ifun.de — Apple News seit 2001. 29 159 Artikel

Firefox-Marktanteil schrumpft

Mozilla: Massenkündigungen bei den Firefox-Machern

48 Kommentare 48

Das unter anderem für den Bau des Firefox-Browsers verantwortliche Internet-Software-Unternehmen Mozilla wird sich von einem Drittel seiner Belegschaft trennen und dafür rund 250 Mitarbeitern kündigen. Dies hat die Mozilla-Chefin Mitchell Baker im Hausblog des Unternehmens angekündigt und verweist auf die nur langsame Bereitstellung der neuen Umsatzbringer, die Mozilla in den vergangenen Monaten ausgerollt hat, um sich langfristig unabhängiger von Google zu machen.

Firefox

So soll Google durch das Suchmaschinen-Abkommen mit Mozilla, das Google zur Standard-Suche in Firefox befördert, für rund 90 Prozent der Umsätze des Unternehmens sorgen. Ein Deal, der derzeit noch darauf wartet erneuert zu werden – für Google scheint der Firefox-Such-Deal, nachdem der alternative Browser zuletzt immer mehr Marktanteile einbüßen musste, nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Jahren.

Firefox-Marktanteil schrumpft

Zwischen Juli 2017 und Juli 2020 brach der weltweite Marktanteil des Firefox-Browsers von 13,8% auf 8,6% ein.

Abgefedert werden sollte das mögliche Ende des Google-Deals mit neuen Mozilla-Produkten wie den im vergangenen Monat vorgestellten, kostenpflichtigen VPN-Lösungen. Unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie habe sich deren Launch jedoch verzögert, zudem hätte das große Team zu träge auf neue Herausforderungen reagiert.

Laut Baker, die in einem gesonderten Mitarbeiter-Memo (PDF) noch detaillierter auf die anstehenden Veränderungen eingeht, soll sich Mozilla zukünftig vor allem auf fünf Bereich konzentrieren, in denen man einen Unterschied machen könne:

  • Neuer Fokus auf Produktentwicklung: Mozillas Werte sollen direkt in neuen Produkten abgebildet werden.
  • Neue Denkweise: Die Organisation soll moderner werden, mehr mit der Zeit gehen und weniger stark versuchen das alte Internet vor dem Aussterben zu schützen.
  • Neuer Fokus auf Technologie: Die Führungsrolle die Mozilla als technischer Wegbegleiter der Internet-Aktivistenbewegung innehat soll beibehalten werden.
  • Neuer Fokus auf Community: Mozilla soll sich fortan aktiv in freie Projekte einbringen und nicht nur auf die Beteiligung von Freiwilligen in eigenen Open-Source-Projekten setzen.
  • Neuer Fokus auf Wirtschaft: Wenn alles gratis angeboten wird, hat dies auch Konsequenzen. Sozialer und öffentlicher Nutzen der Produkte muss mit wirtschaftlichem Profit kombiniert werden.

Mittwoch, 12. Aug 2020, 12:39 Uhr — Nicolas
48 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Too sad. Das offene Internet wie ich es Anfang 2000 mit 14 kennenlernen durfte, verschiebt sich immer mehr zu einigen wenigen Firmen, die nur noch Gewinnmaximierung im Sinn haben :-/

    • Wenn du nur das nutzt, was du seit 2000 kennst, ist das auch kein Problem.

      Neue Dienste und Technologien kosten nun mal Geld. Und das will dann eben auch wieder verdient werden. Von den dramatisch gestiegenen Bandbreitenanforderungen mal ganz abgesehen. Die muss ja auch jemand bereitstellen und bezahlen.

      • „Von den dramatisch gestiegenen Bandbreitenanforderungen mal ganz abgesehen.“

        weiter am Thema vorbei kommentieren geht ja kaum ‍♂️

    • Du meinst das offene Internet, wo AOL noch mit 50 Freistunden geworben hat und man sich mit dem SmartSurfer noch einwählen durfte? XD

  • Ist in Deutschland auch nicht anders. ;)

  • Probelesen gehört zur Professionalität dazu! Kommt leider immer häufiger bei euch vor..

  • Was meinen die denn mit dem alten Internet?

    • Das, was überwiegend auf offenen Standards und Open-Source basiert.

      Das hat auf Dauer aber eben keine Zukunft, da es ursprünglich auf wesentlich geringere Nutzerzahlen und Dienste ausgelegt war.

      • Dann ist es aber nicht gut, dass sie sich davon verabschieden wollen. Offene Standards sind für die Allgemeinheit besser, als wenn die Unternehmen ihre eigenen Suppen kochen und natürlich jedes Süppchen ordentlich monetarisiert werden will. Ob das wirklich an den Nutzerzahlen liegt?

    • Fahr mal in die Uckermark, da ist das jetzt neu! #neuland ;)

  • Nicht schade darum, Erklärung folgt. Dieser Browser dient dem alleinigen Zweck, Google’s Monopol aufrecht zu erhalten. Offiziell zahlen sie dafür, dass sie die Standardsuchmaschine in Firefox sein dürfen. Mozilla hat 2014 – 2017 Yahoo dieses Privileg in den USA eingeräumt, das hat nicht zu gestiegenen Marktanteilen für Yahoo geführt, denn die meisten sind in dem Moment zu Google zurück gewechselt, als sie das Yahoo-Logo sahen.

    Was insofern der Sinn der Google-Finanzierung ist, dürfte klar sein. Firefox hat auch immer mehr den vollmundig verkündeten Datenschutz außen vor gelassen, oder z.T. auch selbst untergraben. In Deutschland hat man zeitweise 1% der Downloads (klingt nicht viel, aber doch eine erhebliche Zahl angesichts der Menge an Firefox-Downloads) mit dem Spionageexperiment Cliqz versehen. Ja, Spionageexperiment, man hat den Browserverlauf und Interaktionen mit Websites an Cliqz gesandt, ohne den Nutzer zu informieren. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Mozilla hält 20% des Unternehmens Cliqz, der Rest gehört Hubert Burda Media.

    Außerdem ist die Schnittstelle, die hierfür genutzt wurde, hochbedenklich. Mozilla hat die Möglichkeit, ungefragt Firefox Experiments / Studies, d.h. experimentelle Erweiterungen, in der Firefox-Installation des Nutzers zu installieren, man kann also ungefragt beliebigen Code hinter dem Rücken der Nutzer ausführen. Dass uns das nicht immer zum Vorteil gereicht, zeigt der oben beschriebene Cliqz-Vorfall. Kein Browser, schon gar nicht einer, der massiv mit Datenschutz wirbt, sollte so ein Hintertürchen offen halten.

    Über die extreme Menge an Telemetriedaten, die Firefox zu Mozilla verschickt, und über Pocket, was niemanden schert, lasse ich mich nicht weiter aus. Nur so viel: Die Privacy Policy von Pocket ist. NICHT(!) mit der von Firefox identisch, dennoch wird dieser Service, den Mozilla vor ein paar Jahren aufgekauft hat, massiv in Firefox beworben.

    In der Androidversion hat man about:config (die einzige Möglichkeit, die zweifelhaften Voreinstellungen von Firefox umfassend zu korrigieren) sowie die Unterstützung für die meisten Erweiterungen entfernt. Wer das Update von Version 68.11.0 auf Version 79.0 schon erhalten hat, wird wissen, wovon ich spreche.

    Ich sehe im Handeln von Mozilla wenig Unterschied zum Handeln von Google. Es wird mit Sicherheit so sein, dass einige in der Kommentarsektion Firefox als einzige Alternative zu Chrome darstellen werden, aber wenn man sich das Handeln von Mozilla vergegenwärtigt, verliert dieses Argument stark an Gewicht. Von Google wegzukommen ist an sich eine gute Idee, aber dann sollte die andere option schon ein ethischeres Verhalten an den Tag legen. Nur meine Meinung.

  • Ich benutze Mozilla seid Anfang an und keinen anderen Browser, es wäre wahnsinnig schade wenn es diesen nicht mehr geben würde.

  • Nur 8%? Dachte die hätten extrem viel mehr !
    Wie ist denn die Verteilung ?
    Könnte da ifun.de mal einen Artikel zu schreiben ?! Das wäre interessant

  • Wenn jeder Nutzer 1€ pro Jahr zahlen würde… ich würde es machen.

  • In der Überschrift muß „Massenentlassungen“ stehen, da die Kündigung seitens des Arbeitgebers ausgesprochen wird. Ich dachte beim Lesen erst, mit Mozilla wäre was nicht in Ordnung, weshalb so viele Mitarbeiter kündigen würden. Bitte ändert das.

    • Das will ich sehen, wie man Mitarbeiter ohne Kündigung entlassen kann…

      • Lohnkürzung, Mobbing, Arbeitszeitänderungen, und dann gäbe es noch viele andere fiesen Möglichkeiten, damit man ihn los wird. So wird er halt nicht direkt entlassen. Letztendlich ist es das Gleiche.

  • Schade, ist der Browser neiner Wahl

  • Ich nutze seit knapp nem Jahrzehnt nur noch Opera. Die sind viel innovativer als Firefox.

    • Da hast du als Render Engine die von Google und finanziert wirds von den Chinesen. Da gehen also vermutlich Deine Daten sowohl in die USA als auch nach China, wenn du jetzt noch ein passendes Plugin installierst, dann haben die Russen auch noch was von Deinen Daten. Dann hast du alle Großmächte hübsch in Deinem Browser vereint. Privacy @ its best!

      • bedeutet aber auch nicht per se, dass er es nicht tut..

        in der Summe ist es leider so, dass ihr es aus der Hand geben habt, weil es 99% der User vollkommen egal ist und mit dem Wort Datenschutz so oder so nichts am Hut haben..

      • @mgm

        Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nimm ein Tool wie Wireshark oder Little Snitch und schaue dir die vom Browser ausgehenden Verbindungen an.

        Ausgehende Verbindungen von Ungoogled Chromium an Google: 0 (null)

      • mgm, vermutlich haben nur 1% das technische Wissen.
        .
        Von den anderen 99% gibt es einen grossen Anteil, die Datenschutz betreiben, indem sie gewisse Programme, Dienste, Funktionen oder Geräte nicht verwenden oder darauf achten, was sie wo posten, speichern oder teilen.
        .
        Anderseits reissen jene, denen der DS wirklich egal ist, auch die anderen mit rein, indem sie ihre Daten, Kontakte etc. einfach freigeben. Und auf die kann man bauen und die muss man angehen. Denn mit diesen Daten kann man weitere Profile und Verbindungen erstellen und gezielt suchen.

  • nun ja und denke mal nach wie groß der Anteil derer ist ? Die größten Maulaufreißer zum Thema Datenschutz sind doch die die WA, FB, Insta, twitter usw auf ihren Devices verwenden ..

    na klar ich verwende Chromium und Google als Standarsuchmaschine? ned böse sein aber möchtest Du uns zum Thema
    nochmals sagen..? das ich mit little snitch genaueres erfahre? das ich über ninox welches DSGVO konform arbeitet trotzdem immer verbindungen zu servern in in den Usa aufbaut? oder glaubst du wirklich das google direkt von mir befüllt wird durch ansurfen von fremdseiten? oder die über chromium auf ihren Google account zugreifen;) hossa wir sind alle safe

    • @mgm

      > na klar ich verwende Chromium und Google als Standarsuchmaschine?

      Chromium ja, Chrome nein. Suche ist bei mir DuckDuckGo, bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

      > das ich mit little snitch genaueres erfahre?

      Kurzum: Ja. Das soll auch prinzipiell nur der Überprüfung dienen, wenn du anderen nicht glauben kannst oder willst.

      > oder die über chromium auf ihren Google account zugreifen;) hossa wir sind alle safe

      Bitte Unterschied lernen zwischen: Chromium, Chrome, Ungoogled Chromium. Dann können wir gern darüber reden, vorher nicht. Kleiner Hinweis: Firefox (nicht Chromium-basiert) telefoniert deutlich mehr nach Hause als Ungoogled Chromium, aber etwas weniger als Chrome.

  • Mein lieber Schwan, Du bist vermutlich so wie ich einer der wenigen die das auch so praktizieren.
    Der gute Rest tut das aber nicht weil sie eben im glauben sind, dass sie mit Chromium auf der sagen Seite sind. Kommt noch ein weiterer Umstand dazu.. die Mobiledevices..wie glaubst Du ist die Prozentverteilung im Netz zwischen Mobile, Smart TV und Computern, ganz zu schweigen von denen die sich Chromium mit Plugs zumüllen . DU bist das gemeinte eine Prozent und somit nicht relevant Firefox am Leben zu erhalten, so wie ich mit Safari und Firefox/Chromium unter Linux

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 29159 Artikel in den vergangenen 6941 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2020 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Cookie Einstellungen   ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven