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Alte E-Mail lassen tief blicken

Apple ohne Maske: Der App-Store-Prozess rüttelt am Image

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Am gestrigen Montag trafen Apple und Epic erstmals vor Gericht aufeinander. Apples Top-Manager, Phil Schiller, war als amtierender App Store-Chef persönlich zum Verfahren in Kalifornien erschienen und soll als hochkarätiger Zeuge dafür sorgen, dass Epic mit seinen Forderungen nach der Nutzung eigener Bezahl-Systemen, der Reduzierung von Apples Umsatzbeteiligung und einer App-Installationsmöglichkeit am App Store vorbei, keine Erfolge für sich verbuchen kann. Dies dürfte jedoch auch für den langjährigen Apple-Mitarbeiter keine leichte Aufgabe werden.

Alte E-Mail lassen tief blicken

So sieht sich Schiller mit zahlreichen, entblößenden Texten konfrontiert, die das sorgfältig gestaltete Image des App Stores unterminieren. Problematisch ist: Viele der Texte stammen aus der Feder des Top-Managers und der seiner Kollegen.

Zusammengefast in einer Präsentation, die das Auftakt-Plädoyer des Spiele-Publishers Epic begleitete, wägen Apples Manager hier etwa ab, dass die Ausweitung des iMessage-Dienstes auf die Android-Plattform lediglich dazu führen würde, dass Eltern ihren Kindern häufiger günstige Android-Telefone in die Hand drücken würden.

Imessage Email Craig

iMessage: Damit auch Kinder weiter iPhones nutzen

Andere E-Mails nennen den „lock in“-Effekt des iCloud-Ökosystems beim Namen. Was uns für gewöhnlich als magische „Only Apple could do this“-Werbeformel verkauft wird, wird auf Apples Strategie-Papieren nicht schöne geredet. Eines der Ziele, des 2010 von Steve Jobs ausgerufenen „Year of the Cloud“ (2011) wurde von Apples Chefetage folgendermaßen formuliert: „Lasst uns all unsere Produkte miteinander verbinden, so dass wir die Kunden weiter in unser Ökosystem einschließen“.

Jobs Lock In

iCloud soll Kunden an die Plattform binden

„What the hell is this????“

Vollständig gegensätzlich zum Selbstverständnis Apples steht eine E-Mail, in der Phil Schiller den damaligen Chef der App Store-Eingangskontrolle auf eine Abzock-App hinweist, die es als billiger Nachbau von „Temple Run“ auf Platz 1 der Gratis-Apps geschafft hat.

Die Empörung, die Schiller hier ohne Maske zum Ausdruck bringt, steht im völligen Gegensatz zur öffentlichen Selbstdarstellung des App Stores, den Apple seit Jahren als sicheren und vertrauenswürdigen Ort vermarktet, an dem Nutzer sich keine Sorgen vor Apps wie denen zu machen brauchen, die Schiller in seiner E-Mail mit einem lauten „What the hell is this???“ Anführt.

What The Hell

Abzock-Apps: Seit über 10 Jahren ein Problem

04. Mai 2021 um 09:16 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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