Neue Vorgaben für Händler
Bar oder digital: Bundesregierung plant Wahlpflicht beim Bezahlen
Geschäfte, Restaurants und Dienstleister sollen ihren Kunden künftig grundsätzlich zwei Wege zum Bezahlen anbieten: Bargeld und mindestens eine digitale Alternative. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat entsprechende Eckpunkte auf den Weg gebracht. Damit sollen sowohl reine Barzahlung als auch ausschließlich bargeldlose Angebote zurückgedrängt werden.
Bislang können Händler weitgehend selbst entscheiden, welche Zahlungsarten sie akzeptieren. Kartenzahlungen sind nicht verpflichtend. Auch Bargeld lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen ausschließen, wenn Kunden darüber vor Vertragsabschluss informiert werden. Nach den neuen Plänen soll künftig dagegen die Wahl beim Kunden liegen.
Ein europäisches Verfahren soll genügen
Die geplante Pflicht betrifft Handel, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe. Welches digitale Verfahren zum Einsatz kommt, bleibt den Unternehmen überlassen. Akzeptiert werden sollen gebräuchliche Angebote für Karte, Smartphone oder Smartwatch. Mindestens ein europäisches Bezahlverfahren soll jedoch dazugehören.
Mindestumsätze oder zusätzliche Gebühren für kleine Beträge sind nicht vorgesehen. Auch Kaffee oder Schokoriegel sollen sich damit digital bezahlen lassen. Gleichzeitig soll Bargeld erhalten bleiben. Ausnahmen sind für nichtkommerzielle Organisationen wie Amateur-Sportvereine und Wohltätigkeitsverbände vorgesehen. Ob darüber hinaus Härtefallregelungen nötig sind, wird noch geprüft.
Die Entwicklung trifft auf einen Markt, in dem bargeldloses Bezahlen ohnehin zunimmt. Bereits Anfang 2026 zeigte sich, dass Smartphone und Smartwatch bei girocard-Zahlungen an Bedeutung gewinnen. Bei den Sparkassen wurden im Frühjahr zudem mehr als 15 Millionen mobil hinterlegte Karten gemeldet.
Umsetzung bereits im kommenden Jahr
Das Finanzministerium begründet die Pläne auch damit, dass digitale Zahlungen nachvollziehbar dokumentiert werden und so bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Finanzkriminalität helfen können. Nach Angaben der Bundesbank wurden zuletzt 55 Prozent der Transaktionen digital abgewickelt, 45 Prozent entfielen weiterhin auf Bargeld.
Die Eckpunkte werden nach Informationen der Tagesschau derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt. Änderungen sind damit noch möglich. Das Finanzministerium strebt einen Kabinettsbeschluss noch im laufenden Jahr an. Umgesetzt werden sollen die neuen Vorgaben anschließend im Jahr 2027.

Bei jeder Digitaler Zahlung nascht die Bank mit ….
Und bei jedem Bar Transfer verdient die Bank indirekt nicht mit, in Form von Bareinzahlungsgebühren, Kosten für Bereitstellung von Wechselgeld, dass man auch noch vorher anmelden muss…
wenn, dann muss man schon beide Kostentreiber vergleichen, aber dann kann man nicht mehr gegen digitale Transfers schießen.
Bei jeder Buchung auf dem Bankkonto nascht die Bank mit. Auch das Bargeld einzahlen ist eine teure Angelegenheit.
Selbst wenn man beide Zahlungsmethoden vergleicht sind die EC Zahlungen am Umsatz gekoppelt während Bargeldtransfer nur einmalig je Banktransaktion anfällt. Daher sind EC Zahlungen für den Händler immer teurer. Dennoch finde ich den Vorstoß der Regierung sehr gut.
Für uns Einzelhändler ist eine von der Lobby erzwungene Maßnahme, da Gebühren erhoben werden. Als ob die Preise nicht schon hoch genug wären, wollen die dann natürlich auch ein Stück vom Kuchen abbekommen. Das müssen wir auf den Kunden umlegen. Aber der lässt eh alles mit sich machen, der deutsche Michel.
Vollkommen richtig
Oh man – Rufe aus der Vergangenheit.
Man könnte anstatt zu meckern auch mal schaun, wie es woanders läuft. Da ist digitales Bezahlen schon vor vielen vielen Jahren möglich gewesen. Hier wurde in D wieder einmal geschlafen,wie so oft.
Und parallel auch immer Barzahlung als Möglichkeit ist trotzdem wichtig. Es gibt genug Menschen die digital nicht teilhaben können oder wollen!
Die Zahl der „wohltätigen Organisationen“ wird deutlich ansteigen /s
Absolut überfällig. Im Ausland geht es wunderbar und für Leute die im Alltag kein Münz-/Wechselgeld mitschleppen wollen essentiell wenn man mal unterwegs einen Kaffee oder so will.
Aber ist es nicht dem Händler überlassen ob er sich das Geschäft mit uns Kartenzahlern entgehen lässt?
Man kann sagen: selber schuld. Aber er hat sicher seine Gründe. Selbst wenn sie nicht nachvollziehbar sind.
Dann geh ich halt wo anders Kaffee trinken, oder ich hol schnell Geld von der Bank.
Ja, wir brauchen Reformen, aber Händlern vorzuschreiben, wie bezahlt werden muss, gehört nicht dazu.
Freuen sich die ganzen Einsdielen…;-). Find ich gut so den informellen Sektor einzugrenzen.
Rettet das Bargeld!!
Die einzige Möglichkeit anonym zu zahlen!
Artikel gelesen? Welchen Teil von Wahlfreiheit hast du nicht verstanden?
+1
Die Seriennummern auf den Scheinen noch nicht gesehen? Wenn Aluhut, dann bitte richtig.
Wer schreiben kann sollte eigentlich auch lesen können, und es auch vor dem Schreiben machen.
Wie anonym ist es wohl, wenn Bargeld bereits beim Auszahlen gescannt wird und so der Fluss des Geldes durchaus dokumentierbar ist?
Auch durch das bloße Weitergeben hinterlässt du und andere Fingerabdrücke auf dem Geldschein…
auch zwischendrin wird dein Geldschein immer wieder maschinell gelesen…
Banknotentransporte sind vernetzt…
also wie sehr glaubst du, dass du mit Bargeld keine Spuren hinterlässt?
Endlich, ich möchte selbst wählen können ob ich die Steuerhinterziehung in der Gastronomie unterstützen möchte oder nicht
Dann lass dir jedes Mal einen Kassenzettel geben, wenn du nur bar zahlen kannst.
Dazu braucht es keine Kartenzahlung.
Mega. Aktuell meide ich Geschäfte die nur Barzahlung anbieten. Kommt aber bei manchen Händlern auch echt spät. Hab letztens sogar schon einen Bettler mit Kartenterminal gesehen :D
Also das hier: „Bereits Anfang 2026 zeigte sich, dass Smartphone und Smartwatch bei girocard-Zahlungen an Bedeutung gewinnen.“ kann gar nicht stimmen. Die einzigste Giro Card, das ist eine ganz normale EC Karte, die mit Smartphone oder Watch funktioniert, ist die Giro Card von der Sparkasse. Ansonsten funktioniert von keiner einzigsten Bank eine Giro/EC Card auf dem Smartphone. Das sind grundsätzlich immer Kreditkarten wie Visa oder Eurocard. Und die Giro Card wird sowieso bald eingestampft. Also sollten Sie sich gleich auf normale Kreditkarten einigen und nicht wieder so ein Heckmeck. EC Karte hat heut kaum noch jemand.
Die Commerzbank bietet auch GiroCards mit Apple Pay an
Die Sparkasse hat bereits 2007 offiziell den Namen „EC-Karte“ zugunsten der girocard abgeschafft. Die Maestro Funktion wurde auch schon 2023 abgeschafft, weshalb jetzt alle auf Debitkarten z.B. von Visa gehen.
Echte Kreditkarten nutzt doch auch kaum noch jemand….
Erstens, die „EC-Karte“ gibt es seit 15 Jahren nicht mehr.
Zweitens, ich kann die Bankkarte meiner VR Bank ohne Probleme im iPhone hinterlegen und zum Zahlen benutzen.
Via Apple Pay unterstützen die Sparkassen und die Commerzbank die girocard. Die VR Bank über die eigene App (NFC ist ja offen) bei iOS.
Bei Android unterstützen die Sparkassen, VR-Banken, Sparda Banken und PSD Banken die girocard über eigene Zahlapps.
Ich würde mal sagen, da ist der Großteil der Bankkunden mit abgedeckt.
Man kann es noch so oft probiere aber „einzige“ ist einmalig und lässt sich nicht steigern.
Von mir aus, können Läden auch bei Digitaler Zahlung bleiben ohne Pflicht zur Bargeldannahme.
Dafür sollte das reine ‚Nur Bargeld‘ wegkommen. Hab so gut wie nie Bargeld dabei.
Die eigentliche Motivation dürfte wohl in der Nachvollziehbarkeit liegen. Ansonsten wundert es mich schon ein wenig; Bürokratieabbau sieht doch anders aus. Man sollte es den Händlern überlassen, welche Zahlungsmittel sie akzeptieren. Das regelt tatsächlich der Markt selbst.
So sehe ich es auch.
Neue Gesetze und Verordnungen zu schaffen ist eben leichter als zu deregulieren.
Rückschritt. Bargeld ist für den Handel ein vermeidbarer Kostenfaktor.
Na dann frag mal die Händler wie hoch deren Zinssatz bei EC Zahlungen ist.
Sehr schön, Zeit wird es.
Finde ich gut !
Wie lange dauert diese Diskussion schon an!? Seit mindestens 5 Jahren verfolge ich diese Begebenheit und bis heute liegt nichts amtliches vor!
Klingbeil und Kohorten sollten endlich mal den steuerfinanzierten Allerwertesten hoch bekommen und zur Tat schreiten- egal wie schwer sich dessen Partei damit tut, überhaupt etwas produktives zu machen!
Ich verfolge das Thema auch schon Jahre. Und vor dem aktuellen Koalitionsvertrag gab es hier noch nie was wirklich fest geplantes einer Regierung.
Sinnvoll, längst überfällig und auf der „ganzen Welt“ längst etabliert.
Damit wird Deutschland ein kleines Stückchen weniger digitales Entwicklungsland … :)
Werden wenigstens paar Steuereinnahmen generiert :D
Finde ich gut. Dämmt damit dann auch Steuerbetrug ein, in anderen europäischen Ländern schon seit Ewigkeiten möglich.
Sehe schon die Tränen in den Augen bei den Dönermännern
Endlich.
Ich hör schon die Boomer tippen und schreien „Nur Bares ist Wahres“ und „Sie wollen uns die einzige Freiheit nehmen“ ;D
–1
Was soll denn „ein europäsches Bezahlverfahren sein“ ?
Alle Dienste die in Europa etabliert sind, oder nur die neuen, die Krampfhaft versuchenden in den Markt zu kommen, aber leider nur diletantisch nachgebaut sind.
Schon mal was vom digitalen Euro gehört?
Da werden vermutlich wohl einige im Gastro-Gewebe nervös.
Ich höre schon den Aufschrei, aus einer bestimmten Ecke.
Heißt, man darf nicht aufschreien, wenn man aus einer anderen Ecke kommt? Oder wird man automatisch in die Ecke gestellt, wenn der Aufschrei kommt? ;)
Endlich! Das Finanzamt wird sich wundern wie viel Umsatz unsere Lieblings-Eisdiele plötzlich macht
Na wird ja auch mal Zeit, dass der Staat bei diesem Thema eingreift. Oft genug gibt es noch Läden ohne digitale Zahlungsmöglichkeit, teilweise braucht man einen Mindestumsatz für Kartenzahlungen
Wollten wir noch weniger Regulatorik haben?
Halleluja!
Mal überlegen, wenn bargeldlos verpflichtend möglich sein soll, könnte als nächster Schitt auch der Wegfall von Bargeld beschlossen werden… Also möglich wäre das ja… und sage keiner, so etwaas kann man sich nicht vorstellen….
Ich würde es mir sogar wünschen.
Lies nochmal: das Einzige, was hier wegfallen soll ist die Pflicht zum Bezahlen nur mit Bargeld; der Kunde soll zukünftig die Wahl haben, nicht der Verkäufer, wie jetzt.
Sehr gut! Zeit wird’s
Ich erlebe fast täglich, dass irgendwelche Läden nur Bargeld akzeptieren und dann noch nicht mal einen Beleg rausrücken…
Ja, nee, is klar! Nachtigall ick hör dir trapsen!
Sehr gut. Wird den Bereich des Steuerbetruges z.B. in der Gastronomie wohl treffen.
Außerdem haben wir 2026. „Nur Bargeld“ ist vorbei.
Can’t wait
Dann müssen viele kleine Krauter (gerade auch in Berlin) eine neue Methode austüfteln, Vater Staat übers Ohr zu hauen. Vielleicht mal die KI fragen…
Endlich. Schon lange überfällig.
Also muss man dann auch beim Barber und bei anderen Etablissements mit Karte zahlen können?
Ich bin sehr gespannt