ifun.de — Apple News seit 2001. 31 238 Artikel

WLAN kann einfach sein

AmpliFi Instant: Wir haben das neue Mesh-System vom Ubiquiti ausprobiert

72 Kommentare 72

Mit AmpliFi Instant hat der Netzwerkausrüster Ubiquiti ein neues WLAN-Produkt für Heimanwender am Start. Das Mesh-System wird in wenigen Schritten per App eingerichtet und lässt sich für optimale WLAN-Abdeckung flexibel erweitern.

Zum Einstieg ist entweder der AmpliFi Instant Router alleine für 149 Euro oder ein Paket mit dem AmpliFi Instant Router und einem Mesh-Point für 269 Euro erhältlich. Letzteres bietet auch für größere Wohnungen und kleine Häuser ausreichend Abdeckung. Beide Pakete können bei Bedarf um weitere Einheiten erweitert werden, dafür kann man auch Komponenten aus anderen Ubiquiti-Systemen verwenden.

Amplifi Instant Set Packung

Warum Mesh?

Die Anforderungen an WLAN-Systeme haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Kabelgebundene Verbindungen sind mittlerweile die Ausnahme, dazu kommt, dass der heimischen Netzwerktechnik heute deutlich mehr Leistung abverlangt wird, als noch vor wenigen Jahren. Nicht nur die steigende Zahl der Mobilgeräte pro Haushalt, sondern insbesondere das rasante Wachstum im Smarthome-Bereich schrauben die Anforderungen deutlich nach oben. Viele der in der Vergangenheit und teils auch heute noch von den Providern ausgegebene Geräte zeigen sich mittlerweile überfordert.

Mesh-Systeme sind darauf ausgelegt, mittels mehrerer sogenannter Mesh-Points leistungsfähige flächendeckende WLAN-Netzwerke bereitzustellen, die auch mit einer großen Anzahl von Teilnehmern keine Probleme haben. Dabei wird die Leistung aller Komponenten unter einem Netzwerknamen (einer „SSID“) vereint und gewährleistet, dass die einzelnen im Netzwerk aktiven Geräte sich stets mit dem bestmöglichen Zugangspunkt verbinden.

Was schlüssig und einfach klingt, erfordert im Hintergrund nicht nur leistungsfähige Hardware, sondern auch entsprechend intelligente Software. Ubiquiti kommt hier die Erfahrung aus dem Pro-Segment zugute. Der Hersteller ist lange Zeit im Business-Bereich aktiv und hat sich mit der hier von uns vorgestellten UniFi-Produktlinie einen hervorragenden Namen gemacht. Als erstes Produkt für Heimanwender hat Ubiquiti dann zunächst AmpliFi HD auf den Markt gebracht, auf dem das neue System AmpliFi Instant aufbaut.

Unterschiede AmpliFi Instant und AmpliFi HD

AmpliFi Instant und AmpliFi HD unterscheiden sich zunächst einmal deutlich in ihrem Äußeren. Der größere Formfaktor des HD-Routers bietet nicht nur mehr Platz für den Bildschirm, auf der Rückseite finden sich auch vier Ethernet-Buchsen für den Anschluss von kabelgebundenen Netzwerkgeräten. AmpliFi Instant hat hier lediglich einen Anschluss. Beide Geräte verfügen zusätzlich über eine „WAN-Buchse“ zum Anschluss an den von eurem Provider gelieferten Router.

Amplifi Hd Vs Amplifi Instant

Die intern verbauten Antennen unterstützen beim HD-System mit 3×3 MIMO und maximalen WLAN-Geschwindigkeiten von 450 Mbps im 2,4 GHz Netz und 1300 Mbps bei 5 GHz und sind damit erstmal leistungsfähiger als AmpliFi Instant mit 2×2 MIMO und 300 bzw. 867 Mbps. Im privaten Bereich halte ich diese Werte allerdings für absolut ausreichend, wichtiger als die nackten Zahlen auf dem Papier ist am Ende das tatsächliche Zusammenspiel der Komponenten. Hier hält AmpliFi Instant die beim Schwestersystem nicht vorhandene Option bereit, die Meshpoints statt über WLAN auch mit einem Ethernet-Kabel zu verbinden. Dadurch lassen sich zusätzliche Leistungsgewinne erzielen.

Amplifi Instant Anschluesse

Der Meshpoint ist bei AmpliFi Instant äußerlich mit dem Router des Systems nahezu identisch, und verzichtet lediglich auf den kleinen Bildschirm und die WAN-Buchse. Die Stromversorgung der AmpliFi-Instant-Komponenten erfolgt über USB-C. Die passenden Netzteile und Kabel sind im Lieferumfang enthalten.

AmpliFi Instant ausgepackt und eingerichtet

AmpliFi Instant ist mit seiner Grundfläche von 9 x 9 Zentimetern und einer Höhe von 3 Zentimetern extrem kompakt. Der Router verfügt auf der Vorderseite über einen kleinen Bildschirm, der für die Anzeige von Statusinformationen oder auch als Uhr verwendet werden kann. Beide Komponenten haben einen rundumlaufenden LED-Rand, der durch Aufblinken ebenfalls Statusmeldungen signalisieren kann.

Amplifi Instant Update

Die Beleuchtung von Display und LED-Umrandung kann angepasst oder komplett abgestellt werden. Zudem lässt sich ein automatischer Nachtmodus einstellen.

Der Hersteller gibt an, dass sich das System innerhalb von zwei Minuten installieren lässt und behält damit auch grundsätzlich Recht. Einzig das „Ausdenken“ eines sicheren Passworts und längere Sync-Zeiten nach einem Neustart eures Internet-Routers könnten hier für Verzögerungen sorgen. Die Vorgabe, vor der Installation des Systems auch den vom Provider bereitgestellten Router auszuschalten, sollte für den reibungslosen Ablauf eingehalten werden.

Groessenvergleich Amplifi Instant Fritzbox

Ein Wort zum Netzwerknamen und Passwort: Damit nicht sämtliche vorhandenen Geräte neu eingebunden werden müssen, habe ich vor der Installation das alte WLAN-Netzwerk (in meinem Fall über eine FRITZ!Box) deaktiviert und AmpliFi Instant dann mit den gleichen Daten eingerichtet. Die Clients bemerken da in der Regel keinen Unterschied und ihr spart euch viel Aufwand. Wir setzen hier natürlich voraus, dass ihr auch schon für euer altes WLAN-Netzwerk ein ausreichend sicheres Passwort verwendet habt, ansonsten empfiehlt sich in der Tat ein kompletter Neustart.

Einfache Installation über die App

Die Installation des Systems erfolgt in nur wenigen Schritten mithilfe der App AmpliFi WiFi. Hier handelt es sich übrigens um die gleiche Anwendung, die auch zum Einrichten von AmpliFi HD benutzt wird. Die folgenden Anmerkungen gelten somit zu weiten Teilen auch für das ältere System.

Der AmpliFi-Router wird über ein Ethernet-Kabel mit dem vom Provider gestellten Router verbunden, anschließend müssen WLAN-Name und Passwort vergeben werden und das war es auch schon. Über diese Basisinstallation hinaus bietet die App allerdings noch vielseitige Konfigurationsmöglichkeiten, auf die wir hier näher eingehen wollen.

Amplifi Instant App Grundeinstellungen

Auf der Startseite zeigt die App in der Netzwerk-Übersicht den Status sämtlicher Komponenten sowie die Zahl der aktuell verbundenen Clients und den Traffic für Downloads und Uploads an. Durch Antippen der einzelnen Komponenten werden die spezifischen Einstellungen für diese Aufgerufen. Hier lässt sich auch die Helligkeit des LCD-Bildschirms und der LED-Umrandung an der Unterseite anpassen. Beides kann auch komplett deaktiviert werden, ein Nachtmodus erlaubt das Ausschalten des Bildschirms zu festgelegten Zeiten.

Für fortgeschrittene Anwender steht die Möglichkeit zur Verfügung, die Internet-Einstellungen manuell anzupassen oder beispielsweise auch Port-Weiterleitungen zu konfigurieren.

Der Meshpoint bietet in seinen Einstellungen zusätzlich eine Anzeige der Signalstärke zum Router, dies hilft auch bei der optimalen Positionierung des Geräts. Für exotische Anwendungszwecke besteht auch die Möglichkeit, den Meshpoint einen eigenen, zusätzlichen Netzwerknamen aussenden zu lassen.

Amplifi Instant App Meshpoint

Sämtliche Komponenten können über die App neu gestartet werden, ebenso lassen sich Firmware-Updates für die Geräte über die App installieren.

Unabhängig von der App können die wichtigsten Infos auch über den kleinen LCD-Bildschirm am Router abgerufen werden. Durch Wischen kann man hier die Anzeige umschalten und neben Uhrzeit und Datum auch den aktuellen Datendurchsatz, die Verbindungsgeschwindigkeit, die aktuelle IP-Adresse und die Zahl der aktuell verbundenen Geräte anzeigen lassen.

Gastnetze, Zugriffskontrolle und weitere App-Funktionen

Neben der Netzwerkübersicht bietet die App auch erweiterte Möglichkeiten zur Leistungskontrolle und Diagnose. So steht eine grafische Live-Anzeige des aktuellen Datendurchsatzes zur Verfügung, ebenso ist die Gesamtmenge der übertragenen Daten ab Installation des Systems bzw. seit dem letzten Zurücksetzen der Statistik verfügbar. Ein integrierter Provider-Test informiert über Datentransfer- und Ping-Raten der Internetverbindung. Bei der Fehlersuche unterstützt eine integrierte Diagnose-Funktion.

Amplifi Instant App Test

Das AmpliFi-System erlaubt es, einfach und wenn gewünscht auch temporär ein mit spezifischen Einstellungen versehenes Gastnetzwerk bereitzustellen. Ihr könnt nicht nur den Netzwerkname und (sofern gewünscht) das Passwort für den Gastzugang nach belieben konfigurieren, sondern beispielsweise auch eine zeitliche Begrenzung oder die maximale Zahl der erlaubten Gastbesucher vorgeben.

Auch für die Zugriffskontrolle im Familienbereich hält das System Möglichkeiten bereit. Zunächst einmal kann man den Internetzugriff nicht nur pauschal, sondern für jeden im System erfassten Client separat blocken. Die Gruppierung der einzelnen Geräte in Profilen erlaubt darüber hinaus eine komfortablere Verwaltung, ob auf Basis von Einzelpersonen oder auch Personengruppen wie etwa Kinder. Mit jeder dieser Gruppen lassen sich einzelne Geräte verknüpfen und für diese dann pauschal festlegen, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sie das Internet benutzen dürfen.

Amplifi Instant App Profile Und Gast

Unabhängig von Gastzugriff und Profilen hat der Administrator jederzeit die Möglichkeit, die Internetverbindung für einzelne Geräte zu unterbrechen. Den einzelnen Clients können auch eigene Namen vergeben werden, was für mehr Überblick dringend zu empfehlen ist, zudem besteht die Möglichkeit, ausgewählte Netzwerkgeräte höher zu priorisieren, indem man diesen die Kategorie „Streaming“ oder „Gaming“ zuweist.

Amplifi Instant App Geraete

Eine Anmerkung noch zum Screenshot oben: Auch mit dem Ethernet-Anschluss der Box verbundene Geräte erscheinen in der Client-Liste. Wir haben hier einen kleinen Ethernet-Switch angeschlossen und wie man sieht, zeigt das System dann auch alle mit diesem Verteiler verbundenen Geräte zuverlässig an.

Fernverbindung

Von Haus aus wird vorausgesetzt, dass ihr euch im AmpliFi-WLAN befindet, wenn ihr auf die App-Funktionen zugreifen wollt. Diesen Zugriff könnt ihr auch lokal zusätzlich über ein separat vergebenes Admin-Passwort schützen.

AmpliFi bietet optional die Möglichkeit, per Fernzugriff auf die WLAN-Einstellungen zuzugreifen; beispielsweise um eine entfernte Installation zu administrieren oder auch einfach mal von unterwegs aus nachzusehen, was zuhause gerade so abgeht. Dies ist allerdings bislang nur möglich, wenn man über ein Benutzerkonto bei Google oder Facebook verfügt. Der Hersteller nutzt für die sichere Anmeldung beim heimischen System den offenen Standard SAML in Verbindung mit dem Login über Google und Facebook zur Identitätsüberprüfung. Wie es scheint, soll in Zukunft aber auch eine alternative und von externen Anbietern unabhängige Lösung angeboten werden.

Im Beta-Stadium steht seit kurzer Zeit auch die Möglichkeit zur Verwaltung des Systems über den Webbrowser zur Verfügung. Hier lassen sich auch Grundrisse zur besseren Planung der Meshpoint-Verteilung hinterlegen.

Amplifi Instant Web

Fazit

AmpliFi Instant erfüllt die hohen Erwartungen, die ich nach meinen Erfahrungen mit den anderen Systemen des Herstellers mittlerweile an Ubiquiti habe. Das System ist einfach administrierbar und läuft stabil und störungsfrei. Im direkten Vergleich zu der hier zuvor eingesetzten FRITZ!Box 7490 lässt sich sagen, dass die maximale WLAN-Reichweite des AmpliFi-Instant-Routers alleine zwar etwas geringer ist, die WLAN-Ausleuchtung im abgedeckten Bereich jedoch deutlich gleichmäßiger ist. In Kombination mit dem Meshpoint überzeugt AmpliFi Instant dann ohne Einschränkung durch weitreichende und stabile WLAN-Abdeckung.

Amplifi Instant Update Anzeige

AmpliFi Instant kommt in Deutschland gerade erst auf den Markt. Dementsprechend unterscheiden sich die Angebote verschiedener Online-Händler vom Preis her teils drastisch. Die Preisempfehlung des Herstellers liegt für den AmpliFi Instant Router alleine bei 149 Euro und für das Paket mit Router und Meshpoint gemeinsam bei 269 Euro. Ignoriert die teils deutlich darüber liegenden Angebote von einigen Händlern am besten, die Preissituation sollte sich mit besserer Verfügbarkeit der Geräte entspannen.

Ergänzung: Notebooksbilliger bietet die Geräte mit den Herstellerpreisen zur Vorbestellung an. Mit Verfügbarkeit wird in KW 12 gerechnet.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wer darüber einkauft unterstützt uns mit einem Teil des unveränderten Kaufpreises. Was ist das?
07. Mrz 2019 um 20:17 Uhr von Chris Fehler gefunden?


    Zum Absenden des Formulars muss Google reCAPTCHA geladen werden.
    Google reCAPTCHA Datenschutzerklärung

    Google reCAPTCHA laden

    72 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    Abonnieren
    Benachrichtige mich bei
    72 Comments
    Älteste Kommentare
    Neuste Kommentare Meiste Stimmen
    Inline Feedbacks
    View all comments
    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 31238 Artikel in den vergangenen 7273 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2021 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Cookie Einstellungen   ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven