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Apple veröffentlicht Gegendarstellung

Chinesische Spionage-Chips in Servern: Was ist an der Bloomberg-Story dran?

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Ein Bericht des Wirtschaftsmagazins Bloomberg über Manipulationen des chinesischen Geheimdienstes in an amerikanische Firmen und Behörden ausgelieferte Server sorgt für intensive Diskussionen in der IT-Szene. Wir haben gestern bereits über die strengen Dementi seitens Apple und Amazon informiert, Apple hat seine Stellungnahme mittlerweile auch in voller Länge online veröffentlicht. Es bleibt allerdings weiterhin offen, ob dennoch etwas Wahres an der Bloomberg-Geschichte dran ist.

Das britische Technikmagazin The Register hat sich der Angelegenheit sehr ausführlich und lesenswert kompetent angenommen. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt scheint eine finale Beurteilung des Wahrheitsgehalts nämlich kaum möglich, wenngleich natürlich vieles dafür spricht, dass die Stellungnahmen von Apple und Amazon korrekt sind.

Als wohl gewichtigstes Argument hierfür führt die Register-Analyse an, dass gerade die ausführlichen und in strengem Wortlaut verfassten Gegendarstellungen für eine Aktiengesellschaft eher unüblich sind. Sollten sich solche Stellungnahmen als unwahr erweisen, hätte dies nicht nur verheerende Auswirkungen auf den Aktienkurs, sondern es wären wohl auch strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten. Apple ließ in seinem Statement keine Zweifel daran, dass man der Bloomberg-Veröffentlichung jeden Wahrheitsgehalt abspricht:

In dieser Hinsicht können wir sehr deutlich sein: Apple hat noch nie bösartige Chips, „manipulierte Hardware“ oder absichtlich in Server eingebaute Schwachstellen gefunden. Apple hatte nie Kontakt mit dem FBI oder einer anderen Behörde im Rahmen eines solchen Vorfalls. Uns sind keine Ermittlungen des FBI bekannt, ebenso wenig unseren Ansprechpartnern bei der Strafverfolgung.

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Bild: depositphotos.com

Allerdings fragt der Register-Artikel zurecht, wo die Intention für eine Falschmeldung in dieser Größenordnung zu suchen sei und ob dergleichen ohne entsprechende Belege überhaupt bei Bloomberg veröffentlicht worden wäre. Auch das Magazin muss hier enormen wirtschaftlichen Schaden befürchten. Zwar könnten dort Autoren über ein Bonussystem am Einfluss ihrer Artikel auf den Markt und die Medienwelt profitieren, andererseits habe Bloomberg sehr strenge Kontrollfunktionen implementiert. Auch seien die Autoren des Berichts seit Jahren für ihre sorgfältige Arbeit bekannt.

Es sei zumindest nicht auszuschließen, dass der Bericht den Nagel zwar nicht auf den Kopf getroffen habe, durchaus jedoch auf validen Fakten basiere.

So it is possible that the reporters did an excellent job but ended up in the wrong place, with half a story but going down the wrong path. It is equally possible that they have got 90 per cent of the way there and Apple and Amazon are carefully using the last 10 per cent to issue careful denials.

Eine weitere Begründung dafür, warum Apple und Amazon die Unwahrheit gesagt haben könnten, ist zwar theoretisch denkbar aber (hoffentlich) sehr unwahrscheinlich. Die Firmen könnten dazu gezwungen worden sein, vor dem Hintergrund staatlicher Interessen mit der Wahrheit hinter dem Berg zu halten. (Update dazu siehe unten)

Plus, of course, both companies would want to keep any highly confidential information and contacts with intelligence services as quiet as possible. Even if the story is true, they may be ordered to deny it as vigorously as possible by the Feds on national security grounds.

Es bleibt abzuwarten, ob die Angelegenheit jemals vollständig aufgeklärt wird. Zumindest mit Blick auf Apple und Amazon scheint es derzeit jedoch sehr wahrscheinlich, dass die von Bloomberg genannten Tatsachen nicht der Wahrheit entsprechen.

Update: Apple ergänzt Stellungnahme

Apple hat seine ursprüngliche Stellungnahme mittlerweile um einen Zusatz mit Blick auf die Vermutungen, das Unternehmen könne von staatlichen Stellen zum Stillschweigen gezwungen worden sein, ergänzt:

Abschließend, als Antwort auf Fragen, die wir von anderen Nachrichtenunternehmen seit der Veröffentlichung der Geschichte von Businessweek erhalten haben, möchten wir klarstellen, dass wir keiner Art von Verschwiegenheits- oder anderen Vertraulichkeitsverpflichtungen unterliegen.

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05. Okt 2018 um 16:35 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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