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Fernwartungs-Kompendium: Remotezugriff vom iPhone, iPod touch und iPad aus mit VNC & Co.

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Wir möchten wieder einmal einen kleinen Schwenk auf sogenannte „Fernwartungssoftware“ wagen. Vielen ist sicher bekannt, wozu solche Software gut ist, dennoch möchten wir kurz erklären worum es sich dabei handelt. Fernwartungssoftware wird nicht selten unter dem Kürzel „VNC“ (Virtual Network Computing – wobei es sich hierbei eigentlich um eine spezielle Software handelt) beworben. Wichtiger als das ist jedoch zu wissen, welchen Nutzen uns Fernwartungssoftware bringen kann. Wie der Name bereits andeutet, lässt sich mit solcher Software aus der Ferne auf einen Computer zugreifen. Das beinhaltet für gewöhnlich nicht nur den Zugriff in einem lokalen Netzwerk, sondern auch über das Internet.

So könnt ihr vom heimischen Sofa aus, in der wärmeren Jahreszeit im Garten, oder auch unterwegs auf eure Computer zuhause zugreifen um vergessene Daten nachzuladen oder „auf“ dem iDevice mit euren Desktop-Programmen zu arbeiten. Für gewöhnlich kommt VNC auch in Firmen zum Einsatz, um Probleme an einem Arbeitsplatz zu beheben, ohne das der Administrator räumlich zugegen sein muss. Gleiches funktioniert genau so gut im privaten und ihr könnt Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten auf die Schnelle behilflich sein ohne zu ihnen fahren zu müssen.

TeamViewer

Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Fernwartungslösung ist TeamViewer (iPhone-Link, iPad-Link). Die für Privatanwender kostenlose Software des gleichnamigen deutschen Unternehmen hat bereits gut 100 Millionen Nutzer und ist für alle wichtigen Betriebssysteme realisiert (OS X, Linux, Windows, iOS und Android). Neben der Möglichkeit des Desktop-Sharing erlaubt sie auf eurem iDevice auch die Möglichkeit des Dateitransfer. Ihr könnte also, wenn ihr unterwegs seid und eine wichtige Datei vergessen habt, direkt auf das Dateisystem eures Mac oder PC zuhause zugreifen und die Dateien auf euer iPhone oder iPad laden und in TeamViewer anschauen oder an andere Anwendungen weiterreichen. Zum Beispiel könnt ihr ein PDF nachladen und anschließend in GoodReader anschauen. Einzig störend ist die gelegentlich eingeblendete Erinnerung, dass die Software für die gewerbliche Nutzung lizensiert werden muss. Da TeamViewer jedoch privat kostenfrei nutzbar ist, sind die Einblendungen durchaus zu verschmerzen.

Splashtop Remote Desktop

Als nächstes möchten wir euch Splashtop Remote Desktop (iPhone-Link, iPad-Link) vorstellen. Hier möchten wir euch allerdings zuerst einmal darauf verweisen, dass der Entwickler ein wenig bei seiner Werbung flunkert. Die iPhone-Version soll laut Entwickler regulär 7,99 Euro kosten, die iPad-Version 15,99 Euro. In Wirklichkeit wurde die iPhone-Version in den letzten 12 Monaten nie für mehr als 3,99 Euro angeboten und auch die iPad-Version kostete nur ein einziges Mal für den Zeitraum von 4 Tagen besagte 15,99 Euro. Aktuell sind die Anwendungen für 79 Cent bzw. 2,39 Euro erhältlich und damit laut Splashtop Inc. um 80% reduziert. In Wirklichkeit wird die App jedoch fast durchgängig zu diesen Preisen angeboten.

Dennoch möchten wir den Splashtop Remote Desktop nicht unerwähnt lassen, denn das Programm bietet eine sehr flüssige Bildübertragung inklusive Ton. Über WLAN lassen sich Videos mit nur minimalen Rucklern anschauen und theoretisch könnte man sogar anspruchsvollere Spiele spielen. Und auch über UMTS ist die Performance erstaunlich gut. Allerdings dürfte bei der Nutzung ein entsprechend hohes Datenvolumen anfallen. Wer Splashtop also regelmäßig unterwegs nutzen möchte, sollte einen hinreichenden Volumentarif gebucht haben.

Ein kleiner Abstrich: Splashtop erlaubt keinen direkten Dateiaustausch mit eurem iDevice. Hierzu könnt ihr jedoch eMails oder externe Cloud-Dienste wie Apples iCloud oder Dropbox nutzen.

iTeleport

Weiterhin haben wir die etwas kostspieligere VNC-Lösung iTeleport (Universal-Link) vorliegen. Die App kostet 15,99 Euro und ist alleine schon durch den hohen Preis sicher weniger interessant für Gelegenheitsnutzer. Dafür ist die App ideal für all jene, die zwei Monitore an ihren Mac angeschlossen haben. Mit der Nutzung von zwei Monitoren haben die meisten Fernwartungspogramme ihre Probleme, iTeleport nutzt jedoch Apples Screen Sharing Extensions um dieses Problem zu umgehen. Darüber hinaus bietet die App ein noch Feature, das zwar reine Spielerei ist, aber dennoch nicht unerwähnt bleiben möchte. Wenn ihr iTeleport nutzt und über ein iPhone 4S verfügt, könnt ihr Anwendungen auf eurem Mac oder PC mit Siri starten. Der Sprachbefehl hierzu lautet „launch“ und wird über die Diktierfunktion erkannt. Allerdings solltet ihr dazu die englische Tastatur aktivieren und die Befehle auch englisch aussprechen. Für den Alltagseinsatz empfinden wir diese Lösung jedoch noch zu unausgereift, da sie gerne den Dienst verweigert, und generell umständlich. die Entwickler hätten die nötige Zeit für dieses Gimmick vielleicht besser genutzt um SSH/SFTP zu implementieren, ein direkter Dateiaustausch mit dem iPhone und iPad ist leider auch mit iTeleport nicht möglich.

Windows-Nutzer, die mehr als einen Monitor an ihrem PC nutzen, sollten einen Blick auf Remoter (Universal-Link) werfen. Die nur 79 Cent teure VNC App unterstützt laut Entwickler mehrere Monitore. Unter OS X scheint es bei der Verwendung mehrerer Monitore mit dieser App jedoch noch Probleme zu geben, bis die Mängel behoben wurden empfiehlt sich entsprechend iTeleport.

Weitere Alternativen

Weitere beliebte Fernwartungs-Apps sind LogMeIn (Universal-Link), Cloud Connect Pro (Universal-Link), Remote HD (Universal-Link) und Screens (Universal-Link). LogMeIn und Cloud Connect Pro sind mit 23,99 Euro bzw. 19,99 Euro zwar beide ebenfalls nicht gerade günstig, bieten dafür jedoch auch einen direkten Dateitransfer zwischen iDevice und Mac/PC an. Da es sehr viele Fernwartungslösungen gibt und sie unterschiedliche Funktionen unterschiedlich gut meistern, muss jeder für sich selbst entscheiden worauf er oder sie besonders hohen Wert legt. Vielleicht können wir mit diesem Artikel einen kleinen Anreiz geben euch gegenseitig über eure bisherigen Erfahrungen mit „VNC“-Apps im Kommentarbereich auszutauschen.

 

Air Display

Zum Schluss möchten wir euch noch einmal auf eine etwas andere App hinweisen, über die wir bereits vor gut eineinhalb Jahren berichtet hatten. Es handelt sich um die Monitorerweiterung Air Display (Universal-Link), die mittlerweile auch mit Windows kompatibel ist. Statt mit eurem iPhone, iPod touch oder iPad auf den Desktop eures Mac oder PC zuzugreifen, könnt ihr ihn mit eurem iDevice um einen weiteren Monitor erweitern. Euer iDevice lässt sich so als Zusatzmonitor inklusive Touchbedienung verwenden. Wir finden diese Lösung nicht unbedingt schlecht um zum Beispiel Bedienelemente und Zeichenpaletten in Photoshop, oder kleinere Anwendungen wie den Taschenrechner, auszulagern. Sogar Videos lassen sich theoretisch anschauen, auch wenn das Bild gelegentlich leicht ruckeln kann. Ob euch diese kleine Ergänzung wirklich 7,99 Euro wert ist, solltet ihr jedoch für euch selbst entscheiden.

 

Ein kleines Patchwork-Video, das euch einige kurze Eindrücke vermitteln soll

(Youtube-Link)

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17. Nov 2011 um 17:30 Uhr von Damien Fehler gefunden?


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