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Manager müssen auch Fach-Experten sein

Denken wie Steve Jobs: Im Inneren der Apple University

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Erstmals ins Rampenlicht trat die Apple University im Herbst 2011. Damals, kurz nach dem Tod des Apple-Gründers, veröffentlichte die LA Times einen Artikel über das Apple-interne Bildungsprojekt, mit dem Steve Jobs sicherstellen wollte, dass die von Apple etablierte Art neue Herausforderungen anzugehen, auch an nachfolgende Management-Generationen weitergegeben würde.

Apple Steve Jobs Theater

Ein Unterfangen, für das Apple damals den ehemaligem Dekan der Yale School of Management, Joel Podolny, einstellte. Neun Jahre später, im Oktober 2020 trägt Podolny weiterhin den Titel eines Dekan übersieht als Vice President of Apple University mittlerweile jedoch ausschließlich Apples Bildungsangebot für nachrückende Führungskräfte.

Über dieses hat ehemalige Professor der Harvard Business School jetzt einen umfangreichen Artikel in der aktuellen November/Dezember-Ausgabe der Harvard Business Review verfasst.

„How Apple Is Organized for Innovation“

In dem lesenswerten Stück „How Apple Is Organized for Innovation„geht Podolny auf mehrere Aspekte ein, die die Apple University im Rahmenplan verankert hat. Dazu zählen etwa auch die drei Führungseigenschaften, die Steve Jobs persönlich als fundamental für das gesamte Apple-Management festgeschrieben hat.

So müssen alle Apple-Manager, vom Senior Vice President bis hin zum einfachen Middle-Manager drei Führungseigenschaften mitbringen:

  • Ein tiefes Fachwissen, das es ihnen ermöglicht, sich qualifiziert mit der Entwicklung einzelner Features auseinanderzusetzen.
  • Den Willen, sich mit allen Details des verantworteten Features vertraut zu machen.
  • Die Bereitschaft zur kollektiven Entscheidungsfindung und dazu gemeinsam über neue Funktionen zu debattieren.

Die Hoffnung der Apple University: Erfüllen die Manager alle Basisvoraussetzungen, werden bei wichtigen Projekten die Entscheidungen stets von Personen getroffen, die auch am besten dazu qualifiziert sind.

Leadership Apple University

Podolny geht in seinem Stück dazu auf den iWork-Verantwortlichen Roger Rosner ein, der 2001 selbst als Software-Entwickler bei Apple startete und inzwischen alle Produktiv-Applikationen Apples überblickt.

Early on, Steve Jobs came to embrace the idea that managers at Apple should be experts in their area of management: […] „You know who the best managers are? They are the great individual contributors who never, ever want to be a manager but decide they have to be…because no one else is going to…do as good a job.“

Montag, 26. Okt 2020, 11:04 Uhr — Nicolas
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  • Das wünsche ich mir bei anderen Unternehmen auch… Führungsverantwortliche sollten „verstehen“ worüber man spricht und nicht NUR der Expertise der gewissen Experten nachplappern.

    Aber heißt das nun, dass es bei Apple kürzlich eine Schulung zu 5G gab? :-D

    • Eher, dass gewisse Führungsverantwortliche nochmals die Schulbank drücken sollten.
      Nachdruck durch Wiederholung, einprägen ins Langzeitgedächtnis und Überprüfung des eigenen Handelns durch externe, unabhängige Fachperson.

  • Hat Tim Cook die Schulung verpennt..?

  • Das wünsche ich mir insbesondere auch im politischen Bereich, bei Regierungen und Parlamenten. Nach diesen Anforderungen wäre z.B. AKK sicher niemals Verteidigungsministerin geworden. Aber auch viele andere Politiker sind Fehlbesetzungen in ihren Ämtern.

    • Wenn das so gehandhabt werden würde, erklär mir mal, wie man dann einen Ministerposten besetzen soll, wenn es dazu in der Regierungspartei aber keinen Fachmann gibt ?
      Genau dafür gibt es die Staatssekretäre. DAS sind die Fachleute. Die Minister sind am Ende nur die Entscheider, die sich von den Staatssekretären alles vorkauen lassen (können). Natürlich gibt es auch mal einen Minister, der sein Fachgebiet kann.
      Wir haben nunmal nur eine „kleine Auswahl“ an zur Verfügung stehenden Menschen für diese Posten.

  • Meine Meinung nach hat Steve Jobs nur ein einzige Fehler gemacht bei Apple, nämlich Tim Cook den posten als CEO von Apple zu überlassen.

  • Der Aktienkurs spiegelt was anderes wieder

  • Bin bei dem Credo übrigens alles andere als sicher: fachlich gesehen hat er auf jeden Fall recht, dass man nicht Leute, die von einer Materie zu wenig Ahnung haben, fachlich zu Führungskräften machen sollte.

    Aber umgekehrt gehört zu den Qualifikationen einer Führungskraft auch der Umgang mit den Mitarbeitenden (Motivation, Konfliktmanagement, Talentförderung und was alles dazugehört). Und diese Fähigkeiten hat oft nicht der „Techie“, der nur deswegen Führungskraft wird, weil kein anderer sich in der Materie so gut auskennt.

    Vielleicht spricht das auch am ehesten für die Trennung zwischen fachlicher und disziplinarischer Führung. Aber so, wie das Statement dasteht, kann ich dem nicht zustimmen (selber schon Vorgesetzte gehabt habend, die im Umgang mit ihren Mitarbeitenden echte Nieten waren)

  • Hätte Podolny damit Recht das auf bestimmten Positionen ausschliesslich die richtigen Leute sitzen, wäre ich mal auf seine Erklärung für die hohe Anzahl an Softwarefehlern und irreparabler Hardware gespannt.

    Der einzige Fehler den ich sehe heisst Cook. Werte steigern bis zum erbrechen.
    Der Rest spielt überhaupt keine Rolle mehr. Fachlich, was Hard- und Software bzw. ein sauberes Endprodukt betrifft ist diese Person absolut inkompetent.

    In dem Licht ist die Bezeichnung „University“ wohl genau so ein arrogantes überhebliches Wunschdenken wie einige andere Dinge auch.

  • Alle meckern sie über Cook, aber dem Unternehmen tut er gut und den Kunden wohl auch, sonst wären die Quartalszahlen doch niemals so gut. Solange die breite Masse Apple nicht den Rücken zuwendet, läuft doch alles in die richtige Richtung und Nörgler gibt es doch immer. Egal wer an der Spitze steht.

    • Und mit Recht wird über Cook gemeckert, denn seit das Weichei die Zügel in der Hand hält geht die Qualität nach unten und die Konzerngewinne nach oben.

      In wie weit das dem Kunden gut tut ist nicht nachvollziehbar.

      Bei denen Leuten die (noch) nicht gemeckert haben darf man ruhig davon ausgehen das sie Fehler im System so direkt gar nicht bemerken weil es genau das Clientel an Kunden ist die Apple für genau diese Vorgehensweise benötigt. Kunden die nicht tiefer in das System einsteigen, nur Nutzer sind und alles was sie vorgesetzt bekommen als das NonPlusUltra deklarieren.

      Die hatten auch nie eine beschissene Tastatur für viel Geld, ein nach kurzer Zeit defektes Display, einen Akku der kaum ein Jahr gehalten hat und auch sicher noch keinen 8 Jahre alten Mac auf dem sich zum verrecken nicht mal mehr das ursprüngliche System ohne Umwege installieren lässt weil man es nicht nötig hat ältere Zertifikate zu pflegen. Das sind Leute bei denen auch noch nie ein Drucker „ihr System“ beschädigt – aus genau den gleichen Gründen.

      Würde sich nur für das Jahr 2020 einer die Mühe machen alles was nicht funktioniert, nicht funktioniert hat, schief gelaufen ist oder absolut unbrauchbar ist auf ein Blatt Papier zu schreiben, reichen glaube ich 5 DIN A4 Seiten nicht aus. Auch nicht wenn man Verdana 6 Punkt nutzen würde.

      Gekauft wird das Zeug weil eben nichts besseres da ist.

      Trotz seiner Mängel, Ungereimtheiten und der Unfertigkeit im Detail ist das Zeug von Apple immer noch besser als von manchem anderen Hersteller. Es ist eine gewisse Stimmigkeit als Markmal vorhanden das andere eben nicht bieten. Das ist aber auch schon die einzige Rechtfertigung für den Kauf von total vernagelteter Hardware inkl. der mit heisser Nadel gestickten und genau so zugenagelten Betriebsssystemen.

      Es gab zeiten da hat Apple kein versautes Security Update auf die Kunden losgelassen. Grund, Jobs hätte dem dafür verantwortlichen in den Arsch getreten das der Schuh stecken geblieben wäre.

      Unter Cook spielt das alles keine Rolle. Hauptsache die Kasse klinkgelt und die Marge stimmt und er kann mit gewölbter Brust dem Vorstand entgegentreten. Von dem Teppichhändler wird man keine Entschuldigung für ein versautes Update oder Produkt hören.

      Glaubt man diverse Dinge nicht geht man halt doch mal zum Test mit einem nach einem Jahr defekten Gerät für 3000 Euro in den Superladen um sich von den dort angestellten Kindern zu einem Neukauf überreden zu lassen.. weil man einen totalschaden in der Hand hält.

      Das ist weder Kundenfreundlich, Resoucen schonend noch grün oder gar Umweltgerecht.

      „Fehler“ defekt und „Reparatur“ sind absolute Fremdworte in der so arg heilen Welt. Genau aus diesem und anderen Gründen werden die kommenden Systeme wie z.B Big Sure und Apple SoCs noch viel zugenagelter sein und es damit noch deutlich schwerer gemacht den Zauberern auf die Finger zu schauen.

      Wer DAS braucht muss es halt ohne zu meckern kaufen.

      Der braucht aber auch hinterher in keinem Forum auf Hilfe zu hoffen wenn er „vergessen“ hat ein Backup zu machen und seine Daten müssen leider in einem defekten, vernieteten und verlötetem Gerät verbleiben.

      • Ich gebe dir fast in allen Belangen recht. Nur nicht, dass Apple die „noch besseren Produkte“ verkauft.

      • art3emis, leider sie haben völlig recht mit ihrer Aussage!
        Da werden nur die Kumpanen (Aktionäre) bedient. Bei einen Rückblick von über 30 Jahren Mac – Anwender muß ich leider sagen, das MacOS nähert sich mit großen Schritten an WIN heran!
        Woher die IT-Leute kommen, kann ich nicht sagen. Glaube jedoch es handelt sich um Abwerbungen von Microsoft.
        Unter dem Strich wird das System immer umständlicher und unübersichtlicher, mal abgesehen von diesen Sicherheitswahn. Dem gegenüber steht ein T2 der alles andere als sicher ist. Warte schon auf die Sammelklage in der USA gegen Apple damit diese minderwertigen Geräte ausgetauscht werden.
        Auch NOKIA ging den Bach runter obwohl sie an der Spitze standen ….

  • °Ein tiefes Fachwissen, das es ihnen ermöglicht, sich qualifiziert mit der Entwicklung einzelner Features auseinanderzusetzen.
    °Den Willen, sich mit allen Details des verantworteten Features vertraut zu machen.
    °Die Bereitschaft zur kollektiven Entscheidungsfindung und dazu gemeinsam über neue Funktionen zu debattieren.

    Nach diesen Kriteriums wäre Tim Cook fehl am Platz! In der Finanzwelt ist er mit seinen Kumpanen (Aktionäre) einmalig, die Ware so teuer wie möglich gewinnoptimiert zu verkaufen. Auf der Mac – Seite finde ich ihn als Niete – so wie sich das MacOS entwickelt haben sie viele IT-Fachkräfte von Microsoft angestellt, denn das System wir immer mehr unübersichtlich extrem aufgeblasen und weit weg von innovativen Arbeiten. Genau dass was Steve immer von seinen Leuten verlangt hatte ging unter der Führung von Tim Cook den Bach runter.
    Von der Hardware – Entwicklung ist es fast schon eine Schande was da abgeliefert wird. Herausgebracht wurde in den letzten Jahren Geräte die schon fast einen Stillstand gleich kommen!

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