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"Zu weitreichende Fotorechte"

Abgemahnt: Apple muss Teilnahmebedingungen für Schülerkurse ändern

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Apple muss die Teilnahmebedingungen für die angebotenen „Entdeckungsreisen für Schüler“ ändern. Verbraucherschützer haben die Teilnahmebedingungen für die Kurse zu großen Teilen als rechtswidrig kritisiert und den iPhone-Hersteller erfolgreich abgemahnt.

Apple Bildung Klassenzimmer

Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband mitteilt, hat Apple bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben und zugesichert, die strittigen Teilnahmebedingungen zurückzunehmen beziehungsweise zu ändern. Die Verbraucherschützer haben unter anderem kritisiert, dass Apple jegliche Haftung ablehnt und sich das Recht vorbehält, die teilnehmenden Kinder während der Kurse zu fotografieren und zu filmen und die Aufnahmen umfassend zu verwerten. Die Eltern sollen auf jegliche Unterlassungsansprüche gegenüber dem Konzern verzichten. Apple könne die Fotos und Videos der minderjährigen Teilnehmer somit nahezu beliebig und kostenlos beispielsweise für Werbekampagnen nutzen.

Apple ist nur eines unter vielen Unternehmen, die sich gezielt an Schüler und Lehrer wenden: Drei Viertel der größten deutschen Unternehmen geben eigene Unterrichtsmaterialien heraus, bieten Exkursionen, Lehrerfortbildungen oder Schulwettbewerbe an. Zwar ist Produktwerbung laut der landeseigenen Regeln zu Werbung und Sponsoring verboten. Zahlreiche Schlupflöcher ermöglichen es dennoch, dass Unternehmen ins Klassenzimmer drängen. Der vzbv fordert bundesweite Standards, um Schule als werbefreien Raum sicherzustellen.

Apple bietet die sogenannten Entdeckungsreisen in den hauseigenen Ladengeschäften als Weiterbildungserlebnis für Schüler und Lehrer gemeinsam bereits seit vier Jahren an. Dabei können verschiedene Themenbereiche gewählt werden, auf deren Basis den Schüler der Umgang mit Apps, modernen Technologien bis hin zur Anwendungsentwicklung näher gebracht werden soll. Zielgruppe sind Schüler, Lehrer und Jugendgruppen an Grund- und weiterführenden Schulen. Die Teilnahmebedingungen lassen sich hier als PDF einsehen, darunter der kritisierte Foto-Paragraph:

Hiermit stimme ich zu, dass mein Kind fotografiert, gefilmt und interviewt werden darf, und erteile Apple das Recht, Bild-, Film- und Interviewmaterial meines Kindes für jegliche mit dem Programm im Zusammenhang stehende, vertretbare Zwecke zu verwenden, veröffentlichen, vervielfältigen, übertragen, zeigen oder urheberrechtlich zu schützen. Ich verzichte auf mein Recht zur Freigabe, auf Vergütung und das Recht, Apple aufgrund dieser oder sonstiger Vereinbarungen zur Unterlassung aufzufordern oder für die Verwendung, Änderung, Verzerrung oder sonstige Effekte zur Verantwortung zu ziehen (hierzu zählen auch Verleumdung oder Verletzung der Privatsphäre).

Montag, 04. Jun 2018, 12:37 Uhr — Chris
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  • Am besten unterschreibt man nur das, wozu man auch bereit ist -ansonsten bleiben lassen. Da braucht es doch lediglich den eigenen Verstand…

    • Manchmal sind die AGBs aber so groß, das man die nicht liest. Ich weiß: dann selber schuld :-)
      Das Leben ist zu kurz, um AGBs zu lesen ;-)

      • Genau, deshalb ist es ja so wichtig dass es Institutionen/Verbände gibt und dies für die Verbraucher übernehmen und in seinem Sinne hier Klagen.
        In diesem Falle ist es ja offensichtlich, aber manchmal steckt die Tücke auch in Detail.

  • Was durch die DsGVo noch alles für Auswüchse entstehen werden?

  • Vollkommen richtig, hier Apple Schranken aufzuzeigen. Davon abgesehen bleibt es aber ein wirklich tolles kostenloses Angebot, gerade auch im Hinblick auf die weiterhin sehr mangelhafte technische Ausstattung der Schulen.

  • Der Kurs ist Gratis das sollte man auch mal bedenken andere Schulungen kosten mehrere 100€ bis über 1000€ und das pro schulung!!!

  • sind die kurse denn auch kostenlos und mehr oder weniger von jedem besuchbar? wenn ja, kann ich das gerommel nicht nachvollziehen … dass apple ab und an werbefilme über ihre eigenen events produziert ist ja nix verwerfliches, ist halt marketing. das kostet geld, mit sowas soll sicher gestellt werden, dass hier keine produktion eigestampft werden muss wegen unklaren bildrechten … ist übrigends garnicht so unüblich, bei vielerlei veranstaltungen wird darauf hingewissen, dass gefilmt wird und man sich quasi damit einverstanden erklärt beim teilnehmen. auch die abtretung der haftung wird mit immer gängiger. egal ob kletterhalle, wasserpark und sonstige freizeitangebote, immer öfter muss man das in den USA schon lange gängige formular unterschreiben. wäre nicht notwendig wenn es nicht einige mit dem ganzen abmahn- und klage irsinn so übertreiben würden.

    • Nur weil es gängiger wird, wird es nicht richtiger! Apple möchte hier quasi zum Selbstkostenpreis die Produkte bewerben und gleichzeitig noch Werbefilmchen drehen, ohne die Kosten für Schauspieler.
      Schön dass wenigstens manch einer etwas weiter denkt als du.

      • ich habe nicht gesagt, dass es richtig ist, nur erklärt warum es gemacht wird, und wie verbreitet es ist… zudem halten sie sich in erster linie nur möglichst unbürokratisch die möglichkeit offen. für teilnehmer, bzw. die eltern natürlich zu untransparent, stimmt …jedoch wird es trotzdem in zukunft eher mehr als weniger solcher „erklärungen“ geben, in denen pauschal rechte abgetreten werden, man ist ja erstmal nur verpflichtet zu informieren was damit geschieht… tatsächlich ist das die andere seite der medalien bei verschärften datenschutzbedingungen, es werden sich die unternehmen versuchen im vorfeld abzusichern – und zwar massiv. die teilnahme ist ja freiwillig und an eine wahl gekoppelt. kann mir vorstellen, dass die teilnahmebedingungen in dem fall sich nicht groß ändern werden, lediglich die möglichkeit zum wiederspruch/löschung der abtreteung der bildrechte MUSS eingeräumt werden, das dürfte jetzt pflicht sein. der haftungsausschluss wird auch nicht illegal sein. dementsprechned ist es viel lärm um nichts, da sich nicht viel ändern wird. mehr wollte ich garnicht sagen

      • wenn du dir mal anschauen würdest wie ein solches event abläuft dann würdest du sehen dass es keine Marketingkampagne ist sondern die Produkte einfach als Hilfsmittel zur Realisierung von Projektren genutzt werden. So lange unsere Ministerien und auch Lehrer und Schulen es nicht auf die Kette kriegen Kindern Alltagsnahe Dinge beizubringen begrüße ich es das es Firmen wie Apple gibt die den Kids Skills nahebringen. Hier wird keinerlei Werbung gemacht sondern einfach an Projekten gearbeitet und ja auch mit den Produkten aber diese sind wie gesagt einfach nur Arbeitsmittel. Die Kids verstehen das im übrigen. Denen ist egal was das für ein Tablet ist hauptsache sie können kreativ werden und es macht Spass.

  • Hat ihr denn überhaupt die Bildrechte, um diese hier darzustellen? Ich sehe ja nicht mal Quellenangaben!

  • Fällt dies nicht unter das Kopplungsverbot, oder habe ich da etwas falsch verstanden ?

  • Ist Apple böse sich für die Schüler Bildung einzusetzen. Am besten komplett einstellen und darauf verweisen das die Verbraucherzentrale die Schüler schützen möchte.

    • Wollen es doch die toll ausgebildeten Lehrerin der Digitalisierung im klassenzimmer übernehmen ach warte die meisten können noch nichtmal einfachste Dinge am PC. Traurig vlt sollte man sich die Trainer von Apple mal direkt in die Schule holen damit die Lehrer Kompetenz beigebracht bekommen.

  • Kinder sin zu Schützenlinie nicht zu vermarkten. Ein NoGo

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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