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Verlage gegen Tagesschau: Die Klage gegen die Tagesschau-App wird jetzt in Köln verhandelt

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Ab heute wird vor dem Landgericht Köln die im Juni eingereichte Klage von acht deutschen Verlagen gegen die Tagesschau-App des ARD und NDR behandelt. Verhandelt wird über den Vorwurf, die Tagesschau-App (AppStore-Link) sei „presseähnlich“ und würde durch ihre Gebührenfinanzierung eine Marktverzerrung hervorrufen.

Noch bevor es die App im Dezember letzten Jahres in Apples AppStore geschafft hat, gab es bereits öffentliche Beschwerden, dass diese App eine unzumutbare Verschwendung von GEZ-Gebühren und nicht mehr im Rahmen der Grundversorgung sei. Dass allerdings durchaus Interesse an der App besteht zeigt die steigende Anzahl der Nutzer. Mittlerweile können ARD und NDR 2,4 Millionen Nutzer ihrer Tagesschau-App verzeichnen.

Die Verlage argumentieren jedoch darüber, dass die Inhalte der mobilen Variante von tagesschau.de nicht sendungsbezogen und presseähnlich seien. In diesem Falle wäre die reine Nachfrage tatsächlich irrelevant, denn der Rundfunkstaatsvertrag verbietet ausdrücklich „nichtsendungsbezogene presseähnliche Angebote“.

ARD und NDR hingegen erwidern, dass die Inhalte der Tagesschau-App durchaus Bezug zum Sendeinhalt haben. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, erwähnte im Bezug dazu, dass es sich bei den Inhalten unter anderem um die Manuskripte der Hörfunkkorrespondenten handelte. Und er stellte darauf hin die Frage, wieso sich die Nutzer einen Beitrag vorgelesen anhören dürfen, aber es unstatthaft sei diesen Beitrag auch in schriftlicher Form vorzulegen.

Nach wie vor klingt die Klage der Verleger ein wenig wie eine Farce. Die Webseite tagesschau.de, über die sich die exakt gleichen Inhalte wie in der Tagesschau-App konsumieren lassen, ist nunmehr seit 15 Jahren online. Hier hielten sich die Verläge jedoch stets mit Beschwerden dezent zurück. Dass die Verlage nun versuchen die Konkurrenz durch die Tagesschau auf dem aufblühendem Markt der Smartphones und Tablets über die rechtliche Schiene zu verdrängen, stößt entsprechend vermehrt auf Unverständnis.

Die endgültige Entscheidung darüber, ob die Tagesschau-App in ihrer jetzigen Form weiterbestehen kann oder ob sich ARD und NDR den Forderungen der Verlage beugen müssen, obliegt nun dem Landgericht Köln und sollte in den kommenden Wochen geklärt werden. Wie sich das Landgericht entscheiden wird ist jedoch bisher noch völlig unklar.


Chronic: Der Streit um die Tagesschau-App

Donnerstag, 13. Okt 2011, 9:31 Uhr — Damien
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Rede mit!
  • Diese App ist einer der wenigen Gründe, warum es sich lohnt, die Gebühren zu zahlen.
    (Achtung, ich klugscheiße: Wenn mich nicht alle täuscht, heißt es übrigens „Verlagen“, nicht „Verlägen“.)

  • Die App ist die einzige Leistung bei der keine Gebühren verschwendet werden. Im Gegenteil, man bekommt was richtig Gutes. Schlimm genug das man so lange warten musste.

    • Genau! Man muss ja sogar GEZ Gebühren für Smartphones zahlen. Das sind, glaube ich, „neuartige Empfangsgeräte“.

      Also warum soll ich dann, wenn ich schon sogar für mein Handy Gebühren zahlen muss, auf das native Angebot der Tagesschau verzichten?

      Ich denke, dass hier auch viel Futterneid seitens der Verleger besteht, da die Tagesschau so viele Nutzer hat und sich so vieler, positiver Rezensionen erfreuen kann.

      Davon einmal abgesehen bin ich auch der Meinung, das die Inhalte der Tagesschau App noch am sachlichsten formuliert sind. Auch die Rechtschreibung stimmt. Ganz oft lese ich bei der SPON App Artikel, wo mir des öfteren mehr oder weniger grobe Fehler unterkommen und sich mir die Frage stellt, ob die Artikel überhaupt noch einmal Korrekturgelesen werden.

      • „Davon einmal abgesehen bin ich auch der Meinung, das die Inhalte der Tagesschau App noch am sachlichsten formuliert sind. Auch die Rechtschreibung stimmt“
        Alles eine Frage des Geldes und das haben die ÖR nun mal – auch wenn sie gerade gerne 1 Milliarde Euro mehr hätten.

  • Ich zahle GEZ, um von der Tagesschau informiert zu werden. Das ist mein RECHT.
    Ich habe schon einige bezahlte Zeitungsapps auf dem IPhone – weil sie GUT sind. Und ich werde schlechte Zeitungsapps garantiert auch weiterhin nicht kaufen, wenn die Tagesschau keine Texte mehr verfassen darf.

    Mehr noch: ich bitte um eine Aufstellung der Publikationen der klagenden Verlage, damit ich sie auch in Print boykottieren kann. 
    Und mit der Süddeutschen Zeitung, die ich bisher von Zeit zu Zeit als Printausgabe gekauft habe, fange ich an! Wer meine Rechte beschneiden will anstatt gut zu arbeiten, hat mein Geld nicht verdient. Und die App habe ich auch grad gelöscht.Wer meine Rechte beschneiden will anstatt gut zu arbeiten, hat mein Geld nicht verdient. Und die Süddeutsche-App habe ich auch grad gelöscht.

    Wenn ich bezahlen soll, dann muss mir was geboten werden. Apple schaffte das ja schließlich auch trotz des Riesen Marktes an Billigst- und Gratis-Smartphones von Base etc.
    Nur die Verlage sind dafür zu….

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