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Pilotprogramm erhöht Preise ohne Nachfrage

App Store-Abonnements: Apple gestattet jetzt automatische Preiserhöhungen

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Im App Store abgeschlossene Abonnements, unabhängig davon ob diese für den Zugriff auf die New York Times, für einKonto beim Video-Streaming-Dienst Netflix oder für eine Podcast-Applikation abgeschlossen wurden, waren bislang mit einem einfachen Regelwerk versehen: Anwender zahlen grundsätzlich den zum Abschluss des Abonnements angezeigten Preis.

Neue Disney Preise

Erhöhen sich die Preise, können App-Entwickler Bestandskunden davon ausnehmen oder diese aktiv über die Preiserhöhung in Kenntnis setzen lassen. Apple informiert die Abo-Kunden dann per E-Mail und Push-Mitteilung über die Preiserhöhung und bittet diese mit einer gesonderten Aufforderung um die Erteilung der Zustimmung zu den neuen Preisen.

Wird zugestimmt, erhöht sich der Preis. Wird die Zustimmung verwehrt, läuft das Abonnement zum Ende des aktuellen Zahlungszeitraums aus. Dies war zumindest bislang der Fall und lässt sich in Apples Entwickler-Regelwerk noch immer hier nachlesen.

Bislang nur mit aktiver Zustimmung

Fortan scheint Apple auf die störende Nachfrage beim Anwender verzichten und die vom Anbieter vorgenommene Preiserhöhung direkt an die bereits zahlenden Kunden durchreichen zu wollen – ohne aktive Zustimmung. Dies legen nicht nur Beobachtungen von Entwicklern nahe, die ein entsprechendes Verhalten bei der Disney+-Applikation beobachtet haben.


Apple selbst hat gegenüber US-Medienvertretern eingeräumt ein stilles Pilotprogramm zu fahren, das auf die bisherige Nachfrage verzichtet und Preiserhöhungen automatisch auch für Bestandskunden zur nächsten Abbuchung aktiviert.

Pilotprogramm erhöht Preise automatisch

Demnach sei Cupertino aktuell damit beschäftigt eine neue Commerce-Funktion zu testen, die demnächst offiziell für alle Entwickler eingeführt werden soll. Weitere Details dazu erwarten wir zur WWDC-Entwicklerkonferenz die in wenigen Wochen, am 6. Juni 2022 stattfinden wird.

Das Apple-Zitat, das Sarah Perez auf Techcrunch abgedruckt hat, im Wortlaut:

„We are piloting a new commerce feature we plan to launch very soon. The pilot includes developers across various app categories, organization sizes and regions to help test an upcoming enhancement that we believe will be great for both developers and users, and we’ll have more details to share in the coming weeks“

06. Apr 2022 um 18:34 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Ich denke das wird wohl gesetzlich in Deutschland nicht zulässig sein …

    • Ja, denke ich auch. Traurig dass Apple so etwas, im Geiste des Kommerz, unterstützt.

      • Geld ist Geld

      • Oh man bitte nicht immer diese Plattitüden: Vertrag ist Vertrag, Geld ist Geld oder ist halt Kapitalismus. Ja, Apple ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, aber auch als Unternehmen hat man die Wahl ekelhaft und ausbeutend zu sein oder nicht. Apple entwickelt sich langsam zum Ekel im Aluminiumgehäuse

      • Die werden es mit Sicherheit spätestens ein Jahr später selbst aktiv nutzen, um TV+ oder andere Dienste zu verteuern.

      • Aber, aber!

        «… upcoming enhancement that we believe will be great for both developers and users, …»

        Nun mal nicht so undankbar!

      • völlig richtig !!!

    • Doch, bisher ist das zulässig. Exakt das gleiche machen Amazon und Netflix schon lange. Und muss selbstverständlich informiert werden, diese Information per E-Mail fällt auch nicht weg. Man muss nur nicht mehr aktiv der Änderung zustimmen wie bisher.

    • Wenn einer möglichen Erhöhung bereits beim Vertragsabschluss (im Kleingedruckten) zugestimmt wurde, ist das rechtlich kein Problem. Machen doch schon immer viele so. Egal ob vor 30 Jahren noch Zeitschriftenabos oder heutzutage Netflix. Letztere zum Beispiel (Direktabo, kein Apple dazwischen) schickt auch nur eine Information in dem Stil: „Ab dem …. wird Ihr monatlicher Preis auf 11,99 € angepasst. Dies ist Teil unserer Bemühungen, Netflix fortwährend zu verbessern, damit Sie noch mehr großartige Serien und Filme genießen können. Sie können Ihr Abo ändern oder, falls Sie Ihre Mitgliedschaft nicht fortführen möchten, können Sie selbstverständlich jederzeit kündigen.“

      Keine aktive Zustimmung erforderlich.

      • Bei Netflix sind erst kürzlich alle Preiserhöhungen der letzten Jahre für unwirksam erklärt worden.

      • Stimmt da war etwas, das hat aber nur Netflix betroffen und nicht die allgemein übliche Praxis. Es ging da nur um die Formulierung bei Netflix, und dass eine Erhöhung bisher ohne Angabe von Gründen möglich war. Würde Netflix gestiegene Produktionskosten transparent darstellen und damit die Preiserhöhung begründen, könnten sie nach wie vor den Abopreis erhöhen – wie bisher mit Vorankündigung und Kündigungsmöglichkeit, aber ohne erforderliche Zustimmung.

        Und Netflix war ja nur ein Beispiel, mir fallen da noch dutzende weitere ein. Man denke nur mal an die Versicherungen oder Stromanbieter die Ihre Beiträge jederzeit anpassen können. Da muss man auch nicht zustimmen, man hat halt ein Sonderkündigungsrecht.

  • Das dürfte in Deutschland dann aber nicht zulässig sein oder? Das ist doch genau das Thema, mit dem die Banken kürzlich von den Gerichten eins auf den Deckel bekommen haben.

  • Das wird nicht nur in Deutschland Ei. Problem. Lauter kann man ja nicht mehr nach behördlichem Eingreifen fragen

  • Ich Sattel um und schreibe Programme für iOS. Wie Geil ist das denn bitte?
    Die ersten 6 Monate 1€ und dann nehm den fairen Preis von 89,99€.

    Ich muss ja auch leben…oder was? Wer was dagegen hat, soll doch mal umsonst arbeiten.

  • „…enhancement that we believe will be great for both developers and users“

    Manchmal ist das Managergeblubber wirklich schwer zu ertragen. Was soll bitte an einer heimlichen Preissteigerung gut sein für den Kunden??

  • …alles für ein noch besseres „Kundenerlebnis“ ;-) Brech!

  • Verbraucherschutz wird anscheinend völlig überbewertet…

  • Warum sollte es rechtswidrig sein. Du bekommst vor der Preiserhöhung eine Mitteilung kannst diese dann bestätigen oder es sein lassen. Wenn du es sein lässt endet das Abo. Ist nicht anders als bei den Banken gerade, stimme ich nicht zu versuchen sie dich los zu werden. Wobei ich ein Beispiel habe wo es anders gelaufen ist die Wetter App meteoblue hat den Preis von 0,99 auf 2,99 erhöht ich wurde mehrmals darauf hingewiesen das ich zustimmen solle. Das habe ich nicht getan und gerade wurde mein Abo für 99cent verlängert :-)

  • Sorry wer lesen kann ist im Vorteil hätte auch zu Ende lesen sollen. Ja ihr habt natürlich recht es soll ja auf die Mitteilung verzichtet werden.

  • Was bekomme ich, wenn ich Apple noch vorschlage, den automatischen Abopreis an den Preis für Rohöl zu koppeln, da gibt es doch sicher Möglichkeiten den Abopreis mehrmals täglich anzupassen um das Erlebnis für alle zu steigern……

  • dass dies in D (und in der EU) kaum zulässig sein dürfte wurde ja schon wiederholt geschrieben.
    Das möchte ich mal zum Anlass nehmen, um auf den im Vergleich mit anderen Ländern (z.B. USA) guten Verbraucherschutz in D u EU hinzuweisen. muss mal festgehalten werden, da viele ja schnell zum Bashen der Politik neigen!

  • Das Pilotprojekt scheint aber schon länger zu laufen, oder es gab schon vorher Ausnahmen. Bei mir wurde letztes Jahr im September der Preis für das Netflix Abo erhöht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich zwar vorab darüber informiert wurde, eine aktive Zustimmung wurde aber AFAIR nicht gefordert.

  • Ich kann mich nicht erinnern, bei einer der regelmäßigen Netflix Erhöhung zugestimmt zu haben. Habe ich das vergessen, dass ich zugestimmt habe oder läuft es da anders?

  • hehe, keine Abos – kein Problem.
    Aber an sich ists schon ne Sauerei. Triebfeder von Apple ist einfach, dass ihnen von jedem Euro eben schon ein Stück gehört… von daher ist es klar, dass sie sich hier im Sinne höherer Grundeinnahmen instrumentalisieren lassen. Das Smartphone als universelles tool wird mit der Übertreibung durch zu viele Abos aber langsam eher lästig als nützlich.

  • Ganz einfach: alles kündigen und ein Jahr auf ein neues Modell verzichten.
    Schöne Briefe über alle Kanäle an Apple schreiben, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

  • Bei der letzten Netflix-Preiserhöhung wurde ich von Apple auch nicht gefragt. Netflix hat mich schriftlich informiert, aber von Apple wurde ich nie gefragt. Das InApp-Abo wurde einfach teurer.

  • Hatte Amazon bei seinen Produkt-Abos nicht auch Probleme bekommen bzgl. Preiserhöhungen?

  • In DE nicht zulässig und wird direkt einkassiert. Da werden die Verbraucherschützer ziemlich schnell reagieren und klagen.

    Tatsächlich muss ich mich dem bereits oben geschriebenen Kommentar anschließen. Apple entwickelt sich zum Nestle des Techs… green/white-washing wird nicht mehr lange funktionieren.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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