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Weiter Streit um potenzielle Hintertür

Apples Missbrauchs-Scanner: Sicherheitsforscher erzeugen Hash-Dubletten

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Die Diskussion um die von Apple angekündigten CSAM-Missbrauchs-Scans läuft weiterhin kontrovers. Während Sicherheitsforscher darin eine grundsätzliche Beschneidung der Privatsphäre sehen, wirbt Apple weiterhin die Sicherheit seines Systems. Dabei sollte mittlerweile auch bei Apple angekommen sein, dass es längst nicht mehr um die damit verbundenen Möglichkeiten oder Schwachstellen geht, sondern hier insbesondere auch generell die Tatsache kritisiert wird, dass Apple seine Betriebssysteme um eine zuvor nicht vorhandene, potenzielle Hintertür erweitern will.

Apple beteuert damit verbunden stets erneut, dass sein System so konzipiert sei, dass keine Organisation oder Regierung auf die zu überprüfenden Inhalte Einfluss nehmen kann. Umgekehrt haben wir in der Vergangenheit allerdings zu oft gesehen, wie schnell sich Apple mit lokalen Behörden einig wird, wenn es um die Präsenz auf den jeweiligen Märkten geht. Insbesondere Apples Kooperation mit der chinesischen Regierung lässt begründet daran zweifeln, dass sich der Konzern dort per Gesetz geforderten Maßnahmen auch wirklich verweigert. Denn auch wenn man eine Einflussnahme auf die im Rahmen der SCAM-Scans zugrundeliegenden Daten als nicht möglich betrachtet, zeigt Apple mit der Einführung dessen, dass entsprechende Überwachungsmaßnahmen prinzipiell durchführbar sind.

Kritiker sehen hohes Missbrauchspotenzial

Die allgemeine Diskussion begleitend, liefern sich Sicherheitsforscher gerade einen Wettstreit im Generieren von Fake-Bildern, die aufgrund ihrer mit Bildern in der Apple-Datenbank identischen Hash-Werte von Apples Kontrollsystem fälschlicherweise als Kinderpornografie erkannt werden sollen. Ein Beispiel dafür, dass zwei Bilder mit identischen Hash-Werten nicht die geringste Ähnlichkeit aufweisen müssen, wird hier auf GitHub demonstriert.

Bilder

Unterschiedliche Bilder mit identischem Fingerabdruck

Bereits seit iOS 14.3 integriert

Als Basis für die neuen Experimente dient eine Datenbank, die von Apple offenbar bereits in iOS 14.3 integriert, aber nicht genutzt wurde. Apple hat sich in Folge dieser Entdeckung erneut zu Wort gemeldet und betont gegenüber dem Magazin Motherboard, dass es sich hierbei nicht um die finale Version der Implementierung handle und die von Nutzern aufgefundenen Hash-Informationen bewusst nicht verschlüsselt warten. Zudem sei die manuelle Prüfung durch Apple-Mitarbeiter vor einer Meldung eine weitere und nicht beeinflussbare Sicherheitsstufe.

Kritiker sehen die neuen Entdeckungen unabhängig davon, ob Apple die am Ende tatsächlich für den Bilderabgleich genutzten Hash-Werte noch ändert oder nicht als Beweis dafür, dass eine Einflussnahme auf das System grundsätzlich möglich ist.

19. Aug 2021 um 12:55 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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