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Altes Interview von 2008

Steve Jobs hatte das Potenzial des App Store anfangs unterschätzt

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Anlässlich des zehnten Geburtstages des App Store für iOS hat das Wall Street Journal ein altes Interview mit dem Apple-Gründer Steve Jobs ausgegraben. Der gut 40 Minuten lange Audiomitschnitt ist leider nur für Abonnenten der Zeitung verfügbar, die interessantesten Punkte des Gesprächs wolle wir euch allerdings nicht vorenthalten.

App Store Iphone 2008

Jobs und der WSJ-Autor Nick Wingfield haben sich am 7. August 2008 getroffen, um auf die ersten 30 Tage des App Store zurückzublicken. Damals hatte das erst ein Jahr zuvor eingeführte iPhone übrigens noch nicht ansatzweise die Dominanz, die es heute hat. Besitzer eines iPod touch waren mit Blick auf den App Store für Apple noch gleichermaßen relevant.

Einen Monat nach dem Start bezifferte Apple das Angebot des App Store auf rund 1500 Apps. Jobs zufolge konnte man die Zahl der täglichen Neuerscheinungen damals noch auf die überschaubare Zahl von rund 50 taxieren, die alle handverlesen freigegeben wurden. Allerdings hatte Apple schon in den ersten Tagen des Angebots Probleme mit einzelnen Anwendungen, so wurde beispielsweise die ohne jede Funktion für 799 Euro angebotene Anwendung „I am Rich“ ebenso schon wenige Tage nach ihrem Start entfernt, wie die Tethering-App „NetShare“. Der frühe Vorläufer von Funktionen wie „Personal Hotspot“ hätte mit Blick auf die App-Store-Richtlinien damals schon gar nicht erst zugelassen werden dürfen.

Wie Jobs’ Worte zeigen, hat damals auch Apple das im App Store verborgene Potenzial noch völlig unterschätzt. Bereits ob der anfänglichen, verglichen mit den heutigen Relationen beinahe nichtigen Download-Zahlen, zeigt sich der ehemalige Apple-Chef überwältigt.

Der App Store ist viel größer, als wir es uns je vorgestellt haben. iTunes ist schon sei mehr als fünf Jahren unterwegs, doch nach 30 Tagen beträgt die Zahl der von Nutzern geladenen Apps bereits 30 Prozent aller weltweit bei iTunes heruntergeladenen Songs.

Wir haben dieses Ausmaß nicht erwartet. Die „Mobile Industry“ hat Vergleichbares bislang nicht gesehen. Um ehrlich zu sein, auch die Computerindustrie nicht. 60 Millionen heruntergeladene Anwendungen in den ersten 30 Tagen. 30 Prozent der iTunes-Song-Downloads während der letzten 30 Tage, das übertrifft alle Erwartungen.

App Store Iphone 2008

Interessanterweise standen die mit dem App Store erzielbaren Gewinne für Apple damals noch deutlich hinten an. Jobs zufolge wollte das Unternehmen mit dem Angebot in erster Linie das iPhone aufwerten und dadurch dessen Verkauf ankurbeln. Mit Blick auf die Zukunft ist die den App Store beinhaltende sogenannte Services-Sparte heute eine der wichtigsten Einnahmequellen für Apple.

Jobs erinnert dann auch einmal mehr an seine Vision vom iPhone als persönliche Kommunikationszentrale.

Ich denke, es gibt eine Menge Leute, und ich bin einer von ihnen, die glauben, dass das Mobiltelefon eine große Sache wird. … Du kannst auf dem Gerät Dinge anbieten, die auf einem Desktop-Computer keinen Sinn machen, beispielsweise standortbasierte Dienste, die in eine App integriert sind. Das kann sehr nützlich sein, und ist gerade mal die Spitze des Eisbergs. Ich glaube das wird ein Riesending.

Donnerstag, 26. Jul 2018, 9:00 Uhr — Chris
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Rede mit!
  • Steve Jobs war zwar auf der einen Seite ein Unternehmer aber eben auch ein Visionär. Diese konnte er besser wie jeder andere umsetzen und hat uns daran teilhaben lassen. Ich wünschte mir das es mehr von dieser Sorte Mensch geben würde!

    • Steve Jobs war hauptsächlich ein Visionär und auf der anderen Seite, ein Unternehmer.. des Weiteren gibt es noch mehr dieser Sorte Mensch! Elon Musk beispielsweise..

      • Der Autos produziert die von alleine brennen und die Herstellung einer Autobatterie so viel Abgase ausstößt wie dein aktueller Karren in seiner Lebenszeit..Visionär?

      • Seh ich auch so !

      • Elon Musk wird, wie andere Antworten hier deutlich zeigen, von vielen immer noch unterschätzt. Was ich dabei besonders traurig finde, ist die Tatsache, dass geziehlte Desinformation gepaart mit platten Lügen mehr im Kopf so mancher menschen hängen bleiben, als man glauben sollte.

        „Autos, die von alleine brennen“ – Warum glaubst Du wohl, dass Verbrenner heissen, wie sie heissen? Ja, in einem Autoakku steckt verdammt viel Energie. Und ja, unter unglücklichen Umständen kann auch ein Batteriefahrzeug brennen. Etw, wenn man mit 100 km/h gegen eine massive Wand fährt. Beim gewohnten Auto brennen pro einer Milliarde gefahrener Kilometer statistisch gesehen etwa 90 Fahrzeuge, Bei Tesla sind es 2. Damit ist ein Elektroauto 45 mal sicherer bezüglich Brandgefahr.

        „…Autobatterie so viel Abgase…“ Auch diese Aussage ist falsch, wie schon mehrfach an vielen Stellen im Internet gezeigt wurde. Erstens wurde bei der Studie, auf die hier wohl Bezug genommen wird, ein veralteter Akkutyp als berechnungsgrundlage genommen, zweitens angenommen, dass die dreckigste aller Stromquellen, nämlich Kohlestrom, für Herstellung und Betrieb verwendet wird. Drittens wird auch nicht berücksichtigt, dass benzin nicht auf den Bäumen wächst, sondern deren Herstellungsprozess ebenfalls Strom benötigt, mit dem ein Elektroauto schon herumfahren könnte. Ohne noch weiter in Details zu gehen – ein Elektroauto ist SPÄTESTENS nach 40000 km sauberer als ein Verbrenner.

        Aber gut, Fakten zählen heute ja nichts mehr.

  • Und E-Commerce Apps sollte es damals nicht geben bzw. nur mit massiven Gebühren. Da wollte Apple anfangs auch 30% von jeder Verkaufs-Transaktion haben. Sogar von Amazon. @ifun: Im vierten Absatz bitte „Wir“ durch „Wie“ ersetzen und im Satz danach das Komma im Nebensatz richtig platzieren.

  • Man sollte nicht vergessen, dass der illegale Cydia Jailbreak App Store erst Apple zeigte, was sie machen sollten. Dieser war zuerst da, als Apple gar keine Drittanwendungen zulassen wollte.

    • Cydia war nie und ist nicht illegal…

      • In manchen Ländern war es das zumindest zeitweise (durch nebulöse Verstöße gegen Nutzungsbedingungen).

    • Der Dummschwätzer

      Was an sich auch kein Problem darstellte, da Apple beim iPhone anfangs auf WebApps setzen wollte und erst durch Cydia gemerkt hat „moment, da geht ja was“.
      Schade dass Apple sich bei den WebApps so negativ hervorhebt. Da könnte man noch großes Potenzial erschließen wenn Sie ihren Browser mal an die aktuellen Möglichkeiten anpassen würden.

  • Damals standen die mit dem App Store erzielbaren Gewinne für Apple also noch deutlich hinten an, heute ist er eine der wichtigsten Einnahmequellen für Apple und deshalb schaltet man SearchAds im App Store frei, weil man den Hals nicht voll genug bekommt – so ändern sich Prioritäten!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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