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Treblinka, Dachau, Auschwitz-Birkenau

Konzentrationslager und Gedenkstätten: Apples Foto-Rückblicke sollen „sensible Orte“ umgehen

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Die sogenannten Rückblicke, mit denen die Fotos-App auf iPad und iPhone in unregelmäßigen Abständen auf sich aufmerksam macht, gehört zu einer der besten System-Funktionen die Apples Mobilgeräte anzubieten haben. Kaum ist man mit der Fähre wieder zum deutschen Festland übergesetzt, bietet die Fotos-App einen Rückblick zur Dänemark-Reise an. Hat man den botanischen Garten verlassen, belohnt die Fotos-App mit einer Zusammenstellung schöner Pflanzen-Bilder. Zu Geburts- und Jahrestagen werden Familienmitglieder und heranwachsende Kinder im Laufe der Jahre präsentiert.

Treblinka, Dachau, Auschwitz-Birkenau

Um eure Schnappschüsse ordentlich kuratieren zu können erkennt Apples Fotos-App wichtige Personen, Orte und Ereignisse und nutzt diese Wissensbasis zum Erstellen mit Musik unterlegter Sammlungen aus, die anschließend automatisch zum Abspielen angeboten werden und sich ähnlich wie eine Diashow konsumieren lassen.

Karsten Winegeart JioCsloIYro Unsplash 1400

Einer der sensiblen Orte: Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz

In iPad OS 15.5 und iOS 15.5 bereitet Apple nun eine Einschränkung vor, die verhindern soll, dass die Fotos-App Rückblicke von „sensiblen Orte“ erstellt und vorschlägt. Zu den Locations, die Cupertino diesbezüglich zusammengestellt hat gehören mehreren KZ-Gedenkstätten und Holocaust-Museen wie Treblinka, Dachau, Auschwitz-Birkenau, die Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler, das Berliner Holocaust-Mahnmal und die Gedenkstätte Yad Vashem.

Mit Geodaten und Radius verzeichnet

Dies geht aus Code-Vorbereitungen der jüngsten Betaversionen von iOS 15.5 hervor, die der Blogger Filipe Espósito zuerst entdeckt hat. Die Sperrliste sorgt dafür, dass alle vor Ort aufgenommenen Schnappschüsse nicht in automatisch zusammengestellten Rückblicken landen. Die „sensiblen Orte“ sind mit Geokoordinaten und einem Radius versehen, der den Umkreis angibt in dem entstandene Schnappschüsse ignoriert werden.

Bilder: Karsten Winegeart

28. Apr 2022 um 15:56 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Oh, nachvollziehbar aber auch wieder schade. Eine Collage von Fotos wäre schon interessant. Das heißt ja überhaupt nicht, dass jemand in irgendeiner Form sympathisiert.

  • HutchinsonHatch

    Sehr Interessant und eine gute Idee finde ich. Man kann sich bei Bedarf ja immer noch ein eigenes Album anlegen.

    Ich fände auch gut wenn man Personen direkt ausschließen könnte, z.B. die geschiedene Ehefrau etc. Da gibt es sicherlich noch weitere Beispiele. ;-)
    Man kann in den Rückblicken ja aktuell sowas wie „diese Person weniger anzeigen“ oder so einstellen.

    • Die Funktion ist totale Bevormundung. Menschen machen Fotos zur Erinnerung, wieso entscheidet Apple was gut zum erinnern ist und was nicht?

      Man sollte einfach eine Option einbauen mit der jeder selber entscheiden kann was im Rückblick ausgeblendet wird.

      • HutchinsonHatch

        Dem Punkt stimme ich zu, aber Bevormundung ist doch ein großer Bestandteil Apples Firmenpolitik. Nichts Neues also. ;-)

  • Gibt’s eine Möglichkeit die Rückblicke generell auszustellen?

  • Passt nicht zum Thema, aber erschreckend, wie man schon konditioniert ist: Was ist denn Email-Lewaren für eine Technik?……

  • Ich käme nicht einmal auf die Idee innerhalb eines KZ Fotos zu machen.

  • Also ich war 2019 mal in Jerusalem und in Yad Vashem. Mir wernden in den Rückblicken immer noch Foto von dem Baum von Oskar & Emilie Schindler angezeigt. Obwohl ich 15.4.1 installiert habe.

    • Letzter Satz im Artikel:
      Die „sensiblen Orte“ sind mit Geokoordinaten und einem Radius versehen, der den Umkreis angibt in dem entstandene Schnappschüsse ignoriert werden.

      Geokoordinaten ist das Stichwort. Da der Baum weit ab der KZ ist, wird er dir angezeigt. Wenn du das nicht möchtest, müsstest du manuell die Koordinaten im Foto auf eines der KZ ändern.
      Was dann für dieses Foto allenfalls auch für andere Anwendungen Folgen hat.

    • Ist ja erst Mal die Frage ob Du GPS für Deine Fotos eingeschaltet hattest sonst kann Apple es ja nicht erkennen von wo die Fotos sind.

  • Sehe ich eher kritisch. Die angegebenen Argumente in den Kommentaren sehe ich zwar genauso.
    Allerdings hilft das Vorgehen denke ich wenig, um das Vergessen dieser schlimmen Zeit zu verhindern.
    Da sollte Apple lieber eindrückliche Fotos in die Rückblicke integrieren oder gar nur diese anzeigen wenn man an so einem Ort war.

  • … wenn niemand fotografiert hätte, würde ich bis heute nicht wissen, wie es dort aussieht.

    Nur mal so als Gedanke zur Diskussion.

  • Irgendwie seltsam, dass man dann so selektiv vorgeht. Mauthausen ist jetzt nicht weniger schlimm als andere KZs und eine vollständige Liste würde es in Wikipedia geben. Warum dann nur einzelne auswählen.

  • Die Funktion brauche ich nicht wirklich. Finde die Zensur auf privaten Endgeräten aber absolut daneben. Wehret den Anfängen.

  • Stefan B. aus H.

    Die Funktion ist mir absolut unverständlich in dieser Form. Fotos sind Erinnerungshilfen. Es gibt keinen Grund, diese Orte aus der Erinnerung zu tilgen. Eigentlich im Gegenteil. Da sich diese Fotos ja im privaten Bereich eines „Personal Devices“ befinden, sollte die Ausblend-Funktion, wenn es einer solchen überhaupt bedarf, optional und benutzerdefiniert implementiert sein. Sie DARF imho gar nicht seitens des Herstellers des Gerätes diesbezüglich eingreifen. Ich möchte eine Analogie zur Autoindustrie ziehen, die uns bisher auch nicht verbietet, mit unserem PKW hinzufahren, wohin wir wollen, oder noch präziser, jede Adresse im Navi einzugeben, zu speichern und anzusteuern.

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