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Automation für PV-Besitzer

evcc: Open-Source-Server steuert Überschussladen für Elektroautos

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36 Kommentare 36

evcc ist ein Open-Source-Projekt mit dem Ziel, beim Laden von Elektrofahrzeugen einen möglichst hohen Anteil von selbsterzeugtem Solarstrom zu verwenden. Die Software ist bereits mit zahlreichen Wallboxen, schaltbaren Steckdosen, Solaranlagen und Elektrofahrzeugen kompatibel und wird stetig weiterentwickelt. Als Installationsplattform genügt ein Raspberry Pi oder ein im Haus vorhandenes NAS-Laufwerk. Alternativ kann man die Anwendung auch auf einem Mac, Windows-PC oder Linux-Rechner laufen lassen, der dann allerdings dauerhaft aktiv sein muss.

Evcc Funktion Schema

Im Betrieb reguliert evcc dann die Leistung privater Elektroladepunkte abhängig von der aktuell erzeugten Solarenergie. Bei ausreichender Solarproduktion wird ein angeschlossenes Auto mit entsprechend hoher Geschwindigkeit geladen, wird dagegen aufgrund der Wetterbedingungen weniger Strom erzeugt, verlangsamt sich der Ladevorgang entsprechend oder wird auch vorübergehend komplett pausiert.

Standardschnittstellen und quelloffen

Um den beschriebenen Funktionsumfang zu gewährleisten, setzt evcc auf verbreitete Schnittstellen und Standardprotokolle, darunter Modbus, SunSpec, HTTP, JSON, REST oder MQTT. Für die Erfassung der aktuellen Solarleistung werden die in der Regel bereits im System vorhandenen oder ansonsten auch nachrüstbare Leistungszähler genutzt.

Evcc Ipad

Einmal eingerichtet, präsentiert sich evcc als Web-Anwendung mit einer ansprechenden und auch für Mobilgeräte optimierte Benutzeroberfläche, über die man nicht nur sämtliche aktuellen Daten und Ladevorgänge überblicken, sondern auch direkt in den Ladeprozess eingreifen kann. Wie das Ganze im Live-Betrieb aussieht und funktioniert, kann man sich anhand einer von den Entwicklern bereitgestellten Demo-Installation ansehen und ausprobieren.

evcc lässt sich grundsätzlich kostenlos nutzen, die Weiterentwicklung der Anwendung wird durch Sponsoren und Spenden finanziert. Zu beachten ist, dass bei der Ersteinrichtung technische Kenntnisse erforderlich sind. Vorab informiert ihr euch diesbezüglich am besten mithilfe der von den Entwicklern bereitgestellten Anleitung sowie im zugehörigen Anwenderforum auf GitHub.

Danke Heinz

13. Apr 2023 um 09:41 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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    36 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Ich nutze evcc schon seit einiger Zeit und kann es sehr empfehlen. Besonders gut ist der direkte Draht zu den Entwicklern und die Community dahinter. So kann man direkt Einfluss auf die Entwicklung nehmen…Sehr sehr geil

    • Der Nutzerkreis ist doch eher durch das Betastadium des Projektes eingegrenzt:
      – Komplizierte Konfiguration
      – fehlende Unterstützung für alle Wallboxen
      – keine automatische Erkennung der Komponenten
      – keine Logik um Ladeverluste mit einzubeziehen
      – keine Anbindung an sonstige Smarthome Systeme

      Mit mehr zahlenden Kunden und Zeit wird sich das weiterentwickeln. Wenn man mit dem aktuellen Stand zufrieden ist und ausreichend Zeit mitbringt, dann sicherlich ein schönes Wochenend Projekt.

  • Habe am letzten Wochenende auch mal evcc getestet. Macht einen sehr erwachsenen Eindruck. Auch wenn man seine Konfiguration nur mal kurz testen will, sind meist erst einmal 2$ und eine Kreditkarte notwendig.
    Es soll wohl jn Zukunft auch ein kostenloser Test möglich sein.
    Dokumentation ist wirklich gut, so dass auch nicht IT Profis zurecht kommen.

  • Eine weitere Alternative (ebenfalls opensource) wäre openwb. Hier gibt es auf Wunsch dann auch gleich die Wallbox dazu. Ebenfalls mit diversen Schnittstellen versehen kann man diese auch in iobroker einbinden. Soll nur ein weiterer Tipp sein…

  • Toll, dass es hier scheinbar Herstellerübergreifende Lösungen gibt. Weiß jemand in der Runde was diese Lösung mehr kann als beispielsweise ein go-e Charger?

  • Läuft prima als docker auf einem Synology NAS.
    Besser als das überschussladen des Herstellers.

    Top Sache!

  • Das Projekt ist mega und verbindet meine beiden Wallboxen mit der PV-Anlage, die sonst nicht optimal miteinander kommunizieren könnten.

    EVCC optimiert den PV-Verbrauch und steuert (wenn nötig) das Laden übers Netz in Zeiten, wo günstiger Strom bezogen wird. Die Community ist sehr aktiv und es wird täglich dran gearbeitet.

  • Bin auch seit ein paar Wochen begeisterter Nutzer von evcc. Endlich eine Lösung, mit der man auch mit dem SonnenCharger vernünftig Überschussladen kann und dazu noch ein super Ladeprotokoll bekommt, über das sich auch das FA freut.
    Läuft ebenfalls super mit dem Go-e bei uns und hat den großen Vorteil, dass man auch den Batteriespeicher mit einbinden kann. Und da prozentual einteilen kann, bis wann die Batterie prio hat und ab wieviel Prozent auch aus der Batterie entnommen werden darf.

    • Habe auch die Kombi go-e und Sonnenbatterie. Wo gibt man denn die Parameter für die Batterie ein? Habe da noch nichts gefunden in der Doku.

      • In der config-Datei (evcc.yaml).
        Die Parameter lauten bufferSoc und prioritySoc
        Letzteres muss kleiner sein und bestimmt den %-Wert bei dem die Batterie Vorrang hat.
        BufferSoc ist die Grenze bis zu dem auch aus der Batterie entnommen wird. Alles bezogen auf den Modus PV-laden.
        Wenn du nach den Begriffen suchst, findest du es auch in der evcc Doku.

      • Danke! Werde ich die nächsten Tage mal testen. Es steht zwar viel in der Doku, aber leider nicht immer an der Stelle, wo man es vermutet.

  • Leider lässt sich meine Wallbox nur viel zu grob einstellen (6-16A), daher habe ich das selber über HomeAssistant gelöst.

    • Habe genau den gleichen Fall dass nur grob geregelt werden kann und es daher scheinbar keine Unterstützung für meine Wallbox gibt.
      Wie ist denn die Hysterese zu konfigurieren zu konfigurieren? Akzeptieren die PKW sekündliche Anpassungen?

    • Ja sind wir. Du kannst entweder eine fixe Grenze einstellen („Immer laden unter 20ct.“) oder den Planner die besten Ladestunden raussuchen lassen („Auto zu morgen früh um 8 Uhr auf 90% laden.“).

  • Daumen hoch für EVCC!
    Das läuft bei mir jetzt mit zwei eher unbekannten Wallboxen (Hardy Barth), einer PV Anlage mit mehreren eigenwilligen SMA Wechselrichtern plus sogar einem bereits älteren SMA Sunny Island Haus-Speicher. Angesteuert über Modbus. Bin wirklich sehr zufrieden, effizienter kann der Solarstrom kaum genutzt werden. Und sogar Tibber kann man mit einbinden, inkl. Anzeige und Nutzung der stündlichen Strompreise.

  • Auch von mir: seit einem guten halben Jahr im Einsatz mit Easee und Kona, jetzt auch mit Tibber. Kann ich echt empfehlen!

    • Ja, wir haben evcc mit E3DC über Modbus seit Januar im Einsatz. Funktioniert prima.
      Auf dem E3DC musst Du dazu den Modbus aktivieren, der ist default-mäßig deaktiviert.
      Das geht über Hauptmenü:Smart-Funktionen:Smart-Home:Modbus.
      Dort mit Schiebeschalter aktivieren.
      Dann noch mir dem Pfeil oben rechts weiternavigieren und auch Modbus TCP aktivieren (diese zweite Einstellung hatte ich am Anfang übersehen). Protokoll E3DC, Gerät 1 und Port 502 sind bereits vorselektiert.
      Viel Erfolg!

  • Kein Mercedes und keine Mercedes Wallbox unterstützt? Schade!

  • Wie kann ich das einstellen das der Charger auch schon unterbiet Grenze das Auto lädt. Bei 3 phasig muss ja eine bestimmte Überschussleisting vorhanden sein. Kann ich das umgehen?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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