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Anordnung greift sofort

Keine WhatsApp-Daten für Facebook: Hamburg lässt den Hammer fallen

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59 Kommentare 59

Erst Mitte April strengte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, ein Dringlichkeitsverfahren gegen den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp an. Erklärtes Ziel war es dafür zu sorgen, dass die Facebook-Tochter keine Nutzerdaten an den Mutterkonzern weitergeben kann, die dieser dann seinerseits für eigene Zwecke weiterverarbeitet.

Prof Dr Johannes Caspar

Prof. Dr. Johannes Caspar | Bild:

Facebook drängte auf den 15. Mai

Nun, einen guten Monat später, hat Caspar eine Anordnung erlassen und Facebook die Verarbeitung personenbezogene WhatsApp-Daten verboten, wenn dies zu eigenen Zwecken geschieht. Die Anordnung, die Caspar rechtlich auf die Datenschutzgrundverordnung stützt, wurde mit sofortigem Vollzug angeordnet und tritt damit noch vor dem WhatsApp-Ultimatum in Kraft. Der Kurznachrichten-Dienst fordert seine Anwender seit Wochen dazu auf den neuen Nutzungsbedingungen zuzustimmen und setzt dafür auch auf einen latenten Termindruck. Anwender sollten die neuen Regeln bis spätestens zum 15. Mai abnicken.

Hier gewährt der Eingriff des Datenschutzbeauftragten nun erst mal einen Aufschub.

Caspar hatten mehrere Punkte der neuen Nutzungsbedingungen gestört, in denen das soziale Netzwerk den Zugriff auf Facebook-Nachrichten nicht mehr ausschließend wollte, Unternehmen den Zugriff auf Nutzerdaten der WhatsApp-Community gestatten wollte und die neuen Regelungen auch für minderjährige Anwender durchsetzen wollte. Alles Forderungen, für die Facebook keine rechtliche Grundlage habe. Zudem seien die Nutzungsbedingungen so schwammig formuliert, dass der Fachexperte Caspar „auch nach genauer Analyse“ nicht erkennen könne, „welche Konsequenzen die Zustimmung für die Nutzerinnen und Nutzer hat“.

Jetzt soll Europa urteilen

Da Facebook die neuen Nutzungsbedingungen aggressiv durchdrückt und die Zustimmung weder transparent noch freiwillig erfolgen würde, sei der Datenschützer nun entschieden eingeschritten:

Die Nutzerinnen und Nutzer werden von WhatsApp mit intransparenten Bedingungen für eine weitreichende Datenweitergabe konfrontiert. Gleichzeitig wird behauptet, die beschriebenen Verarbeitungen würden tatsächlich gar nicht ausgeführt, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt schrittweise auf Grundlage des auf Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer gegründeten Rechtsrahmens umzusetzen. Diese Strategie erfolgt gegenwärtig insbesondere bei der neu eingeführten Funktion des Business-Marketings, die es unter Einschluss von Facebook ermöglicht, zum Versenden von Direktwerbung und der Marketingkommunikation unternehmensübergreifend Daten zu verarbeiten. Insgesamt entspricht das Vorgehen sowohl mit Blick auf Datenverarbeitungen, die laut Datenschutzrichtlinie bereits derzeit ausgeführt werden, als auch solchen, die durch Facebook jederzeit umgesetzt werden können, nicht den Vorgaben der DSGVO.

Die Anordnung Caspars ist drei Monate gültig. In dieser Zeit soll sich nun der Europäischen Datenschutzausschuss mit dem Thema befassen, um hier auf europäischer Ebene über die Rechtmäßigkeit der neuen Nutzungsbedingungen zu entscheiden.

12. Mai 2021 um 07:09 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Hab ich richtig verstanden ? Also nun „offiziell“ verschoben – aber nicht gekippt ?!
    Bin jetzt aber raus bei dem Laden, Signal ist echt gut und die meisten sind rüber gewechselt ! Super!

    • Bei mir ist ich keiner gewechselt.
      Es ist erstmal verschoben, bis das geprüft wurde. Erstmal also nicht zustimmen.

      • Du würdest dich wundern.
        Installier es, dann findest du es recht schnell raus.

      • Na so ne tolle und groß sndere Wunderapp ist Signal auch nicht.
        Möcht nicht wissen was die so alles speichern. Keine Ahnung was alle immer für nen Schiss haben um ihre Daten. Die müssen ja von größter Wichtigkeit fürs Weltgeschehen sein.

      • Wenn Du Dich mal informieren würdest, wüsstest Du es. Signal speichert keinerlei Metadaten und verkauft und gibt keine Daten weiter. Nicht einmal die Telefonnummer zur Verifizierung

      • Bestimmt nicht, aber mit diesem Argument WotzÄpp auf die gleiche Stufe zu stellen ist ein Witz. So schlecht kann Signal gar nicht werden.

      • Einfach mal installieren. Man ist erstaunt, wie viele man dann doch kennt.

      • Ich habs installiert, und ungefähr nur 20 % meiner Kontakte nutzen Signal.

      • @Urmel, habe ich, anfangs waren gerade mal 20 Leute dein, mittlerweilen nurnoch 5 und die schreiben auch nurnoch per Whatsapp…

      • @Peter
        Naja, dann schau doch mal wer hinter Signal steckt. Es geht bei den Daten auch ums Prinzip. Ich versteh dich ja einerseits, wiederum nervt facebook/WhatsApp einen auch einfach an mit ihrer Datensammelwut.

        Verstehe auch manchmal nich wieso ich erst WhatsApp löschen musste, dass andere auch iMessage nutzen wollen. Als hätte es das vorher nicht gegeben.

      • Signal ist Quellorten. Kannst also selbst anschauen, was gespeichert wird.
        Es geht WhatsApp und Facebook schlichtweg einfach nichts an, wie ich die App nutze. Ich will anhand dieser Daten keine personalisierte Werbung bekommen.
        Es ist auch egal was sie schon wissen, es muss ja nicht noch mehr werden.

      • @Peter Wenn das alles so unwichtig ist, warum machen die Unternehmen dann so ein Geheimnis darum? Datenerhebung bringt einem Unternehmen nicht viel, wenn die Daten nicht auch zu Informationen weiterverarbeitet werden.

      • Das mit „Datenerhebung > zu Geld“ machen fände ich in sofern okay, wenn die erhobenen Daten ausschließlich auf der jeweiligen Plattform verwendet werden würden; das Problem scheint mir (ist wohl), dass Datenprofile über mehrere Anwendungen / Websites erhoben, verknüpft, verkauft werden…

    • Bei mir sind alle schonwieder zurück und wer glaubt dass FB vorher nicht schon die Daten holte, der glaubt auch an den Weihnachtsmann….

    • Leute, das habe ich letztens geschrieben was das Thema angeht.

      Ihr könnt euer chats exportieren.
      Dann WhatsApp und Datensicherungen in der cloud löschen.
      Dann neu installieren. Aber jetzt wisst ihr was geschrieben wurde und Potenzial gelesen werden kann.
      Für alles was private sein sollte, nutzt lieber iMessage oder Ruf der Person an. Ich glaube nur dadurch wird man ein etwas sicheres Gefühl bekommen ohne zu wissen was die mit deine Daten machen.
      Liebe Grüße :)

      • *Facepalm*

      • Ach du scheiße… du hast nix verstanden.
        Es geht nicht darum, was du in WhatsApp schreibst, den das ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und kann nicht von Facebook eingesehen werden, sondern darum, das Metadaten an Facebook gehen, wenn du die App nutzt. Z.B. wo du dich aufhälst, wann du mit wem schreibst, wann du zur Arbeit fährst oder Urlaub machst und mit wem usw…

    • Signal installiert: 2 Kontakte.
      Threema gekauft und installiert: 4 Kontakte.
      Eigenes WhatsApp deinstalliert und vorher wochenlang Werbung für beide Apps gemacht. Wen hat es bewegt? Niemanden. Datenschutz interessiert nicht die Masse. Bewegt man sich in einer nerdigen Technikbubble ist es das eine. Meine Mutti, Freundin und mein Umfeld hingegen nutzt die Geräte und denen ist es egal worüber die Nachrichten kommen.

      • +10000

      • Das eigentliche Problem dürften die diversen Gruppen(chats) sein – da ist in der Tat die Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

        Privat findet das Leben in der reellen Welt statt ; )
        – ich schreibe via iMessage/SMS oder Signal: erreiche also jeden.
        – wer mich erreichen möchte nimmt iMessage/SMS oder Signal: ich bin also für jeden erreichbar
        – oder… einfach mal telefonieren ; )

  • Ich bin gespannt wie lange es WhatsApp noch hält, wenn man paar Jahre zurück denkt, da gab es ICQ, den Messenger hatte einfach jeder ( gefühlt ) und es gab zig andere Messenger nur die breite Masse wollte nicht so einfach wechseln. Dann ging es auf einmal ganz schnell und „alle“ waren bei WhatsApp. Ich bin gespannt wie das Ganze weiter geht wann auf einmal ein neuer Messenger kommt oder eine andere Möglichkeit zu kommunizieren und WhatsApp weg vom Fenster ist.

    • Das stimmt, das wird bei WA aber nicht durch einen alternativen Messenger mit etwas mehr Datenschutz passieren. Den Großteil der Welt interessiert Datenschutz ohnehin nicht so extrem wie uns deutsche & auch bei uns in Deutschland gibt es sehr sehr viele Menschen, denen es schlichtweg vollkommen egal ist, ob WA Daten sammelt oder nicht.
      Da müsste schon ein Messenger auf den Markt kommen, der irgendwas grundlegend besser macht was für die Masse auch Relevanz hat.

  • Wenn man bereits (mürrisch) zugestimmt hat, kann man das irgendwo widerrufen?

  • Bin seit Jahren weg von Facebook und habe Anfang des Jahres WhatsApp gelöscht. Überraschenderweise lebe ich trotzdem noch! Und jetzt kann ich diesen ganzen Diskussionen gelassen folgen

    • Meine aufrichtigen Glückwünsche zu dieser weisen Entscheidung :)

    • Und das wirklich unglaubliche ist: ich nicht & wir beide Leben immer noch. Bei mir wurde auch noch nicht anhand meiner Bewegungsdaten eingebrochen, ich habe keine Stelle wegen Likes etc. nicht bekommen & ich wurde politisch nicht beeinflusst. Das letzte mal bei Produkten beeinflusst wurde ich aktiv auf mydealz, nicht weil ich irgendeine Werbung erhalten habe. Jeder soll mit seinen Daten umgehen wie er mag. Datenschützer haben sicherlich nicht unrecht, aber die große Dystopie, die mir seit knapp 14 Jahren vorausgesagt wird, ist exakt zu keinem Prozent eingetroffen. Es gibt eben nicht nur 0 und 1 beim Datenschutz.

  • Für den Privatanwender ändert sich doch kaum was. Aber leider wird da mittlerweile eine Panik geschoben. Kommt mal alle wieder runter. Letztendlich sind alle Messenger doch Datenkraken. Der eine mehr der andere weniger.

    • Du solltest dich dringend mit dem Thema auseinandersetzen.
      Threema und Signal sammeln eben nicht und sind sichere Messenger.

      Wenn Whatsapp die Pest ist, ist Telegram die Cholera, also keine Alternative für Whatsapp, da hier die Nachrichten im Klartext auf den Servern liegen.

      • Kann ich bestätigen! Bin Schöffe am Gericht und bin immer wieder erstaunt was da an Messenger Daten auf den Tisch kommen. Und die vielen kleinen Drogendealer denken immer bei Telegramm bekommt es keiner mit

      • Hab vor ein paar Tagen einen Bericht von RBB über illegale Partys und Drogen in Berlin gesehen. Da hieß es das die Polizei so gut wie nichts machen kann gegen Telegram. Die rücken die Daten nicht raus.

      • Signal baut u.a. Verbindungen zu google auf und benötigt eine TEL. Daher nur threema

      • Irgendwie müssen die Leute dich auch finden können.
        Wenn man beim Anbieter (Threema) nichts hinterlässt, also keine Telefonnummer oder eine E-Mail wird man nun mal nicht gefunden und kann nur über 3. Messenger/E-Mail mitteilen, dass man da ist oder in einem persönlichen Gespräch.. ;-)

      • Selbst Schuld wenn man als Telegram Nutzer für „brisante“ Inhalte nicht einen E2E verschlüsselten Chat startet ¯\_(ツ)_/¯

  • Naja, da fehlt doch was. Das WhatsApp die Entscheidung auf falscher Datenbasis sieht und sich daher an diese Weisung nicht gebunden fühlt.

  • Ist eh egal… hü u. hott… ich hab den neuen Nutzungsbedingungen nicht zugestimmt, werde es auch nicht tun… WhatsApp ist ab Freitag für mich Geschichte…!!!

  • Kann man eine bereits erteilte Zustimmung wieder zurück ziehen?

  • Der Account bei WhatsApp wird trotzdem morgen gelöscht. Traue den kein Schritt weit.

  • Was mich wundert das keiner auf die Idee kommt Deutsche Firmen zu verklagen.. denn so oder so im Firmen Einsatz dürfte doch eigentlich zu 100% klar sein das WhatsApp gegeben die DSGVO verstößt..
    Als erste Aktion lädt WhatsApp das Telefonbuch vom Handy .. das heißt ich gebe als Firma einen anderen Firma ohne Eingeständnis Daten Dritter (eure, sofern ihr in meinem Telefonbuch wäret)

    Wer konnte folgen?
    Aber das ist ja nur so ein Gedanke..

    • Naja. Mit der Rufnummer und dem Namen kann WA jetzt erstmal nichts anfangen. Wenn 3 Leute die Nummer 123 gespeichert haben und jeder hat einen anderen Namen drin stehen (Max, Maxi, Maximilian), dann sind die Daten wertlos. Erst wenn Max sich mit der selben Nummer bei FB registriert kann eine Verbindung gezogen werden. Und in dem Fall ist es eh schon zu spät.

      • Noch nichts davon gehört, dass Facebook auch die Leute trackt, die nicht bei Facebook angemeldet sind?
        Die haben eigentlich für alle Menschen auf der Erde, die im Internet sind, Profile.

      • Na klar und passen zum Profil werden die Impfungen gegen Corona angepasst.

  • Quelle: Golem.de >

    Nachtrag vom 11. Mai 2021, 12:25 Uhr

    Whatsapp wies auf Anfrage von Golem.de die Vorwürfe der Behörde zurück. Die Anordnung gegen Facebook „basiert auf einem fundamentalen Missverständnis bezüglich des Zwecks und der Auswirkungen des Whatsapp-Updates und hat daher keine legitime Grundlage“, sagte ein Sprecher. Da die Behauptungen falsch seien, habe die Anordnung „keine Auswirkung auf die weitere Umsetzung des Updates“.

  • Entweder ein Konzern ist Korrupt oder nicht. In dem Fall sind die Würfel schon gefallen. Zucker = Korrupt

  • Ich finde Threema tatsächlich besser, da diese auch keine Kontakt- und Metadaten speichern. Und im Unterschied zu Signal stehen deren Server in der Schweiz statt wie bei Signal in den USA. Da stören mich nichtmal die 3,99 die threema einmalig verlangt.

  • Alle 2 Jahre das gleiche. Erst war es Threema jetzt ist es scheinbar Signal. Am Ende legt sich wieder alles und die meisten schreiben weiter auf WhatsApp. Ob das mit Signal wirklich besser ist ist doch m.E. Auch fraglich.
    Ich finde es super das wir den deutschen und europäischen Datenschutz haben und bleibe bewusst bei WhatsApp.
    Interessant finde ich ja, das in Amerika WhatsApp garnicht so stark genutzt wird wie bei uns da nutzen sie mehr iMessage.

  • Ich blicke nicht mehr durch.
    Meine Frage:
    Welche zusätzlich Daten bekommt facebook von WhatsApp,
    wenn facebook auf dem Handy installiert ist?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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