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Freiheit mit Einschränkungen

Neue Audacity-Eigner irritieren mit neuen Nutzungsbedingungen

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19 Kommentare 19

Im Frühjahr haben wir darüber berichtet, dass der beliebte Audio-Editor Audacity von der auf Audio-Anwendungen spezialisierten Muse Group übernommen wurde. Der neue Besitzer hat mit einer Aktualisierung der Nutzungsbedingungen für aufgebrachte Diskussionen gesorgt. Darin enthaltene Ankündigungen führten zu Ärger und Verunsicherung, doch sei dies wie das Unternehmen nun ergänzend mitgeteilt hat, größtenteils auf ein Missverständnis aufgrund von unklaren Formulierungen zurückzuführen.

Audacity Daten

In den neuen Nutzungsbedingungen von Audacity war pauschal die Rede davon, dass man persönliche Daten für Strafverfolgungsbehörden erfasse, soweit dies für die für Strafverfolgung, Rechtsstreitigkeiten oder Behördenanfragen erforderlich sei. In dieser Formulierung kommt der Satz quasi einem Freibrief nach dem Motto „wir speichern vorsichtshalber erstmal alles“ gleich. Dem widersprechen die Verantwortlichen nun allerdings und sichern zu, den Text zu überarbeiten und besser verständlich zu integrieren. Konkret bezieht sich der oben angesprochene Punkt demnach lediglich darauf, dass die lokalen rechtlichen Bestimmungen eingehalten werden.

„Gesammelte Daten nur sehr begrenzt“

Im Detail sollen den Audacity-Eignern zufolge in Zukunft die folgenden Grundlagen gelten. So wolle man generell keinerlei gesammelte Daten verkaufen oder an Dritte weitergeben. Die gesammelten Daten seien zudem sehr begrenzt, so werde die IP-Adresse der Nutzer lediglich anonymisiert gespeichert und auch nach 24 Stunden gelöscht. Darüber hinaus erfasse man standardmäßig nur die Betriebssystemversion und den Prozessortyp. An Strafverfolgungsbehörden sollen auch diese Informationen nur übermittelt werden, wenn eine richterliche Anordnung vorliegt.

Natürlich darf man die Frage stellen, warum diese Diskussion erst aufkommen musste und sich die Verantwortlichen nicht schon im Vorfeld mehr Zeit dafür genommen haben, ihre Strategie und die verbundenen Hintergründe offen und ausführlich darzulegen. Die grundsätzliche Kritik zahlreicher Audacity-Nutzer mit Blick auf die durch die Übernahme verlorene Unabhängigkeit dürfte jedenfalls unabhängig von alldem erhalten bleiben. Daher diskutieren Nutzer und unabhängige Entwickler auch bereits darüber, die Arbeit an einem neuen Ableger der Software und wieder unter Eigenregie durchzuführen.

06. Jul 2021 um 11:49 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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  • Audacity oder Ocenaudio – hat hier jemand schonmal beide ausprobiert und welches würde er warum empfehlen?

  • Da frage ich mich : Weshalb werden die IP-Adressen überhaupt gespeichert ? Das ist alles recht „fishy“.

  • Es sich mit der OpenSource Community zu ‚verscherzen‘ hat die Muse Group wahrlich Weitsicht bewiesen-der Fork ist demnach unausweichlich…bin ebenfalls gespannt, wie’s mit Audacity weitergeht.
    Die Software habe ich bislang immer gern eingesetzt!

  • Fürs Erste zurück zu Version 2.4.2 und auf den Audacity Fork warten… wird ja wohl kaum lange dauern…

  • Es ist wirklich eine Frechheit, dass sich bei der Formulierung der Nutzungsbedinungen einer kostenlosen App „die Verantwortlichen nicht schon im Vorfeld mehr Zeit dafür genommen haben, ihre Strategie und die verbundenen Hintergründe offen und ausführlich darzulegen“. Entschuldigt, manchmal hilft nur Ironie.

  • Zitat: „Die gesammelten Daten seien zudem sehr begrenzt, so werde die IP-Adresse der Nutzer lediglich anonymisiert gespeichert und auch nach 24 Stunden gelöscht. Darüber hinaus erfasse man standardmäßig nur die Betriebssystemversion und den Prozessortyp. An Strafverfolgungsbehörden sollen auch diese Informationen nur übermittelt werden, wenn eine richterliche Anordnung vorliegt.“ Zitat Ende

    Sorry aber das nehme ich denen nicht ab. Zumal die genannten Daten für Strafverfolgungsbehörden vollkommen unbrauchbar oder verwertbar sind. Da scheint einiges im argen.
    Ich persönlich würde meinen Account sofort kündigen. Das wäre mir zu undurchsichtig

  • Die Diskussion geht am Ziel vorbei, warum muss das Programm überhaupt Daten sammeln und versenden.. und was sollten Behörden damit..?

    • Warum müssen Programme überhaupt erst nach Hause telefonieren und berichten, wie oft und wann sie gestartet und benutzt werden? Das gehört meiner Auffassung nach schon zu meinen persönlichen Daten. Was anderes ist es, eine Option für Abstürze udgl. anzubieten. Aber auch die sollte immer auf freiwilliger Basis erfolgen. Derzeit ist aber der Gegenteil der Fall. Fast alle Programme strotzen nur so an integrierten Funktionen was analytisches anbelangt. LittleSnitch lässt grüßen und gib diesbezüglich so manche Überraschung preis.

  • Eine andere Publikation hat sogar zitiert, daß die Daten ans Hauptquartier in Rußland gesendet werden. Ich habe die Aussage nicht verifiziert, aber wenn das stimmt, dann sollte man das Programm besser komplett löschen.

    • Ach wenn die Daten mal nicht sogar nach China, Nordkorea oder zum Mars gesandt werden. Wo möglich macht Mars dann mobil, bereitet die Invasion vor und weis dann bereits ungefähr wo do wohnst. Ich habe meine irre Vermutung nicht verifiziert aber wen die stimmt würde ich mich ein deine Stelle liebe komplett löschen.

  • Hm, so ganz verstehe ich das nicht. Mein erster Gedanke war einfach über Little Snitch Audacity das „Quatschen“ in Netz abzugewöhnen, aber die Version 3.0.2 ist stumm wie ein Fisch?!?

  • Ich habe das Programm erstmal gelöscht, brauche es momentan ohnehin nicht. Wenn ich mal wieder einen Audio-Editor brauche, schaue ich mich auf dem Markt mal um.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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