Gesten statt Menüleisten
Kando: Umfangreiche Maus-Gesten-Steuerung für den Mac-Desktop
Die Open-Source-Software Kando richtet sich an Nutzer, die häufig zwischen Anwendungen, Dateien und Tastenkombinationen wechseln. Das Programm setzt auf sogenannte Pie-Menüs, also kreisförmig angeordnete Auswahlfelder, die per Mausbewegung, Touch-Eingabe, Stift oder Controller gesteuert werden.
Ziel der App ist es, wiederkehrende Aktionen ohne lange Wege durch klassische Menüs oder das Merken komplexer Tastenkombinationen auszuführen. Kando ist nicht nur für macOS sondern auch für Windows und Linux verfügbar und arbeitet vollständig lokal ohne Cloud-Anbindung.
Gesten statt Menüleisten
Das Grundprinzip von Kando ist einfach. Nach dem Aufruf erscheint ein kreisförmiges Menü, in dem Funktionen über Richtungen ausgewählt werden. Je weiter sich der Zeiger in eine Richtung bewegt, desto eindeutiger wird die Auswahl. Dadurch entfällt das präzise Treffen kleiner Schaltflächen. Auch verschachtelte Menüs lassen sich auf diese Weise ansteuern, ohne dass die Übersicht verloren geht. Anwendungen starten, Dateien öffnen oder definierte Tastenkombinationen ausführen wird so auf wenige Bewegungen reduziert. Die Entwickler verweisen dabei auf ergonomische Konzepte, nach denen kurze und wiederholbare Bewegungen schneller erlernt werden als abstrakte Tastenkürzel.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anpassbarkeit. Nutzer können eigene Menüs erstellen, Icons vergeben und das Verhalten je nach aktiver Anwendung ändern. So lässt sich etwa für Bildbearbeitung, Textverarbeitung oder Programmierung jeweils ein eigenes Funktionsset hinterlegen. Die Gestaltung des Menüs kann über Themes und Symbole verändert werden, wobei diese Optionen rein lokal gespeichert bleiben.
Neue Funktionen mit Version 2.2.0
Mit Version 2.2.0 wurde der Funktionsumfang von Kando erweitert. Neu ist ein System, das die Nutzung bestimmter Gesten oder Funktionen sichtbar macht. Gedacht ist dies als Lernhilfe, um den Umstieg von klassischen Bedienkonzepten zu erleichtern. Zusätzlich unterstützt Kando nun einen portablen Modus. Das Programm kann damit ohne Installation von einem externen Laufwerk gestartet werden, was den Einsatz an wechselnden Arbeitsplätzen erleichtert.
Kando bleibt weiterhin kostenlos und quelloffen. Die Entwicklung erfolgt gemeinschaftlich und wird über freiwillige Beiträge unterstützt. Ein Nutzungs-Tracking oder sonstige Telemetrie-Dienste sind nicht integriert, alle Einstellungen verbleiben auf dem jeweiligen Rechner.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind zudem OrbitRing, Launchy und Pieoneer.

