Sprechen statt tippen
Google bringt systemweite KI-Spracheingabe auf den Mac
Google erweitert seine Gemini-App für den Mac um eine systemweite KI-Spracheingabe. Ein langer Druck auf die Fn-Taste genügt, um gesprochene Inhalte direkt an der aktuellen Cursorposition einzufügen. Die Funktion arbeitet damit nicht nur innerhalb von Gemini, sondern auch in Mail, Nachrichten, Textverarbeitungen und anderen Mac-Anwendungen.
Die native Gemini-App für macOS ist seit April verfügbar. Bislang ließ sie sich vor allem per Tastenkürzel einblenden und konnte geöffnete Fenster oder übergebene Dateien als Kontext verwenden. Die neue Sprachfunktion soll Gemini stärker in alltägliche Arbeitsabläufe integrieren.
Langer Druck auf die Fn-Taste
Standardmäßig startet ein langer Druck auf die Fn-Taste eine intelligente Diktierfunktion. Gemini überträgt das Gesprochene nicht einfach wortgetreu, sondern bereinigt die Eingabe automatisch. Füllwörter wie „äh“ werden entfernt, Korrekturen innerhalb eines Satzes erkannt und der fertige Text passend formatiert.
Das Ergebnis erscheint anschließend direkt an der Stelle, an der sich der Cursor befindet. Im Unterschied zu Apples integrierter Diktierfunktion soll Gemini damit bereits eine sprachlich geglättete Fassung liefern, ohne dass Nutzer den Rohtext anschließend überarbeiten müssen.
Mehr als eine gewöhnliche Diktierfunktion
In den Einstellungen lässt sich zusätzlich die Verarbeitung durch das Gemini-Modell aktivieren. Die KI kann dann den sichtbaren Bildschirminhalt und markierte Elemente berücksichtigen. Nutzer können beispielsweise Text auswählen und per Sprache eine kürzere, freundlichere oder formellere Fassung anfordern.
Auch lokale Dokumente, Bilder und andere Dateien lassen sich markieren und anschließend zusammenfassen oder in neue Inhalte überführen. Google nennt als Beispiel mehrere Tierarztunterlagen, aus denen Gemini eine Zusammenfassung für eine Hundepension erstellt. Ebenso können Bilder per Sprache erzeugt oder vorhandene Entwürfe verändert werden.
Damit baut Google die Mac-App schrittweise zu einem umfassenderen Desktop-Assistenten aus. Bereits im Mai hatte das Unternehmen weitere Funktionen angekündigt, mit denen Gemini lokale Dateien und Arbeitsabläufe auf dem Mac einbeziehen soll.
Zunächst ausschließlich auf Englisch
Die neue Spracheingabe wird weltweit für alle Nutzer der Gemini-App für macOS verteilt. Zum Start wird allerdings ausschließlich Englisch unterstützt. Weitere Sprachen sollen später folgen, einen Termin für die deutsche Sprachunterstützung nennt Google noch nicht.
Die Gemini-App kann kostenlos über die Webseite des Anbieters geladen werden und setzt macOS 15 oder neuer voraus. Je nach gewählter Funktion werden Spracheingaben, Bildschirminhalte und ausgewählte Dateien zur Verarbeitung an Google übertragen.

Da warte ich persönlich lieber, bis diese Funktion nativ in macOS integriert ist und dann hoffentlich auch lokal verarbeitet wird.