Kartellwächter untersagen Preiskontrollen
59 Millionen Euro Abschöpfung: Kartellamt greift bei Amazon ein
Das Bundeskartellamt untersagt Amazon, auf seinem deutschen Online-Marktplatz gezielt in die Preisgestaltung von Händlern einzugreifen. Der Onlinekonzern darf die hierfür genutzten Kontrollmechanismen künftig nur noch in begründeten Ausnahmefällen einsetzen, beispielsweise bei extrem überhöhten Preisen.
In diesem Zusammenhang hat die Behörde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Vorteil, den ein Unternehmen durch kartellrechtswidriges Verhalten erlangt hat, abzuschöpfen. Dieser wurde bei Amazon mit 59 Millionen Euro beziffert. Da die Behörde von einem weiterhin andauernden Verstoß ausgeht, wurde die Summe zunächst nur als Teilbetrag festgesetzt.
Grafiken: Bundeskartellamt
Wettbewerb auf dem eigenen Marktplatz
Streitpunkt ist die Tatsache, dass Amazon auf seiner Handelsplattform in die Preisbildung der dort ebenfalls präsenten externen Händler eingreift. Ein erheblicher Teil der auf der Plattform erzielten Umsätze entfällt auf diese Drittanbieter, die ihre Preise selbst festlegen und das wirtschaftliche Risiko tragen. Nach Auffassung der Kartellwächter steht Amazon in direktem Wettbewerb zu diesen Händlern. Somit seien Eingriffe in deren Preisgestaltung nur in sehr engen Grenzen zulässig.
Nach Darstellung des Bundeskartellamtes setzt Amazon verschiedene Verfahren ein, um die Angebote von Marktplatzhändlern zu überprüfen. Stuft das System Angebote als zu teuer ein, werden sie entweder ganz entfernt oder bei der Produktauswahl weniger sichtbar angezeigt. Diese Maßnahmen können spürbare Umsatzverluste für die Händler nach sich ziehen. Die Behörde sieht darin einen unzulässigen Einfluss auf die Preisfreiheit der Anbieter.
Kritik an mangelnder Transparenz
Hinzu komme, dass die zugrunde liegenden Regeln für Händler nur schwer nachvollziehbar sind. Es sei unklar, nach welchen Maßstäben Preisgrenzen festgelegt würden und unter welchen Umständen Angebote an Sichtbarkeit verlören. Dadurch werde die Planungssicherheit der Händler beeinträchtigt.
Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Amazon kann binnen eines Monats Beschwerde einlegen, über die dann der Bundesgerichtshof entscheiden muss. Wenn es dabei bleibt, muss Amazon das beanstandete Verhalten innerhalb von neun Monaten einstellen oder anpassen. Sofern der Konzern weiterhin Preismechanismen verwenden will, muss er innerhalb der nächsten drei Monate Lösungsvorschläge ausarbeiten und dem Bundeskartellamt vorlegen.


Amazon ist eigentlich immer eine schlechte Idee. In einer Berichterstattung gezeigt, wie letztlich für jeden alles teurer wird. Im Prinzip geht die Geschichte so..
Amazon schröpft immer mehr bei den Händlern ab, was diese wiederum auf die Artikel draufschlagen. Und da sich andere Anbieter oft an den Amazon Preisen orientieren, wird es langsam aber stetig für alle und jeden teurer.
Da magst du durchaus etwas Recht haben, aber bedenke: Berichterstattungen sind selten objektiv.
Was hindert einen Händler mit seinem Preis deutlich unter den Amazon-Preisen zu bleiben, die gleichen Services (Lieferzeit, Rücknahme etc) zu bieten und sich bei ein Vergleichsportalen listen zu lassen, um dadurch an Kunden zu kommen. Das nennt man dann Marktwirtschaft.
Amazon hindert den Händler daran. Wenn der Händler seine Sachen in seinem eigenen Shop günstiger anbietet als im Amazon-Marktplatz, sperrt Amazon ihn dort oder verringert die Sichtbarkeit, sodass die Verkäufe einbrechen. Und da Amazon eine marktbeherrschende Stellung hat (der Anteil von Amazon am Einzelhandelsumsatz in Deutschland betrug 63% im Jahr 2024), müssen die Händler wohl oder übel bei dieser Erpressung mitmachen.
Das wollte ich auch schreiben. Warum das Bundeskartellamt hier noch nichts gemacht hat ist für mich nicht nachvollziehbar.
Meiner Meinung nach hätte Amazon hier eine Milliarden Strafe verdient.
Ja der Trick mit dem Verlust der Buybox ist hinlänglich bekannt, genauso wie amazon quasi bei Produkten anderer Anbieter mehr oder weniger Industriespionage betreibt, Anbieter von gefragten Produkten rausdrängt, um die unter dem Label amazon basics selbst anzubieten…
alles schon beobachtet…
das selbe greicht bei allen zwischenhändler, physiscch als auch digital. schaut euch mal online reiseanbieter(booking etc) an…
greift*
Booking ist leider immer eine schlechte Wahl. Warte seit 16 Monaten auf meine Preisgarantie-Erstattung.
Immer neue Leute unfähige Mitarbeit, die es trotz aller Nachweise abbügeln wollten.
Dafür habe ich mir jetzt für 3,50€ den höchsten Genius-Level Lebenslang gesichert. ;-)
Nur ob ich da jemals wieder buche … ;-(
Grundsätzlich hast du recht .
Wer sich aber mit Preisvergleichen wirklich beschäftigt wird häufig wo anders fündig . Meistens muss man nur etwas länger warten. Hochpreisige Produkte findet man nach meiner Erfahrung aber besser bei Amazon , grade was Lieferzeit und Umtausch betrifft .
sehe ich anders: oftmals ist amazon (oder ein Plattformanbieter dort) nicht teurer als anderswo, zumindest wenn man idealo glauben darf.
Das mag nun am Einwand von „selber“ liegen, aber oftmals liegt es auch daran, dass andere Händler dann noch Versandkosten aufschlagen, die bei Prime schon enthalten sind.
Weiterhin – wie richtig bemerkt – muss man dann länger warten und hat auch manchmal mehr Qual bei evtl. Rückgaben als bei Amazon selbst.
Amazon ist halt easy, wenn es schnell gehen muss. Bei Kulanz zudem unglaublich gut. Das wird aber alles am Ende bei der Preisgestaltung mit bezahlt.
Es lohnt aber durchaus die Preise im Web zu vergleichen. Oft gibt es günstige Angebot bei anderen Händlern.
Wenn ich Zeit habe, kaufe ich gerne bei den alternativen Händlern. Zudem sehe ich auch zu in der heimischen Stadt zu kaufen. Hierzu muss man sich natürlich richtig viel Zeit nehmen ;-)
Amazon und Preise, eine Erfahrung, die ich gemacht habe:
Wir wollten ein bestimmtest Induktionskochfeld, dass laut Liste um die 1k Euro liegt.
Straßenpreis ist um die 600 Euro gewesen. Da wir es nicht eilig hatten habe ich ein Preisalarm bei entsprechende Plattform gesetzt.
Dann wurde der Preis auf 300 Euro gesenkt und wir haben zugeschlagen. Wochenlang hat sich nichts gerührt, dann kam eine Email mit Entschuldigung und Preisfehler. Man würde mir 670 Euro anbieten.
Diese Nummer wurde vom gleichen Händler mehrmals Mal abgezogen. Daraufhin habe ich mich an Amazon gewandt, da hier scheinbar systematisch ein Falschpreis angegeben wird, um Kunden wie mich zum Kauf zu locken und danach den Zuschlag zu bekommen.
Amazon ignorierte das und meint sie haben das Verhalten der Händler im Auge. Für diesen Händler konnte ich es über sechs Monate lückenlos nachweisen und habe entsprechend eine Bewertung mit einem Stern abgegeben.
Ergebnis, mein Konto wurde bei Amazon gesperrt, weil ich Phrasen wie „systematischen Betrug“ verwendet habe. Erst nach vielfachem hin und her wurde ich entsperrt.
Interessanterweise hat damit auch das Verhalten des Händlers geendet. Dazu hat Amazon aber keine Stellung bezogen.
„mangelnder Transparenz“
Amazon hat keine Transparenz von den Sie wüssten (frei nach MIB, Amazon hat natürlich auch kein Humor)
Im Prinzip gehört Amazon zerstört.
Die Kultur die amazon eingeführt hat, angefangen bei den Arbeitsbedingungen, Umgang mit Händlern und inzwischen durchaus auch mit Kunden…
.. aber wir akzeptieren das ja offensichtlich und mehr als ein paar Lippenbekenntnisse .. kaufe da nicht mehr (was man dann regelmäßig an irgendwelchen Black-Tagen/Wochen sieht) passiert ja nicht.
Man kann sehr gut auf Amazon verzichten, ohne große Einschränkungen im alltäglichen Leben. Ich habe mein Konto bei dem Laden vor 13 Jahren gelöscht und es nicht einen Tag vermisst seitdem. Wenn ein Paket mal einen länger braucht ist das für mich kein Problem, ich habe es grundsätzlich nicht so super eilig. Und mit dem Service habe ich bei anderen Händlern bisher auch keine größeren Probleme gehabt, im Grunde ist ja jeder Händler an Stammkunden interessiert, das klappt eben nur mit entsprechenden Sercice.
Kurzum, ein Leben ohne Amazon ist nicht nur möglich, sondern absolut erstrebenswert.
Ich hätte bei Amazon gerne ein Möglichkeit alle Drittanbieter auszublenden.
Was zu finden, was wirklich brauchbar ist, ist mittlerweile immer mehr eine Last, es ist teilweise wie bei AliExpress…
Du weißt schon das es in diesem Internet, ist Neuland, ich weiß, auch noch andere Plattformen und Händler gibt bei denen du shoppen kannst?
Es stimm ganz und gar nicht das Amazon zu teuer sei. Im Gegenteil, als Kunde bekomme ich die Ware meist günstiger als über den Online Shop des entsprechenden Händlers. Die EU und Deutschland regulieren den freien Markt zugrunde und merken es nicht mal.
Der oft gelobte Amazon Kundendienst ist inzwischen auch fürchterlich, nicht mehr vertrauenswürdig…
Nicht nur, dass man ewig im Hilfebereich rumklickern muss, bis man endlcih zum Chat gelangt, ständig wird man mit vorgefertigten faq artigen Antworten, die nicht zum eigentlichen zu klärenden Problem passen, genervt wird…
hat man dann den Chat endlich offen und verlässt sich auf die dort gemachten Ansagen, ist man verraten und verkauft.
Vor einer Weile ne NVME SSD gekauft, die auch geliefert wurde. Irgendwie schien die aber defekt zu sein, da sie weder in nem Wechselgehäuse, noch auf m mainboard erkannt wurde.
Ergo: Kontakt mit amazon als Verkäufer aufgesucht… Ersatz ging nicht (obwohl verfügbar – ich hätte selbst neu bestellen können). Mir wurde zugesichert, ich bekäme eine Gutschrift und da es sich um ein defektes Produkt handelt, müsse ich die SSD nicht zurücksenden und könne die einfach entsorgen…
Nachdem nach 10 Tagen noch immer keine Gutschrift vorhanden war, hakte ich nach… da hieß es, ich müsse die SSD einschicken. Auf den Hinweis, dass der Mitarbeiter xy meinte, ich könne die SSD entsorgen, weil sie defekt ist, antwortete man mir dass das ein Fehler sei…
wenn ich mich aber auf Angaben des Anbieters im Kundendialog nicht verlassen kann, ist das massiver Vertrauensbruch…
Ich hab die SSD natürlich nicht selbst entsorgt und zurückgeschickt und die Gutschrift erhalten… wenn ich aber jede Aussage anzweifeln muss, wenn sie im Nachgang revidiert wird oder nicht der Wahrheit entsprechen könnte… mit solchen Anbietern mach ich keine Geschäfte…