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Benutzeroberfläche als Bremsklotz

Dateien entpacken: Das macOS-Terminal ist 1000x schneller

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Die meisten Mac-Besitzer werden sich nicht daran stören, ob das Entpacken von Dateien ein paar Sekunden länger dauert oder nicht. Dennoch ist interessant zu sehen, wir stark sich die grafische Benutzeroberfläche von macOS Sierra einen derart simplen Vorgang ausbremst.

Mac Entpacken

Rob Griffiths hat sich die Mühe gemacht, die Geschwindigkeit zu vergleichen, mit der sich .gz-Archive auf dem Mac mit und ohne grafischer Benutzeroberfläche entpacken lassen. Das Ergebnis ist durchaus beeindruckend, per Terminal-Befehl, also direkt über die dem Apple-Betriebssystem zugrundeliegende Unix-Basis, können Dateien bis zu 1000 mal schneller entpackt werden. Während in Griffiths‘ Beispiel das Terminal nur 0,013 Sekunden benötigt, arbeitet der Finder 12,8 Sekunden an dieser Aufgabe.

Für die Verzögerung ist die grafische Umsetzung des Vorgangs verantwortlich. macOS generiert Fenster, Fortschrittsbalken und einen Abbrechen-Knopf während der Vorgang im Hintergrund bereits längst abgeschlossen wäre. Videos dazu finden sich hier und hier bei Griffiths.

Mac Finder Vs Termina Entpacken

Wie gesagt: Für die meisten Nutzer ein Luxusproblem, aber wenn euch jemand anhand der Zeit, die der Mac für das Entpacken eines Archivs benötigt einreden will, die Kiste sei langsam, solltet ihr das Ganze mal im Terminal-Modus wiederholen.

Freitag, 09. Dez 2016, 9:45 Uhr — Chris
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  • Interessant!

    Möchte nicht wissen, wie die GUI unter Windoofs die Arbeitsläufe ausbremst… :-)

    • Och heul doch über Dein GUI…wenn etwas im OS nicht korrekt läuft wird nicht am eigenen System gemeckert sondern dem Mitbewerber wird der gleiche Fauxpas unterstellt. Sehr gut touchiert…

      • Stimmt. :)

      • GUI ist nicht deutsch, daher kann man sich den Artikel aussuchen. Ich würde dennoch die GUI sagen, da es übersetzt eben die Graphische Benutzeroberfläche ist.

      • Es heißt jedoch „das Interface“.
        Das „das“ würde man in diesem Fall davon übernehmen.

      • Es lässt sich auch darüber streiten, ob es „Benutzeroberfläche“ oder „Benutzungsoberfläche“ heißt.
        Die Benutzeroberfläche wäre ja genau genommen die Haut des Benutzers.

      • Der GUI schläft nie, der GUI ist niemals müde…

    • Genauso wie jede andere GUI unter jedem anderen Betriebssystem. Aber auch Windows hat eine Kommandozeile ;-)

    • Deswegen richtet man sich eine RAM disk ein, dann gehts sauschnell
      Also man zapft von Arbeitspeicher was ab

    • Falsch. Bei Windows wird auch im „Hintergrund“ entpackt und es gibt dann genau einen Balken, der zeigt, wie weit der Gesamtfortschritt ist. Hab mal eben nen Ordner mit 50 Bildern komprimiert und dekomprimiert. Das Dauert max. 1 sec.

      Mac OS erzeugt für jede einzelne Datei einen eigenen Fortschrittsbalken. Jeder Fortschrittsbalken wird mit einer Animation eingeblendet. Das Schlimme. daran ist, dass alle Fortschrittsbalken einem fenster zugeordnet sind, mit jedem Fortschrittsbalken wird das Fenster vergrößert.

      Mac OS kann aber nicht alle Fortschrittsbalken auf einmal anzeigen, sondern nur einen nach dem anderen. Und jedes mal muss diese Fancy Übergangsanimation abgespielt werden.

      Na ja, nichts gegen Animationen, die hat Windows auch absolut überall, aber bei Windows gibts halt einfach nen Gesamtfortschritt für alle aktuell ausgewählten Dateien. Das ist hier bei Mac OS wirklich sehr dämlich gelöst, das muss man einfach so sagen.

      • Na ja … Dafür benötigt Windows u.U. Bratzillionen von Sekunden um etwas in den Papierkorb zu schieben und davon noch einmal das zigfache mehr um es dann endgültig zu löschen

      • Aaaalso „Windows“ ist das Betriebssystem von Microsoft mit einer grafischen Oberfläche. Davor gab es MS DOS, also gab es nie ein Windows ohne grafische Oberfläche du Schlaumeier ;)

      • Dafür zeigt Windows eine Restzeit von 5 Sekunden an, auch wenn der Vorgang noch locker 3 Minuten dauert.

        Und nein, ich bin kein Apple-Fanboy, aber ausgerechnet die seit Anbeginn der Zeiten überhaupt nicht funktionierende Windows-Fortschrittsanzeige als Vorbild zu nennen, ist dann doch ein wenig viel.

        Das Mac OS leider auch immer mehr überbläht, langsam und fehleranfällig wird, steht auf einem anderen Blatt.

    • Ich möchte nix über windows wissen, ich frag mich wie es mit der Gegenrichtung aussieht….

    • Das GUI ist der Gerät die nie schläft

  • Es kann gut sein, dass diese Verzögerung gewollt ist, um dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, zu erkennen was da vor sich geht. Die Alternative wäre ein kurzes Aufblitzen des Fortschrittsbalkens und viele verwirrte Nutzer. (Nur eine Theorie; Natürlich gebe es auch andere Wege..)

    • Diese gewollten Verzögerungen gibt es u.a. bei der Berechnung in Steuerprogrammen oder beim Abspeichern des Spielstands. Wenn es zu schnell geht, denken die Anwender, es hätte nicht geklappt.

    • Naja…man braucht halt etwas Zeit um den Knopf für Abbrechen anzuklicken…bei 0,013 sek. schafft das ein normaler User halt nicht ;-)

  • Luxusproblem oder Zeitverschwendung… wenn ich bei der Arbeit ein mehrere GB grosses Archiv entpacken muss, dann bin ich froh um jede Millisekunde.
    Danke für den Artikel.

  • Ich denke, dass dieses Ausbremsen nur bei kleinen Archiven wirklich etwas ausmacht.
    Damit der Durchschnittsnutzer etwas von dem Entpackungsvorgang sieht, wird dieser bei kleinen Archiven langsamer angezeigt.

    Bei großen Archiven, die sagen wir 5 Minuten lang entpacken, wird der Geschwindigkeitsvorteil wahrscheinlich auch nur diese 15 Sekunden betragen.

  • Deswegen habe ich mir ein Skript erstellt das genau das macht. Das entpacken über die GUI war noch nie wirklich schnell. Schönheit hat halt ihren Preis.

  • cmd+Leertaste / t e r / enter / *kurze Pause* / cd *drag&drop-ordner-von-finder-nach-terminal* / enter / gzip -d -k *erste-buchstaben-tippen* / tab / enter

    …wie viele Sekunden dauert das?

    OK, evtl. könnte man sich ein Droplet ins Dock legen oder ähnliches.

    Dennoch gut zu wissen. Wenn ich mal wirklich was größeres (mit vielen Dateien) auszupacken habe -> Terminal :)

  • StuffIt Expander ist auch um ein Vielfaches schneller als der Finder beim Entpacken von vielen Dateien auf einmal.

  • Das Problem haben die meisten Linux-Desktops auch. Man sollte mal ein Code Profile machen, was da alles wieviel Zeit frisst, dann würde man vermutlich feststellen, dass das Entpacken ggü. der ganzen Animationen und fancy Window-Manager quasi kaum noch ins Gewicht fällt.

    Wer aber auf schnelles Entpacken angewiesen ist und die paar Sekunden nicht hat, sollte ohnehin auf grafische Interfaces verzichten und direkt im Terminal arbeiten. Nicht nur entpacken geht da schneller…

  • Auf dem Screenshot sind aber 0,3 Sekunden zu sehen und nicht 0,013 Sekunden, was dann eben keine 1000x sind.

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