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Neuer "Restore Fund" angekündigt

Begrüßenswert? Apple, Goldman Sachs, Wälder und Frischholzfasern

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Hand aufs Herz: Mit Pressemitteilungen, wie dem vor wenigen Minuten von Apple veröffentlichten Hinweis auf den neu ins Leben gerufenen „Restore Fund“, haben wir fast immer zu kämpfen.

Zum einen ist es, gerade für uns, definitiv eine Schlagzeile Wert, wenn Apple sich seiner ökologischen Verantwortung stellt. Zum anderen fällt es jedoch auch langjährigen Branchenbeobachtern schwer, verlässlich zu bewerten, wie relevant Initiativen wie die nun bekannt gegebene wirklich ausfallen.

Geschlagenes Holz Unsplash

Dass Apple eigene Gelder investiert, um in den Bereichen Forstwirtschaft und nachhaltige Verpackungen „klimarelevante und finanzielle Erträge zu erzielen“, ist sicher begrüßenswert. Allerdings wollen wir nur ungern dabei mithelfen, die Sichtbarkeit von Greenwashing-Kampagnen zu vergrößern und verhalten uns daher gerne vorsichtig.

„Restore Fund“ soll Marktanreize schaffen

Worum geht es: Zusammen mit Goldman Sachs hat Apple einen 200 Millionen Dollar schweren Investitionsfond ins Leben gerufen, der darauf abzielen soll „jährlich mindestens eine Million Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen“. Dafür investiert der „Restore Fund“ in forstwirtschaftliche Projekte, die nebenbei auch noch eine Rendite abwerfen sollen. Die Idee: Der freie Markt soll an der Wiederherstellung der Wälder mitwirken.

Verpackung Apple

Apples Verpackungen: Bis 2016 ohne hundertprozentige Nachhaltigkeit

Noch immer Frischholzfasern in den Verpackungen

Diese sind offenbar noch nicht all zu lange in Apples Fokus. So verwendet das Unternehmen nach wie vor Frischholzfasern in seinen Produkt-Verpackungen und setzt dabei erst seit 2017 zu hundert Prozent auf nachhaltige Quellen. Anders formuliert: Bis 2016 fiel Bäume für Apples Case-Schachteln, die nicht durch neue Pflanzungen ersetzt wurden. Und jetzt die 200-Millionen-Kooperation mit Goldman Sachs. Anlass zum Jubeln?

Entscheidet selbst: 2020 lag Apples Netto-Gewinn bei über 57 Milliarden Dollar. Wer wissen will wie viel Umsatz der Konzern pro Sekunde einfährt, besucht diese Webseite.

15. Apr 2021 um 15:42 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Kein Tech-Unternehmen, dass jährlich neue Generationen an Geräten mit seltenen Erden rausbringt, kann sich wirklich nachhaltig bezeichnen

    • DAS ist genau das Problem. Es wäre überhaupt kein Problem Geräte zu entwickeln die jahrelang halten und bei denen bei Bedarf alle Komponenten leicht ausgetauscht werden. Technisch machen die Smartphones auch keine gigantischen Sprünge mehr. Auch mit einem paar Jahre alten iPhone ist niemand technisch abgehängt.

      Aber Appel ist eben ein Modeunternehmen und investiert viel darin die Nutzer so richtig geil auf Neuheiten zu machen. Da helfen auch ein paar Bäume mehr nichts.

      • Die Geräte halten ja jahrelang. Es ist eher eine Frage des stagnierenden Fortschritts wenn man „beim alten“ bleibt. Ansich müsste es eigentlich so sein. Man kauft ein Handy und nutz es sagen wir mal 6 Jahre (was keine Utopie ist, gerade bei Apples Geräten, werden sogar so lange supportet), trotzdem gibt es jedes Jahr ein neues Modell zwecks technologischen Fortschritt. Das kaufen die die bereits wieder nach den fiktiven 6 Jahren an der Reihe sind usw. es liegt also letztendlich an jedem selber. Ich kann keinem Techunternehmen dafür die Schuld geben dass ein User seine Geräte viel zu kurz nutzt.

    • Das stimmt. Aber trotzdem sollten alle Unternehmen in Nachhaltigkeit investieren.

      • Ein bisschen ist immer besser als gar nichts. Wollte das Investment, dass Apple hier betreibt auch nicht schlecht reden, aber es ist gerade bei großen Tech-Firmen meiner Meinung nach immer Augenwischerei. Da sie ja diejenigen sind, die derartige Probleme verursachen und natürlich gehören auch wir Konsumenten dazu!

    • Seltene Erden heißen nicht selten weil sie selten sind. Es gibt mehr als genug davon.

  • Einer muss ja den ersten Schritt machen.

    • Klar. Aber wenn vor einem ein Marathon liegt, man einen cm vorhüpft und das als Sensation feiert, dann sollte man diese Meldung eben nicht als sportliche Großtat feiern sondern als das sehen was es ist: Marketing.

      • Man sollte aber auch vergleichen wie viele Unternehmen es besser machen. Kennst du welche? Wird nämlich Zeit das die auch mal Schritte machen.

      • Vaude, Riese&Müller, Steico, Claytec, Tesla (nicht bei den Autos, bei PV und Batterien fürs Haus), Greenpeace Energy, alle holzverarbeitenden die nur FSC-zertifiziertes Holz nutzen und bestimmt noch zwei drei weitere.

        Geht schon wenn man will.

  • Danke für eure Vorsicht. In meinen Augen ist das greenwashing at it finest!
    Genau wie die immergleiche Phrase bzgl. recyceltem Aluminium.
    Reuse bzw. reparieren ist viel besser. Und das behindert Apple meisterhaft, weil es da um richtig Geld geht.
    Wenn die SSDs austauschbar wären und Ersatzteile gut beziehbar, würden alte Geräte aufgerüstet oder repariert werden statt in die Schublade zu wandern und von da später in den Müll. Aber dann wäre der Absatz ein anderer und das wäre mehr als 200mio entgangener Gewinn.
    Für mich ist das also nur der Versuch ein grundsätzlich umweltfeindliches Verhalten etwas besser dastehen zu lassen. – Greenwashing eben.

    • Absolut, auch das abkaufen der altgeräte sollte hier genannt werden. Wenn Apple es wirklich wichtig wäre, würden sie nicht weit unter Marktwert versuchen diese wieder zurückzukaufen. Damit meine ich jetzt nicht, dass sie den Neupreis ansetzen sollten oder sonst enorme Summen bieten sollten, sondern dass sie sich an den bisherigen Preisen auf eBay, ReBuy, etc. orientieren sollten. So ist das lediglich eine weitere grün gewaschene Einnahmequelle.

  • „jährlich mindestens eine Million Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen“

    Stimmen die Zahlen?
    Laut Google produzieren die USA 16,1 Tonnen CO2 pro Kopf pro Jahr. Bei 328 Millionen US Bürgern wären das 5,28 Milliarden Tonnen C02 pro Jahr. Da machen die Millionen Tönnchen die Apple entfernen will natürlich einen ENORMEN unterschied.

    Wenn die Zahlen hinkommen wäre das ganz klar reines Greenwashing und weit entfernt von irgendeiner sinnvollen Initiative.

  • Den Grundgedanken hätte ich abgekauft, wenn für jedes verkaufte iPhone ein Baum gepflanzt worden wäre – ein Baum liegt im cent Bereich! Alles andere ich Heuchelei und Unglaubwürdig, Marketing und nichts weiter. Ja! Ich rede es schlecht, weil eben Marketing. 1mio ist einfach der reinste Witz überhaupt…

  • Goldman Sachs hat sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, Stichwort 1MDB.
    Deswegen bin ich erstmal etwas skeptisch.

    • Apropos Goldman Sachs (GS) und Nachhaltigkeit im politischen Kontext.

      Ehemalige ManagerInnen von GS besetzen heute entscheidende Posten der internationalen Politik. Draghi sei nur als Beispiel genannt.

      „The Green Lie“ ist ein interessanter Dokumentarfilm zu dem Thema Greenwashing.

      Danach kann jeder für sich bewerten ……….

  • Euer Kommentar passt in sich logisch nicht.
    Er behauptet hier ginge es um
    Greenwashing. Was auch sein kann, aber es gibt keinen einzigen Beleg von Euch, nur die leere Behauptung. Unterstützend dazu wird gesagt, Apples Verpackungen beinhalten Frischholzfasern.
    Nur um dann zu sagen, dies ist seit 2017 nicht mehr der Fall.

    1. was hat ein neues Engagement mit den alten Packungen überhaupt zu tun?
    2. das Frischholz in den Packungen ist kein gutes Argument, denn wie ihr selbst sagt hat Apple genau diesen Punkt ja schon vor 5 Jahren selbst angepackt.
    Das ist als würde man sagen, die iMacs waren mal aus Plastik, dann könne Apple dieses Engagement gar nicht ernst meinen.

    Ich will nicht sagen, dass es sich hier nicht um Greenwashing handeln könnte. Aber das muss sich erstmal zeigen. Statt nur (einen) negativen Punkt aufzuführen, der auch noch seit Jahren gar nicht mehr existiert, hätte man auf der anderen Seite die positiven Punkte aufzeigen können. Immerhin zeigt Apple durchaus, dass ihnen diese Themen ernst sind. Man nehme als Beispiel allein die Stromversorgung der eigenen Facilities aus 100% erneuerbaren Energien, was vermutlich noch mehr gekostet haben dürfte, als es dieser Fund tut.
    Dann wäre dieser Kommentar halbwegs rund und würde zeigen, dass man das Thema auch ein wenig von verschiedenen Seiten beleuchtet hat.
    Ist aber nicht passier. Und wenn doch wurde offenbar der halbe Text vergessen.

    • Naja das mit den 100% erneuerbaren Energien kriegt jedes Unternehmen hin, welches sich die entsprechenden Zertifikate kauft. :D
      Darüber hinaus: wenn du dir anschaust wie das in den USA funktioniert wird dir auffallen, dass sie hier enorm steuern abgegriffen haben und den Strom dort sogar noch gewinnbringend in die Netze einspeisen können. Dass man da ein grünes Image draus basteln kann, ist da ein schöner Nebeneffekt. Mehr nicht.

      • Apple hat aber nichts mit Zertifikate am Hut. Informiere dich doch mal auf der Apple Seite und überdenke dein Kommentar.

      • Wie mein Vorredner sagt. Apple macht es nicht über Zertifikate.
        Und, dass man Energie, die man regenerativ und auf eigene Kosten erzeugt hat, gewinnbringend ins Stromnetz einspeist, darf kein Kritikpunkt sein.
        Diese Förderung läuft irgendwann aus, wenn es genügend regenerative Energiequellen gibt. Zudem muss man (oder hier Apple) ja auch signifikant in Vorleistung treten.
        Nein das Argument zählt nicht. Es ist im Gegenteil lobenswert, wenn man belohnt wird, dass man diese Schritte unternimmt. Egal ob es Apple oder Michael Müller ist.

  • Egal ob 200 Millionen oder 20cent für einen Baum. Ob 1 Millionen Tonne oder 1kg.
    Alles hilft.
    Schlimmer geht immer und zeigen auch mehr als genügend Firmen wie es schlecht geht.
    Und natürlich nutzt man es und macht Marketing draus.
    Wir sollten froh sein das heutzutage immerhin Firmen was machen. Sei es wegen reinem Marketing oder ob sie wirklich was helfen wollen.
    Und hey wir kaufen die Produkte der Firmen egal was ist. Also liegt es immer noch an uns

    • Nicht unbedingt. Wenn das für Apple (oder andere) einem Ablassbrief gleichkommt nutzt es gar nichts. Besser wäre gleich von vornherein CO2 (oder anderes Böses) oder die Verwendung von seltenen Erden oder Schwermetallen zu verhindern.

      Es bringt auch nichts seine Heizung höher zu drehen weil man ja jetzt ne neue Dämmung dran hat.

  • Der Prozentsatz ist gemessen am Jahresumsatz natürlich winzig, aber irgendwo muss man ja anfangen.
    Es ist sicherlich auch nicht ganz einfach, ein Forstunternehmen in der Größenordnung aufzubauen und es ist ja auch nicht gesagt, dass es dabei bleibt.

  • Ökologische Verantwortung wäre auch, die Produkte besser reparierbarer zu gestalten. Beispiel: MacBook pro 13″, drei Jahre alt. Webcam im Eimer. Was sagt Apple? Austausch des GESAMTEN Displays da dort die Kamera integriert ist – es wird also ein vollkommen funktionsfähiges Bauteil abgewrackt! Sehr, sehr umweltgerecht. Und kostet zudem fast 600€ um ein 5€ Bauteil auszutauschen.

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