Wer die neuen Paketgebühren bezahlen muss
Temu, Shein und AliExpress: Neue EU-Gebühr startet am 1. November
Wer regelmäßig bei AliExpress, Temu oder Shein bestellt, muss sich auf weitere Änderungen einstellen. Ab dem 1. November erhebt die Europäische Union eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten. Die Abgabe beträgt zwei Euro je Warenposition in der Zollanmeldung. Sie kommt zu den bereits seit Juli geltenden Zollgebühren hinzu. Darauf weist der Verbraucherzentrale Bundesverband hin.
Zwei Gebühren mit unterschiedlichen Regeln
Bereits seit dem 1. Juli 2026 gilt für Direktimporte aus Drittstaaten mit einem Warenwert von unter 150 Euro ein pauschaler Zoll von drei Euro je Warenkategorie. Die bisherige Zollfreigrenze ist damit entfallen. Über die bevorstehenden Änderungen hatten wir bereits berichtet.
Nun steht auch die Höhe der zusätzlichen Bearbeitungsgebühr fest. Sie beträgt zwei Euro je Zollanmeldungsposition und gilt unabhängig vom Warenwert. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl einzelner Produkte oder Pakete, sondern deren zollrechtliche Einordnung.
Ein Beispiel: Bestellst du eine iPhone-Hülle und ein USB-C-Kabel für insgesamt weniger als 150 Euro, könnten bei zwei unterschiedlichen Warenpositionen sechs Euro Pauschalzoll und vier Euro Bearbeitungsgebühr anfallen. Insgesamt wären das zehn Euro zusätzliche Einfuhrabgaben.
Wer muss die zusätzlichen Kosten tragen?
Nach den neuen EU-Regelungen sollen Händler, Plattformen und Importeure für die Zollabwicklung und die anfallenden Abgaben verantwortlich sein. Die Gebühren richten sich damit zunächst nicht unmittelbar an die Käufer.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Online-Bestellungen zwangsläufig gleich teuer bleiben. Händler können die zusätzlichen Kosten in ihre Produktpreise oder Versandgebühren einrechnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb, dass mögliche Aufschläge transparent ausgewiesen werden und Käufer nicht erst nach dem Bestellabschluss damit konfrontiert werden.
Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen
Hintergrund der Reform ist die enorme Zahl günstiger Warenimporte. Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands erreichen täglich rund zwölf Millionen Kleinsendungen die EU. Viele stammen von Online-Marktplätzen, deren Produkte nicht immer den europäischen Sicherheitsanforderungen entsprechen.
Der Verband verweist auf Untersuchungen der Stiftung Warentest. Von 162 geprüften günstigen Produkten erfüllten demnach rund zwei Drittel die geltenden EU-Standards nicht. Etwa ein Viertel wurde als potenziell gefährlich eingestuft. Zu den problematischen Waren gehörten unter anderem überhitzende USB-Ladegeräte und schadstoffbelastete Artikel.
Die Zollreform soll deshalb nicht nur zusätzliche Einnahmen schaffen, sondern auch bessere Kontrollen ermöglichen. Aus Sicht der Verbraucherschützer reicht das jedoch nicht aus. Sie fordern, Online-Plattformen stärker für die Sicherheit ihrer angebotenen Produkte verantwortlich zu machen.
Der seit Juli geltende Drei-Euro-Pauschalzoll ist zunächst als Übergangslösung bis Juli 2028 vorgesehen. Danach sollen reguläre Zollsätze greifen. Die neue Bearbeitungsgebühr ist dagegen dauerhaft angelegt.


Viel zu wenig! Das muss preislich weh tun!
Das führt doch nur dazu, dass die Händler große Mengen der Artikel in ein europäisches Lager versenden. Dadurch sparen sie sich die hohen Zollgebühren für den Einzelversand und die Ware kommt dann aus der EU.
Und dann? Bei Amazon für das gleiche Produkt aus chinesischer Produktion das 3 fache bezahlen? Wenn Europa nicht die gesamte Produktion nach China ausgelagert hätte und diese Waren hier produziert würden, könnte ich das verstehen. Jetzt wird es, weil es den EU Bürokraten so in den Sinn kommt, für uns alle nur teurer!
Das kann doch nur jemand sagen der noch nie dort eingekauft hat, man bekommt dort die exakt gleichen Dinge für 75% weniger als auf Amazon weil man den Teil den sich die Dropshipper einstecken nicht zahlen muss, support auch deutlich besser als bei 3rf Party sellern auf amazon.
Du bist ein richtiger Held.
Gut so!
Nach den neuen EU-Regelungen sollen Händler, Plattformen und Importeure für die Zollabwicklung und die anfallenden Abgaben verantwortlich sein.
Naja, sie werden wiederum die Gebühren an die Käufer drücken. Genauso wie es AliX jetzt schon macht.
Sehe ich das als Einziger einfach nur als am falschen Ende angesetzt?
Ein Importeur der China Müll auf Amazon für horrende Preise vertreibt wird doch dadurch seine Marge nicht verschlechtern?
Ich habe und bestelle sehr oft in China. Hauptsächlich Filament fürs Drucken.
Schaue ich mir den Preis an, den ich in China mit Zollpauschale zahle, liege ich noch immer unter dem Preis für die selbe Rolle auf Amazon oder Ebay.
Abgesehen davon ist doch mittlerweile in Tschechien und auch andern europäischen Ländern bereits eine große Zwischenlagerkultur entstanden um genau das zu umgehen?
Am Ende wird der selbe Artikel einfach insgesamt verteuert:
1. das Filament wird auf Amazon teurer werden weil niemand seinen Gewinn schmälern wird
2. der Import aus China wird teurer
Dennoch wird der selbe Artikel direkt in China bestellt noch immer günstiger sein. Also warum sollte ich dann „lokal“ kaufen?
Versteh es nicht.
Ich denke es ist eher eine Frage des Mitverdienens.
Wird vermutlich nicht so viel Auswirkung haben wie ich meine.
Grüße
derMitch
Wer kauft da ein? Leute mit wenig Kohle! Warum nicht extra Abgaben auf Autos mit 500 PS, Yachten oder sonstige Luxusgüter? Dann zahlen die, die es haben mehr.
Ich finds nicht richtig! Ja, da kommt viel Mist her, aber muss ja jeder selber wissen, was er kauft.
Stimmt weil dein iPhone Ladekabel handgeknüpft aus CastropRauxel ist ;-) (mir fehlt hier leider das Facepalm Emoji)
Flix, ich denke, du hast Bo sein Kommentar nicht verstanden. Ich lese da keine Abwertung. Ich lese da eher heraus, dass er, anstatt die kleinen Leute mit so etwas zu belasten eher an die Großen gehen würde.
Sehe ich auch so. Das Leben ist schon teuer genug, weshalb die Leute auf die günstigsten Angebote ausweichen, welche widerum verteuert werden.
Zu wenig, es muss weh tun.
Das Bürokratiemonster namens EU schlägt wieder zu. Ich hoffe, dass Europa bald zur Vernunft kommt und durch Innovation, vernünftige Energiepolitik und hervorragende Bildung wieder wettbewerbsfähig wird.
Schade. Habe da gerne Gobricks-Steine in großen Mengen gekauft; auch ganze Bausätze in Umzugskartons, oder auch seit der Gen.1 Watcharmbänder. Naja, gibt ja noch die EU Lager.