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Open-Source-Alternative zu etablierten Netzwerken

EU will neues soziales Netzwerk für junge Menschen entwickeln

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17 Kommentare 17

Während in Europa zunehmend über Altersgrenzen und Verbote für soziale Netzwerke diskutiert wird (Frankreich⁠, Spanien und Griechenland⁠, Norwegen⁠ sowie Deutschland), verfolgt die Europäische Kommission nun zusätzlich einen anderen Ansatz. Ein neues Förderprogramm soll dabei helfen, ein neues soziales Netzwerk entstehen zu lassen, das von Beginn an stärker auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet ist.

Eu Social Media

Nach den Vorgaben der Ausschreibung (PDF-Download) soll mindestens ein funktionierender Prototyp entstehen, der auf offenen, dezentralen Protokollen wie ActivityPub oder dem AT Protocol basiert. Diese Technologien bilden bereits die Grundlage für Dienste wie Mastodon oder Bluesky. Ihr Vorteil besteht darin, dass verschiedene Plattformen miteinander kommunizieren können und Nutzer ihre Kontakte sowie Inhalte einfacher zwischen unterschiedlichen Diensten mitnehmen können.

Die EU verfolgt damit das Ziel, Alternativen zu den großen kommerziellen Plattformen zu fördern und gleichzeitig ein digitales Umfeld zu schaffen, das sich stärker an europäischen Vorstellungen von Datenschutz, Transparenz und Selbstbestimmung orientiert.

Jugendliche sollen die Plattform selbst mitgestalten

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die direkte Beteiligung junger Menschen. Jugendliche aus mindestens acht EU-Mitgliedstaaten sollen den gesamten Entwicklungsprozess begleiten. Dabei sollen unterschiedliche soziale Hintergründe ebenso berücksichtigt werden wie Menschen mit Behinderungen oder neurodivergente Teilnehmer.

Eu Social Media Scree

Begleitet werden die Workshops und Beteiligungsformate von Fachleuten aus den Bereichen Softwareentwicklung, Psychologie und Medienforschung. Gemeinsam sollen Funktionen entwickelt werden, die den Bedürfnissen junger Nutzer entsprechen. Neben klassischen Fragen zur Bedienung spielen auch Schutz vor problematischen Inhalten, digitale Gesundheit und der verantwortungsvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine Rolle.

Der Schwerpunkt kommt nicht zufällig. Erst vor wenigen Tagen hatten Verbraucherschützer den großen Plattformen vorgeworfen, Minderjährige mit Endlosfeeds, automatischen Wiedergaben und anderen aufmerksamkeitsfördernden Funktionen möglichst lange an ihre Angebote zu binden. Die EU möchte nun untersuchen, wie sich soziale Netzwerke entwickeln lassen, die andere Schwerpunkte setzen.

Offene Software und langfristige Perspektive

Neben der technischen Entwicklung erwartet die Kommission auch eine Marktanalyse sowie Vorschläge, wie sich europäische soziale Netzwerke dauerhaft finanzieren und verbreiten lassen. Angesprochen werden dabei unter anderem Medienhäuser, Bildungseinrichtungen, Content Creator und weitere Organisationen, die zur Verbreitung beitragen könnten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Offenheit. Die im Projekt entwickelte Software soll nach Möglichkeit als Open-Source-Projekt veröffentlicht werden, damit andere Projekte darauf aufbauen können. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Erkenntnisse in Empfehlungen für zukünftige Förderprogramme einfließen.

30. Juli 2026 um 13:37 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Jetzt gibt es ja schon Fediverse Protokolle die Mastodon und Bluesky usw eigentlich dezentralisiert. Hoffe die entwickeln nicht alles neu sonder bauen auf bestehendem aus.
    Wenn jetzt mehrere kommen ist das vielleicht auch nicht optimal, wenn man ein gegengewicht zu den US Anbietern etabliere will. Die Nutzung kommt ja meist über die Anzahl der Nutzer die dort sind. Wenn es stark fragmentiert könnte es nach hinten losgehen

  • Es ist so schade, dass solche wichtigen Projekte idR nicht aufgehen.

  • Jap
    Ach unsere Politiker kommen wirklich jeden Tag auf neue tolle Ideen

    • Nein, das bzw. so etwas kommt nicht grundsätzlich von Politikern.
      Etliche Beraterfirmen, Sozialverbände oder auch hinzugezogene Experten (…)
      z.B. Pädagogen, IT-ler schlagen oder flüstern denen sowas vor.
      Vom Grundgedanken sicher auch nicht verkehrt, aber wie schon einige der Vor-Kommentatoren geschrieben haben, ob es sich durchsetzen wird bzw. eine notwendige Akzeptanz bekommt. Da müssen die entsprechenden Anreize kommen, also Radiosender (ja, gibt es noch), TV-Sender z.B. müssen Ihre Angebote/Aktionen/Gewinnspiele (muss halt auch für die Altersgruppe erlaubt sein) auch hier publik machen und nicht nur bei Facebook und Co.!

  • Sehr gute Idee!

    Damit besteht endlich eine Chance, dass die vom Aufhetzen lebenden, auf Gewinn ausgerichteten asozialen Netzwerke der Amerikaner abgeschaltet werden können, die dazu noch fremden Mächten erlauben, uns zu spalten.

    Die Vergiftung der Gesellschaft ist leider bereits weit fortgeschritten

  • ich bin ja wirklich ein Europäer von ganzem Herzen –
    aber ads ist vorsichtig formuliert Schwachsinn und
    das hierfür geplante Geld , ließ sich sicher sinnvoller investieren

  • Gemeckert wird wieder schnell.
    Ich finde einen solchen Ansatz gut, auch um die Abhängigkeiten von nicht europäischen Diensten anzubauen.
    Nicht versuchen ist keine Alternative!

  • Obgleich die Idee eines „europäischen Social Media Netzwerks“ grundsätzlich nicht dumm ist, betrachte ich die Erfolgsaussichten skeptisch. Nicht, weil es so unendlich schwer wäre ein Social Media Netzwerk zu entwickeln. Sondern weil Nutzerakzeptanz und -bindung die viel größeren Hürden darstellen. Niemand braucht ein Social Media Netzwerk, das von niemandem genutzt wird. Ich befürchte, dass es bereits an dem Mangel einer niederschwelligen Einstiegshürde scheitern könnte. Ein Name, ein Kennwort und eine eMail-Adresse, viel mehr darf es nicht sein. Hier wird sich die EU Kommission aber vermutlich bereits mit sowas wie einem Altersverifikationsprozess selber ein Bein stellen, an dem das Projekt vollständig scheitern kann. Davon ab benötigt das Projekt ein nicht leicht nachzuahmendes Alleinstellungsmerkmal, welches ein großes Nutzerinteresse weckt – ohne das es gleichzeitig an anderen gewohnten Funktionen mangelt. „Datenschutz“ bietet hier theoretisch ein solches. In der Praxis hat dieser bei vielen Nutzern, für die es bisher diesbezüglich persönlich noch keine Probleme gab, jedoch lediglich einen niedrigen Stellenwert.

  • Nicht einmal Google konnte ein funktionierendes Social Network aufbauen. Naja, schauen wir mal. Wer wenig erwartet wird auch wenig enttäuscht.

  • hatten wir schon mal, StudiVz und SchülerVz.
    Hatten halt keine Chance gegen (damals aktuell) Facebook.
    Mal sehn ob’s über die Verbote ehr was wird.

  • Schön wäre in diesem Zusammenhang, wenn die EU ein solches Netzwerk für sich selbst herstellen würde, damit solche windigen Typen wie Frau Von der Leyen nie wieder die Gelegenheit bekommen, dienstlich widerrechtlich erstellte SMS – Kommunikation auch noch gesetzeswidrig vom eigenen Diensthandy zu löschen. Zum wiederholten Male!
    Und leider trauen sich zuständige und ermittelnde Staatsanwälte nicht, US – Geheimdienste zu Rate zu ziehen, die diese SMS – Kommunikation mit Sicherheit mitgeschnitten haben.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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