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100+ unangekündigten Betriebsprüfungen

Apple Zulieferer-Bericht 2020: Diesmal ohne Kinderarbeit

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32 Kommentare 32

Seit nunmehr 14 Jahren informiert Apple im Jahresrhythmus verlässlich über die Zulieferer des Konzerns und fasst die dort herrschenden Arbeitsbedingungen und die Anstrengungen des Unternehmens, diese nicht unter gewisse Mindeststandards fallen zu lassen, in einem jährlichen Fortschrittsbericht zusammen.

2020 Zulieferer Small

Nun lässt sich der „Supplier Responsibility Progress Report 2021“ im PDF-Format aus dem Netz laden, der unter der Überschrift „People and Environment in Our Supply Chain“ das vergangenen Pandemiejahr 2020 beleuchtet.

Mit einem Umfang von 113 Seiten (2007 kam Apple noch auf 4 Seiten) ist das PDF-Dokument zwar etwas dünner als im vergangenen Jahr, fällt aber deutlich textlastiger aus. Dies liegt unter anderem daran, dass Apple der Coronavirus-Pandemie bzw. dem Umgang mit den dadurch verursachten Gesundheitsrisiken einen zusätzlichen Bereich gewidmet hat. In diesem druckt Apple auch einen Fragenkatalog ab, mit dem das Unternehmen in Erfahrung bringen will, wie genau die Zulieferer-Betriebe auf die besonderen Risiken der Coronavirus-Pandemie reagiert haben.

Keine minderjährigen Beschäftigten mehr

Was direkt ins Auge sticht: Unter den bei den Zulieferer-Betriebene in China, Indien und weiteren Ländern ausgemachten Verletzungen der Apple-Vorgaben, tauchen im vergangenen Jahr weder Regelüberschreitungen in Sachen Kinderarbeiten auf, noch meldet Apple auch nur einen Fall schuldgebundener Arbeit. Eine begrüßenswerte Neuerung. Alle Berichte bis 2014 listeten bislang mindestens einen Fall von Kinderarbeit.

2020 Zulieferer

2020 kein Fall von Kinderarbeit

Die Anzahl der erfassten Regelbrüche in den 842 Arbeitsstätten fällt zudem erstmals einstellig aus. Im Pandemiejahr 2020 konnte Apple lediglich neun Verstöße feststellen und damit acht weniger als die 17 meldepflichtigen Vorkommnisse im Jahr 2019.

Betroffen waren 2020 die Bereiche Arbeit, Menschenrechte und Umwelt: In sieben Fällen wurden Arbeitszeit-Berichte gefälscht, in einem Fall führte der Umgang mit Abwasser, in einem weiteren der Verstoß gegen Luftemissionen zu einer Rüge. Festgestellt wurden diese bei über 100 unangekündigten Betriebsprüfungen.

Zulifferer Verstoesse 1400

Keine schwarzen Schafe mehr unter den Zulieferern

28. Mai 2021 um 08:49 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    32 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Was keine sklaverei und Kinderarbeit mehr? Apple enttäuscht also nicht mehr nur bei der Software…
    ciao, Apple, hallo Google. Ohne Kinderarbeit? Ohne mich!

  • Conchita Tufuwurst

    Und wo genau kommen die seltenen Erden für die Halbleiter her? Und wer fördert diese wo unter unmenschlichen Bedingungen bevor sie überhaupt zum Zulieferer kommen? Nach dem Motto: wenn man sich die Augen zuhält dann sehen mich die Anderen nicht mehr…

    • was Für Benutzer Name, Ja

      Damit hat Apple jetzt nun nicht mehr wirklich was zu tun. Was sollen die deiner Meinung nach bitte dagegen machen? Wahrscheinlich findet man nicht mal irgendwo einen zu Lieferer der das nicht macht.

      • Sie könnten ihr reporting und rating system auch auf die Zulieferer der Zulieferer ausweiten. Gibt es in anderen Bereichen auch. Man muss sich nichts vormachen: mindestens ein sklave und ein Kind hatten mit deinem Gerät mindestens zu tun. Mich würde es nicht mal wundern, wenn der Rückgang coronabedingt gekommen ist und sich das auch bei den direkten Zulieferern wieder „normalisieren“ wird

      • was Für Benutzer Name, Ja

        Man weißes halt nicht aber unrecht hast du nicht trotzdem kann man nicht Apple bestrafen wenn sämtliche anderen Firmen schlimmer sind aber die nur Ebene keine solche Reporte machen, da muss man erstmal bei denen anfangen die sich wirklich keine Mühe darin geben, das wäre sonst wohl etwas unfair.

      • Dass man Apple bestrafen sollte sage ich ja auch nicht. Apple könnte jedoch selbst ein solches reporting einfordern und das mit vertraglichen Maßnahmen durchsetzen.

      • was Für Benutzer Name, Ja

        Nein, ich mein mit bestrafen auch schon nur das ankreiden. Das ist etwas was bei anderen Firmen die solche Reports erst gar nicht rausgeben erst gar nicht angesprochen wird obwohl es da immerhin viel berechtigter wäre.

      • Mit Verlaub, Steiner, aber das ist vollkommen naiv. Bei gewissen Teilen des Rohstoffmarktes gibt es nur zwei Optionen, du kaufst oder du lässt es bleiben und stellst deine Produktion für immer ein. Druck kannst du als Einzelunternehmen in dem Bereich gar keinen ausüben, da es genug konkurrierende Abnehmer gibt. Ein Unternehmen kann versuchen möglichst keine Rohstoffe aus Krisenregionen zu kaufen. Doch solange es von Bosch und BMW über HP und Samsung bis hin zu VW und ZF allen anderen Unternehmen auf dem Planeten vollkommen egal ist, wird sich wenig ändern. Es gibt deutlich mehr Abnehmer als Anbieter.

      • @steiner: Apple auditiert die komplette Lieferkette. Ich habe bis vor 3 Jahren in einem Halbleiterunternehmen gearbeitet und war Teil verschiedener Audits durch ua auch Apple.

      • Apple ist als Big Player für die gesamte Lieferketten verantwortlich. PUNKT.

        Und wenn man ESG bei Fonds (und Aktien) ernst nimmt, gehört Apple (und andere) hier ganz klar auf die Rote Liste!!!

      • @Biggi
        Wenn Du es ernst nimmst, solltest Du auch kein Smartphone oder ein anderes elektronisches Gerät mehr nutzen. Ich denke, falls Apple da den Zeigefinger erheben würde und mit Sanktionen drohen würde würden sich andere Käufer darum reißen die Lücke zu füllen. Andere Smartphone Hersteller würden dann ja mehr verkaufen können und mehr Rohstoffe benötigen. Dem Rohstofflieferanten ist es doch egal, wen er beliefert. Sowenig Apple allein da etwas ändern kann, sowenig kann Deutschland allein das Weltklima retten. Jeder, der das allein versucht wird scheitern und auf dem Weltmarkt keine nennenswerte Rolle mehr spielen.

    • was Für Benutzer Name, Ja

      Klar muss daran gearbeitet werden aber bis dahin ist es mit Sicherheit noch eine Weile wenn die Firmen da wahrscheinlich nicht mal direkte Kontrolle drüber haben.

    • Nichtmal beim Fairphone hat man es geschafft bei den Rohstofflieferanten garantieren zu können, dass es keine Menschenrechtsverstöße gibt.
      Lustig, dass bei Apple ständig über deren Reportings geschimpft wird, obgleich diese immer ausführlicher werden und nach festgestellten Verstößen offenbar auch Maßnahmen erfolgen. Und bei anderen Herstellern und Produkten ist’s dann plötzlich wieder vollkommen egal. Mal geschaut wie es in der Lieferkette für dein Auto, deinen Kühlschrank, den Fernseher und die Baustoffe deines Hauses ausschaut? Wäre vllt. sinnvoller Druck auf diese Unternehmen auszuüben, damit sie ebenfalls ihre Lieferketten überprüfen, statt sich ausgerechnet über die eine Firma aufzuregen, die überhaupt diesbezüglich etwas tut. Als Einzelunternehmen kann Apple, trotz seiner Größe, im übrigen sowieso keinen hinreichenden Druck auf die Rohstofflieferanten ausüben. Nicht solange dort tausende anderer Kunden Schlange stehen.

  • Keine Kinderarbeit. Auch sowas kann man für positives Marketing ausschlachten. #schulterklopfen

  • Selbstverständlich gibt es aber noch immer in der Lieferkette massig Kinderarbeit, oder wie denkt ihr werden die Rohstoffe abgebaut ?
    Naiv ist der, der glaubt was er liest ohne zu denken.

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