InfiMaker K1 und ToolDance X1
Von Aluminium bis Titan: CNC-Fräsen werden wohnzimmertauglicher
Wer Metallteile bislang nicht drucken, sondern präzise fräsen wollte, musste schnell tief in die professionelle CNC-Welt eintauchen. Zwei neue Desktop-Systeme wollen diese Hürde deutlich senken. Die InfiMaker K1 ist bereits auf Kickstarter gestartet, während sich mit der ToolDance X1 ein weiterer interessanter Konkurrent ankündigt.
InfiMaker automatisiert den Weg zum Bauteil
Die InfiMaker K1 beherrscht echtes simultanes 5-Achsen-Fräsen. Alle Achsen können also gleichzeitig bewegt werden, um komplexe Formen und Hinterschneidungen ohne wiederholtes Umspannen zu bearbeiten. Der Arbeitsraum beträgt im 5-Achsen-Betrieb 120 × 120 × 120 Millimeter, im normalen 3-Achsen-Modus sind Werkstücke bis 220 × 150 × 150 Millimeter möglich.
Die Spindel leistet 1,5 kW und erreicht 20.000 Umdrehungen pro Minute. Ein automatischer Werkzeugwechsler hält fünf Fräswerkzeuge und einen Messtaster bereit. InfiMaker nennt eine Wiederholgenauigkeit von 0,01 Millimetern und unterstützt neben Aluminium, Messing und Kupfer auch Stahl und Titan.
Besonderen Wert legt der Hersteller auf die Software. InfiStudio läuft auch auf dem Mac und soll Modelle aus Textbeschreibungen oder Bildern erzeugen, automatisch Fräsbahnen berechnen und passende Werkzeuge sowie Schnittparameter auswählen. Kameras überwachen Material und Bearbeitung und sollen unter anderem Kollisionen oder Werkzeugbruch erkennen.
Die rund 110 Kilogramm schwere K1 wird aktuell über Kickstarter angeboten. Der Einstiegspreis liegt bei 5.199 US-Dollar. Wie bei allen Crowdfunding-Projekten sollte man die üblichen Liefer- und Projektrisiken einkalkulieren.
ToolDance bietet deutlich mehr Arbeitsraum
Mit der ToolDance X1 kündigt sich parallel ein zweites Desktop-System an. Auch hier arbeitet eine 1,5-kW-Spindel, allerdings mit bis zu 24.000 Umdrehungen pro Minute. Auffällig ist der deutlich größere Arbeitsbereich von 450 × 265 × 180 Millimetern.
ToolDance setzt zunächst auf klassische Bearbeitung und lässt sich über ein optionales Modul um simultanes 5-Achsen-Fräsen erweitern. Je nach Material kann trocken mit Absaugung oder mit Flüssigkeitskühlung gearbeitet werden. Eine eigene CAM-Lösung soll die Vorbereitung der Fräsaufträge vereinfachen.
Viele Details hält der Hersteller allerdings noch zurück. Einen konkreten Verkaufsstart und vollständige technische Daten nennt ToolDance bislang nicht. Ein Preis steht schon fest. Das Gerät soll 5.999 US-Dollar kosten, aber es wird ein Startangebot von 2.999 US-Dollar geben. Interessant ist der Ansatz dennoch: CNC-Fräsen scheinen zunehmend denselben Weg einzuschlagen wie moderne 3D-Drucker – komplexe Industrieprozesse werden durch Software und Automatisierung für kleinere Werkstätten und ambitionierte Maker zugänglicher.

Sehr interessantes Teil. Hätte ich bloß 5,1k Euro übrig.
Absolut fantastisch und finde den Preis echt genial. Starker Einstieg
Wohnzimmertauglicher? Um hier mal Karl Lagerfeld zu zitieren: wer sich so ein Teil ins Wohnzimmer stellt, hat die Kontrolle über sein Leben aber total verloren.
Klar doch, da fräst man sich zu Weihnachten gleich mal ein iPhone 18 pro …. :)))
Da beim K1 schon fürs KSS explizit von Destilliertem Wasser gesprochen wird, hat die dann probleme mit den schläuchen, dichtungen etc wenn man ölhältige emulsionen nutzt? Die wären bedeutend besser für die Werkzeugstandzeiten und oberfläche
Wow, das ist so cool. Ich wünschte, ich hätte einen Anwendungsfall dafür. Aber zum Spaß kann man sich keine 110 Kilo Maschine für Tausende Euro hinstellen. :-(