katastrophe. Ich kenne als Musiker mehrere Bands und auch Labels, die den Versand ins EU-Ausland eingestellt haben. Zu bürokratisch aber auch zu teuer!
    Eine Regelung die kleinen Unternehmen schadet und ansonsten kaum was bringt. Bravo.

  • Top. Nur die Ziele erscheinen mir wenig ambitioniert. Es sollte doch möglich sein, pro Kopf pro Jahr weniger als sagen wir 50 Kilogramm Verpackungen zu produzieren.

    • dann sollte die EU mal mit Plastikverpackungen von Lebensmitteln, insbesondere von Obst / Gemüse anfangen. Damit würde wohl am meisten Plastik eingespart. Plastiktüten in Supermärkten sind verboten, das unmögliche Verpacken von Kram zusätzlich in Plastik aber nicht. Leider inkonsequent und absurd in meinen Augen.

      • Absolute Zustimmung zur Plastiksache

      • Eine Gurke, Banane, Melone etc. die nochmal in Plastik eingepackt sind kaufe ich garnicht erst

      • was man wohl an Plastik bzw. Verpackungsmaterial spart, dürften Verpackungen nicht größer aussehen als sie tatsächlich für ihre Füllmenge gebraucht würde?

      • In welchen Märkten bekommt man denn Gurken, Bananen und Melonen noch in Folie eingeschweißt? Das ist doch seit 30 Jahren vorbei.

  • richtig so und am besten auch teurer machen!
    damit diese ganze bestellerei im internet aufhört!
    dann wird auch der einzelhandel wieder unterstützt

  • Bürokratie und noch mehr Aufwand, für noch mehr Geld. Das wird die Wirtschaft wieder in Schwung bringen.

  • Fred Feuerstein
  • Die EU sollte sich mal um wichtigere Dinge kümmern.

    Wir sind eh schon Mülltrenn- Weltmeister. 90% der Kartons werden Recycelt und wieder zu Pappe und Ähnliches verwertet, selbst die Plastiktüten aus China gehen in den gelben Sack und werden wiederverwertet.

    Statt immer mehr Bürokratie und Gesetze zu fabrizieren, sollte sich die EU mehr drum bemühen diesen abzubauen und Wettbewerbsfähig zu werden.

  • „Hersteller müssen außerdem zunehmend nachweisen, dass ihre Verpackungen die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.“

    Sind hier die Hersteller der Verpackungen gemeint? Hatte bisher eher den Eindruck, dass die Versender in die Mangel genommen werden und für alles haften müssen.

  • Müllvermeidung ist ein wichtiges und grundsätzlich sehr begrüßenswertes Ziel. Dass die Müllberge mit dem wachsenden Onlinehandel deutlich zugenommen haben, dürfte ebenfalls unstrittig sein.

    Problematisch ist aus meiner Sicht allerdings die konkrete Umsetzung dieses Gesetzes. Gerade kleine und mittlere Selbstständige und Unternehmen werden dadurch erheblich benachteiligt. Wer Waren ins EU-Ausland versendet, benötigt demnach in bestimmten Fällen einen Bevollmächtigten im jeweiligen Zielland, der die entsprechenden Verpflichtungen übernimmt – natürlich gegen Gebühr.

    Für große Unternehmen dürften diese zusätzlichen Kosten kaum ins Gewicht fallen. Für kleine Versender, etwa einen kleinen Onlineshop oder Händler auf Plattformen wie Etsy oder Kleinanzeigen, können sie dagegen schnell zu einer finanziell kaum überwindbaren Hürde werden. Im Ergebnis wird grenzüberschreitender Handel damit gerade für diejenigen erschwert, die ohnehin schon deutlich schlechtere Voraussetzungen haben als große Anbieter.

    Leider wird dieser Aspekt im obigen Artikel überhaupt nicht thematisiert. Ich würde mir wünschen, dass neben der grundsätzlich sinnvollen Zielsetzung auch die praktischen Auswirkungen der Regelung beleuchtet werden. Denn so begrüßenswert das Ziel der Müllvermeidung ist: Eine Umsetzung, die kleine Marktteilnehmer überproportional belastet und damit bestehende Wettbewerbsungleichheiten weiter verschärft, halte ich für äußerst problematisch.

    • Jedes Produkt, dass man im Laden kaufen kann, hat die gleiche Plastikverpackung weil es da nicht offen rumliegt. Und der Pappkarton drum rum den der Versender braucht, der ist nicht das Müllproblem dieser Welt

    • Die Bürokratie wird implodieren…

      Ein einziger „positiver“ Aspekt in diesem Video: Verpackungen, die VOR dem Stichtag „erzeugt“ wurden, müssen nicht vernichtet werden, auch wenn sie nicht den neuen Richtlinien entsprechen. Man muss allerdings nachweisen können, dass die Verpackung VOR dem Stichdatum „erzeugt“ wurde.

      Wir sind tatsächlich nicht mehr weit vom „Antrag zur Erteilung eines Antragsformulars“ entfernt. Reinhard Mey war ein Visionär.

      Eigentlich sollte einfach gar niemand mitmachen und dieses Monstrum ignorieren.

  • In meinen Augen sollte die Produktverpackung ins Visier genommen werden. Müsli mit 30% Luft, riesige Verpackungen für kleine Kosmetika…
    Braune Pappe kann immerhin gut recycled werden

    • Die Luft bei Müsli, Corn Flakes und dergleichen haben durchaus einen Grund: Durch das Luftpolster zerbröselt das nicht schon im Gestell des Händlers. Manche Produkte erfordern eine etwas aufwändigere Verpackung – sonst gäbe es sie so nicht.

      Bei den Luftkartons der Kosmetika bin ich allerdings gleicher Meinung.

  • Danke für den sehr sachlich formulierten Artikel. Das mit den Bevollmächtigten ist in der Tat eine Erwähnung wert und dürfte es Kleinunternehmern wirklich schwer machen.
    Auf was ich wirklich verzichten kann sind Pakete in Schuhkarton-Größe, in der sich letztlich eine SIM-Karte befindet. Sowas zu untersagen scheint logisch.

  • Ich lach mich platt. Wenn ich also eine M2 bestelle durfte die Verpackung so klein sein das die nicht mehr wiedergefunden wird.

  • Das Problem ist doch einfach das nur dumme Menschen in der EU sich so einen Mist ausdenken. Genau so wie der Schwachsinn mit dem Deckel fest an der Flasche. Was rauchen die eigendlich ?

    Müll reduzieren ? Fleisch, Obst und Gemüse muss nicht in Plastik verpackt sein, das nicht jeder es befummelt Personal einstellen. Verpackungen wie Kellogs und dergleichen einfach mal auf die Füllmenge reduzieren. So gibt es eine Menge wo man reduzieren kann. Versandkartons auch auf Produktgröße anpassen. Nicht wie z.b. letztens bei ESN, kleine Dose mit Kollagenkapseln bekommen im Karton wo ein paar lange Damenstiefel reigepasst hätten.

  • Bin gespannt wer das kontrolliert – noch mehr unnütze Bürokraten.

  • Es würde schon helfen, wenn man Verpackungen vorschreibt, die man nicht vollkommen zerstören muss, um an den Inhalt zu kommen.
    Ein Versender sendet Kartons die sind ringsum geklebt, zum öffnen muss man eine Lasche ziehen, das Hinterlässt eine ca 5 cm breite Lücke einmal längs mittig des Deckels, mal davon abgesehen, dass zum öffnen eine Perforation an den Seiten dafür sorgt, dass auch da keine vernünftige Schließung mehr erfolgt.

    Andere senden dafür Vorbildlich dann Kleidung in Papier oder Plastikbeuteln mit Öffnungsperforation, hinter der ein neuer Klebestreifen zum Vorschein kommt, sodass man Rücksendung direkt wieder verpacken kann (oder die Tüte für andere Sendungen nutzen kann)

  • Und weil hier mehrfach die Ausnahme für kleine Unternehmen genannt wurde: ja, innerhalb DE ist das fein. Aber Ausnahmen macht jedes EU Land selbst und soweit ich las, jedes etwas anders. Es ist für kleine Ein-Personen-Unternehmen, die mal ein Comic oder Ohrring verschicken schlicht nicht mehr zu leisten und zu finanzieren. Diese werden mit der Regelung defacto zugemacht bzw. Auf innerhalb DE begrenzt (was je nach Person/Artikel/Kundenkreis einem dicht machen gleich kommen kann)

    Wenn der Aufschrei bei der EU Behörde nicht ankommt und da nicht drastisch gegengesteuert wird, dann ist das ein unfassbarer Skandal bei dem der kollateralschaden größer sein wird als der Nutzen der damit erzielt werden soll.

  • Zählt das dann auch für die chipstüten die nur 1/3 gefüllt sind und der rest luft oder für cornflakes verpackungen?

    Da ist soviel optimierungs potentian!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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