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Weit verbreiteter Irrglaube

Flüssigkeit im MacBook oder iPhone? Bloß nicht in Reis legen

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ifixit gibt Ratschläge für den Fall, dass man seinen Kaffee über das Notebook gekippt oder das iPhone ins Bier geworfen hat. Die Reparaturexperten räumen dabei mit einem großen Irrglaube auf: Reis hilft nicht, sondern macht die Sache eher schlimmer.

Phone On Rice

Bilder: ifixit

Der erste Schritt sollte stets sein, die Stromverbindung zu trennen und das betroffene Gerät sofern möglich auszuschalten. Und zwar so schnell wie möglich, also macht ihr euch nicht die Mühe, einzelne Apps zu beenden, sondern haltet den Ein-Aus-Schalter für fünf oder ein paar mehr Sekunden gedrückt, bis das Gerät sich abschaltet.

Als nächstes solltet ihr mit einem Handtuch oder dergleichen die auf der Oberfläche sichtbare Flüssigkeit aufsaugen, achtet dabei darauf, dass ich das Gerät nicht versehentlich wieder einschaltet. Sobald die großen Pfützen beseitigt sind, stellt ihr das Notebook auf den Kopf, damit die sich im Inneren befindliche Flüssigkeit soweit möglich herausläuft. Ihr könnt es dabei auch leicht seitlich bewegen und neigen.

Im folgenden Schritt wäre es optimal, wenn man das Gerät öffnen kann, um besser an die im Inneren verbliebene Feuchtigkeit zu kommen. Die passenden Demontage-Anleitungen findet ihr hier bei ifixit. Im besten Fall trennt man dann auch die Verbindung zum Akku und reinigt die einzelnen Bauteile mit reinem Alkohol.

Wer sein Notebook nicht selbst öffnen möchte oder kann, findet vielleicht Hilfe bei einem Dienstleister seines Vertrauens

Einen detaillierten Leitfaden für die Rettung eines iPhones mit Flüssigkeitsschaden hat ifixit hier veröffentlicht.

Warum Reis nicht hilft

Das Problem bei der Reis-Methode ist, dass ihr der Flüssigkeit damit unnötig viel Zeit gebt, die Bauteile anzugreifen. Die Feuchtigkeit setzt automatisch einen Korrosionsprozess in Gang, den ihr nicht vollständig stoppen, aber mindern könnt, in dem ihr die Feuchtigkeit schnellstmöglich aus dem Gerät bekommt. Die Reis-Methode spielt dagegen auf Zeit und hat im ungünstigsten Fall zur Folge, dass das Innere des Geräts am Ende auch noch verstaubt und verkrümelt ist.

Freitag, 22. Mai 2020, 20:26 Uhr — Chris
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  • Beim Wasserschaden habe ich sehr gute Erfolgs Quote, wenn das betroffene Gerät soft zum reinigen gebracht würde. Daher immer soft reinigen lassen. Niemals versuchen zu laden. Dann hilft Reinigung auch nichts mehr.

  • Was heißt denn „auf den Kopf“?

    Welches Teil soll nach oben? ^^

  • Auf den Kopf? Aber würde nicht normal hochkant das Wasser besser ablaufen können ?

    • Ja, aber dann ist auch mit Sicherheit die ganze Platine einmal nass geworden. Auf den Kopf damit die Flüssigkeit da raus kann, wo Sie rein ist.

      • So halten, dass es an den Lautsprecheröffnunen herauslaufen kann.
        Über die Klinkenbuchse dauert es erfahrungsgemäß super lange.

  • Haha, das is sehr lustig, weil es suggeriert alle Asiaten würden total auf Reis stehen.

  • Ich hab mein iPhone 7 einmal ca 2-4h im Pool in 1,4 m tiefe liegen gehabt. Danach in Reis gelegt..es hatte zwar eingangs ein paar zickeleien, die haben sich aber alle gelegt.

  • Ihr versteht das alle nicht! Reis hilft!

    Aus dem Reis kommen kleine Chinesen und reparieren die Hardware.

    Nebenbei einen Sack Reis umwerfen bringt Glück.

  • Einfach xCode neu installieren, dann trocknet das Teil von selbst ;) installd auf 600% CPU das föhnt dir alles trocken.

  • Habe jetzt noch keine Apple gerät gewässert, aber alles andere hat immer super mit destilliertem Wasser und im Anschluss Isopropylalkohol (Kleinstmengen aus der Apotheke oder einfach mal einen 5L Kanister aus dem Netz bestellen) funktioniert.
    Hab damit mal ein Dell Notebook nach kleiner Suppendusche wiederbelebt, das läuft im Alter von 9 Jahren, davon 5 nach der Trockenlegung, einwandfrei.

    • Das ist tatsächlich die richtige Methode. Viel mit Dest. Wasser spülen, Iso zum entwässern (am besten nicht vergällt) und dann trocknen lassen. Habe damit sogar bereits korrodierte Hardware zum Laufen gebracht (in dest. Wasser abgeschrubbt mit Pinseln).

  • „…oder das iPhone ins Bier geworfen hat.“
    Bruahahahaaa, sehr schönes Bild. Danke dafür!

    Tatsächlich kenne ich einige Menschen, denen das iPhone mehrfach ins Klo gefallen ist, aber „in’s Bier WERFEN“?
    Neue Freizeitbeschäftigung in München?
    :-)

    • DAS ist uns tatsächlich schon passiert, im Stadion nach’m Tor. Freundin wollte ein Foto machen, ein Rempler, weg war das Handy. Alle suchten am Boden, bis ein Nachbar einen Schluck trinken wollte, lachte und sagte, er habe es gefunden. :D

  • Mein iPhone hatte einen Wasserschaden und habe es in Reis gepackt. Danach hat es wieder funktioniert.

  • Ich würde die Reismethode einfach als zusätzliche Aktion ansehen nachdem alles andere (Ausschalten, Kopfstand) durchgeführt wurde.

    • Wenn dann lieber Silikagel auch Kieselgel genannt. Das sind die Tütchen mit den kleinen Kügelchen drin, die schonmal in Verpackungen beiliegen um das Produkt vor Feuchtigkeit zu schützen. Die kann man übrigens auch im Ofen bei geringer Hitze wieder trocknen und wiederverwenden. Die Kügelchen sind stark Hygroskopisch (saugen Feuchtigkeit) und man dürfte nicht das Problem mit dem Staub haben wie es beim Reis der Fall ist.

  • Jetzt, wo so viele Unternehmen Insolvenz anmelden, erwitscht’s also auch Uncle Ben’s

  • Eine Binsenweisheit… Der Irrglaube Reis würde helfen, hält sich hartnäckig.

    Reiner Alkohol verdrängt Wasser und trocknet rückstandsfrei ab.

    Bei leichter Feuchtigkeit ohne dass das Gerät eine Wasserresistenz hat, hilft Silicagel.

  • TeeTassenTrüffel

    Aber der Reis ist doch danach direkt verzehrfertig, so habe ich bisher gekocht :/

  • Nicht vergessen, das unsere iPhones seit Jahren immer Wasser dichter werden!!! Solange sollte es keiner Meter tief im Wasser liegen lassen.

  • Haha, gestern hier gelesen und am Abend zufällig den Film „Knock knock“ (2015) mit Keanu Reeves gesehen. Und genau das macht Reeves mit einem nassen Smartphone.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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