Für Filtration, Heißwasser und Sprudel
Modulares Wassersystem: JIMMY Matrix M9 Pro und Matrix S9 im Test
Mit dem Matrix M9 Pro verfolgt der von seinen Staubsaugern bekannte Anbieter JIMMY einen anderen Ansatz als viele klassische Tischwasserfilter. Das Gerät kombiniert eine Umkehrosmoseanlage mit Heißwasserfunktion, UV-C-Desinfektion und einem modularen Erweiterungssystem. Über die AquaLink-Schnittstelle lässt sich die Basis um zusätzliche Module ergänzen.
Der Matrix S9 Sprudler (links) mit dem Matrix M9 Pro
Wir haben das Gerät ausprobiert und neben dem Matrix M9 Pro auch dem Matrix S9 Cold Sparkling Water Maker einen Testlauf gewährt. Letztgenannter kümmert sich um die Bereitstellung von gekühltem Sprudelwasser. Unsere Beobachten, Lob und Kritik zu beiden Geräten haben wir im Anschluss notiert.
Das Komplettsystem kostet 600 Euro
Der Hersteller positioniert das System klar im gehobenen Segment. Für den Matrix M9 Pro werden derzeit 369 Euro fällig. Das S9-Sprudelmodul kostet weitere 199 Euro. Ordert man direkt beim Hersteller werden beide Produkte zusammen für 598 Euro angeboten, auf amazon.de kostet das Set 569 Euro. Deutlich mehr als bei einfachen Filterkannen oder klassischen Wassersprudlern, die bei Sodastream in der Regel etwa 100 Euro kosten.
In der Küche benötigt das Set eine Stellfläche von etwa 45 cm × 30 cm
Dafür stellt das Geräte eine echte Umkehrosmoselösung zur Verfügung, die im Gegensatz zu den gängigen, fest installierten Anlagen lediglich einen Stromanschluss benötigt. Ein Eingriff in die Hausinstallation entfällt. Das macht das Gerät insbesondere für Mietwohnungen, Büros oder Haushalte interessant, in denen keien Veränderungen an der Wasserleitung vorgenommen werden sollen.
Filtration, Wasserqualität und Heißwasser im Alltag
Herzstück des Matrix M9 Pro ist die siebenstufige Filtration. Laut Hersteller kommen dabei Umkehrosmose, Remineralisierung und eine UV-C-Desinfektion zum Einsatz. Ziel ist es Wasser-Verunreinigungen wie Kalk, Schwermetalle, Chlor, PFAS und Mikroplastiken zu reduzieren. Die Remineralisierung ergänzt dem Wasser anschließend wieder Mineralien, um einen ausgewogeneren Geschmack zu erzielen, bleibt geschmacklich allerdings so gut wie nicht erkennbar.
Dafür reicht eine Steckdose in der Nähe aus, das Wasser kommt auf dem 5-Liter-Tank
Im Alltag fällt die veränderte Wasserqualität beim Trinken sofort auf. Das gefilterte Wasser wirkte deutlich weicher und milder als das verwendete Leitungswasser. Dies wirkt sich positiv auf Getränke aus, die mit dem Wasser zubereitet werden. Besonders Tee-Getränke wirkten klarer im Geschmack und hinterließ einen weniger kalkhaltigen Eindruck. Wer jedoch reines Wasser bevorzugt, muss sich erst mal an die ausgesprochen charakterlose Note gewöhnen. Das gefilterte Wasser schmeckt sehr leer.
Dieser Eindruck kann auch von der integrierten TDS-Anzeige beeinflusst sein. Diese zeigt die Werte des Leitungswassers und des gefilterten Wassers an und macht die Wirkung der Filtration nachvollziehbar. Auch wenn TDS-Werte allein keine vollständige Aussage über die Wasserqualität liefern, vermitteln sie einen schnellen Eindruck über die Veränderung nach dem Filterprozess.
Die Heißwasserfunktion erwies sich im Alltagseinsatz als eines der stärksten Argumente für das System. Statt einen Wasserkocher zu verwenden, liefert der Durchlauferhitzer innerhalb weniger Sekunden heißes Wasser. Zur Auswahl stehen sieben Temperaturstufen von Raumtemperatur bis 98 Grad Celsius. Für Tee, Kaffee, Instantgerichte oder Babynahrung entfällt dadurch das Warten auf einen separaten Wasserkocher.
Bedienung, Tankkonzept und tägliche Nutzung
Der M9 Pro besitzt ein Touchdisplay mit LED-Anzeige. Temperaturen, Wassermengen, Filterstatus und Tankinformationen werden übersichtlich dargestellt. Die Bedienung gelingt ohne längere Einarbeitung. Vor dem Bezug wird lediglich Wunschtemperatur und Menge ausgewählt. Dieser Schritt ist zudem Optional, wird einfach nur gefiltertes Wasser in Raumtemperatur benötigt, lässt sich dieses mit einem Druck auf den Spender direkt ausgeben.
Zieht man heißes Wasser verändert sich die farbliche Anzeige an der Wasserausgabe, die bei hohen Temperaturen mit einer roten LED auf den Heißwasserbezug hinweist und zusätzliche Orientierung bietet.
In Echtzeit: 150 ml bei 55° gibt es in 20 Sekunden
Der entnehmbare Rohwassertank fasst fünf Liter. Seine seitliche Position erleichtert das Nachfüllen im Vergleich zu Lösungen, bei denen der Tank auf der Rückseite sitzt. Im Alltag erwies sich dies als praktisch, da das Gerät nicht verschoben werden muss. Auch die Verarbeitung hinterließ einen soliden Eindruck. Tank und Deckel wirken stabil und sauber verarbeitet.
Allerdings muss man mit dem bei Umkehrosmose technisch unvermeidbaren Restwasser kalkulieren. Effektiv bietet das System nur 3,7 Liter Kapazität, das das restliche noch im Tank verbleibende Wasser die gefilterten Partikel beherbergt und bei Erreichen des Minimalfüllstands im Abfluss entsorgt werden sollte. Der Tank sollte daher regelmäßig geleert und nicht dauerhaft nur nachgefüllt werden.
Alles optional: Vier Mengen- und sechs Temperatur-Presets
Weniger gelungen sind die festen Ausgabemengen von 60, 150, 240 und 450 Millilitern. Im Alltag fehlten häufiger Zwischenstufen. Wer größere Tassen oder Karaffen füllen möchte, muss mehrere Ausgaben kombinieren oder den manuellen Modus nutzen. Dieser stoppt allerdings nicht automatisch. Dadurch steigt die Gefahr, dass Behälter überlaufen, wenn man das Gerät aus den Augen verliert.
Im Gegensatz zu einigen früheren Lösungen mit separater Kanne steht kein Behälter mit bereits gefiltertem Wasser bereit. Das sorgt zwar für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, kann bei sehr häufiger Nutzung aber etwas weniger komfortabel sein.
Das modulare AquaLink-System und der Matrix S9
Ein wesentliches Merkmal des Matrix M9 Pro ist die Erweiterbarkeit. Das Gerät dient als zentrale Basis für zusätzliche Module. Wir haben uns den Matrix S9 Kaltsprudelwasserbereiter
angeschaut, der das bereits gefilterte Wasser für die Herstellung von Sprudelwasser nutzt.
Die Integration funktioniert unkompliziert. Das Modul wird direkt an die Basis angeschlossen und benötigt kein eigenes Wasserreservoir. Dadurch entsteht ein geschlossenes Gesamtsystem, das optisch aufgeräumter wirkt als mehrere einzelne Geräte auf der Arbeitsplatte.
AquaLink: Eine Steckverbindung bringt beide Geräte zusammen
Die Qualität des Sprudelwassers überzeugte im Alltag. Die Kohlensäure kann problemlos mit bekannten Wassersprudlern und vielen Mineralwassersorten aus dem Handel mithalten. Praktisch ist die Kompatibilität mit handelsüblichen CO₂-Zylindern mit Standardgewinde. Ein Zylinder gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.
Zum Lieferumfang zählen stattdessen zwei BPA-freie Flaschen mit jeweils 0,5 Litern Fassungsvermögen. Für den täglichen Gebrauch sind sie ausreichend, größere Flaschen wären jedoch wünschenswert gewesen. Auch das Befüllen könnte komfortabler sein. Das S9-Modul stoppt den Vorgang nicht automatisch, sodass Aufmerksamkeit erforderlich bleibt.
Gleichzeitig übernimmt das Modul die Kühlung des Wassers und gibt dieses mit etwa 10 bis 15 Grad Celsius aus. Die Temperatur lässt sich dabei nicht individuell einstellen. Dennoch erweitert das S9 die Möglichkeiten des Systems sinnvoll, da das Matrix M9 Pro selbst lediglich Wasser in Zimmertemperatur oder in den verschiedenen Heißwasserstufen bereitstellt. Wer gekühltes Trinkwasser wünscht, erhält diese Funktion daher erst durch das zusätzliche Sprudelmodul.
Die Maschine nutzt Standard-Sprudel-Zylinder
Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass das S9 den gesamten Sprudelvorgang automatisch übernimmt. Tatsächlich gibt das Modul jedoch lediglich das gekühlte, gefilterte Wasser aus. Dieses muss zunächst in eine der mitgelieferten Flaschen gefüllt werden. Die Karbonisierung erfolgt anschließend manuell an der integrierten Sprudeleinheit. Der Vorgang ist unkompliziert, unterscheidet sich im Ablauf aber von Systemen, die fertiges Sprudelwasser direkt auf Knopfdruck ausgeben.
Kühlung, Platzbedarf und laufende Kosten
Neben der Karbonisierung bietet der S9 eine Kühlfunktion. Das Wasser wird auf etwa 10 bis 15 Grad Celsius heruntergekühlt. Für viele Situationen reicht dies aus und sorgt für ein angenehm frisches Trinkgefühl. Wer allerdings Temperaturen auf Kühlschrankniveau erwartet, wird hier nicht vollständig bedient.
Kritischer ist die Geräuschentwicklung. Die Kühlung ist hörbar und kann in offenen Wohnküchen oder ruhigen Arbeitsumgebungen auffallen. Gleichzeitig verursacht die aktive Kühlung einen zusätzlichen Stromverbrauch. Wer hauptsächlich Sprudelwasser herstellen möchte, benötigt diese Funktion nicht zwingend, kann diese aber auch nicht einzeln deaktivieren.
Der Sprudel-Ablauf: Erst der Kaltwasserbezug, dann umstecken und sprudeln
Der Platzbedarf bleibt bei der Basis mit 278 × 310 × 366 Millimetern überschaubar. Durch zusätzliche Module wächst die benötigte Stellfläche jedoch deutlich. Gerade in kleineren Küchen sollte der verfügbare Platz vorher sorgfältig geprüft werden. Kleinere Detailpunkte wie die leicht unterschiedlich hohen Abtropfschalen von Basis und S9 beeinträchtigen die Funktion nicht, fallen optisch aber auf.
Bei den laufenden Kosten nennt JIMMY Filterwechselintervalle von zwölf Monaten für den Vorfilter und die Mineralisierungseinheit sowie 24 Monate für die RO-Membran. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Wasserqualität und Nutzungsintensität ab.
Lohnt sich die Anschaffung?
Wer regelmäßig Flaschenwasser kauft, kann einen Teil der Anschaffungskosten über die Zeit kompensieren. Noch stärker fällt im Alltag der Wegfall von Wasserkästen und Einwegflaschen ins Gewicht. Gerade für Haushalte mit hohem Wasserverbrauch ist dies ein spürbarer Komfortgewinn. Ob sich die Investition wirtschaftlich lohnt, hängt jedoch stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Eine pauschale Aussage lässt sich kaum treffen. Interessenten sollten ihren bisherigen Verbrauch an Flaschenwasser und die laufenden Kosten möglichst mit den Anschaffungs- und Folgekosten des Systems vergleichen.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, vor dem Kauf den verfügbaren Platz in der Küche zu prüfen und die hörbare Kühlung des S9-Moduls zu berücksichtigen. Stimmen diese Rahmenbedingungen, bietet das Matrix-System eine vielseitige Lösung für gefiltertes Trinkwasser, die schnelle Zubereitung von Tee und Kaffee sowie die Bereitstellung von Wasser für Babynahrung. Wer dagegen besonders geräuschempfindlich ist, größere Mengen Sprudelwasser in großen Flaschen bevorraten möchte oder nur wenig Stellfläche zur Verfügung hat, dürfte mit alternativen Systemen unter Umständen besser bedient sein.






Ja da Fass dich doch mal zusammen nettes Gadget mit sehr netten Preis
Sachen gibt’s …
Irgendwie interessant. Was es alles so gibt! Ehrlich gesagt, ich drehe einfach den Hahn in der Küche auf und fülle damit eine Flasche, aber bestimmt findet jemand Nutzen daran.
Sicher ein nettes Gerät aber absoluter Schwachsinn in AT/DE. Wir haben Trinkwasser in allen Leitungen, Toiletten, etc.
Das Filtern dieses Wassers macht es nicht gesünder, sondern schädlicher für unseren Körper.
Ja, Kaffee/Tee schmeckt mit gefiltertem Wasser anders/besser/weicher, aber die verlorenen Mineralien („Kalk“) sind genau die, die unser Körper zum Leben braucht.
Wer seinen eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren möchte, für den sind (nicht elektrische) Wassersprudler eine Anschaffung mit sehr hohem Nutzen-Kosten-Verhältnis, denn es entfallen alle CO2-Emissionen für Aufbereitung, Abfüllung und Transport. Trinkwasser ist zudem das am besten überwachte Lebensmittel.
Für das vorgestellte Gerät kann ich mich unter diesem Gesichtspunkt überhaupt nicht erwärmen: Zusätzlicher Stromverbraucher mit entsprechender Umweltbelastung. Eine Angabe zum Stromverbrauch im Betrieb wäre interessant.
Bei den Folgekosten wäre ein Hinweis zu den Preisen der Filter und der Einheit sicherlich hilfreich.