Basics: Wissenswertes zur iCloud-Funktion “Fotostream”

47 Kommentare

Ein neues Feature von iOS 5.0 und dem gleichzeitigen Launch der iCloud ist der sogenannte Fotostream. Der Sinn und Zweck dieser Funktion führte in der Vergangenheit immer wieder zu Misverständnissen und kontroversen Diskussionen.

Fotostream dient im wesentlichen dazu, Fotos über sämtliche iOS Devices, Macs und PCs via iCloud synchron zu halten. Hierzu werden sämtliche Bilder aus dem Kamera-Archiv (“Aufnahmen”) des iOS Devices chronologisch für bis zu 30 Tage in der iCloud gespeichert (maximal jedoch 1000 Stück). Vorstellbar wäre z.B. dieses Szenario: ein Foto mit der verbesserten Kamera des iPhone 4s schießen, auf dem größeren Display des iPads nachbearbeiten und schließlich in der iPhoto Bibliothek auf dem Mac archivieren. Hierfür ist keine zeitaufwendige, kabelgebundene Übertragung zwischen den Geräten mehr nötig, vorausgesetzt alle Geräte nutzen Fotostream über einen gemeinsamen iCloud Account.

Der Komfort des kabellosen, automatisierten Abgleichs birgt leider auch einige Risiken und kann zu ungewollten Nebeneffekten führen. Der Benutzer hat keinen direkten Einfluß auf den Inhalt des Fotostreams. Sämtliche Bilder, die im Kamera Aufnahme-Order eines angebundenen Geräts landen, wandern automatisch in den Fotostream. Hierzu zählen auch Screenshots sowie Bilder aus Dritt-Anwendungen wie WhatsApp, Instagram und Co. Dies kann verheerende Konsequenzen haben, wie sich jeder leicht vorstellen kann. Vor allem wenn man bedenkt, daß sich der Bildschirmschoner des Apple-TV ebenfalls an Bildern aus dem Fotostream bedienen kann. Apple hat bisher keine Funktion vorgesehen, um einzelne Bilder aus einem Fotostream zu löschen. Dies sollte in einem künftigen Update unbedingt nachgereicht werden.

Mit den folgenden vier Schritten läßt sich zumindest der komplette Fotostream zurücksetzen. Als Vorbereitung sollten alle wichtigen Bilder gesichert werden. Danach empfiehlt es sich, Fotostream auf allen Devices und am PC/Mac zu deaktivieren. Dabei wird der Stream automatisch vom jeweiligen Gerät gelöscht. Aus der iCloud entfernt man ihn so:

  1.   Einloggen auf http://www.iCloud.com
  2.   Auf das Profilbild bzw. den Namen oben rechts klicken (direkt neben dem “Abmelden” Button)
  3.   Im folgenden Menü auf “Erweitert” klicken
  4.   “Fotostream zurücksetzen” auswählen

 

Um ungewollte Fotos im Fotostream künftig zu vermeiden, kann man sich zumindest ansatzweise behelfen. Zunächst mal sollte man Drittanwendungen wie z.B. WhatsApp nicht erlauben, automatisiert in die Camera Roll zu speichern. Geschossene Fotos mit der Kamera App werden erst im Fotostream gespeichert, sobald man die App schließt. Hier könnte man vorher noch ungewollte, unscharfe oder verwackelte Schnappschüsse entfernen. Generell werden Fotos nur bei aktiver WLAN Verbindung mit Fotostream synchronisiert. Man könnte entsprechend bei größeren Foto Sessions darauf achten, WLAN zu deaktivieren.

Fotostream ist nicht zu verwechseln mit einer öffentlichen Web Gallery, wie sie beispielsweise in MobileMe zur Verfügung stand. Mit der Einstellung von MobileMe im Juni 2012 wird auch die Foto Web Gallery abgeschafft (Stand: heute). iCloud beinhaltet diese Funktionalität nicht.

In der Rubrik Basics greifen wir interessante Fragen aus E-Mails oder dem iFUN-Forum auf.

Diskussion 47 Kommentare.
Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  1. Ansich ist Fotostream ne gute Sache. Was mir allerdings nicht gefällt ist, daß die Bilder, die man mit der iPhone Kamera gemacht hat, im Stream qualitativ schlechter sind und auch die Geodaten verlieren. Das Szenario mit dem “auf iPad bearbeiten und dann in iPhoto aufm Mac” ist also hinfällig. Wenn ich die volle Qualität der Pics möchte, muß ich sie immer noch direkt vom iDevice importieren…

    — saber1
    • Das ist mir auch aufgefallen. Man sollte zumindest die Option haben es einzustellen, denn so bringt es eigentlich nichts.

      — Christian
      • Ja. Für mich ist Fotostream nur für ebay-Fotos geeignet: Eben schnell den Artikel fotografieren, und dann direkt auf dem Mac in GarageSale integrieren. Ohne das iPhone erst anschließen zu müssen. Aber für meine Urlaubsfotos, oder Sonstige, die ich gerne archiviert haben möchte: Schlecht (leider)…

        — saber1
    • Konnte ich bisher nicht beobachten. Im iPhoto landen die Fotos in voller Qualität und mit Geodaten.

      — Stone1214
    • Das wollte ich auch gerade fragen: Ob bei Synchronisierung die Fotos auch heruntergerechnet werden, wie bei Import von Fotos auf das iPhone via iTunes.

      — Ginda
    • Ja auf den iDevice wird’s reduziert und EXIF Daten werden entfernt. Auf dem Mac / PC landen sie aber in voller Qualität.

      — NipD82
    • Leider ist die obige Beschreibung nicht ganz vollständig. Die Originalfotos vom iPhone/iPad werden nämlich zusätzlich zum Fotostream noch in iPhoto in ein Ereignis unter dem Namen “mon jjjj Fotostream”, etwa “Nov. 2011 Fotostream” übertragen. In diesem Ereignis werden alle Bilder von ios5 Geräten eines Monats (entsprechend dem Datum des Fotos) übertragen.
      Geodaten werden bei in ios5 Geräten bearbeiteten Fotos und bei Fotos die mit dem Adapter aufs iPad übertragen wurden, nicht übertragen. Bei letzterem erfolgt aber eine Einordnung in den “monatlichen Fotostream” nach dem Aufnahmedatum.

      — wrzlbrnft
  2. Klasse Zusammenfassung.
    Hätte sie gestern schon gebraucht, als ich nach dem Umstieg auf Lion meine ganzen 29000 Bilder von Aperture auf iPhoto umgezogen habe.
    Da wird nämlich auch Fotostream gefüllt und ich wurde schon blass, als ich es bemerkte.
    In den iPhoto Einstellungen sind auch noch wichtige Fotostream Entscheidungen zu treffen.

    — Peter Obermeier
  3. @Peter: ist Aperture nicht das bessere Prog. um Fotos auf dem Mac zu verwalten? Ist iPhoto nun besser?

    — Andreas
  4. Unter diesem Aspekt erlangt trotz verbesserter serienmäßiger Kamera-App die Anwendung Camera+ neue Bedeutung!
    Hier werden die Bilder erst NUR in der App gespeichert! Man kann dann in Ruhe bearbeiten, löschen etc. und kann dann ausgewählte Bilder bewusst in der Camera-Roll (Aufnahmen) speichern.

    — Joerg-P
  5. Die ganze Sache scheint noch nicht ausgereift zu sein. Gerade in Bezug auf die Umstellung von MobileMe zu iCloud. Was ich aus datenschutzrechtlichen Gründen besonders bedenklich finde: Wenn ich bei meinem AppleTV im Menü MobileMe meine ID eingebe, bekomme ich fremde Bilder angezeigt. Insgesamt drei Alben mit Urlaubsfotos einer Person die ich nicht kenne. Am PC einloggen kann ich mich bei MobileMe nicht, da ich sofort zu iCloud weitergeleitet werde. Mir ist es egal, aber mein Vertrauen in die Datensicherheit ist angekratzt. Wer eine Lösung hat: her damit.
    Vielleicht ist es 2012 ja erledigt.

    — Kemper
    • @Kemper Zu deiner Frage: Dir wird nur eine Option angezeigt, zur iCloud zu gehen. Wenn du den Hinweis ignorierst, kann du noch die verbleibende Galerie und iDisk verwenden. Das funktioniert immer noch.

      Firen
  6. Das mit der schlechteren Qualität ist mir auch aufgefallen:
    Wird ein Foto von iPhone über Fotostream auf das iPad übertragen, wird die Qualität schlechter.
    Bei Übertragung mit Fotostream auf den PC allerdings bleibt sie gleich.
    Damit scheidet die Bearbeitung auf dem iPad auf diesem Weg leider aus :(

    — Maria
  7. Moin

    obwohl ich mein iPhone “schon” fast ein Jahr habe, gehöre ich offensichtlich zur Zielgruppe^^. Super Serie!

    Wär klasse, wenn alle Basics-Einträge auch mit “Basics” getaggt würden, damit wir newbies mit Anklicken des Tags “Basics” sie alle finden können. Danke!

    — Sylvia
  8. Ich hab noch kein Lion auf dem Rechner daher nur iPhone und iPad mit Fotostream “benutzt”
    Ist es tatsaechlich so dass die Bilder in voller Qualität in de Cloud und auf dem Mac mit Lion landen ?
    Und ist es möglich den Mac so einzustellen, das er quasi den Stream immer auch lokal speichert sodass ich dort alle Bilder behalte auch wenn mehr als 1001 Bilder gemacht / gespeichert wurden ?
    The jo

    — Jo
    • Genau das ist Standard. Wenn Dein Mac innerhalb eines Zeitfensters von 30 Tagen online war, werden dorthin Deine Bilder aus dem Fotostream übertragen UND bleiben dort natürlich auch unbegrenzt lange. So hatte ich zumindest Steve Jobs in seiner letzten Keynote verstanden. Ausprobiert habe ich das selbst noch nicht.

      — Volker
    • Absolut meine Meinung! Bei Dropbox kann ich selbst entscheiden, welches Foto wann in welchen Ordner kommt und wann ich es lösche. Qualitätseinbußen sind mir bisher auch noch nicht aufgefallen und gerade das oben beschriebene Szenario funktioniert prima. Ich kann mir Ordner mit meiner Frau teilen (oder auch nicht), Dateien freigeben und Links verschicken. So muss es sein!
      Diese Bevormundung von Apple geht mir echt auf den Senkel.

      — Skeptiker
  9. Ich nutze mit der Dropbox einen Weg, der mir besser erscheint. Insbesondere, weil ich meine Fotos auch noch online co-located gesichert habe. Fotos machen mit iPhone oder iPad. Dann mit CameraSync App (wenn ich will!!!) Fotos zur Dropbox hochladen. Funktioniert übrigens auch mit box.net. Die syncen sich gleich auf den PC, auf den Ordner greift das Apple TV zu zwecks Fotos auf TV schauen. Und der Ordner vom PC wird dann auch wieder (in Unterordner nach Jahren und Monaten) in die Foto-App der iOS Geräte via iTunes gesynct, was mit WLAN-Sync ja nun auch automatisch geht. Ich kann dann also immer den “Aufnahmen” Ordner mal lööschen und daher kurz halten. Und hab alles was Fotostream hat, zzgl. sortierter Unterordner und online Backup.

    — Carsten
  10. Fotostream war eine der neuen Funktionen auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Als ich es ausprobierte dachte ich nur: Was ist das fürn Sch**** und gleich wieder deaktiviert.

    Ich hatte mir auch wesentlich mehr davon erhofft. Jetzt hoffe ich auf ein vernünftiges Update mit wesentlich mehr Eingriffsmöglichkeiten.

    — Markossos
    • Genau meine Meinung…
      Drauf gefreut, ausprobiert, für den allergrößten Mist der Welt befunden, deaktiviert, Dropbox weiter genutzt.
      So nicht Apple.

      — PoeserPube
      • So gings mir mit iMessage und Find Friends. Bin wieder zu WhatsApp und Latitude.

        — bdam
  11. @Andreas
    Ja Aperture soll das bessere Programm sein.
    Es kann auch viel mehr, keine Frage, aber es ist auch viel unübersichtlicher und langsamer.
    Ich hatte iPhoto mit den Schlagwort-Verwaltungstool von Bullstorm betrieben und als das nicht mehr ging, bin ich auf Aperture umgestiegen.
    Gottseidank kann man gut wieder zurück auf iPhoto exportieren, ohne die Schlagworte zu verlieren.
    Und mit etwas Struktur klappt es jetzt auch bei iPhoto mit Schlagworten im Zusammenspiel mit intelligenten Ordnern.

    — Peter Obermeier
  12. Leider ist dieses Basic nicht vollständig: Man kann in iPhoto auch das Upload um Fotostream von Kamera/SD-Karte ausschalten. Wird nur das Speichern aus dem Fotostream von IOS-Geräten/PC aktiviert kommen nur diese d Fotos in den Fotostream. Zusätzlich wird ein Ereignis als lokaler monatlicher Fotostream angelegt, in den alle IOS Fotos eines Monats gespeichert werden. Hier sind auch die Geodaten noch enthalten

    — wrzlbrnft

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