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HomePod in Deutschland: Vergleich mit Echo und Google Home

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Der Apple HomePod ist in Deutschland erhältlich. Apple bietet den Siri-Lautsprecher als Antwort auf Amazon Echo und Google Home zum Preis von 349 Euro jetzt auch mit Unterstützung für die deutsche und französische Sprache an. Damit ihr euch vorab einen Eindruck vom Leistungsumfang des Geräts machen könnt, lassen wir die drei Konkurrenten unten im Video gegeneinander antreten.

Homepod Klein

Mit Blick auf den Leistungsumfang der im HomePod, Echo und Google Home integrierten Sprachassistenten lässt sich kein einfaches Urteil fällen. Hier hängt auch viel von den persönlichen Vorlieben, vom Nutzungsansatz und der sonstigen Hardware-Ausstattung ab. Siri steht hier in vielen Bereichen hinter der Konkurrenz an, einzig wenn es um die Musiksteuerung geht, hat sie die Nase vorn. Siri zeigt sich flexibler als die Konkurrenz, aber auch hier hält Apple nicht alle Versprechen: ein wandelndes Musiklexikon sollte beispielsweise wissen, dass „Subterranean Jungle“ nicht die erste, sondern die achte Platte der Ramones ist. Schwer tut sich die Apple-Assistentin oft auch mit der korrekten Aussprache der Künstlernamen.

Grundvoraussetzung für die vernünftige Nutzung des HomePod ist allerdings ein Apple-Music-Abo, denn nur dann kommt ihr in den vollen Genuss der Sprachsteuerung. Als weitere Einschränkung ist anzumerken, dass Apple bislang kein Portal für Internetradio integriert hat und die Auswahl der verfügbaren Radiosender dementsprechend karg ist.

Kinderkrankheiten, aber Bestnoten in Sachen Klang

In Sachen Klang lässt der HomePod alle Echo-Geräte und auch die hier erhältlichen Google-Home-Geräte links liegen. Das darf man erwarten, den preislich liegt der Apple-Lautsprecher hier auch ein ganzes Stück höher. Sehr positiv fällt mir der gute Klang insbesondere bei niedrigerer Lautstärke auf, ich würde sogar behaupten, Apple hat hier mit dem letzten Software-Update nachgebessert. Im gemäßigten Lautstärkebereich klingt der HomePod für mein (wohlgemerkt subjektives) Hörempfinden derzeit auf jeden Fall besser als die kleinen Sonos-Modelle Play:1 und Play:3. Hört man etwas lauter, so habe ich allerdings den Eindruck, dass dieser Unterschied verschwimmt. Als etwas arrogant empfinde ich es, dass Apple keine Möglichkeiten zur Klangbeeinflussung zulässt, sondern der HomePod stets selbst entscheidet, wieviel Bass, Höhen oder Mitteltöne das richtige Maß sind.

Der HomePod leidet meines Erachtens derzeit auch noch unter einer Menge von Kinderkrankheiten. Bezeichnend ist, dass Dinge mal funktionieren und mal nicht. Das ist natürlich nicht sonderlich erbaulich, zumal man als Nutzer auch stets dazu geneigt ist zu denken, man hätte Siri vielleicht den falschen Befehl zugerufen. Die Apple-Assistentin ist hier dann auch in der Tat zickig, so bewirkt der Befehl „Hey Siri, spiel die Nachrichten“ derzeit die Wiedergabe eines Songs von Helge Schneider, während „Hey Siri, spiel Nachrichten“ dann tatsächlich die Wiedergabe einer aktuellen Nachrichtensendung startet.

Homepod Befehle

Siri zeigt sich unzuverlässig

Im Video werdet ihr zwei Stolpersteine erleben, die uns ratlos dastehen lassen. So haben wir auf die Frage „Wie ist der Verkehr Richtung Stuttgart“ in den letzten Tagen immer die korrekte Auskunft erhalten, heute sucht Siri hier allerdings verzweifelt nach Adressen in der Nähe, anstatt einfach über die Verkehrssituation bei der Fahrt ins Stadtzentrum zu informieren. Dasselbe gilt für die Frage nach der Uhrzeit. Es kam öfter vor, dass Siri hier völlig daneben liegt, und zwar nicht im Sinne einer Zeitzonenverschiebung mit glattem Stundenversatz, sondern nicht nachvollziehbare, krumme Zeiten nennt. Teils wurde dies bei wiederholter Abfrage korrigiert, heute nicht.

Das sind alles Fehler, die sich per Software beheben lassen, dies sollte dann aber auch ganz oben auf der Prioritätenliste Apples stehen. Derlei Probleme hatten wir bislang weder mit dem Echo noch mit Google Home.

Wer sich noch nicht mit Siris Konkurrenz eingelassen und zudem das nötige Kleingeld in der Tasche hat, bekommt ohne Zweifel einen sehr guten Lautsprecher, der sich schön ins Apple-Universum einfügt. Allerdings ist Apple gefordert, den Leistungsumfang und die Verlässlichkeit des Geräts mit Hochdruck zu verbessern. Eine Ankündigung wie „Kalender für deutsche Nutzer kommen noch in diesem Jahr“ klingt allerdings nicht unbedingt, als hätten die HomePod-Verbesserungen höchste Priorität. Ein konkreter, in Wochen ausgedrückter Zeitplan würde hier aufrichtiger wirken. Auf Apples To-Do-Liste sollte dann auch die Möglichkeit stehen, Erinnerungen auf dem HomePod nicht nur zu erstellen, sondern auch zu erhalten. Für die Konkurrenten ist dies kein Problem.

Wenn ihr Apples Heimautomatisierungslösung HomeKit verwendet, fällt euch die Entscheidung für den Kauf eines HomePod vielleicht etwas leichter. Der Siri-Lautsprecher lässt sich auch als vollwertige HomeKit-Zentrale und damit als Gateway für den Zugriff auf die HomeKit-Geräte von unterwegs aus nutzen.

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17. Jun 2018 um 15:05 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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